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. 2022 Aug 22;84(08-09):778. [Article in German] doi: 10.1055/s-0042-1753745

Corona-Pandemie in den 25 Stadtbezirken der LH München – zeitlicher Verlauf und sozialräumliche Verteilung

D Wohlrab 1
PMCID: PMC11248045

Einleitung  Auf Ebene der Landkreise/kreisfreien Städte wurden in bundesweiten Analysen relativ früh im Verlauf der Pandemie regionale Verteilungsmuster erkannt, die einen Zusammenhang von sozialer Lage und Infektionsgeschehen erkennen ließen. Das Wissen über die innerstädtische Verteilung des Coronavirus-Infektionsgeschehens sowie mögliche Zusammenhänge mit der sozialen Lage auf Ebene der Münchner Stadtbezirke waren wichtig, um aus ‚Daten‘ konkrete ‚Taten‘ ableiten zu können.

Methoden  Die regionale Verteilung des Infektionsgeschehens wurde auf Ebene der 25 Stadtbezirke Münchens anhand der meldepflichtigen SARS-CoV-2 Infektionsfälle im zeitlichen Verlauf analysiert. Für die Analysen von Zusammenhängen mit der sozioökonomischen Lage auf Ebene der Stadtbezirke wurden unterschiedliche (auf Ebene der Stadtbezirke aggregierte) Indikatoren verwendet, u.a. Anteil der SGBII-Empfänger*innen, durchschnittliche Wohnfläche pro Einwohner*in oder der Anteil von Einwohner*innen mit Migrationshintergrund. Die Ergebnisse wurden einerseits mit statistischen Methoden (Regressionsanalysen) analysiert, andererseits durch kartografische Darstellung oder in Form verschiedener Diagramme aufbereitet.

Ergebnisse  Die vom RKI definierten zeitlichen Phasen der Pandemie lassen sich auch in der LH München nachzeichnen. In der LH München lassen sich Zusammenhänge von sozialer Lage und dem Infektionsgeschehen auf aggregierter Ebene der Stadtbezirke nachweisen. Das Pandemiegeschehen zeigt unterschiedliche Verläufe in den Stadtbezirken auf.

Signifikante Zusammenhänge der sozialen Lage mit dem Infektionsgeschehen konnten u.a. nachgewiesen werden für den Anteil von SGB II-Empfänger*innen, Anteil der Empfänger*innen von Grundsicherungsleistungen sowie mit der durchschnittlichen Wohnfläche in qm pro Einwohner*in. Im zeitlichen Verlauf zeigen sich zudem interessante Unterschiede zwischen Stadtbezirken mit besserer oder schlechterer sozioökonomischer Lage. Limitationen ergeben sich in methodischer Hinsicht aufgrund der Analysen auf aggregierter Ebene der Stadtbezirke.

Schlussfolgerung  In der LH München wurden sozialräumliche Analysen des Infektionsgeschehens sowie Zusammenhänge mit der sozialen Lage in den Stadtbezirken u.a. dafür verwendet, um eine fachlich und methodisch fundierte Auswahl von Regionen für lokale ‚Impfguides‘ zu gewährleisten. Die Analysen dienen zudem als Grundlage für unterstützenden Maßnahmen diverser Fachbereiche in der LH München – im Sinne von Health in All Policies.


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