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. 2021 May 21;18(5):30–31. [Article in German] doi: 10.1007/s11298-021-2009-z

COVID-19-Impfung: Vorgehen bei Allergien

Anne Bäurle 1,
PMCID: PMC8097111  PMID: 33967667

Bei Patienten mit positiver Allergieanamnese stellt sich die Frage, ob sie mit einem mRNA-Impfstoff gegen COVID-19 geimpft werden können. Das Paul-Ehrlich-Institut hat nun ein Flussdiagramm veröffentlicht, das Ärzte bei dieser Entscheidung unterstützen soll.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) berichtet im aktuellen Bulletin zur Arzneimittelsicherheit (1/2021) von bisher 99 Meldungen zu Anaphylaxien nach COVID-19-Impfung. Zudem gibt das Institut Ärzten Anhaltspunkte, was bei positiver Allergieanamnese vor einer Impfung gegen COVID-19 mit einer mRNA-Vakzine oder bei einer anaphylaktischen Reaktion nach COVID-19-mRNA-Impfung zu beachten ist (Flussdiagramm unter: www.pei.de).

Das PEI betont im Bulletin: "Für alle bisher eingesetzten COVID-19-Impfstoffe in Deutschland - Comirnaty®, COVID-19 Vaccine Moderna® und Vaxzevria® - wurden in sehr seltenen Fällen schwere anaphylaktische Reaktionen nach der Impfung (99 Fälle auf 8,9 Millionen Impfungen, Stand: 12.3.2021) berichtet." Für den vierten in der EU zugelassenen, und bisher noch nicht verfügbaren Impfstoff von Janssen/Johnson & Johnson ist bisher ein Fall einer Anaphylaxie in einer noch laufenden klinischen Studie aufgetreten, wie das PEI berichtet.

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In den Fachinformationen der mRNA-Impfstoffe sowie in der Fachinformation der Vakzine von Janssen/Johnson & Johnson ist Anaphylaxie als mögliche unerwünschte Wirkung aufgeführt.

Welche Patienten können mit einer mRNA-Vakzine geimpft werden?

Das PEI hat das Flussdiagramm gemeinsam mit dem RKI und in enger Zusammenarbeit mit den allergologischen Fachgesellschaften Deutschlands entwickelt. Das Flussdiagramm kategorisiert wie folgt:

Mit einer COVID-19-mRNA-Vakzine geimpft werden können (bei Nachbeobachtungszeit von 15 Minuten) Patienten mit:

  • kontrolliertem Asthma bronchiale,

  • Rhinoconjuntivitis allergica inklusive Heuschnupfen, Milbenallergie,

  • Neurodermitis,

  • Nahrungsmittelallergie,

  • Bienen-/Wespengiftallergie,

  • Medikamentenallergie (nicht PEG- assoziiert),

  • Kontaktallergie (etwa Duftstoffe, Nickel).

Geimpft werden können außerdem (unter Notfallbereitschaft und bei Nachbeobachtungszeit von 30 Minuten) Patienten mit:

  • Anaphylaxie/schwerer allergischer Reaktion auf Medikamente oder einen anderen Impfstoff/Impfstoffbestandteil, der nicht in COVID-19-Impfstoffen enthalten ist,

  • Generalisierter Urtikaria (oder anderer monosymptomatischer Allergiemanifestationen) nach COVID-19-mRNA-Impfung,

  • Mastozytose.

Besondere Vorsicht gilt bei Patienten mit:

  • Anaphylaxie/schwerer allergischer Reaktion nach 1. oder 2. Dosis eines COVID-19-mRNA-Impfstoffs,

  • ärztlich behandelter Anaphylaxie/ schwerer allergischer Reaktion > 1h (bis 24h) nach COVID-19-mRNA-Impfung,

  • bekannter Überempfindlichkeit auf einen Inhaltsstoff in den COVID-19-mRNA-Impfstoffen,

  • bekannten allergischen Reaktionen auf PEG oder PEG-haltige Arzneimittel (Laxanzien, Darmspüllösungen vor Endoskopie),

  • Anaphylaxie/schwerer allergischer Reaktion unklarer Ursache.

Bei diesen Patienten sollte in einem allergologischen Zentrum eine IgE-vermittelte allergische Genese geprüft werden.

Gibt es dafür keinen Anhaltspunkt, können die Patienten nach strenger Risiko-Nutzen-Abwägung und erhöhter Notfallbereitschaft und Nachbeobachtungzeit über 30 Minuten geimpft werden.

Bestätigt sich eine IgE-vermittelte allergische Genese, sollte keine COVID-19-mRNA-Impfung erfolgen und ein Alternativ-Impfstoff erwogen werden.

www.aerztezeitung.de


Articles from CME (Berlin, Germany) are provided here courtesy of Nature Publishing Group

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