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. 2023 Aug 22;85(08-09):781–782. [Article in German] doi: 10.1055/s-0043-1770503

Familiäre Trennung als Gesundheitsrisiko – Bedarfsspezifische Hilfe für Alleinerziehende am Beispiel des wir2 Bindungstrainings

Daniel Hagen 1, Ida Helga Oster 2, Matthias Franz 3
PMCID: PMC11248312

Einleitung  Nach Trennung der Eltern wächst in Deutschland jedes sechste Kind in einer Einelternfamilie auf. Aus zahlreichen Studien ist ein höheres Risiko für psychische bzw. psychosomatische Erkrankungen bei Alleinerziehenden und ihren Kindern bekannt. Insbesondere eine elterliche Depression kann sich ungünstig auf die Entwicklung der Kinder auswirken.

Methoden  Hier setzt das wir2 Bindungstraining an, ein strukturiertes Gruppenprogramm speziell für Alleinerziehende. Im Vordergrund stehen das emotionale Erleben, ein feinfühliger Umgang mit dem Kind sowie die Trennung von Paarkonflikt und Elternverantwortung. wir2-Gruppen werden in drei Settings angeboten: ambulant-präventiv über 20 Sitzungen und in zwei stationären Varianten (3-wöchige Schwerpunktkur, 6-wöchige Rehabilitation). Die nachhaltige Wirksamkeit der ambulanten Version ist bereits in einer RCT belegt. In der Routine-Qualitätssicherung wird zudem die psychosoziale Gesundheit der Teilnehmenden in allen drei Settings zu Beginn und Ende der wir2-Gruppe erhoben (HEALTH-49).

Ergebnisse  Die durchschnittliche Ausgangsbelastung zeigt, dass die Alleinerziehenden sich in drei steigenden Belastungsstufen dem passenden Setting einsortieren. Am Ende der wir2-Gruppen kann in jedem Setting ein Rückgang verschiedener psychosozialer Belastungen mit sehr hohen Effektstärken beobachtet werden.

Schlussfolgerung  wir2 bietet durch ein dreigestuftes Versorgungsmodell ein belastungsdifferenziertes, wirksames Programm für Alleinerziehende, das sowohl im präventiven als auch im kurativen Bereich deutlich positive Effekte erzielt.


Articles from Gesundheitswesen (Bundesverband Der Arzte Des Offentlichen Gesundheitsdienstes (Germany) are provided here courtesy of Thieme Medical Publishers

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