| Anästhesie |
Vollständiger oder teilweiser Verlust der Empfindung, mit oder ohne Bewusstseinsverlust, als Folge von Krankheit, Verletzung oder Verabreichung eines Anästhetikums, normalerweise durch Injektion oder Inhalation [114] |
| „Awareness“ |
Ein Phänomen intraoperativer Wachheit. Infolge inadäquater Anästhetikazufuhr kommt es zur unzureichenden Ausschaltung des Bewusstseins, und der Patient erlebt und erinnert Ereignisse aus der intraoperativen Phase |
| Bewusstlosigkeit |
Verlust der Fähigkeit, das Bewusstsein für sich selbst und die Umwelt aufrechtzuerhalten, verbunden mit deutlich reduzierter Reaktionsfähigkeit auf Umweltreize [2] |
| Dämmerzustand |
Form der akuten organischen Psychose mit Bewusstseinstrübung, Wahrnehmungs- und ggf. auch Orientierungsstörungen (u. U. Desorientierung) und Bewusstseinseinengung, mit nachfolgender totaler oder partieller Amnesie. Betroffene befinden sich in einem schläfrigen Zustand, aus dem sie aber durch äußere Reize noch zu wecken sind [85] |
| Dissoziativer Zustand |
Teilweise oder vollständige Abspaltung psychischer Funktionen wie Bewusstsein, Gedächtnis und personale Identität, eigener Gefühle und Körperempfindungen (Schmerz, Hunger, Durst, Angst), der Wahrnehmung der eigenen Person und/oder der Umgebung [109] |
| Lokalanästhesie |
Örtliche Schmerzausschaltung im Bereich der Nervenendigungen oder Leitungsbahnen ohne Beeinträchtigung des Bewusstseins [1] |
| Narkose |
(Bei einer Operation) durch ein Narkosemittel bewirkter schlafähnlicher Zustand mit Ausschaltung des Bewusstseins und damit der Schmerzempfindung [33] |
| Ohnmacht |
Zeitlich umschriebenes, bis einige Minuten andauerndes Aussetzen der Bewusstseinstätigkeit, gekennzeichnet durch Amnesie für die Dauer der Bewusstlosigkeit, abnorme motorische Kontrolle, fehlende Reagibilität und eine kurze Dauer, ohne Festlegung auf die Pathogenese [30] |
| Schlaf |
Veränderter Bewusstseinszustand, der einige Stunden andauert. Menschen sehen, hören und fühlen dabei nicht mehr bewusst, was um sie herum vorgeht [18] |
| Schmerz |
Schmerzdefinition der International Association for the Study of Pain (IASP): Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit einer tatsächlichen oder potenziellen Gewebsschädigung einhergeht oder ihr ähnelt [86] |
| Sommerschlaf (Ästivation) |
Überlebensstrategie, die von vielen Wirbeltieren und Wirbellosen genutzt wird, um trockene Umweltbedingungen zu überstehen. Die wichtigsten Merkmale der Ästivation sind eine starke Unterdrückung der Stoffwechselrate, Strategien zur Erhaltung des Körperwassers, Erhaltung von Energie und Körperbrennstoffreserven, ein veränderter Stickstoffmetabolismus und Mechanismen zu Erhaltung und Stabilisierung von Organen, Zellen und Makromolekülen über viele Wochen oder Monate des Ruhezustands [111] |
| Somnambulismus |
Medizinischer Begriff für Schlafwandeln, der unerwünschte Handlungen wie z. B. Gehen umfasst, die während plötzlicher, aber begrenzter Aufwachvorgänge aus dem tiefen „Non-rapid-eye-movement-slow-wave“-Schlaf auftreten [9] |
| „Suspended animation“ |
Ähnelt dem Winter- bzw. Sommerschlaf und ist gekennzeichnet durch die Verlangsamung von Lebensprozessen durch äußere Mittel ohne deren Beendigung. Sie dient dazu, ansonsten lebensbedrohliche Bedingungen zu überleben, z. B. extreme Temperaturen, anhaltende Reduzierung der Sauerstoffversorgung, und ist mit einem verringerten Energieaufwand und einer reduzierten Körpertemperatur verbunden [11]. Das Konzept wird in der Medizin verwendet, wie z. B. beim hypothermen Kreislaufstillstand oder der Reanimationsthorakotomie mit Abklemmen der absteigenden Aorta und anschließender Kühlung |
| Winterschlaf |
Spezialisierte saisonale Reduktion des Stoffwechsels bei gleichzeitigem Umweltdruck durch Nahrungsverknappung und niedrige Umgebungstemperaturen [120] |