Tab. 5:
Störungen von Meßgrößen bzw. Methoden durch Hämolyse
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Meßgröße/Methode Hinweis Aspartataminotransferase (AST) |
| Die Aktivität der AST im Erythrozyten ist 40mal höher als im Plasma. Bei Serumaktivitäten im Entscheidungsbereich verursacht eine in vitro-Hämolyse von 1,5 g/l falsch hohe Werte durch AST-Addition/12/. |
| Bilirubin |
| Zu niedrige Konzentrationen werden mit der Jendrassik-Gróf-Methode gemessen, da die Pseudoperoxidaseaktivität von Hämoglobin die Diazofarbstoffbildung hemmt. Die Hemmung tritt auf, wenn die freie Hämoglobinkonzentration im Serum höher als 0,8 g/l ist /12/. |
| Creatinkinase (CK) |
| Aus Erythrozyten freigesetzte Adenylatkinase erhöht die enzymatisch gemessene CK- und CK-MBAktivität. Die zum Reaktionsgemisch addierte Adenylatkinase kann nicht mehr durch vorhandenesAMP und Diadenosinpentaphosphat gehemmt werden. Es resultiert eine Erhöhung des Meßsignals. |
| Eisen |
| Potentiell ist Hämoglobin eine große Quelle für Eisen. Da aber die Eisen-Porphyrinbindung stärker als die Eisen-Transferrinbindung ist und die Eisenbestimmungsmethoden das Transferrin-gebundene Eisen messen, ist der additive Eiseneffekt bei Hämolyse gering /14/. |
| Gesamteiweiß |
| Der additive Effekt von Hämoglobin zum Gesamteiweiß ist zwar gering, aber signifikant. |
| Harnsäure |
| Erst hohe Hämoglobinkonzentrationen bewirken erniedrigte Serumwerte. Die Uricase-Katalase-Methode (Kageyama-Reaktion) ist störanfälliger als die Uricase-Peroxidase-Methode (Trinder- Reaktion). |
| Kalium |
| Die Kaliumkonzentration im Erythrozyten ist etwa 25mal höher als im Plasma. Auch bei durch Rotfärbung nicht sichtbarer in vitro-Hämolyse (< 0,3 g freies Hämoglobin/l) steigt die Kaliumkonzentration an. Das ist z. B. der Fall bei mehrstündigem Stehen von Vollblut mit niedrigen Glucosewerten bei Raumtemperatur. |
| Anorganisches Phosphat |
| Blutzellen haben einen hohen Phosphorgehalt, der aber organisch als Ester gebunden ist. Die Addition organischer Phosphatester zum Serum kann dort zu einer Freisetzung von anorganischem Phosphat führen, woraus falsch hohe Phosphatkonzentrationen resultieren können. Serum sollte deshalb innerhalb von 2 h von den Erythrozyten getrennt werden. |
| Serumeiweiß- Elektrophorese |
| Hämoglobin-Haptoglobin-Komplexe wandern zwischen der á2- und â-Globulinfraktion, freies Hämoglobin als diffuse rötliche Bande in der â-Globulinfraktion. |
| Immunoassays |
| Wie die Meßgrößen der klinischen Chemie sind auch Immunoassays von den Diagnostikaherstellernauf Störungen durch Hämolyse geprüft und enthalten entsprechende Angaben. Nicht selten erfolgt die Prüfung auf den Störfaktor Hämolyse nur durch die Zugabe von Hämoglobin; meist wird humanes Methämoglobin verwendet. Bei vermuteter Störung eines Immunoassays durch Hämolyse darf jedoch nicht Hämoglobin mit Hämolyse gleichgesetzt werden; da außer Hämoglobin auch andere Inhaltsstoffe von Blutzellen den Immunoassay stören können. Es ist deshalb wichtig; beim Diagnostikahersteller nachzufragen wie die Prüfung auf Hämolyse erfolgte |