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. 2022 Aug 22;84(08-09):817. [Article in German] doi: 10.1055/s-0042-1753840

Der Zusammenhang von Gesundheit und Studienerfolg bei Studierenden. Erste Ergebnisse einer datenbankbasierten Literaturübersicht

RM Helmchen 1, S Sendatzki 1, K Rathmann 1, K Dadaczynski 1
PMCID: PMC11248484

Einleitung  Obwohl Studierende aufgrund ihres mehrheitlich jungen Alters und ihres vergleichsweise hohen Bildungsstands als eine gesündere Bevölkerungsgruppe angesehen werden, zeigen zahlreiche Studien für diese Gruppe gesundheitliche Belastungen und Beanspruchungen. Neben Stress gehören hierzu u.a. psychosomatische Beschwerden, psychische Auffälligkeiten und ein gesundheitsabträgliches Verhalten. Während im Kindes- und Jugendalter bereits Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Gesundheits- und Bildungsoutcomes vorliegen, steht die Diskussion um den möglichen Einfluss von Gesundheit auf Bildung bei Studierenden noch in den Anfängen. Ziel des Beitrags ist eine Aufarbeitung der Studienlage zu diesem Themenbereich.

Methoden  Um den aktuellen Stand der internationalen Forschung abzubilden, wurde eine Literaturrecherche in den Online-Datenbanken PubMed, EBSCOhost und Google Scholar durchgeführt, bei der u.a. die übergeordneten Suchworte „college students“, „university students“, „academic achievement“, „academic performance“ und „health“ (differenziert für verschiedene Indikatoren) zum Einsatz kamen. Berücksichtigt wurden ausschließlich Längsschnittstudien, da diese Rückschlüsse auf die Richtung des Zusammenhangs zwischen Gesundheits- und Bildungsindikatoren erlauben. Eine Einschränkung des Publikationszeitraums wurde nicht vorgenommen, jedoch das Hauptaugenmerk auf die letzten fünf Jahre gelegt.

Ergebnisse  Insgesamt wurden 16 Studien von 2008 bis 2022 mit einer Gesamtdatenbasis von 16.224 Studierenden eingeschlossen. Die bildungsbezogenen Outcomes decken studienbezogene Einstellungen (z.B. Selbstwirksamkeit bzgl. der Anforderungen des Studiums), Prüfungsleistungen und die Erreichung des Abschlusses ab. Als homogen erweist sich die Studienlage zwischen Gesundheitsindikatoren und der Einstellung gegenüber dem Studium, wobei Alkoholkonsum und mentale Auffälligkeiten negativ und Gesundheitsbewusstsein & -zustand, Schlafqualität und körperliche Aktivität positiv mit studienbezogenen Einstellungen verbunden waren. Für die am häufigsten untersuchten Prüfungsleistungen zeigten sich negative Zusammenhänge mit Stress, psychischen Auffälligkeiten, unausgewogener Ernährung, dem Suchtmittelkonsum und unzureichend Schlaf. Zur Erreichung des Abschlusses wurden psychologische Symptome (u.a. Konzentrationsschwierigkeiten) und Stress als Barrierefaktoren identifiziert. Insgesamt erwiesen sich die familiäre Situation (bspw. Familienprobleme), das Alter und das Geschlecht als bedeutsame Drittvariablen.

Schlussfolgerung  Die internationale Studienlage zeigt, dass längsschnittliche Zusammenhänge zwischen Gesundheit und dem Studienerfolg bei Studierenden bestehen. Aufgrund des Mangels an deutschen Erkenntnissen, ist der Aufbau eines integrierenden Gesundheits- und Bildungsmonitorings an deutschen Hochschulen zu erwägen. Entsprechende Ergebnisse ermöglichen die Ableitung bedarfsgerechter Angebote des studentischen Gesundheitsmanagements mit potentiell positiven Effekten auf Studierfähigkeit und Studienerfolg.


Articles from Gesundheitswesen (Bundesverband Der Arzte Des Offentlichen Gesundheitsdienstes (Germany) are provided here courtesy of Thieme Medical Publishers

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