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. 2023 Aug 22;85(08-09):790. [Article in German] doi: 10.1055/s-0043-1770532

Empfehlungen zur Einführung von Beikost im Rahmen der frühkindlichen Allergieprävention: Evidenzbasierung in Klinischen Leitlinien und Ernährungsleitlinien

Katharina Sieferle 1, Eva Maria Bitzer 1
PMCID: PMC11248288

Einleitung  Leitlinien sollen den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis unterstützen und eine angemessene Versorgung sichern. Durch Unterschiede in der Methodik bei der Entwicklung von Leitlinien, z. B. bei der Evidenzsynthese, kann es jedoch zu unterschiedlichen Empfehlungen in Leitlinien kommen.

Methoden  Empfehlungen zur Einführung von Beikost in der frühkindlichen Allergieprävention aus 19 Klinischen Leitlinien (KL) und 10 Ernährungsleitlinien (EL) wurden codiert bezüglich der empfohlenen Intervention, Evidenzlevel, Stärke und Richtung sowie Evidenzbasis der Empfehlungen, inkl. Art der Studie und Anzahl der Quellen.

Ergebnisse  Zur Einführung von Beikost gibt es 65 Empfehlungen (Spanne 1–6, MW=2,24 pro Leitlinie), die auf 112 Quellen beruhen. Zu den Quellen, die in min. 2 Leitlinien zitiert werden, gehören u.a. ein Report der American Academy of Pediatrics zu Ernährungsinterventionen (in n =6 Leitlinien zitiert), ein Positionspapier zu Beikost der European Society for Paediatric Gastroenterology and Nutrition (in n =5) und ein RCT zur LEAP (Learning Early about Peanut Allergy) Studie (in n =5). KL basieren Empfehlungen meist auf Primärstudien während EL sich auf andere Leitlinien oder leitlinien-ähnliche Dokumente unterschiedlicher methodischer Qualität beziehen. Bezüglich empfohlener Intervention und Richtung der Empfehlung gibt es jedoch kaum Unterschiede.

Schlussfolgerungen  Womöglich ist die Nutzung anderer Leitlinien und Positionspapiere als Evidenzbasis verantwortlich dafür, dass EL trotz geringerer methodischer Qualität zu ähnlichen Empfehlungen kommen.


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