Einleitung Studien legen nahe, dass die digitale Gesundheitskompetenz (DGK) die Nutzung von Gesundheits-Apps (GA) beeinflusst. Das Ziel der Analyse besteht darin, zu prüfen, ob eine höhere DGK die Nutzung von GA begünstigt und welchen Einfluss soziale und gesundheitliche Unterschiede darauf ausüben.
Methoden Die bi- und multivariaten Analysen beruhen auf Daten einer querschnittbasierten Onlineumfrage (STELLAR), an der im März 2022 insgesamt 1200 Proband: innen teilnahmen.
Die Proband:innen wurden gefragt, ob sie aktuell eine GA nutzen. Die DGK wurde auf einer fünfstufigen Likert-Skala (Score 11-55) erfasst und wie folgt kategorisiert:
Niedrige DGK (Score ≤ 33)
Mittlere DGK (Score ≤ 44)
Hohe DGK (Score ≥ 45)
Ergebnisse Bezüglich der Nutzung von GA zeigten sich Unterschiede nach der Stratifizierung von SSS, Bildung, subjektiver Gesundheit und Altersgenerationen. Außerdem wiesen Personen mit hohem subjektiven Sozialstatus (SSS) eine höhere DGK auf als Personen mit mittlerem und niedrigem SSS. Dies zeigte sich auch bei höherem Bildungsniveau (CASMIN) und positiv bewerteter Gesundheit. Im Vergleich zur niedrigen DGK erhöhte eine mittlere (OR 1,960) und hohe DGK (OR 3,634) die Nutzungswahrscheinlichkeit einer GA.
Schlussfolgerung Eine GA zu nutzen, erscheint mit einer geringen DGK und für sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen unwahrscheinlicher. Die Ergebnisse verdeutlichen damit die Relevanz und Komplexität gesundheitlicher Ungleichheit. Um die Ungleichheiten zu reduzieren, erscheint es sinnvoll den Zugang zu GA sowie die DGK zu fördern, z.B. in den Strukturen der Krankenkassen nach §20k SGB V.
