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. 2021 Dec 3;33(3):269. [Article in German] doi: 10.1515/medgen-2021-2087

Nachruf Dr. med. Guntram Borck 23.1.1973–12.7.2021

PMCID: PMC11110127  PMID: 38835695

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Unerwartet und viel zu früh ist unser Freund und Kollege Guntram Borck am 12.7.2021 verstorben. Guntram ist in Berlin als jüngster von vier Brüdern geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur und Baccalauréat am Französischen Gymnasium Berlin studierte er von 1992 bis 2000 als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes Humanmedizin an der Freien Universität Berlin mit zwischenzeitigem Aufenthalt als Erasmus-Stipendiat am Hôpital Necker-Enfants Malades in Paris.

Sein Interesse für die Humangenetik entdeckte er schon sehr früh im Studium, was ihn bereits als studentischen Mitarbeiter zu Thomas Haaf in das Labor für molekulare Zytogenetik am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik führte. Nach Abschluss des Studiums absolvierte er seine klinische Weiterbildung als Arzt im Praktikum in der Universitätskinderklinik Mainz, wo er auch seine medizinische Promotion mit dem Thema: „Molekulargenetische Analyse des SLC26A4-Gens bei Patienten mit Pendred-Syndrom“ (Betreuer Prof. Dr. J. Pohlenz) anfertigte. Nach dem AiP zog es ihn gemeinsam mit seiner späteren Frau Marie wieder zurück in ihre Heimat, um ab 2003 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am renommierten Institut für Medizinische und Molekulare Genetik am Hôpital Necker-Enfants Malades bei Prof. Arnold Munnich in Paris zu arbeiten. Hier schloss er im Jahr 2007 seinen PhD mit dem Thema „Syndrome mit mentaler Retardierung und Mikrozephalie: Ein Beitrag zur genetischen Einordnung und Etablierung von Genotyp-Phänotyp-Korrelationen“ in der Arbeitsgruppe von Laurence Colleaux erfolgreich ab.

2008 kehrte Guntram mit einem DFG-Stipendium zurück nach Deutschland und wurde Mitglied der Arbeitsgruppe von Christian Kubisch zuerst am Institut für Humangenetik der Universität Köln und dann ab 2011 an der Universität in Ulm. Guntram war ein leidenschaftlicher Wissenschaftler und Humangenetiker. Er ist Koautor von nahezu 100 Originalarbeiten, wobei es ihm insbesondere schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt gelang, die neu entwickelten genomweiten Sequenzierungstechniken zu verwenden, um die genetische Ursache bis dahin ungeklärter, meist syndromaler Erkrankungen des Menschen aufzudecken. Neben vielfältigen hochrangigen Publikationen führte dies auch zur Anerkennung des Frank-Majewski-Preises der GfH im Jahr 2013 für seine Arbeit „Deficiency for the Ubiquitin Ligase UBE3B in a Blepharophimosis-Ptosis-Intellectual-Disability Syndrome“. Den Ruf auf eine Professur für Humangenetik an die Universität Würzburg lehnte er zugunsten einer Professur für Molekulare Humangenetik an der Universität Ulm ab, wo er im Folgenden u. a. als Vorstandsmitglied des Zentrums für Seltene Erkrankungen und von 2014 bis 2016 als kommissarischer Leiter des Instituts für Humangenetik tätig war.

Seit 2019 konzentrierte sich Guntram ganz auf seine klinische Tätigkeit in der sich schnell verändernden Humangenetik und arbeitete – wie immer – mit großem Einsatz und großer Freude zusammen mit seinem neuen Team am genetikum® in Neu-Ulm bei Dr. med. Mehnert & Partner.

Für alle, die Guntram kannten, wird er immer als herzlicher, stets gut gelaunter, verlässlicher Kollege und Freund sowie liebender Familienvater in Erinnerung bleiben. Der plötzliche und viel zu frühe Verlust eines so besonderen und liebenswerten Menschen erfüllt uns mit tiefer Trauer, unser Mitgefühl gehört seiner Familie und insbesondere seiner Frau Marie sowie ihren gemeinsamen Kindern.

Christian Kubisch und Alexander Volk, Hamburg

Laura von der Heyden und Karl Mehnert, Neu-Ulm

Korrespondenzadresse:

Prof. Dr. Christian Kubisch (c.kubisch@uke.de)


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