Einleitung Zwangseinweisungen sind schwerwiegende Eingriffe in die Grundrechte der Betroffenen. Die Zahl hat in Deutschland zugenommen. Eine positive Interaktion zwischen Betroffenen und Betreuenden kann in kritischen Situationen einer Eskalation entgegenwirken. Genesungsbegleitung durch sog. Peers verbessert die Genesung und Lebensqualität von Betroffenen und reduziert den Einsatz von Zwangsmaßnahmen. Ziel des Projektes ist es, die Versorgung von Menschen in akuten psychischen Krisen durch den Einsatz von Peers zu verbessern und die Zahl von Zwangseinweisungen zu verringern.
Methoden In einer explorativen, cluster-randomisierten, kontrollierten Studie werden in zwei regionalen Teams des Sozialpsychiatrischen Dienstes in Bremen ausgebildete Peers eingesetzt, während drei Regionen als Kontrollgruppe dienen. Der Anteil an Zwangseinweisungen an den Kriseneinsätzen wird zwischen Interventions- und Kontrollregionen verglichen. Mittels qualitativer Methoden werden die Auswirkungen der Genesungsbegleitung auf die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen und das Erleben aller Beteiligten untersucht.
Ergebnisse Die Ergebnisse werden zeigen, ob Genesungsbegleitung durch Peers einen Einfluss auf den Anteil der Zwangseinweisungen an den Kriseneinsätzen und die Verbesserung der psychiatrischen Versorgung haben kann.
Schlussfolgerung Die Ergebnisse der Studie können Hinweise darauf geben, ob eine größere Studie mit konfirmativer Zielsetzung angezeigt ist. Bei dem Kongress sollen das Studienprotokoll und erste Ergebnisse der qualitativen Erhebung vorgestellt werden.
