Einleitung Blickt man auf die aktuellen Debatte um die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung, so lässt sich erkennen, dass sich die Debatte vorwiegend um die Proliferation von m-health und e-health und die weitreichenden digitaltechnischen Innovationen in der Gesundheitsversorgung dreht. Vergleichsweise neu sind hingegen Perspektiven, die sich damit beschäftigen, wie diese neuen digitaltechnischen Formen die soziale Gesundheit beeinflussen, also auch wie sich die Erfahrung von Patient*innen und das Erfahren bzw. Erleben von Krankheiten verändert, ja gar durch diese neuen Formen neue Erfahrungswelten von Patient*innen emergieren. So verweisen ja gerade die klassischen Konzepte wie „Patientenwelten“ (Lachmund & Stollberg, 1995) oder die Erzählbarkeit der Erkrankung (Moser, 2018; Hitzer, 2020) gerade in Bezug auf chronische Erkrankungen (Haslbeck et al, 2015) auf exakt diese Thematik.
Methoden Konzeptionell und methodisch ist es nun mehr notwendig Digitalisierung und das Erleben von Patient*innen in Relation zueinander zu setzen. Hierzu soll ausgehend von einer systematischen Auseinandersetzung mit bestehenden Konzepten die Möglichkeit methodischer Potentiale ausgelotet werden, wie also eine theoretische Rahmung der Digitalisierung und der sozialen Gesundheit methodische Perspektiven eröffnen kann.
Ergebnisse Diese Konzept aufgreifend lässt sich nun die Frage aufwerfen, wie sich die eben genannten Konzepte durch Digitaltechnik verändern und wie auch neue Erfahrungswelten emergieren, ja gar der Status als Patient*innen sekundär wird, weil die Attribution und Ansprache auf andere Aspekte hin orientiert ist. Als Folge der Digitalisierung der Gesundheitsversorgung lässt sich nun nach dem transformativen Potential und dem Emergieren neuer Erfahrungswelten von Patient*innen durch Digitaltechnik fragen und welchen Einfluss die damit einhergehenden organisationalen, kulturellen und materiellen Komponenten auf die Lebenswelten von Patient*innen und deren Umfeld haben. In dieser Perspektive lassen sich nun eine Vielzahl von Diskursen integrieren und mit dieser Frage relationieren: Mögliche Veränderungen in Bezug auf die altbewährte Figur der Arzt-Patient*innen-Interaktion, neue Interaktionsformen zwischen Behandelnden und Patient*innen, der Diskurs um (e-)Health Literacy und patient (self) education oder auch die Auseinandersetzung um Design & Governance von Health Data.
Schlussfolgerung Anhand dieser Diskurse soll somit akzentuiert werden, wie die neuen sozialen Formen der Digitaltechnik das Erleben von Patient*innen bedingen und die Heterogenität dessen aufgezeigt werden. Dadurch wird es möglich die Auswirkungen und Folgen der grand challenge Digitalisierung auf die alltägliche Lebenswelt von Patient*innen, sowie der Behandelnden darzustellen. Hieraus lassen sich somit dann auch Herausforderungen und Potentiale dieser Entwicklungen auf die Versorgungssituation diskutieren.
