Einleitung Durch die SARS-CoV-2-Pandemie hatten besonders Beschäftigte im Gesundheitsdienst ein erhöhtes Infektionsrisiko. COVID-19 kann auch nach einem asymptomatischen oder milden Verlauf zu längerfristigen Beschwerden oder starken gesundheitlichen Einschränkungen führen. Ziel der Studie ist die Erfassung von Erkrankungsverläufen und Langzeitfolgen von COVID-19.
Methoden Versicherte der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) mit einer beruflich bedingten COVID-19-Infektion im Jahr 2020 wurden u.a. zu ihrer Tätigkeit, Risikofaktoren, anhaltenden Beschwerden sowie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zu drei Zeitpunkten befragt.
Ergebnisse Die Mehrzahl der über 2000 Befragten waren weiblich, das mediane Alter war 51 Jahre und 60% übten eine pflegerische Tätigkeit aus. Insgesamt 70,2% gaben persistierende Symptome an. Am häufigsten waren Müdigkeit/Erschöpfung, Gedächtnisprobleme sowie Kurzatmigkeit. Die Betroffenen berichteten über eine beeinträchtigte Lebensqualität. Als Risikofaktoren zeigten sich höheres Alter, weibliches Geschlecht, Vorerkrankungen sowie eine ambulante medizinische Behandlung in der Akutphase der Infektion.
Schlussfolgerung Der Anteil Beschäftigter im Gesundheitsdienst mit Langzeitfolgen von COVID-19 ist in unserer Studie hoch, auch wenn ein leichter Rückgang erkennbar ist. Betroffene berichten weiterhin über eingeschränkte Gesundheit und Arbeitsfähigkeit sowie Auswirkungen auf die Lebensqualität. Wie sich die Situation der Versicherten verändert hat, wird in einer weiteren Befragung 2023 untersucht.
