Zusammenfassung
Ziel Gesundheitskompetenz ist definiert als die Fähigkeit Gesundheitsinformationen zu sammeln, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden. Studien zeigen, dass die deutsche Bevölkerung lediglich über ein durchschnittliches Ausmaß an Gesundheitskompetenz verfügt. Die Gesundheitskompetenz des Gesundheitspersonals, wie z. B. Pflegefachpersonen, Ärzte und Ärztinnen oder Hebammen spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Gesundheitskompetenz von Patient*innen sowie der eigenen Gesunderhaltung. Bisher liegen in Deutschland keine empirischen Erkenntnisse zur Gesundheitskompetenz von Angehörigen der Gesundheitsberufe vor. Ziel dieser Studie ist es, das selbst eingeschätzte Ausmaß an Gesundheitskompetenz von Angehörigen der Gesundheitsberufe zu erheben.
Methodik An der Studie nahmen 583 Berufsanwärter und Berufsanwärterinnen der Abschlussjahrgänge der DHBW Stuttgart sowie dualer Kooperationspartner (Berufsfachschulen und Akademische Lehrkrankenhäuser) teil. Diese umfassten Absolventen und Absolventinnen der Pflege, Hebammenkunde, Therapie (Logopädie/Physio-/Ergotherapie) sowie des Managements im Gesundheitswesen und Medizinstudierende im Praktischen Jahr. Zur Erfassung der Gesundheitskompetenz wurde der Fragebogen HLS-EU-Q16 verwendet. Mittels 16 Fragen stuften die Teilnehmenden auf einer 4-stufigen Skala ein, wie leicht bzw. schwierig es ihnen fiel, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und umzusetzen.
Ergebnisse Lediglich 30,1% der Teilnehmenden verfügen über eine ausreichende Gesundheitskompetenz; bei 48,9% der Teilnehmenden zeigte sich eine problematische, bei 21,0% eine inadäquate Gesundheitskompetenz. Bei der Analyse der einzelnen Fragen zeigte sich, dass die Teilnehmenden in fast allen Bereichen über mehr Probleme beim Finden, Verstehen, Beurteilen und Umsetzen gesundheitsrelevanter Informationen berichten, als Befragte im europäischen Ausland.
Schlussfolgerungen In der vorliegenden Studie zeigte sich, dass angehende Gesundheitsfachpersonen über eine limitierte Gesundheitskompetenz verfügen. Weitere Forschung ist nötig, um ein umfassenderes und differenzierteres Bild der Gesundheitskompetenz bei Gesundheitsfachpersonen zu erhalten. Die Förderung der Gesundheitskompetenz von Angehörigen der Gesundheitsberufe sollte systematisch in die Curricula von Ausbildung und Studium sowie in Patient*innen-nahe Praktika integriert werden.
Schlüsselwörter: Gesundheitskompetenz, Gesundheitsberufe, empirische Erhebung, Pilotstudie
Abstract
Objective Health literacy is defined as the ability to collect, understand, evaluate and use health information. Previous studies have shown that the German population has only an average level of health literacy. Health professionals such as nurses, doctors or midwives need to be health literate themselves to promote patients’ health literacy, as well as to protect and promote their own health. So far, there is a lack of research about health literacy among health professionals in Germany. The objective of this study was to assess the health literacy of health professionals.
Method The study involved 583 participants from the final year classes of the DHBW Stuttgart and dual cooperation partners (vocational schools and academic teaching hospitals). These included graduates of nursing, midwifery and therapy (physiotherapy/logo-/occupational therapy), as well as management in health care and medical students in their practical year. The questionnaire HLS-EU-Q16 was used to record health literacy. By means of 16 questions, the participants rated on a 4-point scale how easy or difficult it was for them to find, understand, assess and implement health-related information.
Results The study showed that only 30.1% of the participants had sufficient health literacy; 48.9% of the participants showed problematic health literacy, 21.0% inadequate health literacy. The analysis of the individual questions showed that, in almost all areas, paticipants reported more problems in finding, understanding, assessing and implementing health-related information than respondents in other European countries.
Conclusions The present study shows that young health professionals have limited health literacy. Further research is needed to obtain a more comprehensive and differentiated picture of health literacy among health professionals. Health literacy skills and competencies should be systematically introduced in health professions-related study curricula, as well as in bedside training.
Key words: health literacy, health professional, empirical investigation, pilot study
Hintergrund
Gesundheitskompetenz (GK) geht über das theoretische Wissen, wie eine gesunde Lebensführung aussieht, hinaus. Sie umfasst die Kompetenz eines Menschen, „Gesundheitsinformationen zu sammeln, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden“ 1 2 . Die individuelle Gesundheitskompetenz beeinflusst damit entscheidend das gesundheitsbezogene Verhalten von Menschen und gilt als stärkster Prädiktor im Vergleich zu Einkommen, Beschäftigungsstatus, Bildungsniveau oder Abstammung 3 4 .
Nach Aussagen der WHO haben westliche Gesellschaften, trotz Wirtschaftsstärke und relativ hohem Bildungsniveau, Schwierigkeiten, ihre Bürgerinnen und Bürger mit hinreichendem Wissen, Kenntnissen und Fähigkeiten zum gesundheitsbewussten Verhalten auszustatten 5 .
Deutschland, in seinem Selbstverständnis als Land der Dichter und Denker 6 , schneidet bei nationalen Bevölkerungserhebungen zur Gesundheitskompetenz sowie im Ländervergleich nur durchschnittlich ab. Nach einer nationalen, repräsentativen Studie von Schäffer und Kollegen aus dem Jahr 2017 wiesen 54,3% der Deutschen eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz auf 7 8 . Drei Jahre davor zeigte eine repräsentative Umfrage unter gesetzlich Versicherten ein ähnliches Bild − 59,5% der Teilnehmenden erreichten nur eine limitierte Gesundheitskompetenz 9 . Eine vergleichbare Studie der PKV ergab einen prozentualen Anteil von 64,5 der privat Versicherten mit eingeschränkter Gesundheitskompetenz 10 . In der europäischen Studie „European Health Literacy Survey“ 11 wurde unter den ca. 8 000 Teilnehmenden ein Anteil von 47,6% mit eingeschränkter Gesundheitskompetenz identifiziert. Im Ländervergleich nahm Deutschland (NRW-Stichprobe) unter den acht Ländern (Bulgarien, Griechenland, Irland, Niederlande, Österreich, Polen und Spanien) nur einen mittleren Rang ein.
Die Vielfalt an Lebensstilen moderner Gesellschaften, darunter mehr oder weniger gesunde, gepaart mit komplexen, unübersichtlichen Gesundheitssystemen und einer nahezu unerschöpflichen Zahl an z. T. konkurrierenden Informationsquellen erschwert es Menschen, an wichtige, gesundheitsrelevante Informationen zu gelangen und diese für die vielfältigen persönlichen Gesundheitsentscheidungen im Alltag zu nutzen 12 .
Den interdependenten Zusammenhang zwischen patientenindividueller Gesundheitskompetenz und der Komplexität des Gesundheitssystems bzw. der darin agierenden Gesundheitsorganisationen greift das Konzept der organisationalen Gesundheitskompetenz auf. Gesundheitskompetente Gesundheitsorganisationen werden wie folgt definiert: „[…] ,health literate organizations’ that is, organizations, that make it easier for people to navigate, understand and use information and services to take care of their health“ 13 S. 273.
Einen wesentlichen Baustein gesundheitskompetenter Gesundheitsorganisationen bildet das Gesundheitsfachpersonal. Angehörige von Gesundheitsberufen, wie der Medizin, Pflege, Physiotherapie und dem Hebammenwesen, nehmen bei der Gestaltung, Bereitstellung und Verbreitung von Gesundheitsinformationen eine entscheidende Schlüsselrolle ein, sei es im individuellen Patient*innenkontakt oder auf Ebene der Bevölkerungsgesundheit. „Health professionals should be aware of and have insight in people’s health literacy when they provide health services. Therefore health professionals need to be health literate themselves“ 14 S. 202.
Zusätzlich spielt die Gesundheitskompetenz von Angehörigen der Gesundheitsberufe eine große Rolle als individuelle Ressource bei der Erhaltung und Förderung der eigenen Gesundheit. Denn Angehörige von Gesundheitsberufen sind besonderen Belastungen ausgesetzt, wie vielfältige Studien zur Arbeitsbelastung, zu Erkrankungsrisiken sowie Fehlzeiten und Fluktuation aus den Berufen zeigen 15 16 17 18 19 20 21 22 .
Internationale Studien zur Gesundheitskompetenz unter Gesundheitsberufen zeigen ein vielfältiges Bild. In einer Untersuchung von Juvinyà-Canal und Kolleginnen wurden französische und spanische Studierende der Fächer Pflege, Soziale Arbeit sowie Pädagogik befragt 23 . Die Pflegestudierenden wiesen die beste Gesundheitskompetenz auf. Eine dänische Studie untersuchte die Gesundheitskompetenz von Bachelor- und Masterstudierenden in den Studiengängen Medizin, Molekularbiologie, Public Health und Gesundheitsinformatik 24 . Tendenziell zeigten die Public Health Studierenden die höchsten, die Studierenden der Molekularbiologie die niedrigsten Gesundheitskompetenzwerte. Ein höherer Bildungsgrad der Eltern als auch eigene Erfahrungswerte als Patient*in im Krankenhaus gingen mit höheren Werten in einigen Subfacetten der Gesundheitskompetenz einher.
Eine australische Studie adressierte Studierende der Medizin, der Pflege, der Bewegungswissenschaften und Ernährungswissenschaften 25 . Die Medizinstudierenden erreichten bei 7 von neun GK-Fassetten die höchsten Werte, Pflegestudierende hingegen schnitten in jeder GK-Fassette am schlechtesten ab. Eine Studie in Nepal verglich die Gesundheitskompetenz von 419 Studierenden der Medizin, der Zahnmedizin, der Pflege, Public Health sowie Allied Health 26 . Die Medizinstudierenden schnitten besser ab als die Studierenden der anderen Gesundheitsprofessionen. Rueda-Medina und Kolleg*innen befragten 381 Studierende der Pflege, Physiotherapie und Gesundheitsförderung in Spanien 27 . 30% der Studienteilnehmer*innen erreichten nur ein inadäquates oder unzureichendes GK-Niveau. Eine limitierte Gesundheitskompetenz ergab sich auch bei türkischen Ärzt*innen und Pfleger*innen 28 . Die Autoren der Studie fanden keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Professionen.
Die Ergebnisse der internationalen Studien können aufgrund der Unterschiede zwischen den nationalen Gesundheitssystemen, insbesondere den Ausbildungsstandards (abgesehen von spezifischen Untersuchungsdesigns), nicht auf Deutschland übertragen werden, stellen jedoch wichtige Forschungsaktivitäten im Untersuchungsfeld dar.
In Deutschland liegen zwar neben den bereits erwähnten nationalen Bevölkerungserhebungen zur Gesundheitskompetenz (eine Übersicht hierzu bieten 7 8 ) auch einige Studien vor, die spezifische Zielgruppen adressieren, z. B. Jugendliche 29 oder sozial benachteiligte Menschen 30 . Es gibt jedoch noch keine Erhebung unter Gesundheitsfachpersonal im deutschsprachigen Raum. Die Forschungslücke wird auch in der Gesundheitspolitik thematisiert. So warf bspw. Hartmann vom Dachverband der Technolog*innen und Analytiker*innen der Medizin Deutschland die Frage auf: „Wir haben 17 Gesundheitsfachberufe plus Ärzteschaft, die alle ihre eigene Expertise haben und die alle damit beschäftigt sind, sich gegenseitig zu erklären, was sie alles können. Sind wir deswegen gesundheitskompetent oder nur Experten in einem Bereich?“ (Hartmann zitiert in 1 ).
Ziel der vorliegenden Untersuchung ist daher die Erhebung der Gesundheitskompetenz von Angehörigen der Gesundheitsberufe in Deutschland. Entsprechend ihrer Relevanz im Gesundheitswesen (gemessen an der Berufsgruppengröße 31 ) liegt der Fokus dieser Erhebung auf den Berufsfeldern Medizin, Pflege, Therapie (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie) und Hebammenwesen. Unter der Annahme, dass junge Gesundheitsberufsanwärter*innen (im folgenden GBA), kurz vor Abschluss ihres Studiums bzw. ihrer Ausbildung über den aktuellsten Stand des Wissens um und über die Gesundheit verfügen, wurden die jeweiligen Absolvent*innenjahrgänge als Zielgruppe festgelegt. Für explorative Vergleichszwecke wurde eine Gruppe von Berufsanwärter*innen nicht-gesundheitsbezogener Fächer (hier angehende Betriebswirt*innen der Fachrichtungen Dienstleistungsmanagement oder Industrie) – im Sinne einer (Quasi-) Kontrollgruppe – miteinbezogen, da zwar nationale Referenzwerte, jedoch bisher keine Daten zu Studierenden vorliegen. Die vorliegende Studie geht den Forschungsfragen nach:ELD
Wie ist die Gesundheitskompetenz (GK) unter Gesundheitsberufsanwärter*innen (GBA) in Deutschland ausgeprägt? Und wie ist die GK unter GBA im Vergleich zu ausgewählten Referenzwerten einzuordnen?
Die Studie erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität. Sie nimmt vielmehr den Rang einer Pilotstudie ein, mit dem Ziel der erstmaligen explorativen Erhebung von Daten zu o.g. Forschungsfrage. Im Mittelpunkt steht die Ermittlung von ersten Erkenntnissen und Hinweisen zur Ausprägung der Gesundheitskompetenz von Gesundheitsberufsanwärter*innen als initiale Grundlage für weiterführende Untersuchungen in Deutschland.
Methode
In theoretischer und methodischer Hinsicht basiert die Studie auf dem international einschlägigen Modell des HLS-EU Konsortium 3 , respektive Sørensen’s Definition von Gesundheitskompetenz: „Health literacy is linked to literacy and entails people’s knowledge, motivation and competences to access, understand, appraise, and apply health information in order to make judgments and take decisions in everyday life concerning healthcare, disease prevention and health promotion to maintain or improve quality of life during the life course” 4 S. 13.
Fragebogen
Für die Studie wurde der HLS-EU-Q16 verwendet 10 29 32 33 . Zur Konzeptualisierung und Operationalisierung werden die Bereiche „Krankheitsbewältigung“, „Prävention“ und „Gesundheitsförderung“ unterschieden sowie zwischen den Stadien der Bearbeitung gesundheitsrelevanter Informationen „finden“, „verstehen“, „beurteilen“ und „anwenden“ differenziert 3 . Der HLS-EU-Q16 Fragebogen umfasst 16 Items und ist die Kurzform des HLS-EU-Q47. Hierbei schätzten die Befragten auf einer 4-stufigen Skala (sehr einfach, ziemlich einfach, ziemlich schwierig, sehr schwierig) ein, wie einfach die im Item formulierte Aufgabe oder Tätigkeit ihrer Ansicht nach ist. Entsprechend dem Vorgehen der Skalenentwickler 29 wurden die einzelnen Items zunächst durch die Zusammenfassung der beiden äußeren Antwortkategorien (1=„sehr einfach“/„ziemlich einfach“, 0=„ziemlich schwierig“/„sehr schwierig“) binarisiert. Der allgemeine Gesundheitskompetenz-Score (GK-Score) ergibt sich durch die Aufsummierung der Werte über alle 16 Items. Entsprechend der empfohlenen Grenzwerte wurden folgende Gesundheitskompetenz-Level (GK-Level) festgelegt: „ausreichend“ (GK-Score 13–16), „problematisch“ (GK-Score 9–12) und „inadäquat“ (GK-Score 1–8).
Als sozio-demografische Variablen wurden Alter, Geschlecht, Bildungsniveau, sozialer Status, subjektiver Gesundheitsstatus, Einkommen, Krankenversicherung und Migrationshintergrund einbezogen (die eingesetzten Skalen entsprechen dem Originalinstrument 11 ).
Datenerhebung
Die Befragung mittels Paper & Pencil (P & P) sowie Online-Fragebogen fand zwischen Februar und April 2019 statt und adressierte die Absolvent*innenjahrgänge der Gesundheitsstudienprogramme an der DHBW Stuttgart sowie dualer Kooperationspartner (verbundene Berufsfachschulen und Akademische Lehrkrankenhäuser). Eingeschlossen wurden Berufsanwärter*innen des letzten Studien- bzw. Ausbildungsjahres folgender Gesundheitsberufe: Pflegefachpersonen, Hebammen, Therapeut*innen (Logopädie/Physio-/Ergotherapie) sowie Manager*innen im Gesundheitswesen (Studiengang BWL-Gesundheitsmanagement). Für die Zielgruppe der angehenden Ärzt*innen wurden Medizinstudierende im Praktischen Jahr (PJler) dualer Kooperationspartner befragt. Die Befragten informierten sich über Ziele, Ablauf, Anonymität und Datenschutz der Erhebung, bevor sie einwilligten, an der Studie teilzunehmen (informed consent).
Da die Grundgesamtheit der Absolvent*innen aller Studien- bzw. Berufsausbildungsgänge relevanter Gesundheitsberufe in Deutschland unbekannt ist, wurde das Sample an die Verteilung der Berufsgruppen im Rahmen der Gesundheitspersonalrechnung angelehnt 20 .
Datenanalyse
Die explorative Datenanalyse erfolgte mit Hilfe der Statistik Software SPSS (IBM) in der Version 20. Die Darstellungen zur deskriptiven Statistik folgen dem Studienprotokoll des HLS-EU-Projekts 3 . Mittels Kreuztabellenanalyse wurden prozentuale Häufigkeiten für die einzelnen GK-Level differenziert nach den aufgezeigten sozio-demografischen Variablen berechnet. Von statistisch signifikanten Unterschieden bzw. Zusammenhängen wurde ausgegangen, wenn sich die 95%-Konfidenzintervalle (KIs) nicht überschnitten und/oder die entsprechenden p-Werte aus χ²-Unabhängigkeitstests<0,05 lagen. Unterschiede der GK-Scores zwischen den Gesundheitsberufsgruppen wurden mittels Varianzanalyse (ANOVA) berechnet. Zu Vergleichszwecken dienten relevante HLS-EU-Q16 Untersuchungen aus dem deutschsprachigen Raum: repräsentative Bevölkerungsstudie des Robert Koch-Instituts 32 , repräsentative GKV-Studie des WIdO-Instituts 9 sowie, mit Blick auf das junge Alter der Gesundheitsberufsanwärter*inn-en, die Österreicher Jugendstudie 29 . Ebenso wurden die relevanten Q16 Items aus der EU-Vergleichsstudie einbezogen 3 . Für die Gegenüberstellung wurden, dem einschlägigen Studienprotokoll des HLS-EU Konsortiums und anschließenden Studien folgend, die prozentualen Häufigkeiten der Einzelitems des HLS-EU-Q16, die als „ziemlich schwierig“ oder „sehr schwierig“ eingeschätzt wurden, summiert. Fragebögen mit mehr als zwei fehlenden Werten wurden von den Berechnungen ausgeschlossen.
Ergebnisse
Stichprobe
An der Erhebung nahmen 583 Gesundheitsberufsanwärter*innen teil; 507 Fragebögen konnten ausgewertet werden (894 Fragebögen wurden verteilt bzw. online zur Verfügung gestellt – Responsequote 56,71%). Da die Grundgesamtheit von Absolvent*innen über alle gesundheitsbezogenen Ausbildungs- und Studiengänge in Deutschland unbekannt ist, schließt sich eine Prüfung auf Repräsentativität aus. Die Verteilung zwischen den Berufsgruppen bildet im Wesentlichen die Anteile der Gesundheitsberufe, entsprechend des Statistischen Bundesamtes, ab 31 . Im Mittel sind die Teilnehmenden 23,5 Jahre alt (SD 3,59), zu 83,5% weiblich. 94,1% der Teilnehmenden sind gesetzlich versichert. Ein geringer Anteil von 9,7% weist einen Migrationshintergrund auf. In Deutschland sind für die Gesundheitsberufe der Pflegefachpersonen, Hebammen und Therapeut*innen verschiedene Ausbildungsformen zur Erreichung des Berufsabschlusses möglich. Eine Ausbildung durchliefen 54,9% der Teilnehmenden. 44,1 Prozent absolvierten ein Studium (davon 10,5% ein ausbildungsverzahntes Studium).
In Tab. 1 finden sich die prozentualen Häufigkeiten je Einzel-item des HLS-EU-Q16. Der Anteil der GBA, die ein Einzelitem des HLS-EU-Q16 als „ziemlich schwierig“ oder „sehr schwierig“ einschätzten, variiert stark zwischen den einzelnen Items und reicht von 6,9% („…Gesundheitswarnungen vor Verhaltensweisen wie Rauchen, wenig Bewegung oder übermäßiges Trinken zu verstehen?“) bis 73,8% („… zu beurteilen, ob die Informationen über Gesundheitsrisiken in den Medien vertrauenswürdig sind?“). Die prozentuale Verteilung des GK-Score in der Stichprobe ( Abb. 1 ) weist eine Häufung in den mittleren Bereichen auf und liegt im Mittel bei 10,7 (SD 3,0). Nach Berechnung der drei GK-Level ( Abb. 2 ) verfügen 30,1% der Teilnehmenden über eine ausreichende Gesundheitskompetenz. Bei der Mehrheit der teilnehmenden Gesundheitsberufsanwärter liegt eine limitierte Gesundheitskompetenz vor (davon 48,9% mit problematischem und 21,0% mit inadäquatem GK-Level).
Tab. 1 Prozentuale Häufigkeiten der Einzelitems des HLS-EU-Q16 (Angaben in Prozent der Befragten).
| D/DHBW | D/WIdO | D/RKI | EU | Ö | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesundheitsberufsanwärter*innen | GKV-Versicherte | Bevölkerung | Bevölkerung | Jugendliche | ||||
| n=507 | n=1.959 | n=4.925 | n=8.102 | n=571 | ||||
| Item | Wie einfach ist es Ihrer Meinung nach, … | sehr schwierig/schwierig | einfach/sehr einfach | keine Angabe | sehr schwierig/schwierig | sehr schwierig/schwierig | sehr schwierig/schwierig | sehr schwierig/schwierig |
| gesundheitsrelevante Informationen finden | ||||||||
| P18 | … Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten bei psychischen Problemen, wie Stress oder Depression, zu finden? | 35,3 | 55,0 | 9,7 | 39,8 | 36,9 | 33,5 | 38,2 |
| G33 | … Informationen über Verhaltensweisen zu finden, die gut für Ihr psychisches Wohlbefinden sind? | 33,5 | 60,7 | 5,7 | 31,3 | 21,4 | 22,6 | 29,4 |
| K4 | … herauszufinden, wo Sie professionelle Hilfe erhalten, wenn Sie krank sind? | 24,3 | 71,6 | 4,1 | 27,3 | 15,7 | 11,9 | 12,3 |
| K1 | … Informationen über Krankheitssymptome, die Sie betreffen, zu finden? | 19,1 | 77,9 | 3,0 | 26,3 | * | 22,8 | 68,3 |
| gesundheitsrelevante Informationen verstehen | ||||||||
| G39 | … Informationen in den Medien darüber, wie Sie Ihren Gesundheitszustand verbessern können, zu verstehen? | 28,6 | 67,1 | 4,3 | 29,4 | 25,6 | 23,3 | 28,4 |
| G37 | … Gesundheitsratschläge von Familienmitgliedern oder Freunden zu verstehen? | 20,7 | 76,7 | 2,6 | 23,5 | 12,9 | 13,0 | 9,6 |
| K5 | … zu verstehen, was Ihr Arzt Ihnen sagt? | 20,7 | 77,7 | 1,6 | 14,4 | 14,9 | 15,3 | 22,1 |
| P23 | … zu verstehen, warum Sie Vorsorgeuntersuchungen brauchen? | 10,5 | 89,3 | 0,2 | 12,1 | 6,8 | 10,4 | 23,1 |
| K8 | … die Anweisungen Ihres Arztes oder Apothekers zur Einnahme der verschriebenen Medikamente zu verstehen? | 10,1 | 89,0 | 1,0 | 9,9 | 4,0 | 6,5 | 8,2 |
| P21 | … Gesundheitswarnungen vor Verhaltensweisen wie Rauchen, wenig Bewegung oder übermäßiges Trinken zu verstehen? | 6,9 | 91,9 | 1,2 | 8,9 | 4,5 | 10,3 | 14,0 |
| gesundheitsrelevante Informationen beurteilen | ||||||||
| P28 | … zu beurteilen, ob die Informationen über Gesundheitsrisiken in den Medien vertrauenswürdig sind? | 73,8 | 23,3 | 3,0 | 66,3 | 50,7 | 42,1 | 47,5 |
| K11 | … zu beurteilen, wann Sie eine zweite Meinung von einem anderen Arzt einholen sollten? | 70,0 | 27,8 | 2,2 | 37,1 | 42,8 | 38,6 | 51,1 |
| G43 | … zu beurteilen, welche Alltagsgewohnheiten mit Ihrer Gesundheit zusammenhängen? | 33,7 | 63,5 | 2,8 | 19,5 | 13,9 | 12,6 | 22,9 |
| gesundheitsrelevante Informationen umsetzen | ||||||||
| P31 | … aufgrund von Informationen aus den Medien zu entscheiden, wie Sie sich vor Krankheiten schützen können? | 52,5 | 44,8 | 2,8 | 41,8 | 41,4 | 36,9 | 44,8 |
| K13 | … mit Hilfe der Informationen, die Ihnen der Arzt gibt, Entscheidungen bezüglich Ihrer Krankheit zu treffen? | 32,9 | 62,9 | 4,1 | 24,2 | 29,1 | 23,1 | 32,0 |
| K16 | … den Anweisungen Ihres Arztes oder Apothekers zu folgen? | 15,0 | 83,6 | 1,4 | 11,7 | 7,2 | 5,6 | 5,1 |
*in der RKI-Studie wurde das Item K2 anstatt K1 verwendet.
Abb. 1.

Prozentuale Verteilung der Gesundheitskompetenz-Scores in der Stichprobe der Gesundheitsberufsanwärter*innen.
Abb. 2.

Gesundheitskompetenz-Level der Gesundheitsberufsanwärter*innen.
Die prozentuale Verteilung der GK-Level nach ausgewählten sozio-demografischen Variablen sowie die Ergebnisse des χ²-Unabhängigkeitstests sind in Tab. 2 dargestellt. Es bestehen keine signifikanten Unterschiede zwischen den jungen Frauen und Männern (p 0,675). Auch die Ausbildungsform (Studium oder Berufsausbildung) weist keine signifikanten Unterschiede auf (p 0,677), ebenso der soziale Status (p 0,311). Demgegenüber zeigt die nach dem (selbst eingeschätzten) Gesundheitszustand differenzierte Betrachtung, dass GBA mit höheren GK-Leveln einen signifikant besseren Gesundheitszustand aufweisen (p 0,042). Ebenso besteht ein signifikant positiver Zusammenhang zwischen dem monatlichen Nettohaushaltseinkommen und dem GK-Level (p 0,016). GBA ohne Migrationshintergrund sowie privat Versicherte erreichen höhere GK-Level – die Werteunterschiede (p 0,053) verfehlen jedoch knapp das erforderliche Signifikanzniveau.
Tab. 2 Prozentuale Verteilung der Gesundheitskompetenz-Level von Gesundheitsberufsanwärter*innen nach ausgewählten soziodemografischen Variablen.
| Gesundheitskompetenz-Level | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| inadäquat | problematisch | ausreichend | |||
| % (95%-KI) | % (95%-KI) | % (95%-KI) | p-Wert | ||
| Geschlecht | Männer | 18,8 (9,9–27,5) | 47,8 (36,8–59,7) | 33,3 (22,9–44,4) | n.s |
| Frauen | 22,3 (18,2–26,6) | 49,1 (44,2–44,0) | 28,6 (24,2–32,9) | ||
| Berufsgruppe | Pflegende | 21,8 (17,6–26,4) | 50,2 (45,0–56,0) | 28,0 (22,8–32,9) | n.s. |
| Gesundheitsmanager*innen | 32,3 (16,1–48,4) | 51,6 (35,5–67,7) | 16,1 (3,2–29,0) | ||
| Hebammen | 21,6 (10,8–35,1) | 51,4 (35,1–67,6) | 27,0 (13,5–40,5) | ||
| Ärzt*innen | 18,2 (10,6–27,3) | 36,4 (24,2–48,5) | 45,5 (33,3–57,6) | ||
| Therapeut*innen | 18,4 (7,9–31,6) | 47,4 (31,6–63,2) | 34,2 (18,5–50,0) | ||
| Ausbildung | Ausbildung | 22,6 (18,4–27,6) | 48,8 (43,1–54,4) | 28,6 (23,3–34,9) | n.s. |
| Studium | 20,4 (14,9–26,0) | 47,4 (39,6–54,4) | 32,1 (26,2–39,3) | ||
| Gesundheitszustand | sehr gut | 16,2 (7,7–25,7) | 39,2 (27,8–50,6) | 44,6 (33,3–55,7) | <0,05 |
| gut | 20,4 (16,0–25,3) | 49,8 (44,0–56,2) | 29,7 (24,5–35,2) | ||
| mittelmäßig | 27,2 (19,4–36,0) | 50,9 (40,9–60,3) | 21,9 (14,2–29,8) | ||
| schlecht | 22,2 (0,0–55,6) | 55,6 (22,2–88,9) | 22,2 (0–55,6) | ||
| sehr schlecht | 100 (100–100) | - | - | ||
| Krankenversicherung | gesetzlich | 22,6 (18,7–26,5) | 48,4 (43,9–53,4) | 29,0 (24,6–33,3) | n.s. |
| privat | 7,4 (0–19,2) | 44,4 (25,0–62,1) | 48,1 (30,8–66,7) | ||
| Nettoeinkommen/Monat | unter 1000 | 24,6 (19,7–30,0) | 49,6 (43,8–55,9) | 25,8 (20,1–31,3) | <0,05 |
| 1000 bis 1999 | 19,4 (13,2–25,7) | 50,4 (42,0–58,7) | 30,2 (22,9–38,1) | ||
| 2000 bis 2999 | 9,1 (0–20,0) | 48,5 (30,3–65,7) | 42,4 (25,7–60,0) | ||
| ab 3000 | 14,8 (3,6–29,6) | 29,6 (13,3–48,3) | 55,6 (35,7–73,3) | ||
| Höchste Stellung in der Gesellschaft | 10: höchste Stellung | – | 25,0 (0,0–75,0) | 75,0 (25,0–100) | n.s. |
| 9 | 33,3 (0,0–66,7) | 33,3 (0,0–66,7) | 33,3 (0,0–66,7) | ||
| 8 | 29,4 (11,8–52,9) | 29,4 (5,9–52,9) | 41,2 (17,6–64,7) | ||
| 7 | 14,9 (7,4–23,9) | 46,3 (34,3–58,2) | 38,8 (27,9–50,7) | ||
| 6 | 21,1 (13,2–28,6) | 46,7 (37,2–57,5) | 32,2 (22,7–41,8) | ||
| 5 | 18,3 (12,1–25,4) | 53,4 (44,2–61,6) | 28,6 (21,8–37,3) | ||
| 4 | 18,5 (10,3–27,5) | 55,6 (45,0–66,3) | 25,9 (16,9–36,1) | ||
| 3 | 35,1 (19,4–50,0) | 48,6 (33,3–64,9) | 16,2 (5,3–28,2) | ||
| 2 | 40,0 (0,0–85,7) | 40,0 (0,0–83,3) | 20,0 (0,0–60,0) | ||
| 1: niedrigste Stellung | 33,3 (0–100) | 33,3 (0–100) | 33,3 (0–100) | ||
| Migrationshintergrund | nein | 20,9 (17,3–24,8) | 47,3 (42,6–50,3) | 31,8 (27,7–36,1) | n.s. |
| ja | 26,7 (24,0–39,5) | 57,8 (44,2–71,7) | 15,6 (6,4–26,7) | ||
KI Konfidenzintervall, n.s. nicht signifikant (p>0,05). Kalkulation des Gesundheitskompetenz-Level: HLS-EU-Q-16 Score Wert 13–16=ausreichend, 9–12=problematisch, 1–8=inadäquat.
Die durchgeführte Varianzanalyse ergab keine Unterschiede zwischen den Gesundheitsprofessionen im GK-Gesamtscore und GK-Level (F-value 1,22, p 0,321). Wie in Tab. 3 dargestellt, verfügen die angehenden Mediziner*innen über eine leicht höhere Gesundheitskompetenz (MW 11,36, SD 3,27) als die anderen Gesundheitsberufe. Angehende Gesundheitsmanager*innen weisen dagegen im Vergleich eine minimal niedrigere Gesundheitskompetenz von 10,03 (SD 2,69) auf. Ebenso zeigen sich keine Unterschiede zwischen den Gesundheitsprofessionen und der (Quasi-) Kontrollgruppe. GBA sind nicht gesundheitskompetenter als die angehenden Betriebswirte (hier der Fachgebiete Dienstleistungsmanagement oder Industrie, MW 10,84, SD 2,07).
Tab. 3 Unterschiede im Gesundheitskompetenz-Score zwischen den Berufsgruppen.
| N | M | SD | KI | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Pflegende | 307 | 10,70 | 2,923 | 10,37 | 11,03 |
| Gesundheitsmanager*innen | 31 | 10,03 | 2,689 | 9,05 | 11,02 |
| Hebammen | 37 | 10,62 | 2,396 | 9,82 | 11,42 |
| Mediziner*innen | 66 | 11,36 | 3,266 | 10,56 | 12,17 |
| Therapeut*innen | 38 | 10,89 | 3,431 | 9,77 | 12,02 |
| (Quasi-) Kontrollgruppe | 38 | 10,84 | 2,073 | 10,16 | 11,52 |
| Gesamt | 517 | 10,76 | 2,910 | 10,51 | 11,02 |
KI: Konfidenzintervall, M: Mittelwert, SD: Standardabweichung. Berufsgruppenunterschiede nicht signifikant, ANOVA F-value 1,021, p 0,405.
Diskussion
Zentrale Ergebnisse
Die vorliegende Erhebung stellt eine Pilotstudie dar. Aus Sicht der Autorinnen wird erstmals die Gesundheitskompetenz von Gesundheitsberufsanwärter*innen in Deutschland erhoben. Die erreichte Rücklaufquote liegt mit 56,71% und 507 auswertbaren Datensätzen deutlich über den erwartungsgemäßen Quoten von P&P und Online-Befragungen 34 .
Die Studie erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität. Sie nimmt vielmehr den Rang einer Pilotstudie ein, mit dem Ziel der erstmaligen explorativen Erhebung von Daten zu o.g. Forschungsfragen. Im Mittelpunkt steht die Ermittlung von ersten Erkenntnissen und Hinweisen zur Ausprägung der Gesundheitskompetenz von Gesundheitsberufsanwärter*innen, als notwendige Grundlage für weiterführende Untersuchungen.
Wie die Ergebnisse zeigen, verfügt nur ein Drittel der befragten GBA über eine ausreichende Gesundheitskompetenz. Dabei bestehen keine Unterschiede zwischen den untersuchten Berufsgruppen der Mediziner*innen, Pflegefachpersonen, Hebammen, Therapeut*innen sowie der (Quasi-) Kontrollgruppe der angehenden Betriebswirt*innen. Die erhobenen sozio-demografischen bzw. gesundheitsbezogenen Merkmale haben keinen bzw. einen sehr geringen Einfluss auf die Gesundheitskompetenz der GBA. Ein signifikanter Zusammenhang besteht lediglich zwischen der Gesundheitskompetenz und dem monatlichen Nettoeinkommen sowie dem Gesundheitszustand.
Vergleich mit ausgewählten Studien im deutschsprachigen Raum
Im Vergleich mit den Ergebnissen des HLS-EU-Q16 im deutschsprachigen Raum sowie unter Heranziehung der 16 GK Items aus der EU Studie geben die hier vorliegenden Ergebnisse ein ähnliches Bild wieder ( Tab. 1 ). Betrachtet werden, gemäß einschlägigem Studienprotokoll des HLS-EU Projekts, zunächst die prozentualen Häufigkeiten der Einzelitems des HLS-EU-Q16, die als „ziemlich schwierig“ oder „sehr schwierig“ eingeschätzt wurden.
Der Anteil der GBA liegt bei nahezu allen Fragen über den Werten des EU-Ländervergleichs. Lediglich bei den Items „… Gesundheitswarnungen vor Verhaltensweisen wie Rauchen, wenig Bewegung oder übermäßiges Trinken zu verstehen?“,„… Informationen über Krankheitssymptome, die Sie betreffen, zu finden?“ und „… zu verstehen, warum Sie Vorsorgeuntersuchungen brauchen?“ geben die GBA weniger Schwierigkeiten an bzw. liegen gleichauf mit den EU-Werten. Auch im Vergleich mit den Referenzwerten bezogen auf die deutsche Bevölkerung, den Referenzwerten der GKV-Versicherten sowie der Jugend-Studie in Österreich sieht man einen ähnlichen Trendverlauf mit Blick auf die Ausprägung der Einzelfragen, zugeordnet zu den vier Stadien der Bearbeitung gesundheitsrelevanter Informationen: finden, verstehen, beurteilen und anwenden. In den beiden Stadien gesundheitsrelevante Informationen beurteilen und gesundheitsrelevante Informationen anwenden ist der Anteil der GBA, die es sehr schwierig oder ziemlich schwierig finden, die zugeordneten Fragen zu beantworten, durchweg höher als bei den HLS-EU-Q16-Studien im deutschsprachigen Raum. Das Muster der Häufigkeitsanteile der einzelnen Items der beiden Stadien Informationen beurteilen und anwenden fällt vergleichbar aus.
Im Stadium gesundheitsrelevante Informationen verstehen zeigt sich ein gemischtes Bild. Das Antwortmuster der GBA folgt hier eher dem Bild der Referenzwerte der deutschen Bevölkerung sowie der GKV-Studie. Die Ergebnisse der Österreicher Jugendstudie weichen bei einzelnen zugeordneten Fragen ab. Bei den Fragen „… zu verstehen, was Ihr Arzt Ihnen sagt?“, „… zu verstehen, warum Sie Vorsorgeuntersuchungen brauchen?“ und „… Gesundheitswarnungen vor Verhaltensweisen wie Rauchen, wenig Bewegung oder übermäßiges Trinken zu verstehen?“ liegt der prozentuale Anteil der GBA, die eine Antwort als sehr schwierig bzw. ziemlich schwierig einschätzen, niedriger als bei den Österreicher Jugendlichen.
Die Werte der GBA entsprechen auch im Stadium gesundheitsrelevante Informationen finden im Wesentlichen dem Antwortmuster der Vergleichsstudien. Bei den Fragen „… Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten bei psychischen Problemen, wie Stress oder Depression, zu finden?“ und „… Informationen über Therapien für Krankheiten, die Sie betreffen, zu finden?“ haben die GBA weniger Schwierigkeiten im Vergleich zu den deutschsprachigen Vergleichswerten.
In der Gesamtschau liegt der Anteil an GBA mit einem ausreichenden GK-Level von 30,1% unter dem Anteil ausreichender Gesundheitskompetenz von 58,8% in der deutschen Bevölkerung 32 . In der GKV-Studie erreichen 53,7% der Versicherten ein ausreichendes GK-Level 35 . Bei den Jugendlichen in Österreich verfügen 36,4% über eine ausreichende Gesundheitskompetenz 29 .
Die erfassten sozio-demografischen Variablen haben bei den GBA weniger Einfluss auf die Gesundheitskompetenz als bei den bisherigen Studien. Dies könnte auf die spezifische Zielgruppe der GBA zurückzuführen sein. Die Befragten gehören zu einer jungen Altersgruppe, deren Bildungslevel ist auf einem relativ hohen Niveau homogen und ein nur relativ kleiner Anteil der GBA weist einen Migrationshintergrund auf.
Nur für die Variable monatliches Nettoeinkommen konnte ein signifikanter Zusammenhang zur Gesundheitskompetenz gezeigt werden (wie auch in 3 29 ). Der selbst eingeschätzte Gesundheitszustand der GBA wird deutlich von der Gesundheitskompetenz beeinflusst. Ein Zusammenhang, der in vielen Studien nachgewiesen wurde 11 29 32 33 35 36 .
Limitationen
Mit dem Studiendesign und den Erhebungsmethoden sind verschiedene Limitationen verbunden.
Die vorliegende Studie entspricht einem Querschnittsdesign. Alle Daten wurden zum gleichen Zeitpunkt vor Abschluss des Studiums bzw. der Ausbildung im jeweiligen Gesundheitsberuf erhoben. Es können keine Aussagen zur zeitlichen Entwicklung getroffen werden.
Die Daten geben die Selbsteinschätzung der Befragungsteilnehmenden wieder. Antworttendenzen, individuell unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe und sozial erwünschte Antworten können daher nicht ausgeschlossen werden. Sozial erwünschte Antworten sind in persönlichen oder telefonischen Befragungssettings tendenziell mehr zu beobachten als mit selbst-ausfüllbaren Fragebögen, wie in der vorliegenden Studie 37 . Hingegen sind Unterschiede im Antwortverhalten bei Selbstausfüll-Fragebögen (P&P versus Online) kaum zu erwarten 38 . Die individuell wahrgenommene und selbst eingeschätzte Gesundheitskompetenz bringt den wichtigen Vorteil mit sich, dass Fähigkeiten umfangreich erfasst werden können und, im Unterschied zu objektiven Messinstrumenten bzw. Tests, ein breites Spektrum an Komponenten und Stadien der Gesundheitskompetenz abbilden. Die prospektiv gestellten Fragen ermöglichen zudem die Einschätzung von erwarteten Schwierigkeiten mit Anforderungen, ohne dass die Befragungsteilnehm-er *innen diese schon erlebt haben müssen. Dies bringt jedoch auch den Nachteil mit sich, dass Befragte, aufgrund von selbst gemachten Erfahrungen, manche Anforderungen schwieriger einschätzen als andere 7 . In der vorliegenden Studie werden angehende Mediziner*innen, Pflegefachpersonen, Hebammen, Therapeut*innen und Gesundheitsmanager*innen adressiert, die aufgrund ihrer Ausbildung bzw. ihres Studiums über umfangreiches gesundheitsspezifisches Wissen verfügen, verbunden mit ersten Praxiserfahrungen in Gesundheitseinrichtungen. Die in Teilen zurückhaltende Einschätzung der eigenen Gesundheitskompetenz der GBA könnte darauf zurückzuführen sein. Ebenso ist die Annahme, dass erlerntes Gesundheitswissen der GBA etwas mit der Kompetenz zu tun hat, neues Wissen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, generell diskussionswürdig. Gemäß der Bologna-Reform sind zwar alle Studiengänge in Deutschland nicht wissens-, sondern lernergebnis- bzw. kompetenzorientiert ausgerichtet 39 – vermitteln also Kompetenzen, bspw. in Form von Fach-, Methoden-, Sozial und Handlungskompetenzen. Allerdings verfügen die GBA über nur wenig Berufserfahrung, sodass möglicherweise die Kompetenzen, Gesundheitsinformationen zu beurteilen und anzuwenden, weniger ausgeprägt sind.
Darüber hinaus bergen die z. T. paternalistisch formulierten Befragungsitems im Erhebungsinstrument die Gefahr negativer Antworttendenzen 40 . Einschlägige Lehrkonzepte in den Gesundheitsberufen verfolgen in der Theorie und im praktischen Training den Ansatz der partizipativen Entscheidungsfindung zwischen Gesundheitsfachperson und Patient*in (Shared Decision Making). So könnten Skalenitems, wie „… die Anweisungen Ihres Arztes oder Apothekers zur Einnahme der verschriebenen Medikamente zu verstehen?“ oder „… den Anweisungen Ihres Arztes oder Apothekers zu folgen?“ als einseitig paternalistisch und kaum partizipativ wahrgenommen werden. Damit verbundene Irritationen könnten das Antwortverhalten der GBA beeinflusst haben. Hinzu kommt, dass insbesondere Gesundheitspersonal mit tiefen Einblicken in unser hoch komplexes Gesundheitssystem, in das intransparente Behandlungsspektrum und die große Breite der Präventionsangebote, besonders kritisch das Für und Wider abwägen sowie differenzierter wahrnehmen und entscheiden, als die Durchschnittsbevölkerung. Ein entsprechender Einfluss auf das Antwortverhalten in der vorliegenden Studie kann nicht ausgeschlossen werden.
Implikationen für Forschung und Praxis
Die im Rahmen der vorliegenden Studie befragten Gesundheitsberufsanwärter*innen aus Medizin, Pflege, Hebammenwesen, Therapie und Gesundheitsmanagement durchliefen ihr Studium bzw. ihre Ausbildung und stehen kurz vor ihrem Berufseinstieg. Die Ergebnisse dieser Pilotstudie geben Hinweise auf bisher nicht wahrgenommene Defizite, bezogen auf die Gesundheitskompetenz von Gesundheitsfachpersonal. In anderen Ländern wurden bereits erste Untersuchungen unternommen, die, wie aufgezeigt, ein differenziertes Bild ergeben, insbesondere jedoch auch auf bisher unentdeckte Schwachstellen bzw. Potentiale hinweisen. Die frühzeitige und systematische Integration des Fachgebiets Gesundheitskompetenz in die Curricula, einhergehend mit der Förderung praktischer Erfahrungen, schon während des Studiums, im unmittelbaren Patient*innenkontakt, wurden als Einflussfaktoren identifiziert 23 24 25 27 . Zudem scheint die Länge der Ausbildung bzw. des Studiums positiv auf die Gesundheitskompetenz der Studierenden zu wirken (dänische Masterstudierende erreichen höhere GK-Level als Bachelorstudierende 24 , bei Vergleichen zwischen Gesundheitsberufsgruppen schneiden Medizinstudierende in Australien und Nepal mit der längsten Studienzeit besser ab 25 26 ).
Darüber hinaus zeigen die internationalen Studien die wachsende Bewusstheit über die Unterschiede in den Bevölkerungsgruppen, insbesondere mit Blick auf junge Menschen und deren spezifische Gesundheitsfragen und gesundheitsbezogene Informationsbedürfnisse im digitalen Umfeld 23 41 .
Weiterführende repräsentative Erhebungen scheinen dringend angezeigt, um den Stand der Gesundheitskompetenz bei Gesundheitsfachpersonen in Deutschland umfassend zu erheben und, darüber hinaus, eine differenzierte Betrachtung der Besonderheiten im Antwortverhalten von Gesundheitspersonal sowie der Einflussfaktoren bzw. Prädiktoren dieser spezifischen Gesundheitskompetenz zu ermöglichen. Das Strategiepapier 5 Gesundheitskompetenz systematisch erforschen bietet hier den richtigen Rahmen 42 . Um die Gesundheitskompetenz in der Zielgruppe Gesundheitsfachpersonen messbar zu machen, müssen demgemäß generelle sowie fachspezifische Methoden und Instrumente weiterentwickelt werden. Mit Blick auf die internationale Forschung zur Gesundheitskompetenz sind tiefergehende und systematische Analysen entwickelter Instrumente und Forschungsstände notwendig, um die deutschen Forschungsaktivitäten zu vernetzen und unter Berücksichtigung nationaler Unterschiede der Gesundheitssysteme, respektive der verschiedenen Standards bei den Gesundheitsberufen bzw. Ausbildungswegen anschlussfähig weiterzuentwickeln.
Neben den Implikationen für die Forschung ist ein transparentes und nutzerzentriertes Gesundheitssystem wesentlich für die Förderung von Gesundheitskompetenz. Wenn es selbst Fachpersonen nicht leicht fällt, Beipackzettel von Medikamenten zu verstehen oder den Entlassbrief aus dem Krankenhaus zu interpretieren (um nur 2 exemplarische Beispiele zu nennen 43 44 ), wie schwierig muss es für Normalbürger*innen sein.
Die Gesundheitskompetenz von Gesundheitspersonal ist nicht nur entscheidend für das Gesundheitsbewusstsein und die Gesunderhaltung der Gesundheitsfachpersonen selbst, sondern bildet gleichzeitig die essentielle Grundlage für die gesundheitskompetente Beratung von Patientinnen und Patienten sowie die Förderung der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung. „Shifting the health literacy mindset does not mean to ask people to conform and find their way through the health services themselves. […] Health professionals need to meet people where they are and provide them the services they need right from the start. The transformative power of health literacy may be one of the most influential forces to create people-centred services designed for people, rather than diseases“ 2 S. 2.
Die bisherigen Aktivitäten und Anstrengungen zur Förderung der Patientenzentrierung unseres nationalen Gesundheitssystems bedürfen der konzertierten Zusammenarbeit aller Gesundheitsberufsgruppen und Ebenen der Gesundheitsversorgung 41 45 . Der Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg hin zu einem patientenzentrierten Gesundheitssystem (einen Überblick über vergleichbare Policy Programme anderer Länder bietet 46 ). In allen vier Handlungsfeldern des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz – Forschung ausbauen, gesundheitskompetent mit chronischer Erkrankung leben, die Gesundheitskompetenz in allen Lebenswelten fördern, das Gesundheitssystem nutzerfreundlich gestalten – agieren Gesundheitsfachpersonen und sollen entscheidend zur Entfaltung der angestrebten Ziele beitragen.
Die Entwicklung und Förderung gesundheitskompetenter Gesundheitsorganisationen auf Mesoebene ist ein noch relativ junges Aktionsfeld in der deutschen Gesundheitspolitik 47 , welches jedoch große Wirkpotentiale enthält. Im grundlegenden Verständnis von individueller Gesundheitskompetenz, als Ergebnis der unmittelbaren Ko-Produktion zwischen einer Patientin bzw. einem Patienten und dem spezifischen Setting der Gesundheitsleistung 47 , kann die Gesundheitskompetenz von Gesundheitspersonal nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Beiträge der Autorinnen
AS initiierte das Vorhaben und entwickelte das Studiendesign. ME und EH verantworteten die Projektplanungsaktivitäten und koordinierten die Erhebungen. AS führte die Datenanalysen und -auswertungen durch und hatte die Federführung bei der Manuskripterstellung inne. Alle Autorinnen wirkten an der Studie und dem Manuskript mit.
Danksagung
Die Autorinnen danken den Studierenden des Studienzentrums Gesundheitswissenschaften & Management des Jahrgangs 2016 für die Mithilfe bei der Datenerhebung. Ebenso danken die Autorinnen den kooperierenden Krankenhäusern und Bildungszentren für ihre Unterstützung.
Footnotes
Interessenkonflikt Es besteht kein Interessenkonflikt. Dieser Beitrag beinhaltet keine Studien an Menschen oder Tieren.
Literatur
- 1.Deutsches Ärzteblatt, Gesundheitskompetenz: Gesundheitsberufe vor mannigfachen Herausforderungen, 2019. [Online]. Available:http://www.aerzteblatt.de
- 2.Sørensen K.Shifting the Health Literacy Mindset to Enhance People-Centred Health Services 2018[Online]. Available:https://health.gov/news/blog/2018/07/shifting-the-health-literacy-mindset-to-enhance-people-centred-health-services/
- 3.HLS-EU Consortium, Comparative Report of Health Literacy in eight EU Member States. The European Health Literacy Survey HLS-EU, 2012.
- 4.Sørensen K, Van den Broucke S, Fullam Jet al. Health literacy and public health: A systematic review and integration of definitions and models BMC Public Health2012 Jan 2580. [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 5.World Health Organization . World Health Organization; Copenhagen: 2013. Health Literacy. The solid facts. [Google Scholar]
- 6.Frühwald W, Limbach J, Schavan A . Heidelberg: Universitätsverlag Winter GmbH; 2004. Sind wir noch das Volk der Dichter und Denker? [Google Scholar]
- 7.Schaeffer D, Berens E-M, Vogt D. Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland. Ergebnisse einer repräsentativen Befragung. Deutsches Ärzteblatt. 2017:53–60. [Google Scholar]
- 8.Schaeffer D, Berens E-M, Vogt D. Health Literacy in the German Population. Results of a Representative Survey. Deutsches Ärzteblatt International. 2017:53–60. doi: 10.3238/arztebl.2017.0053. [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 9.WIdO, Studie zur Gesundheitskompetenz von gesetzlich Krankenversicherten 2014, Wissenschaftliches Institut der AOK, 2014
- 10.SDK, Wissen über Gesundheit . Studie Gesundheitskompetenz. Unterschiede zwischen privat und gesetzlich Krankenversicherten. Blickpunkte. 2015:8–11. [Google Scholar]
- 11.HLS-EU Consortium, Appendix of the Comparative Report on Health Literacy in Eight EU Member States, 2012
- 12.Schaeffer D, Hurrelmann K, Bauer U . Berlin: Kompart; 2018. Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz. Die Gesundheitskompetenz in Deutschland stärken. [Google Scholar]
- 13.Brach C, Keller D, Hernandez L M 2012.
- 14.Sørensen K, Wängdahl J. Bristol: Policy Press; 2019. Health literacy research in Nordic countries, in International Handbook of Health Literacy. Research, practice and policy across the lifespan; pp. 199–213. [Google Scholar]
- 15.Girbig M, Deckert S, Druschke D et al. Arbeitsbedingte Belastungen, Beschwerden und Erkrankungen von Physiotherapeuten in Deutschland. physioscience. 2013;Nr. 9:66–71. [Google Scholar]
- 16.D. V. f. P. (ZVK), Daten, Zahlen, Fakten zur Physiotherapie, 18 05 2020. [Online]. Available:https://www.physio-deutschland.de/fileadmin/data/bund/Dateien_oeffentlich/Beruf_und_Bildung/Zahlen__Daten__Fakten/Zahlen-Daten-Fakten.pdf
- 17.Sander M, Temizdemir E, Albrecht M. Berlin: 2018. Hebammenstudie Sachsen-Anhalt. Regionale Bedarfe und deren Deckung durch Leistungen der Geburtshilfe inklusive der Vor- und Nachsorge. [Google Scholar]
- 18.Isford M, Rottländer R, Weidner F . Köln: 2018. Pflege Thermometer 2018. Eine bundesweite Befragung von Leitungskräften zur Situation der Pflege und Patientenversorgung in der stationären Langzeitpflege in Deutschland, Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP) [Google Scholar]
- 19.Techniker Krankenkasse (TK), TK-Gesundheitsreport 2019. Pflegeberufe, 2019. [Online]. Available:https://www.tk.de/presse/themen/praevention/gesundheitsstudien/tk-gesundheitsreport-2019-pflegeberufe-2064792
- 20.Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), Befragung junger Angestellter in Krankenhäusern, 05 2018. [Online]. Available:https://www.bgw-online.de/DE/Arbeitssicherheit-Gesundheitsschutz/Grundlagen-Forschung/GPR-Medientypen/Wissenschaft-Forschung/BGW08-00-043-Forschungsprojekt-junge-Angestellte-Krhs.html
- 21.Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Ärztemonitor 2018. Ergebnisse der Befragung von Ärzten und Psychotherapeuten, 16 10 2018. [Online]. Available:https://www.kbv.de/html/aerztemonitor.php
- 22.Busse T, OP-Barometer 2019, 20 02 2020. [Online]. Available:https://www.frankfurt-university.de/fileadmin/standard/Forschung/ZGWR/OP_Barometer_2019_Aufbereitung_kurz.pdf
- 23.Juvinyà-Canal D, Suñer-Soler R, Porquet A B et al. Health Literacy among Health and Social Care University Students. International journal of environmental research and public health. 2020;17:7. doi: 10.3390/ijerph17072273. [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 24.Elsborg L, Krossdal F, Kayser L. Health literacy among Danish university students enrolled in health-related study programes. Scandinavian Journal of Public Health, Bd. 2017;45:831–838. doi: 10.1177/1403494817733356. [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 25.Mullan J, Burns P, Weston K et al. Health literacy amongst health professional university students: a study using the Health Literacy Questionnaire. Education Sciences. 2017(07):2. [Google Scholar]
- 26.Budhathoki S S, Pokharel P K, Jha N et al. Health literacy of future healthcare professionals: a cross-sectional study among health sciences students in Nepal. International health. 2019;11:15–23. doi: 10.1093/inthealth/ihy090. [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 27.Rueda-Medina B, Gomez-Urquiza J L, Tapia-Haro R et al. Assessing health science students' health literacy and its association with health behaviours. Health & Social Care in the Community. 2020;28:2134–2139. doi: 10.1111/hsc.13024. [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 28.Güner M D, Ekmekci P E. A Survey Study Evaluating and Comparing the Health Literacy Knowledge and Communication Skills Used by Nurses and Physicians. INQUIRY: The Journal of Health Care Organization, Provision, and Financing. 2019 doi: 10.1177/0046958019865831. [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 29.Röthlin F, Pelikan J M, Ganahl K. Die Gesundheitskompetenz der 15-jährigen Jugendlichen in Österreich. Abschlussbericht der österreichischen Gesundheitskompetenz Jugendstudie im Auftrag des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger (HVSV) 2013.
- 30.Quenzel G, Schaeffer D. Bielefeld: Universität Bielefeld; 2016. Health Literacy – Gesundheitskompetenz vulnerabler Bevölkerungsgruppen. Ergebnisbericht. [Google Scholar]
- 31.Statistisches Bundesamt (Destatis), Gesundheitspersonal (Vollzeitäquivalente). Deutschland, Jahre, Altersgruppen, Berufe im Gesundheitswesen, 04 03 2019. [Online]. Available:https://www-genesis.destatis.de/genesis/online/data;sid=4F4D837841F76B90E569A1230F5BD309.GO_2_1?operation=abruftabelleBearbeiten&levelindex=1&levelid=1551714844840&auswahloperation=abruftabelleAuspraegungAuswaehlen&auswahlverzeichnis=ordnungsstruktur&ausw
- 32.Jordan S, Hoebel J. Gesundheitskompetenz von Erwachsenen in Deutschland. Ergebnisse der Studie “Gesundheit in Deutschland aktuell” (GEDA) Bundesgesundheitsblatt. 2015:942–950. doi: 10.1007/s00103-015-2200-z. [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 33.Svendsen M T, Kronborg Bak C, Sørensen K et al. Danish Associations of health literacy with socioeconomic position, health risk behavior, and health status: a large national population-based survey among Danish, BMC Public Helath. Open Access. 2020 doi: 10.1186/s12889-020-08498-8,. [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 34.Döring N, Bortz J. Heidelberg: Springer; 2016. Forschungsmethoden und Evaluation. [Google Scholar]
- 35.Zok K. Unterschiede bei der Gesundheitskompetenz. Ergebnisse einer bundesweiten Repräsentativ-Umfrage unter gesetzlichen Versicherten. WIdOmonitor. 2014:1–12. [Google Scholar]
- 36.Berkman N, Sheridan S. Rockville: Agency for Healthcare Research and Quality; 2011. D. K. e. al, Health Literacy Interventions and outcomes: an updated systematic review. Evidence Report/Technology Assesment No. 199. [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 37.Bowling A. Mode of questionnaire administration can have serious effects on data quality. J Public Health (Ox) 2005;27:281–291. doi: 10.1093/pubmed/fdi031. [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 38.Hoebel J, von der Lippe E, Lange C et al. Mode differences in a mixed-mode health interview survey among adults. Arch Public Health. 2014;72:46. doi: 10.1186/2049-3258-72-46. [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 39.Kultusministerkonferenz (KMK), Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse, 2017. [Online]. Available:https://www.hrk.de/fileadmin/redaktion/hrk/02-Dokumente/02-03-Studium/02-03-02-Qualifikationsrahmen/2017_Qualifikationsrahmen_HQR.pdf
- 40.Steckelberg A, Meyer G, Mühlhauser I. Fragebogen nicht weiter einsetzen. Dtsch Arztebl Int. 2017;330:114. doi: 10.3238/arztbl.2017.0330a. [DOI] [Google Scholar]
- 41.Bröder J, Chang P, Kickbusch I et al. IUHPE Position Statement on Health Literacy: a practical vision for a health literate world. Global Health Promotion, Nr. 25. 2018;25(4):79–88. [Google Scholar]
- 42.Schaeffer D, Bauer U, Hurrelmann K. Berlin: 2019. Strategiepapier #5 zu den Empfehlungen des Nationalen Aktionsplans. Gesundheitskompetenz systematisch erforschen., Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz; p. 2019. [Google Scholar]
- 43.Bechmann S.„Forschungsvorhaben Sprache der Arztbriefe, 23 04 2019. [Online]Available:https://www.germanistik.hhu.de/fileadmin/redaktion/Fakultaeten/Philosophische_Fakultaet/Germanistik/Germanistische_Sprachwissenschaft/Dateien/Bechmann/Kurzversion_fu__r_Website.pdf
- 44.Mühlbauer V, Mühlhauser I. Understanding adverse drug reactions in package leaflets. An exploratory survey among health care professionals, BMC Health Serv Res 15: 505, Nr. 15. 2015. [DOI] [PMC free article] [PubMed]
- 45.Schaeffer D, Hurrelmann K, Bauer U . Berlin: KomPart; 2018. Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz. Die Gesundheitskompetenz in Deutschland stärken. [Google Scholar]
- 46.Orkan O, Bauer U, Levin-zamier D . Bristol, Chicago: Policy Press; 2019. International Handbook of Health Literacy. Research, practice and policy across the lifespan. [Google Scholar]
- 47.Pelikan J. Bristol, Chicago: Policy Press; 2019. Health-literate healthcare organisations, in International Handbook of Health Literacy. Research, practice and policy across the lifespan; pp. 539–553. [Google Scholar]
