Einleitung Arbeitslosigkeit und Gesundheit stehen in einem engen Zusammenhang. Die Verknüpfung von Gesundheitsförderung mit arbeitsmarktintegrativen Maßnahmen erreicht die Betroffenen in ihrer Lebenswelt. Das AmigA-Projekt ( a rbeitsförderung mi t g esundheitsbezogener a usrichtung) wurde bereits an verschiedenen Standorten umgesetzt. Seit 2009 wurde das Projekt beim Jobcenter Flensburg stetig fortentwickelt und ist jetzt als AmigA 4.0 fester Teil der Arbeitsförderung.
Methoden Systematische Auswertung der Statistiken des AmigA-Teams des Jobcenters Flensburg des Jahres 2021
Ergebnisse Es wird die Projektentwicklung seit 2009 von der ursprünglichen Projektinitiierung bis zur vollständigen Integration in das Angebot des Jobcenters Flensburg sowie die umgesetzten Maßnahmen beschrieben. Hierzu zählen Gruppenangebote wie Stressprophylaxe, das Zürcher-Ressourcen-Modell, ein Resilienz-Training, Entspannungstechniken, Rückenschule u.a.m.
Im Jahr 2021 wurden 416 Kunden im Alter von unter 25 bis zu 65 Jahren vom AmigA-Team direkt oder indirekt über die Stamm-Integrationsfachkräfte (IFK) begleitet. Die Betreuung erstreckt sich Einzelkontakten bis zu mehrjährigen Begleitungen, teils auch mit Unterbrechungen. Die Geschlechtsverteilung der Kunden war annährend gleich. Die Terminverbindlichkeit war mit 92 % Inanspruchnahme der vereinbarten Beratungen sehr gut. Bis auf Einzelfälle konnte für alle eine gesundheitliche Stabilisierung erreicht werden. Die soziale Anpassungsfähigkeit konnte erhöht und der Selbstwert gesteigert werden. Dies führt zur Stärkung der Gesundheitskompetenz, zur Verbesserung der psychischen Ressourcen und damit zur Befähigung für den beruflichen (Wieder-)Einstieg. 2021 konnte bei 14% der Kunden bereits kurzfristig eine eindeutig positive Entwicklung der Teilhabe am Arbeitsleben, d.h. die Vermittlung in eine Erwerbstätigkeit, erreicht werden.
Schlussfolgerung Die Umsetzung des AmigA-Projekts hat zu einer qualitativen Verbesserung der Beratungen in Bezug auf die gesundheitliche Situation der Jobcenterkunden geführt. Es zeigen sich sowohl positive gesundheitliche als auch arbeitsmarktintegrative Effekte. Die Integration des AmigA-Teams in das Jobcenter führt über das bessre Verständnis für die Arbeit der IFK zu einer besseren Akzeptanz des Angebots.
Als sehr hilfreich zeigt sich, dass die Geschäftsführung des Jobcenters von Beginn an diesen Ansatz als Lösungsstrategie erkannt und systematisch gefördert hat.
Perspektivisch wäre die Verstetigung der Gesundheitsförderung mit Angeboten außerhalb des Settings Jobcenter zu vertiefen.
