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. 2022 Jan 11;85(3):158–164. [Article in German] doi: 10.1055/a-1690-6631

Komplementär- und alternativmedizinische Angebote von Lehrpraxen für Allgemeinmedizin

Complementary and Alternative Medicine Offers of Teaching Practices for General Medicine

Jutta Hübner 1, Gianluca Ciarlo 1, Clara Dubois 1, Karsten Münstedt 2, Oliver Micke 3, Jens Büntzel 4, Michael Klein 1, Lena Josfeld 1, Christian Keinki 1,
PMCID: PMC11248428  PMID: 35016252

Abstract

Objective Germany‘s new medical licensure act has increased the importance of general practice in academic medical education. This study gives an overview of complementary and alternative medicine in general teaching practices in Germany and their adherence to evidence-based criteria which is required in order to qualify as a teaching practice.

Methods After a systematic search for German teaching practices, we assessed their diagnostic and therapeutic offers via their websites. We calculated the various frequencies of treatments and differentiated between evidence-based complementary medicine and alternative medicine with little to no evidence.

Results Of 4102 practices, more than half offered complementary and/or alternative treatment. Most of those were treatments approved of by the German medical association. Alternative medicine was offered by 18.2% of the practices.

Conclusion Collective terms and conflicting evidence complicate the classification of treatments. Teaching practices offering non-evidence-based treatment raise the question whether recruitment of additional teaching practices stands at odds with the quality of medical education. Explicit offers of alternative treatment should disqualify a teaching practice as such. Controversial treatment may be taught academically and during residency with a focus on evidence-based guidelines and communication skills in order to prepare young medical practitioners for talks with their patients about the subject.

Key words: Education of medical students, complementary and alternative medicine, evidence-based medicine, teaching practices, general practice

Einleitung

Die Sicherstellung einer flächendeckenden medizinischen Versorgung stellt das deutsche Gesundheitssystem vor eine große Herausforderung. Durch die stetig steigende Lebenserwartung sehen sich Ärzte immer häufiger mit multimorbiden Patienten und komplexeren Krankheitsbildern konfrontiert 1 2 . Hieraus resultieren eine Mehrbelastung des Gesundheitssystems sowie ein höheres Patientenaufkommen für die behandelnden Ärzte 3 . Aggraviert wird diese Gesamtsituation durch eine Zentralisierung des Gesundheitswesens in Großstädten und Metropolen 4 5 . In vielen Kleinstädten und ländlichen Gebieten droht langfristig eine Unterversorgung im medizinischen Bereich. Eine gebietsärztliche Versorgung kann in manchen Gebieten bereits jetzt nicht mehr gewährleistet werden 6 7 . Zur Aufrechterhaltung der medizinischen Grundversorgung steigt der Stellenwert der Allgemeinmedizin stetig an.

Durch die Änderungen der Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) ordnen deutsche Universitäten dem Fachgebiet der Allgemeinmedizin einen gesonderten Schwerpunkt zu. Hierdurch soll das Interesse Studierender an einer zukünftigen hausärztlichen Niederlassung gesteigert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde das Curriculum der Humanmedizin angepasst.

Das bundesweit geltende Curriculum der Humanmedizin sieht aktuell ein zweiwöchiges Blockpraktikum sowie seit 2013 eine 1-monatige Famulatur in einer Einrichtung der hausärztlichen Versorgung für Studierende vor. Der neue Masterplan Medizinstudium 2020 enthält konkrete Maßnahmen, welche im Rahmen eines Wahlquartals in einer Lehrpraxis der Allgemeinmedizin die Förderung und Stärkung der Praxisnähe im praktischen Jahr (PJ) vorsehen. Zudem sollen im Laufe des Studiums regelmäßige Hospitationen in allgemeinmedizinischen Praxen eingeführt werden.

Zur Gewährleistung eines bundeseinheitlichen Qualitätsstandards fordern sowohl die Expertenkommission Masterplan Medizinstudium 2020 als auch die GMA strukturelle sowie wissenschaftliche Voraussetzungen zur Qualifizierung als Lehrpraxis 8 9 10 11 . Dazu zählen u. a. regelmäßige Fortbildungen und die Orientierung am Grundsatz der evidenzbasierten Medizin (EbM). Diese Anforderung findet sich auch in der ÄAppO in § 1 wieder und wird im Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog (NKLK) festgehalten 12 .

In Deutschland ist die Nutzung von sogenannten komplementären und alternativen Methoden (KAM) weit verbreitet. „Alternativmedizin (auch Alternative Medizin) und Komplementärmedizin (auch komplementäre Medizin) sind Sammelbezeichnungen für Behandlungsmethoden und diagnostische Konzepte, die sich als Alternative oder Ergänzung zu wissenschaftlich begründeten Methoden der Medizin verstehen 13 .“ Dabei werden diese Methoden nach der weit verbreiteten Klassifikation des National Center for Complementary and Alternative Medicine (NCCAM) in 5 Kategorien eingeteilt 14 : (1) Holistische Systeme (z. B. Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin), (2) Mind-Body Medizin (z. B. Meditation, Achtsamkeitsübungen, Entspannungstechniken), (3) biologisch basierte Methoden (z. B. Vitamine, Heilpflanzen, Diäten), (4) manipulative und körperbasierte Techniken (z.B: Massage, Chiropraktik oder Osteopathie) und (5) E nergiemedizin (z. B. Reiki).

Sprachlich werden diese Methoden auch als unkonventionelle Methoden der konventionellen Medizin (auch Schulmedizin, akademische Medizin oder evidenzbasierte Medizin genannt) gegenübergestellt. Damit wird deutlich, dass diese Einteilung nicht stringent ist. Sowohl in der Schulmedizin wie in der komplementären Medizin gibt es evidenzbasierte Methoden. Unkonventionelle Methoden können von Patienten sowohl begleitend zur Schulmedizin als auch unter Verzicht auf die Schulmedizin (alternativ) eingesetzt werden.

Aus diesem Grund verwenden wir im folgenden Artikel eine von der Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft vorgeschlagene Terminologie. Hierin wird als komplementäre Medizin der Einsatz evidenzbasierter ergänzender Methoden mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensqualität und Reduktion von Beschwerden und Nebenwirkungen definiert. Unter alternativer Medizin werden Methoden mit fehlender Evidenz verstanden; unabhängig davon, ob sie parallel zur Schulmedizin oder als Ersatz genutzt werden 15 .

Insbesondere bei chronischen und/oder schwerwiegenden Erkrankungen sind viele Betroffene auf der Suche nach Heilverfahren, die entweder die Wirkung der konventionellen Therapie verstärken sollen, ihre Nebenwirkungen abschwächen sollen oder aber auch allein – und möglichst frei von Nebenwirkungen zur Heilung führen sollen 16 17 18 . Dabei beinhaltet der Einsatz verschiedener KAM-Verfahren sowohl Chancen, die neben der oben genannten Wirkung auf Lebensqualität und Symptome auch in der Stärkung der Selbstwirksamkeit liegen, als auch Risiken durch eigene Nebenwirkungen, Interaktionen mit der schulmedizinischen Therapie oder auch durch den Verzicht auf leitliniengerechte Therapien 19 20 .

Im Medizinstudium sind KAM im Querschnittsfach 12 (Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren) nur teilweise abgebildet. Die Lehrangebote an den deutschen Universitäten sind sehr unterschiedlich. Deshalb ist davon auszugehen, dass für viele Studierende ein bedeutsamer Teil der Ausbildung zu KAM im Rahmen von Famulaturen in den Lehrpraxen erfolgt.

Das Ziel dieser Arbeit war es deshalb, einen ersten Überblick zu erhalten, welche therapeutischen Verfahren aus dem Gebiet jeweils der komplementären oder der alternativen Medizin in deutschen Lehrarztpraxen angeboten werden.

Methoden

Im Zeitraum von Mai bis August 2019 wurde eine Liste der humanmedizinischen Fakultäten und ihrer kooperierenden Lehrpraxen erstellt. Dazu wurden die Webseiten der Fakultäten systematisch nach einer Übersicht der Lehrpraxen durchsucht. Fakultäten ohne öffentlich einsehbare Listen der Lehrpraxen wurden per Mail und ggf. Telefon kontaktiert und um eine Zusendung gebeten. Diese Lehrpraxen wurden aus den Veröffentlichungen der Universitäten auf ihren Webseiten in eine Exceltabelle übertragen. Für jede Lehrpraxis wurde Name des Arztes/der Ärzte, Stadt und die Webseite erfasst. Ausgeschlossen wurden Praxen ohne Webseite und mit Webseiten ohne Angaben zu den therapeutischen Angeboten.

Von jeder Webseite wurden alle Diagnostik- und Therapieangebote, die nicht eindeutig der Schulmedizin zuzuordnen sind, in die Exceltabelle übernommen.

In einem 2. Schritt wurden von 2 Autoren (JH, CK) alle Angebote gesichtet, unterschiedliche Namen und Schreibweisen für gleiche oder sehr ähnliche Konzepte bereinigt und die resultierende Liste von Angeboten in die 4 Kategorien der KAM nach NCCAM zusammengefasst, die ärztlicherseits angeboten werden 14 ( Tab. 2 ). Die 5. Kategorie der Mind-Body-Therapien (Yoga, Tai chi, Qigong, Achtsamkeitsbasierte Therapien) wurde nicht aufgenommen, da sie i.d.R. nicht von Ärzten als Therapieangebot ausgeübt wird. Die gelisteten Methoden wurden nach der oben dargestellten Definition in zwei Gruppen eingeteilt:

Tab. 2 Methoden der KAM-Methoden in 4102 deutschen Lehrpraxen (Mehrfachnennungen möglich, Darstellung der Nennungen ab 5 Praxen).

Kategorie Komplementäre Medizin 3 Alternative Medizin 4 Anzahl der Lehrpraxen mit Angebot Anteil in Prozent der ausgewerteten Praxen
Holistische Systeme
Homöopathie 1,2 x 399 9,7
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) x x 81 2,0
Ayurveda x x 5 0,1
Anthroposophische Medizin 1,2 x x 34 0,8
Mesotherapie x 5 0,1
Naturheilkunde 1 x x 574 14,0
Ordnungstherapie x 29 0,7
Biologisch basierte Therapien
Vitamine/orthomolekulare Medizin/Vitalisierung/Aufbaukuren x x 435 10,6
Diäten (Mayr; Heilfasten, andere) x x 42 1,0
Pflanzenheilkunde 2 x x 146 3,6
Mistel x x 40 1,0
Darmsanierung/Symbiose x x 88 2,1
Thymustherapie x 25 0,6
Eigenbluttherapie x 316 7,7
Sauerstofftherapie/Ozontherapie* x 140 3,4
biologische Hormontherapie x x 6 0,1
Procaininjektionen x 7 0,2
Regulation des Säure-Basen-Haushaltes x 12 0,3
Manipulative und körperbasierte Techniken
Chirotherapie 1 x x 688 16,8
Magnetfeldtherapie* x 88 2,1
Kinesiotaping x x 82 2,0
Physikalische Therapie 1 (inkl. Angabe einzelner Verfahren) x 441 10,8
Hochtontherapie x 9 0,2
Ausleiten/Entgiften 79 1,9
Quellgas-/CO2-Therapie 9 0,2
Energietherapien
Akupunktur/Moxibustion x 1107 27,0
Bachblüten x 29 0,7
Schüsslersalze x 8 0,2
Fußreflextherapie x 6 0,1
Neuraltherapie/Störfelderbehandlung x 320 7,8
Kinsesiologie x 39 1,0
Blutegeltherapie/Schröpfen; Aderlass* x 174 4,2
Bioresonanztherapie x 50 1,2
Spirituelle, energetische Medizin, Scenar, Auratherapie x 36 0,9
Lichttherapie x x 39 1,0
Nicht zuzuordnen
Alternative Schmerztherapie x 11 0,3
Biologische oder alternative Tumortherapie x 55 1,3
Weitere Angebote (unter 5 Praxen) Bio Immun(G)en Medizin; Mikroimmuntherapie;Aufstellungen; Iridologie/Antlitzdiagnostik; Dunkelfelddiagnostik nach Enderlein; Lüscher Farbtest; Spagyrik; Edelsteintherapie; Aromatherapie; Horvitherapie; Eigenurintherapie; Photonentherapie; Mitochondriale Medizin; Hyperthermie*; Colonhydrotherapie x 26
Gesamtzahl 5680

*Aufgrund der Angaben auf der jeweiligen Webseite wurden hier nur die Praxen gezählt, die die jeweilige Methode als unkonventionelle Methode anbieten (Hyperthermie nicht mit Geräten mit Nachweis der in der Behandlung von Malignomen erforderlichen Temperaturen; Aderlass nicht bei Indikationen wie Polycythämie; Sauerstofftherapie nicht bei Lungenerkrankungen sondern im Kontext Eigenbluttherapie; Magnetfeldtherapie nicht als invasive osteologische Therapie); 1 Zusatzbezeichnung für Ärzte nach der Weiterbildungsordnung; 2 Besondere Therapierichtung nach AMG; 3 Komplementäre Medizin: zusätzlich zur konventionellen Medizin eingesetzte ergänzende Verfahren mit einer Evidenzbasierung; 4 Alternative Medizin: anstelle der konventionellen Medizin angewendete und/oder mit der evidenzbasierten Medizin nicht vereinbare bzw. in der Wirksamkeit unbewiesene oder widerlegte Verfahren.

  • Komplementäre Medizin als zusätzlich zur Schulmedizin eingesetzte ergänzende Verfahren mit einer Evidenzbasierung

  • Alternative Medizin als anstelle der Schulmedizin angewendete und/oder mit der evidenzbasierten Medizin nicht vereinbare bzw. in der Wirksamkeit unbewiesene oder widerlegte Verfahren.

Bei einer Reihe von Methoden, v. a. wenn es sich um Sammelbegriffe wie Phytotherapie handelt, ist die Zuordnung zu Komplementär oder Alternativ abhängig vom Kontext und der im Einzelfall gewählten Methode (z. B. Heilpflanze im Einsatz nach Indikation, die sich aus klinischen Studien belegen lässt). Deshalb wurde bei der Angabe dieses Sammelbegriffs eine doppelte Zuordnung gewählt. Um Einflüsse der Zulassung als Arzneimittel auf den Einsatz von Substanzen zu erfassen, wurde für alle Methoden außerdem notiert, ob sie nach dem deutschen Arzneimittelgesetz als eine besondere Therapierichtung gelten. Die besonderen Therapierichtungen sind von der Pflicht entbunden, einen Wirksamkeitsnachweis durch klinische Studien im Sinne der evidenzbasierten Medizin zu erbringen. Die Entscheidung über die Zulassung erfolgt im Rahmen des so genannten Binnenkonsenses durch Vertreter dieser Therapierichtungen auf der Basis von Erfahrungen und Traditionen.

Zusatzbezeichnungen, die im Rahmen der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer (Fassung von 2018) 21 erlangt werden können, dürfen von Ärzten offiziell geführt und z. B. auf dem Praxisschild ausgewiesen werden. Um zu analysieren, ob diese Listung mit der Häufigkeit der Angebote assoziiert ist, wurden die den KAM zuzuordnenden Zusatzweiterbildungen in der Tabelle gekennzeichnet.

Anschließend wurden die Häufigkeiten ermittelt.

Ergebnisse

Insgesamt konnten die Daten von 4102 deutschen Lehrpraxen von 28 der insgesamt 36 medizinischen Fakultäten in Deutschland ausgewertet werden ( Tab. 1 ). Von den übrigen 8 Fakultäten wurden trotz mehrfacher Kontaktaufnahme keine Informationen über die jeweiligen Lehrpraxen bereitgestellt. Von diesen Lehrpraxen lagen 260 in Berlin, 583 in Ostdeutschland und 3258 in Westdeutschland ( Tab. 1 ). Die Angebote auf den Webseiten der Praxen sind in Tab. 2 wiedergegeben. Von den 4102 Praxen hatten 1915 (46,7%) kein Angebot aus dem Bereich KAM auf ihrer Webseite und 2187 (53,3%) mindestens ein Angebot. Eindeutig überwogen die Angebote, die mit durch die Ärztekammern anerkannten Zusatzbezeichnungen einhergehen (Chirotherapie (688; 16,8%), Naturheilverfahren (574; 14,0%), Physikalische Therapie (441; 10,8%) und Homöopathie (399; 9,7%). Häufiger als die Homöopathie wurden Akupunktur (1107; 27,0%), Vitamingaben, orthomolekulare Medizin und Aufbaukuren also der Einsatz auch hochdosierter und parenteral gegebener Vitamine (435; 10,5%) und eine Eigenbluttherapie (316; 7,7%) angeboten. Aus der Gruppe der Holistischen Systeme wurde neben der Homöopathie vor allem die Traditionelle Chinesische Medizin (81; 2,0%) und die Anthroposophische Medizin (34; 0,8%) genannt. Dagegen wurden traditionelle europäische Verfahren der KAM wie Ordnungstherapie (29; 0,7%) oder Pflanzenheilkunde (146; 3,6%) selten genannt.

Tab. 1 Verteilung der 4102 auswertbaren Lehrpraxen auf Bundesländer und Städte.

Bundesland Städte Anzahl der Lehrpraxen Anteil in Prozent der ausgewerteten Praxen
Baden-Württemberg Gesamt 375 9,2
Tübingen 237 5,8
Ulm 138 3,4
Bayern Gesamt 493 12,0
Erlangen 116 2,8
München 217 5,3
Nürnberg 24 0,6
Regensburg 69 1,7
Würzburg 67 1,6
Berlin 258 6,3
Brandenburg Keine Angaben 0 0
Bremen Keine Angaben 0 0
Hessen Gesamt 253 6,2
Frankfurt 137 3,3
Gießen 1 <0,1
Marburg 115 2,8
Hamburg 182 4,4
Mecklenburg-Vorpommern Gesamt 119 2,9
Greifswald 59 1,4
Rostock 60 1,5
Niedersachsen Gesamt 383 9,3
Göttingen 106 2,6
Hannover 277 6,8
Nordrhein-Westfalen Gesamt 1111 27,1
Aachen 22 0,5
Bochum 349 8,5
Düsseldorf 272 6,6
Essen 112 2,7
Köln 267 6,5
Witten-Herdecke 89 2,2
Rheinland-Pfalz Keine Angaben 0 0
Saarland Gesamt 256 6,2
Homburg/Saar 256 6,2
Sachsen Gesamt 212 5,2
Dresden 90 2,2
Leipzig 122 3,0
Sachsen-Anhalt Keine Angaben
Schleswig-Holstein Gesamt 208 5,1
Kiel 143 3,5
Lübeck 65 1,6
Thüringen Gesamt 252 6,1
Jena 252 6,1
Insgesamt 4102

Immerhin 748 Praxen hatten mindestens ein alternativmedizinisches Angebot (18,2%). Neben der Homöopathie (399; 9,7%) und Eigenbluttherapie (316; 7,7%) wurden hier v. a. Sauerstoff- oder Ozontherapie (140; 3,4%) oder Neuraltherapie und Störfeldtherapie (320; 8,7%) sowie Blutegeltherapie/Schröpfen (174; 4,2%) aufgeführt. Seltener wurden Darmsanierungen (88; 2,1%), Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) (81; 2,0%), Ausleiten/Entgiften (79; 1,9%), energetische Medizin (36; 0,9%), Regulationen des Säure-Basen-Haushaltes (12; 0,3%) oder Procaininjektionen (7; 0,2%) angeboten. Explizit als alternative Therapien gekennzeichnet waren alternative Schmerztherapien bei 11 Praxen (0,3%) und alternative Tumortherapien bei 55 Praxen (1,3%).

Diskussion

Unsere Studie zeigt, dass mehr als die Hälfte (2187 Praxen; 53,3%) der 4102 untersuchten deutschen Lehrpraxen ein oder mehrere Angebote aus dem Bereich der KAM auf ihrer Website aufführen. Immerhin fast ein Fünftel hat laut Internetauftritt mindestens ein alternativmedizinisches Angebot (748 Praxen; 18,2%). Aber nur wenige Praxen bezeichnen diese Angebote eindeutig als Alternativverfahren, wie z. B. „alternative Schmerztherapie“– oder „alternative Tumortherapie“.

Da davon auszugehen ist, dass die angebotene Diagnostik- und Therapiemethoden auch in den Praxen durchgeführt werden, bedeutet dies, dass ein großer Teil der Medizinstudierenden in der Ausbildung in den Lehrpraxen mit diesen Methoden konfrontiert ist. Hinzu kommt, dass die ÄAppO aktuell nicht vorsieht, dass jede Praxis auch akkreditierte Lehrpraxis sein muss, um Studierende zu betreuen. Famulaturen können grundsätzlich in allen Praxen stattfinden. Es ist nicht auszuschließen, dass in nicht als Lehrpraxen aktiven Praxen der Anteil nicht evidenzbasierter (nicht-akademischer) Methoden größer ist.

Es darf bezweifelt werden, dass es in diesen Praxen zu einer kritischen Auseinandersetzung und Hinterfragung der Methoden kommt. Grundvoraussetzung zum richtigen Interpretieren der Informationen sind fundierte Kenntnisse im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens. Obwohl Veranstaltungen zur EbM von den meisten Studierenden als verpflichtend an ihren Fakultäten angegeben werden, schätzt nur ein geringer Teil die eigenen Fähigkeiten in der Bewertung nach den Kriterien der EbM als gering ein (eigene Daten in Publikation). Es stellt ein Dilemma dar, wie man mit Lehrpraxen mit alternativmedizinischen Angeboten umgehen soll. Auch wenn ein Ausschluss von Praxen mit alternativmedizinischen Angeboten aus dem Verzeichnis der Lehrpraxen der jeweiligen Fakultät eine Option darstellt, ist die Umsetzung schwierig und wird in vielen Fällen zu kontroversen Diskussionen führen, wie allein die unterschiedlichen Ergebnisse der Diskussion um die Homöopathie in den Weiterbildungsordnungen mehrerer Bundesländer zeigen 22 . Trotzdem muss die Diskussion geführt werden, ob nicht zumindest eindeutige Angebote der Alternativmedizin wie Eigenbluttherapie, Bachblüten oder Schüssler Salze zu einem Ausschluss führen müssen, zumal Lehrpraxen von den Fakultäten auch eine teilweise nicht geringe Aufwandsentschädigung für ihr Engagement bekommen.

Hinzu kommt, dass aktuelle Daten zeigen, dass die Famulaturen in den Hausarztpraxen insbesondere bei einer (gegenseitig) von Wertschätzung geprägten Interaktion zwischen Hausärzten und Studierenden die Wahrscheinlichkeit wesentlich erhöhen, dass Studierende eine Weiterbildung zum Hausarzt und eine spätere Niederlassung anstreben 23 . In diesem Kontext ist es sinnvoll, potentielle Konfliktsituationen durch eine an der Evidenzbasierung ausgerichtete Lehre versus erlebte Praxis in der Famulatur zu reduzieren.

An dieser Stelle kann auch ein Vergleich zur Lehrsituation in anderen Ländern hilfreich sein. Dabei ist es sinnvoll zu unterscheiden zwischen Ländern, in denen 2 (oder mehr) Medizinsysteme nebeneinander bestehen wie z. B. in Indien, China, Taiwan, Korea und Japan oder Ländern, in denen die evidenzbasierte konventionelle Medizin in der ärztlichen Aus- und Fortbildung den Standard darstellt. Während es bei der ersten Gruppe von Ländern oft um eine von Bewertungen freie Kenntnis der jeweils anderen Methoden geht 24 25 , geht es in den meist westlich geprägten Ländern um 2 unterschiedliche Ansätze bei der Integration von KAM in die Lehre:

  1. Studierende sollen Kenntnisse von den Methoden bekommen, insbesondere um Nachfragen von Patienten fundiert beantworten zu können 26 .

  2. Studierende sollen KAM-Methoden gezielt kennenlernen und später anwenden, wobei grundsätzlich zwischen der Integration evidenzbasierter komplementärer Maßnahmen und der Kombination von evidenzbasierter Medizin mit alternativmedizinischen Methoden zu unterscheiden ist 27 .

Während sich Ansätze zu 1. in verschiedenen Disziplinen finden, wird die Integration vorwiegend in Curricula zur Allgemeinmedizin entwickelt 28 .

Die Integration von KAM in Praktika fördert gleichzeitig die Kommunikationskompetenz der Studierenden 29 30 , möglicherweise über eine vermehrte Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse der Patienten aber auch durch eine Schulung in Achtsamkeit bei eigenen Belastungssituationen 31 .

Eine Sondersituation stellen Lehrprojekte zu einem berufsgruppenübergreifenden Lehrangebot z. B. unter Integration der Pflege dar. Da in der Pflege KAM-Methoden auf eine hohe Akzeptanz stoßen 32 , bietet sich das Thema scheinbar an 33 , allerdings sind die Unterschiede in der Ausbildung bzgl. wissenschaftlicher Standards möglicherweise sehr hoch, sodass der Schwerpunkt v. a. in der gegenseitigen Wertschätzung liegen könnte.

Allerdings trifft die Kombination alternativmedizinischer Methoden in der frühen Assistenzarztzeit nicht nur auf einen hohen Bedarf bei jungen Ärzten sondern führt in der Folge zu einer hohen Akzeptanz und Umsetzung dieser Methoden 34 35 36 .

Nicht zuletzt konnte in einer US-amerikanischen Studie gezeigt werden, dass ein Angebot für eine Ausbildung in Integrativer Medizin (hier ein Mix aus komplementärer und alternativer Medizin) die Bereitschaft von Studierenden, einen weniger beliebten, entlegeneren Ausbildungsplatz in der Allgemeinmedizin anzunehmen wesentlich erhöht 37 .

Eine für die spätere Facharztweiterbildung und Berufsausübung nachhaltigere Möglichkeit wäre eine stärkere akademische Ausbildung der Studierenden und Weiterbildung der Assistenzärzte zu KAM mit expliziter Anwendung der Kriterien der EbM. Diese Maßnahme scheitert derzeit noch an der Zahl der infrage kommenden Dozenten, könnte aber z. B. über digitale Formate und Kooperation zwischen den Fakultäten gelöst werden. Damit würde man für die dann gut ausgebildeten Studierenden während mancher Famulaturen einen ausgesprochenen oder nur beobachteten Dissens zu erlebten Therapien in Kauf nehmen, der aber auch als Teil der Ausbildung in entsprechende Seminare einbezogen werden könnte. Ein solches Lehrangebot würde auch der im neuen Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin (NKLM) des Medizinstudiums [ http://www.nklm.de/ ] geforderten verstärkten Kompetenzbildung und der nach der Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) geforderten Orientierung an der evidenzbasierten Medizin als Leitkriterium für die eigene zukünftig medizinische Tätigkeit entsprechen. Fertigkeiten zur kritischen Analyse und Auswertung wissenschaftlicher Studien könnten damit nicht nur in der Theorie, sondern auch in der praktischen Anwendung gelehrt und geübt werden.

Unsere Arbeit weist eine Reihe von Limitation auf. Dazu gehört, dass die Daten zum Verfahrensangebot auf den Angaben der Praxiswebseiten beruhen. Da viele Praxen keinen ausführlichen Internetauftritt haben, ist zu vermuten, dass wir das Ausmaß komplementärer und alternativmedizinischer Angebote unterschätzen. Des Weiteren lässt sich nicht aus allen Angaben genau auf die verwendeten Methoden schließen. So sind insbesondere die Umsetzung von Angeboten bei den Zusatzbezeichnungen Physikalische Therapie und Naturheilverfahren vermutlich sehr heterogen. Die Häufigkeit des Einsatzes bzw. routinemäßige Durchführung der auf der Webseite jeweils angegebenen Therapieformen ist nicht bekannt, so dass zu ihrem Einfluss auf die Qualität der Lehre keine sicheren Aussagen getroffen werden können.

Nach unserem Kenntnisstand ist diese Untersuchung die erste Erhebung dieser Art. Sie verschafft zum ersten Mal einen repräsentativen Überblick über das Angebot komplementärer und alternativer Therapien in deutschen Lehrpraxen. Der hohe Anteil von Angeboten nicht-evidenzbasierter Therapien in deutschen Lehrpraxen wirft die Frage nach einem Widerspruch zwischen der Rekrutierung vieler neuer Lehrpraxen zur Stärkung der hausärztlichen Allgemeinmedizin und der Qualität der Lehre auf.

Letztendlich weisen unsere Daten aber auch auf einen außerhalb der Universitäten liegenden Lösungsansatz hin: Die Attraktivität der Zusatzbezeichnungen könnte ein Steuerungsinstrument der Kammern sein, indem sie auch in der KAM Zusatzbezeichnungen für evidenzbasierte komplementäre Methoden vergeben und bei fehlender Evidenz entziehen. Der Anreiz für Ärzte, eine Zusatzbezeichnung zu erwerben oder zusätzliche Angebote zu machen, liegt neben einer intrinsischen Motivation durch Interesse an den Verfahren und erweiterten Therapiemöglichkeiten auch in Wettbewerbsvorteilen und monetären Aspekten, wie z. B. in der erheblich besseren Abrechenbarkeit von Gesprächsleistungen in der Homöopathie. Wenn Ärzte in Lehrpraxen auch Rollenmodelle für Studierende sein sollen, dann kommt ihrer Haltung zu diesen schwierigen Fragen eine hohe Bedeutung zu.

Footnotes

Interessenkonflikt Die Autorinnen/Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

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Articles from Gesundheitswesen (Bundesverband Der Arzte Des Offentlichen Gesundheitsdienstes (Germany) are provided here courtesy of Thieme Medical Publishers

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