Einleitung Neben nichtpharmakologischen Maßnahmen, wie allgemeinen Kontaktbeschränkungen, der Einhaltung eines Mindestabstandes oder dem Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung stellt die Impfung gegen COVID-19 eine wesentliche Maßnahme zur langfristigen Eindämmung der Pandemie dar. Die COVID-19-Impfung zielt darauf ab, schwere Verläufe und Todesfälle zu reduzieren und die Transmission des neuartigen Virus SARS-CoV-2 zu verhindern. Allerdings deuten verschiedene Befragungsstudien in Deutschland auf soziale Unterschiede in der Impfbeteiligung hin. Dieser Beitrag untersucht den Einfluss verschiedener sozialer Determinanten auf die COVID-19-Impfbeteiligung.
Methoden Die Auswertungen basieren auf Daten der sechsten Welle der bundesweiten, telefonischen Befragungsstudie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2021), die zwischen Juli und Dezember 2021 durchgeführt wurde. Dargestellt wird die COVID-19-Impfbeteiligung differenziert nach Bildung, Einkommen, Wohnregion (Ost-West-Berlin), regionaler Herkunft (Wohnort vor deutscher Wiedervereinigung) und Migrationserfahrung. Zur Identifikation signifikanter Unterschiede wurden Poisson Regressionen durchgeführt. Die Regressionsanalysen wurden sowohl nach Alter, Geschlecht und Erhebungsmonat adjustiert als auch nach den ausgewählten sozialen Determinanten statistisch wechselseitig kontrolliert.
Ergebnisse Insgesamt lag die Impfquote für den betrachteten Zeitraum bei 86,7%, wobei sich deutliche Unterschiede in der Impfbeteiligung nach den sozialen Determinanten zeigen. So nimmt die Impfbeteiligung signifikant mit dem Alter, höherem Bildungsniveau und steigendem Einkommen zu. Außerdem weisen Personen aus Ostdeutschland, mit Migrationserfahrung und vor der deutschen Wiedervereinigung in der DDR Wohnende eine signifikant niedrigere Impfquote auf. Eine altersdifferenzierte Betrachtung zeigt zudem, dass die sozialen Unterschiede in der COVID-19-Impfbeteiligung bei den über 60-Jährigen deutlich geringer sind.
Schlussfolgerung Die Ergebnisse zeigen, dass alle untersuchten sozialen Determinanten die Impfbeteiligung beeinflussen. Dies sollte bei der Konzeption gezielter Maßnahmen zur Überwindung möglicher Impfbarrieren bedacht werden. Zudem gilt es eine Vielzahl weiterer Einflussfaktoren auf das Impfverhalten zu berücksichtigen, wie z.B. strukturelle Barrieren, Risikowahrnehmung, Vertrauen in Entscheidungsträger oder die Sicherheit der Impfung, Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft.
