Einleitung Die zunehmende Digitalisierung des Gesundheitswesens ermöglicht es, medizinische Leistungen unter Nutzung digitaler Hilfsmittel (z.B. Videotechnologien) ohne direkten ärztlichen Kontakt anzubieten. Ziel der Studie DigitHEALTHCARE war es, die Nutzung und Akzeptanz der Videosprechstunde bei Versicherten zu untersuchen.
Methoden Im Februar 2023 wurden Versicherte einer bundesweit tätigen Krankenkasse, die die Videosprechstunde bereits in Anspruch genommen haben, mit einem Online-Fragebogen befragt. Die Daten wurden deskriptiv statistisch ausgewertet.
Ergebnisse Die Befragten (n=712) waren zwischen 20-76 Jahren alt (M±SD: 44±12 Jahre; 53% weiblich; 93% in Deutschland geboren) und berichteten einen mittleren bis hohen Sozialstatus (74%). 51% der Befragten nutzten die Videosprechstunde zwei- bis fünfmal, meist im Rahmen einer allgemeinmedizinischen Versorgung (49%) zur Krankschreibung (33%) oder Besprechung von Untersuchungsergebnissen (26%). Am häufigsten wurden die fehlende Anreise zur Praxis (92%) und die Durchführung von jedem beliebigen Ort (87%) als Vorteile genannt. Hindernisse waren die Nichteignung für alle Krankheitsbilder (88%) und die fehlende körperliche Untersuchung (60%). 93% fühlten sich während der Videosprechstunde gut versorgt und würden diese wieder nutzen (94%) und weiterempfehlen (93%).
Schlussfolgerung Die Videosprechstunde stellt aus Versichertenperspektive eine akzeptierte Alternative für einige Untersuchungen dar und kann zeitliche Ressourcen sparen.
