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editorial
. 2022 Apr 26;84(4):261–262. [Article in German] doi: 10.1055/a-1778-8518

Editorial

Johannes Nießen, Elke Bruns-Philipps, Karlin Stark
PMCID: PMC11248486  PMID: 35472767

Abstract

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Der Öffentliche Gesundheitsdienst – Jetzt die Zukunft“ – der Abstractband, den Sie in Händen halten, ist für uns, die Vorstandsmitglieder des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitswesen, etwas ganz Besonderes. Im Jahr 2020 musste der fertig geplante Bundeskongress in Saarbrücken abgesagt werden. Das war für alle, die so viel Energie in die Vorbereitung und inhaltliche Gestaltung gesteckt hatten, ein herber Schlag. Unser ausdrücklicher Dank geht dabei an das Bundesministerium für Gesundheit, welches uns auch im Fall dieser nicht vorhersehbaren Situation sehr unterstützt hat.


Im Jahr 2021 wurde aufgrund der Pandemie – und bei damals noch nicht verfügbaren Impfstoffen – gar nicht in die Kongressplanung eingestiegen.

Umso mehr freuen wir uns, dass jetzt in 2022 mit vereinten Kräften und der Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit und des Landes Sachsen-Anhalt wieder ein bundesweiter Kongress für den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Magdeburg stattfindet. Von Mittwochnachmittag bis Samstagmittag finden in bis zu 8 Vortragssälen Veranstaltungen zu den vielfältigen Themen des ÖGD statt.

Die Corona Pandemie forderte uns über mehr als zwei Jahre immer wieder weit über die Belastungsgrenzen hinaus. Gleichzeitig eröffnete diese Krise aber auch neue Möglichkeiten und Horizonte. Die Aufgaben und die Bedeutung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) wären ohne die Pandemie nicht in dieser Weise in das Bewusstsein der Bevölkerung und der Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft gerückt. Und natürlich ist die Aufarbeitung der Pandemie im Sinne der „lessons learned“ ein zentrales Thema. Nach den Pandemiejahren müssen jetzt die Auswirkungen der Pandemiemaßnahmen auf sozial benachteiligte Menschen, Kinder und Jugendliche, psychisch Kranke und Ältere in den Focus rücken.

Neben der Übernahme neuer Aufgaben, wie der Gründung von Impfzentren und der Planung von Projekten unter Pandemiebedingungen haben Aspekte des Krisenmanagements insgesamt Eingang in das Programm gefunden. Wir müssen uns für künftige Pandemie- und Krisensituationen besser rüsten und die jetzt gemachten Erfahrungen nutzen.

Aber es geht auch und vor allem um die Zukunft des ÖGD, der „Pakt für den ÖGD“ wird ebenso thematisiert wie die Personalgewinnung und Personalbindung im ÖGD („should I stay or should I go?“).

Die Attraktivität des ÖGD als Tätigkeitsbereich für die nachkommende Generation, die jetzigen Studierenden in der Medizin, Zahnmedizin, Psychiatrie aber auch Public Health und anderen Gesundheitswissenschaften aufzuzeigen und ihn gemeinsam zukunftsfähig zu gestalten, wird eine Mammutaufgabe der kommenden Jahre. Es braucht dafür neue Kooperationen und eine andere Anbindung an die Universitäten, an Wissenschaft und Forschung. Wir alle müssen und wollen uns hier engagieren und die strukturelle Weiterentwicklung des ÖGD im Sinne einer gelebten Bevölkerungsmedizin vertreten und voranbringen. Die Chancen der Einflussnahme auf kommunaler und landespolitischer Ebene hin zu einer besseren Gesundheit in allen Altersgruppen bei achtsamem Umgang mit Natur und Ressourcen dürfen wir mit der Chance, die uns der „Pakt für ÖGD“ bietet, nicht ungenutzt lassen.

Ein positiver Effekt der Pandemie ist der Digitalisierungs-Schub, den der ÖGD aktuell erlebt. Projekte, wie DEMIS, die seit vielen Jahren angedacht und angestoßen waren, wurden deutlich beschleunigt. Hürden, wie der Datenschutz, konnten in Anbetracht der konkreten Gefahr besser genommen werden. Einige Vorträge zu Digitalisierungsprojekten in verschiedenen Bereichen zeugen von dieser erfreulichen Entwicklung.

Neben diesen „neuen Themen“ finden Sie im Abstractband auch alle „klassischen“ ÖGD-Themen: Angefangen von der Kinder- und Jugendgesundheit mit der Schulgesundheitspflege über die Mund- und Zahngesundheit und die Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitsberichterstattung, die Begutachtungen für verschiedenste andere Behörden, den Bereich der Psychiatrie, die klassischen Gesundheitsschutzthemen mit Infektionskrankheiten, Impfempfehlungen, nosokomialen Infektionen, Fallmanagement bei multiresistenten Keimen und im Tuberkulosebereich, das Meldewesen, die Trink- und Badewasserüberwachung bis hin zum Heilpraktikerwesen.

Nutzen Sie die Gelegenheit, in „die vielfältige Welt des ÖGD“ einzutauchen und wirken Sie mit, den ÖGD weiter zu entwickeln und zu stärken für die wichtigen anstehenden Aufgaben!

Wir freuen uns ganz besonders auf den persönlichen Austausch mit Ihnen und wünschen uns allen eine intensive und bereichernde Zeit im schönen Magdeburg.

Dr. Johannes Nießen, Vorsitzender Dr. Elke Bruns-Philipps, 1. stv. Vorsitzende Dr. Karlin Stark, Schriftführerin

für den Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD)

Biographies

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Johannes Nießen

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Elke Bruns-Philipps

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Karlin Stark

Footnotes

Interessenkonflikt Die Autorinnen/Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.


Articles from Gesundheitswesen (Bundesverband Der Arzte Des Offentlichen Gesundheitsdienstes (Germany) are provided here courtesy of Thieme Medical Publishers

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