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. 2023 Aug 22;85(08-09):771. [Article in German] doi: 10.1055/s-0043-1770463

Medizinische Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung in Deutschland – eine Mixed-Methods-Studie zur Situation und den aktuellen Herausforderungen

Mathilde Stötzler 1, Andrea Kaifie 1
PMCID: PMC11248293

Einleitung  Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte besagt, dass jeder Mensch das Recht auf gesundheitliche Versorgung hat. Obwohl Deutschland sich zur allgemeinen Erklärung der Menschenrechte bekannt hat, ist die medizinische Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung (KV) nicht ausreichend gewährleistet. Ehrenamtliche und städtische Vereine, wie MediNetz und Anonymer Krankenschein (AKS) versuchen diese Lücke in der medizinischen Versorgung zu füllen.

Methoden  Das Ziel der Studie war es, Funktion und Herausforderungen von MediNetz und AKS in NRW anhand von Experteninterviews zu erfassen. Außerdem wurden u.a. Geschlecht, Alter, Herkunftsland, Aufenthaltsstatus sowie Erkrankung der Patient*innen ohne KV erhoben und statistisch ausgewertet. Daten wurden von MediNetz der Städte Aachen, Bielefeld, Düsseldorf und Essen sowie dem AKS Bonn e.V. zur Verfügung gestellt.

Ergebnisse  Die Ergebnisse zeigen, dass die von den Vereinen angebotenen Hilfen aufgrund fehlender finanzieller und personeller Ressourcen nicht an den Standard der medizinischen Versorgung in Deutschland heranreichen. Besonders chronisch Kranke sowie Patienten mit schweren Erkrankungen können nur eingeschränkt versorgt werden. Vorsorgen und Impfungen werden kaum durchgeführt. Gegenüber MediNetz hat AKS den Vorteil, dass die medizinische Versorgung näher an den medizinischen Standard in Deutschland heranreicht.

Schlussfolgerung  Durch geförderte Projekte, wie AKS könnte die medizinische Versorgung für Menschen ohne KV deutlich verbessert werden und bundesweit eine Übergangslösung darstellen.


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