Zusammenfassung
Ziel Viele Gesundheitssysteme zeichnen sich durch hohe Komplexität und Unübersichtlichkeit aus. Sich in ihnen zu orientieren und an die richtige Stelle zu gelangen, erfordert hohe Navigationale Gesundheitskompetenz (NGK). Darunter wird die Fähigkeit verstanden, sich durch das Gesundheitssystem manövrieren und mit dazu erforderlichen Informationen umgehen zu können. Bislang fehlt es an Daten zur NGK der Bevölkerung. Ziel des Artikels ist es deshalb, empirisch zu analysieren, wie sich die NGK in Deutschland darstellt und mit welchen soziodemografischen und -ökonomischen Faktoren sie assoziiert ist.
Methode Die NGK wurde mit einem neuen, international entwickelten Instrument (HLS 19 -NAV) erhoben, das die selbsteingeschätzten Schwierigkeiten bei 12 navigationsbezogenen Informationsaufgaben misst. Es wurde bereits in 8 Ländern eingesetzt, darunter auch Deutschland. Hier wurden in einer repräsentativen Querschnittsstudie Daten von 2.151 Personen der erwachsenen Wohnbevölkerung zur NGK erhoben. Der Zusammenhang zwischen soziodemografischen und -ökonomischen Faktoren und der NGK wurde mittels Varianz- sowie multivariater linearer Regressionsanalyse geprüft.
Ergebnisse Rund 80% der Befragten verfügen über eine geringe NGK; im Mittel liegt der NGK-Score bei 41,5 von 100 möglichen Punkten. Menschen mit geringen sozioökonomischen Ressourcen, im hohen Lebensalter, Menschen, die selbst nach Deutschland migriert oder durch gesundheitliche Probleme eingeschränkt sind, weisen eine besonders geringe NGK auf. Doch auch Personen mit guter Ressourcenausstattung haben eine relativ geringe NGK. Bei Gesundheitsfachpersonen fällt die NGK deutlich höher aus.
Schlussfolgerung Zwar wurden in den letzten Jahren etliche Bemühungen unternommen, um bestehende Navigationsschwierigkeiten zu mildern und Patient:innen besser durch das deutsche Gesundheitssystem zu leiten. Den Studienergebnissen zufolge besteht im Bereich der NGK jedoch weiterhin hoher Handlungsbedarf. Erforderlich sind vor allem Strukturmaßnahmen: Dazu gehört die Schaffung ausreichender verlässlicher Informationen über das Gesundheitssystem und seine Organisationen, ebenso die Etablierung von Navigationshilfen und Versorgungspfaden und die Realisierung eines gesundheitskompetenten Gesundheitssystems mit Organisationen und Gesundheitsprofessionen, die zur Verbesserung der NGK beitragen.
Schlüsselwörter: Gesundheitsinformation, Orientierung, Navigation, Gesundheitssystem, Gesundheitsorganisationen
Abstract
Aim Many health care systems are characterized by their high complexity and intransparency. Finding one's way through the multitude of services and finding the right place requires high navigational health literacy (NHL). NHL is defined as the ability to manoeuvre through the health care system and deal with the information required to do so. However, so far, there has been a lack of data on the population's NHL. The objective of this article is to analyse empirically the NHL in Germany and its association with socio-demographic and economic factors.
Method NHL was surveyed with an instrument (HLS 19 -NAV) newly developed by an international working group, measuring the self-assessed difficulties in relation to 12 navigation-related information tasks. The HLS 19 -NAV has already been used in 8 countries, including Germany. In Germany, data on NHL was collected from 2,151 adult residents in a representative cross-sectional study. The relationship between socio-demographic and economic factors, and NHL was examined by using methods of analysis of variance and multivariate linear regression analysis.
Results Approximately 80% of the respondents showed low NHL with a mean score of 41.5 out of a possible 100 points. Those with low socio-economic resources, people of advanced age, people who had migrated to Germany or who were limited by health issues had a particularly low NHL. However, even people with good resources had a relatively low NHL. In contrast, the mean score was significantly higher among health professionals.
Conclusions In recent years, numerous efforts have been made to reduce navigational difficulties and to better guide patients through the German health care system. However, according to the results of the study, there is still need for further action. Above all, structural measures are required: this includes the creation of sufficient, reliable information on the health care system and its organizations as well as the implementation of navigation aids, health care pathways and the creation of a health-literate health care system including organizations and health professionals that contribute to strengthening NHL in general.
Key words: Health information, orientation, navigation, health care system, health care organizations
Einleitung
Seit Jahrzehnten lässt sich beobachten, dass das deutsche Gesundheitssystem immer weiter expandiert – teils als Fortschritt und Wachstum(smarkt) gefeiert, teils mit Unbehagen betrachtet. Ganz in diesem Sinn schrieben Gross et al. bereits 1989: „Nahezu ungehemmt entfalten, spalten, teilen und vermehren sich die Ableger medizinischer Dienste, rhizomartig durchwuchern die Netze des Gesundheitswesens die Gesellschaft“ ( 1 , S. 157).
Die Schattenseiten dieser Entwicklung sind bekannt, denn zugleich haben die Unübersichtlichkeit und Zersplitterung zugenommen und hat das Gesundheitssystem an Komplexität und Desintegration gewonnen (ex. 2 3 4 5 6 ). Für Patient:innen sind Phänomene wie diese folgenreich: Sie erschweren die Orientierung und Navigation im Gesundheitssystem und haben nicht selten zur Folge, dass Patient:innen viele Umwege zurücklegen bis sie die gesuchte Stelle finden. Wo sie letztlich ankommen, ist oft zufällig. Denn in der Regel ist es an ihnen selbst, sich die notwendigen Informationen zu beschaffen und abzuwägen, welche Gesundheitseinrichtung/-dienstleister:innen wann für sie richtig sind. Doch nicht für alle kann angenommen werden, dass sie sich problemlos im Gesundheitswesen bewegen. Vielen fehlt es dazu an Information, „Orientierungswissen“ 6 und auch an Gesundheitskompetenz (GK), wie vorliegende Befunde unterstreichen 7 – ebenso allerdings an den geeigneten Informationsbedingungen 8 .
Ähnlich ernüchternd fällt die Bilanz aus systemischer Perspektive aus. Seit langem wird beklagt, dass die Leistungserbringung im Gesundheitssystem stark fragmentiert und unkoordiniert ist. Informationsverluste und Diskontinuitäten der Versorgung sind die Folge 9 . Die Suche nach geeigneten Navigationshilfen hat daher an Bedeutung gewonnen. Sie reichen von Case und Care Management über Disease-Management-Programme bis hin zu Lots:innen, die Patient:innen auf dem Weg durch das Gesundheitssystem begleiten 2 10 11 . Doch wo konkret und bei welchen Bevölkerungsgruppen sollen solche Hilfen ansetzen? Das ist eine offene Frage, da über die subjektiven Schwierigkeiten bei der Navigation im Gesundheitssystem und dem Umgang mit den dazu nötigen Informationen, kurz über die Navigationale Gesundheitskompetenz (NGK) bislang kaum empirisches Wissen vorliegt.
Deshalb wurde im Rahmen des internationalen Health Literacy Population Survey 2019 (HLS 19 ) 12 , an dem Deutschland mit dem zweiten Health Literacy Survey Germany (HLS-GER 2) 13 beteiligt ist, ein neues Messinstrument zur Ermittlung der NGK entwickelt 14 und erstmals eingesetzt. Ziel des Artikels ist es, auf der Basis der damit gewonnenen Daten der Frage nachzugehen, wie sich die NGK der Bevölkerung in Deutschland darstellt und mit welchen soziodemografischen und -ökonomischen Faktoren sie assoziiert ist.
Methodisches Vorgehen
Konzeptionelle Verortung
In der Gesundheitsforschung und auch der GK-Diskussion ist das Thema Navigation zwar nicht neu, hat aber bislang nur marginale empirische Aufmerksamkeit erhalten 14 . Vornehmlich wurde es von Rima Rudd aufgegriffen, die sich zunächst mit der Navigation in Krankenhäusern befasste 15 . Aus einer funktionalen Perspektive kommend, in der unter GK die zum Umgang mit gesundheitsbezogenen Informationen erforderlichen literalen Fähigkeiten verstanden werden, arbeitete sie heraus, dass Gesundheitsorganisationen komplexe „literale Umwelten“ ( 16 , S. 24) darstellen, in denen die Navigation ausreichende literale Fähigkeiten erfordert. Im Rahmen der Studie Literacy and Health in America 16 erweiterte sie die Perspektive und widmete sich u. a. der Navigation im Gesundheits system. Untersucht wurden die notwendigen literalen Fähigkeiten dazu, im Gesundheitssystem Einrichtungen zu lokalisieren, (Krankenversicherungs-)Leistungen zu beantragen und dazu erforderliche Informationen zu lesen und zu verstehen oder entsprechende Formulare auszufüllen. Aufgaben wie diese sind Teil der Health Activities Literacy Scale (HALS), mit der erstmals eine quantitative Untersuchung einiger der sich bei der Navigation stellenden Herausforderungen auf der Bevölkerungsebene erfolgte – dies ebenfalls mit einem funktionalen Verständnis von GK, das später zahlreiche Erweiterungen erfuhr 17 .
Ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung erfolgte im „European Health Literacy Survey“ (HLS-EU). GK wird hier als Fähigkeit definiert, gesundheitsbezogene Informationen finden, verstehen, beurteilen und anwenden zu können, um zu tragfähigen gesundheitsbezogenen Entscheidungen zu gelangen 18 . In dem auf Basis dieser Definition entwickelten Messinstrument sind Navigationsherausforderungen jedoch kaum enthalten. Auch Osborne et al. griffen das Thema Navigation auf und integrierten es als einen von neun Teilbereichen von GK in ihrem „Health Literacy Questionnaire“ (HLQ) 19 . Die Navigationsskala hebt jedoch direkt auf Navigationsprobleme ab und trägt dem Umgang mit dazugehöriger Information nur partiell Rechnung 14 .
Bis heute – so zeigt dies exemplarisch – fehlen Instrumente, die explizit auf die NGK, also die Herausforderungen bei der Navigation und dem Umgang mit dazu erforderlichen Informationen, ausgerichtet sind. Aus diesem Grund erfolgte Im Rahmen des HLS 19 und HLS-GER 2 die Entwicklung einer neuen Skala zur NGK (HLS 19 -NAV). Sie basiert auf der GK-Definition des HLS-EU, die auf den Bereich der Navigation übertragen wurde. NGK wird danach verstanden als Fähigkeit von Menschen, Informationen über das Gesundheitssystem sowie seine Organisationen und Dienste in unterschiedlicher Form finden, verstehen, beurteilen und anwenden zu können, mit dem Ziel, die bestmögliche Versorgung für sich oder nahestehende Personen zu erhalten 14 . Im Kern steht hier der zur Navigation im Gesundheitssystem nötige Umgang mit Information mit den vier Schritten der Informationsverarbeitung. Darauf basierend wurden 12 Items entwickelt, die auf drei Ebenen – der System-, Organisations-, und Interaktionsebene – angesiedelt sind und auf einzelne Informationsaufgaben bei der Navigation zielen (vgl. Abb. 1 ). Die Konzept- und Instrumentenentwicklung ist an anderer Stelle beschrieben 14 .
Abb. 1.

Ebenen Navigationaler Gesundheitskompetenz und Navigationsaufgaben (Source material: Griese L, Berens E-M, Nowak P, Pelikan JM, Schaeffer D. Challenges in Navigating the Health Care System: Development of an Instrument Measuring Navigation Health Literacy. International Journal of Environmental Research and Public Health. 2020; 17(16):5731. https://doi.org/10.3390/ijerph17165731, https://www.mdpi.com/1660–4601/17/16/5731 , © 2020 by the authors. Licensee MDPI, Basel, Switzerland. Licensed under CC BY 4.0 [ http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ ]. This image has been changed from the source material, it was translated into German).
Datenerhebung
Im HLS-GER 2 wurden 2.151 Personen der erwachsenen Wohnbevölkerung Deutschlands mittels papierassistierter persönlicher Interviews (PAPI) zwischen Dezember 2019 und Januar 2020 in einer für Geschlecht, Alter, Bildungsniveau und Bundesland repräsentativen Querschnittsbefragung neben ihrer allgemeinen GK auch zu ihrer NGK befragt 13 . Die Stichprobenzusammensetzung ist Tab. 1 . zu entnehmen.
Tab. 1 Stichprobenzusammensetzung (gewichtet)
| n | % | |
|---|---|---|
| Gesamt | 2.151 | 100 |
| Altersgruppe | ||
| 18–29 Jahre | 362 | 17,0 |
| 30–45 Jahre | 493 | 23,1 |
| 46–64 Jahre | 683 | 32,1 |
| 65–75 Jahre | 338 | 16,0 |
| ab 76 Jahre | 252 | 11,8 |
| Geschlecht | ||
| Männer | 1.056 | 49,2 |
| Frauen | 1.089 | 50,8 |
| Bildungsniveau | ||
| niedrig (0–2) | 238 | 11,3 |
| mittel (3–4) | 1.263 | 59,9 |
| hoch (5–8) | 607 | 28,8 |
| Literale Fähigkeiten | ||
| sehr wahrscheinlich limitiert (0–1) | 141 | 6,9 |
| möglicherweise limitiert (2–3) | 422 | 20,6 |
| adäquat (4–6) | 1.485 | 72,5 |
| Subjektiver Sozialstatus | ||
| niedrig (1–4) | 402 | 19,2 |
| mittel (5–7) | 1.364 | 65,2 |
| hoch (8–10) | 325 | 15,5 |
| Finanzielle Schwierigkeiten | ||
| 0/3 angegebene Schwierigkeiten | 1.355 | 69,7 |
| 1/3 angegebene Schwierigkeit | 228 | 11,8 |
| 2/3 angegebene Schwierigkeiten | 141 | 7,2 |
| 3/3 angegebene Schwierigkeiten | 219 | 11,3 |
| Migrationserfahrung | ||
| keine oder elterliche | 2.007 | 94,0 |
| eigene | 129 | 6,0 |
| Ausbildung Gesundheitsbereich | ||
| nein | 1.931 | 90,2 |
| ja | 210 | 9,8 |
| Durch gesundheitliche Probleme im Alltag eingeschränkt | ||
| nicht | 957 | 44,7 |
| etwas | 884 | 41,3 |
| stark | 300 | 14,0 |
Messung der Indikatoren
Die NGK wurde in dieser Studie mit dem HLS 19 -NAV erhoben. Das Instrument wurde bereits in 8 Ländern eingesetzt und validiert – darunter auch in Deutschland im HLS-GER 2, dessen Daten für die vorliegende Analyse genutzt wurden. Die Skala zeigt eine zufriedenstellende psychometrische Qualität 20 . Der HLS 19 -NAV misst die selbsteingeschätzten Schwierigkeiten beim Finden, Verstehen, Beurteilen und Anwenden von navigationsrelevanten Informationen. Die Items sind mit einer vierstufigen Antwortskala („sehr einfach“, „einfach“, „schwierig“ oder „sehr schwierig“) zu beantworten. Die Antworten wurden in einen Score (0–100) übertragen; er spiegelt den Anteil der mit „(sehr) einfach“ angegebenen Antworten wider. In den Score gingen nur Fälle ein, die mindestens 80% der Items beantwortet haben (n=2.147). Für die deskriptive Darstellung wurde der Score gemäß vorheriger Studien in vier Niveaus unterteilt. (exzellent>83,3 Punkte; ausreichend>66,6; problematisch>50; inadäquat≤50); die beiden letzteren wurden zu der Kategorie „geringe NGK“ zusammengefasst 13 .
In die Analyse der mit NGK assoziierten Faktoren gingen neben dem Geschlecht und dem Alter (in 5 Kategorien), das Bildungsniveau (ISCED-11 Skala (0–8) 21 ), die gesundheitsbezogenen literalen Fähigkeiten (6 Fragen des NVS-Tests zum Verständnis eines Lebensmitteletiketts, Skala 0–6 22 ), der selbsteingeschätzte Sozialstatus (Skala von 1–10 23 ), die finanziellen Schwierigkeiten (Skala von 0-3, die anzeigt, wie viele der 3 Fragen zur Schwierigkeit beim Bezahlen von Medikamenten, medizinischen Behandlungen oder Rechnungen am Ende des Monats mit „(sehr) schwierig“ beantwortet wurden 12 ) und die Migrationserfahrung (Geburt außerhalb Deutschlands) in die Analyse ein. Um erste Hinweise über die individuelle professionelle NGK zu generieren, wurde zudem berücksichtigt, ob eine Berufsausbildung oder ein Studium im Gesundheitswesen durchlaufen wurde. Zur Analyse des Zusammenhangs der NGK mit gesundheitlichen Merkmalen wurde unterschieden, ob Befragte in den letzten 6 Monaten durch gesundheitliche Probleme in ihren üblichen Aktivitäten nicht, etwas oder stark eingeschränkt waren 24 .
Analyse
Zunächst wurde mittels Varianzanalyse geprüft, inwieweit sich die einzelnen Bevölkerungsgruppen in ihrem durchschnittlichen NGK-Score unterscheiden. Dazu wurden post-hoc Tests durchgeführt. Anschließend wurden die Zusammenhänge in einer multiplen linearen Regression analysiert. Das Signifikanzniveau wurde auf 5% festgelegt. Für die Beschreibung der Stichprobe und Gruppenvergleiche wurde ein für Alter, Geschlecht, Bildungsniveau, Bevölkerungsdichte und Bundesland gewichteter und für die Regressionsanalyse ein ungewichteter Datensatz genutzt. Es wurde IBM SPSS Statistics Version 29 verwendet.
Ergebnisse
In Deutschland weisen 8,4% der Erwachsenen eine exzellente, 8,9% eine ausreichende, 14,4% eine problematische und 68,4% eine inadäquate NGK auf. Die NGK der Bevölkerung fällt somit bei mehr als dreiviertel der Befragten gering aus. Das zeigt auch ein Blick auf den mittleren NGK-Score: Er liegt bei 41,5 von 100 möglichen Punkten ( Abb. 2 ).
Abb. 2.

Durchschnittliche NGK-Scores mit 95%-Konfidenzintervallen in der Gesamtbevölkerung und in Subgruppen.
Betrachtet man die einzelnen Informationsaufgaben ( Abb. 3 ) wird deutlich, dass die größten Schwierigkeiten dabei bestehen, Gesundheitsreformen zu verstehen, die die eigene Versorgung tangieren (NGK4: 73,6%), gefolgt davon, etwas über die eigenen Rechte als Patient:in herauszufinden (NGK5: 70,7%). Als nicht wesentlich einfacher wird eingeschätzt, etwas über Unterstützungsmöglichkeiten bei der Navigation in Erfahrung zu bringen (NGK10: 69,5%). Doch auch Informationen zur Qualität von Gesundheitseinrichtungen zu finden (NGK7: 68,1%) oder zu bewerten, ob eine Gesundheitseinrichtung den Erwartungen entspricht (NGK8: 68,6%), wird vom Großteil der Befragten für (sehr) schwierig gehalten.
Abb. 3.

Anteil der mit „schwierig“ oder „sehr schwierig“ beantworteten Fragen der NGK-Skala
Insgesamt lassen die Ergebnisse darauf schließen, dass die Navigation im Gesundheitssystem die Bevölkerung vor erhebliche Herausforderungen stellt. Dabei zeichnen sich soziale Unterschiede ab ( Abb. 2 ). Besonders Menschen mit niedrigem Bildungsniveau (29,8) und Sozialstatus (33,5), mit finanziellen Schwierigkeiten (28,1), aber auch Menschen im hohen Lebensalter (32,7) sowie Personen mit geringen literalen Fähigkeiten (33,5) oder Menschen, die selbst nach Deutschland migriert sind (35,5), weisen eine geringere NGK auf. Auch Personen, die durch gesundheitliche Probleme eingeschränkt sind, haben geringere NGK-Werte (33,7 bzw. 38,9) als Personen, bei denen das nicht der Fall ist. Besonders hoch ist die NGK bei Befragten, die eine Ausbildung im Gesundheitsbereich durchlaufen haben (55,1).
Fast alle bivariaten Zusammenhänge bleiben auch im multivariaten Modell bestehen ( Tab. 2 ). Die Voraussetzungen der multiplen linearen Regression werden dabei erfüllt. Im Vergleich der Koeffizienten der dicho- oder trichotomen Indikatoren erweist sich die Ausbildung im Gesundheitsbereich als bedeutsamster Faktor für die NGK (B=14,22). Unter den polytomen Variablen, für die standardisierte Koeffizienten berechnet werden können, besteht der größte Zusammenhang mit dem Sozialstatus (ß=0,134). Mit den inkludierten Individualmerkmalen werden rund 12% der Varianz des NGK-Scores erklärt, rund 2 Prozentpunkte davon gehen auf Unterschiede zwischen im Gesundheitsbereich Ausgebildeten und Nichtausgebildeten zurück.
Tab. 2 Ergebnisse multivariater linearer Regressionsanalyse für die Zusammenhänge mit dem NGK-Score
| B | 95%-KI | p | β | |
|---|---|---|---|---|
| (Konstante) | 23,33 | 15,03–31,62 | <0,001 | – |
| 18–29 Jahre | −1,31 | −5,52–2,89 | 0,540 | – |
| 30–45 Jahre (Referenz) | – | – | – | |
| 46–64 Jahre | −2,08 | −5,42–1,26 | 0,222 | – |
| 65–75 Jahre | − 1,36 | −5,30–2,59 | 0,500 | – |
| Ab 76 Jahre | − 5,20 | −10,05 – −0,344 | 0,036 | – |
| Geschlecht | −0,50 | −3,02–2,03 | 0,701 | – |
| Bildungsniveau | 1,72 | 0,64–2,81 | 0,002 | 0,078 |
| Literale Fähigkeiten | 1,33 | 0,52–2,14 | 0,001 | 0,075 |
| Sozialstatus | 2,43 | 1,46–3,40 | <0,001 | 0,134 |
| Finanzielle Schwierigkeiten | − 2,59 | −4,03–−1,14 | <0,001 | −0,091 |
| Eigene Migrationserfahrung | − 6,51 | −11,98–−1,04 | 0,020 | – |
| Ausbildung im Gesundheitsbereich | 14,22 | 10,11–18,34 | <0,001 | – |
| Im Alltag nicht eingeschränkt (Referenz) | – | – | – | |
| Im Alltag etwas eingeschränkt | − 4,96 | −7,75–−2,16 | <0,001 | – |
| Im Alltag stark eingeschränkt | − 7,33 | −11,42–−3,25 | <0,001 | – |
B: unstandardisierter Regressionskoeffizient, KI: Konfidenzintervall, p: Irrtumswahrscheinlichkeit, ß: standardisierter Regressionskoeffizient für polytome Variablen; Fett: p < 0,05. NGK-Score (0–100); Geschlecht: Referenz Männer; Bildungsniveau nach ISCED-11 (Level 0–2 & 5–6 aufgrund geringer Fallzahlen kombiniert, Skala 1–6); Literale Fähigkeiten (0–6); Sozialstatus (1–10); Finanzielle Schwierigkeiten (0–3); Eigene Migrationserfahrung: Referenz keine oder elterliche Migrationserfahrung. N: 1.755; Erklärte Varianz (korrigiertes R²): 0,122
Diskussion
Mit der vorgenommenen Analyse wurde die NGK der Bevölkerung in Deutschland erstmals tiefergehend untersucht. Wie angesichts der seit langem beklagten Fragmentierung und Intransparenz des deutschen Gesundheitssystems 2 3 4 6 zu erwarten war, fällt die NGK gering aus – deutlich niedriger als die allgemeine GK 13 und auch als in anderen Ländern 12 20 . Dennoch ist desillusionierend, dass die NGK derart gering ist. Denn in der Vergangenheit wurden in Deutschland etliche Bemühungen unternommen, um Patient:innen besser durch das komplexe Gesundheitssystem zu leiten und den Zugang zu Einrichtungen zu verbessern 2 10 11 . Wie die Untersuchungsergebnisse nahelegen, besteht hier jedoch weiterhin hoher Handlungsbedarf.
Dies wird besonders bei der sozialen Verteilung von NGK deutlich. Denn auch die NGK ist – wie die allgemeine GK – ungleich verteilt. Besonders ohnehin sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen, wie Menschen mit niedriger Bildung, geringen sozioökonomischen Ressourcen, eigener Migrationserfahrung oder Personen, die im Alltag durch gesundheitliche Probleme beeinträchtigt sind, verfügen über eine geringe NGK. Besonders für Menschen im hohen Lebensalter wirft die Navigation Schwierigkeiten auf. Das ist deshalb beachtenswert, weil sie nicht selten unter chronischer Krankheit, Multimorbidität und/oder Pflegebedürftigkeit leiden und daher mehr als andere Bevölkerungsgruppen auf die Nutzung des Versorgungssystems angewiesen sind 25 26 . Oft benötigen sie zahlreiche Dienste in unterschiedlichen Segmenten des Versorgungssystems mit jeweils unterschiedlichen Regeln 27 28 29 . Die Orientierung und Navigation im Gesundheitssystem und eine gezielte Versorgungsnutzung verlangen somit hohe Systemkenntnis, die jedoch nicht vorausgesetzt werden kann, wie die Befunde zur NGK nahelegen.
Daher bedürfen sie, wie auch die anderen genannten vulnerablen Gruppen, bei der Förderung der NGK besondere Aufmerksamkeit. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich der Unterstützungsbedarf von vulnerabler Gruppe zu vulnerabler Gruppe anders ausnimmt. Fördermaßnahmen sollten daher je nach Zielgruppe unterschiedlich zugeschnitten und ausgerichtet sein und zudem den jeweiligen lebensweltlichen Bedingungen entsprechen. Ein Beispiel dafür, wie dies erreicht werden kann, lieferte die Stadt Bremen während der COVID-19-Pandemie. Dort wurden Navigationsprobleme dadurch gemildert, dass mittels aufsuchender (mehrsprachiger) Strategien in den Lebenswelten – unter anderem durch die Entsendung von mobilen Impfteams in benachteiligte Stadtteile – frühzeitig damit begonnen wurde, über die Bedeutung von Impfungen aufzuklären und Impfmöglichkeiten für vulnerable Gruppen anzubieten. Das Ergebnis: Trotz hoher Arbeitslosigkeit und Armutsquote wies der Stadtstaat die höchste Impfquote in Deutschland während der Pandemie auf 30 31 . Anregungen zu lebensweltnahen Angeboten, können ebenfalls digitalen Anwendungen entnommen werden, etwa dem Location-based Game „Nebolus“, das speziell die Förderung der NGK am Schnittpunkt von Schulen und Gemeinden verfolgt 32 .
Beachtenswert ist überdies, dass auch Menschen mit hohem Bildungsniveau und Sozialstatus sowie Personen ohne finanzielle Probleme und mit ausreichenden literalen Fähigkeiten, eine zwar höhere, aber dennoch relativ geringe NGK aufweisen. Dieser Befund und die geringe Erklärung der Varianz der NGK durch die individuenbezogenen Merkmale deuten an, dass die Schwierigkeiten beim Umgang mit navigationsrelevanten Informationen vor allem strukturell bedingt sein dürften. Erforderlich sind somit insbesondere strukturelle Maßnahmen, die von der Bereitstellung ausreichender und verlässlicher der zur Navigation erforderlichen Information, über die Etablierung von Navigationshilfen (z. B. Leitsysteme, verständliche Beschilderungen in Gesundheitseinrichtungen, Ansprechpersonen und Lotsen) und einfach auffindbaren und gangbaren Versorgungspfaden durch die gesundheitliche Versorgung bis hin zur Realisierung eines gesundheitskompetenten, nutzerfreundlichen und einfach navigierbaren Gesundheitssystems mit ebensolchen Organisationen und entsprechend qualifizierten Professionen reichen 33 34 .
Denn der Beachtung bedarf ein weiteres Ergebnis: Personen, die über eine Ausbildung im Gesundheitsbereich verfügen, weisen zwar eine höhere NGK als der Bevölkerungsdurchschnitt auf. Die NGK ist mit durchschnittlichen 55 von 100 möglichen Punkten dennoch auf einem relativ niedrigen Niveau. Dies deutet an, dass auch einem großen Teil der Gesundheitsprofessionen der Umgang mit den Herausforderungen der Navigation keineswegs leichtfällt. Angesichts der Tatsache, dass sie – speziell Ärzt:innen – wichtige „Gatekeeper“ darstellen und bei der Bahnung von Wegen durch das Versorgungssystem wichtig sind 35 , ist dies keine gute Voraussetzung für die Förderung der NGK. Bemühungen zur Verbesserung der GK und der NGK müssen daher unbedingt die Gesundheitsprofessionen einbeziehen und ebenfalls zur Stärkung ihrer NGK beitragen. Dies verdeutlichen auch erste Studien zur GK von Gesundheitsprofessionen 36 .
Methodische Einordnung
Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass die NGK mit einem Selbsteinschätzungsinstrument erhoben wurde. Deren Nachteile, etwa die Gefahr der Über- oder Unterschätzung, sind in der Literatur beschrieben 37 . Doch haben sie den Vorteil, ein breiteres Verständnis von GK abbilden zu können als objektive Messungen, die zumeist einzig die funktionale GK adressieren. Zugleich werden mit der Selbsteinschätzung neben den individuellen Fähigkeiten immer auch die situativen Anforderungen und Rahmenbedingungen berücksichtigt, unter denen Abhängigkeit GK erworben wird. Limitierend ist hinzuzufügen, dass das Querschnittsdesign der Studie keinerlei Rückschlüsse auf Kausalzusammenhänge zulässt.
Ethikvotum Für die Hauptuntersuchung liegt ein positives Ethikvotum der Universität Bielefeld vor (Zeichen 2019–103-S).
Förderung Die Studie HLS-GER 2 wurde durch das Bundesministerium für Gesundheit gefördert (Förderkennzeichen: Kapitel 1504 Titel 54401, ZMV I 1–2518 004).
Fördermittel
Bundesministerium für Gesundheit — http://dx.doi.org/10.13039/501100003107 ; ZMV I 1–2518 004
Footnotes
Interessenkonflikt Die Autorinnen/Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
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