Einleitung Seit ca. fünfzehn Jahren wird zunehmend argumentiert, dass personale Gesundheitskompetenz u.a. voraussetzt, dass Gesundheitsinformationen und -angebote leicht auffindbar, verständlich, bewert- und einschätzbar und handlungsanleitend angeboten werden. Organisationen im Gesundheitssystem, aber auch in anderen Sektoren können durch die Qualität ihrer Gesundheitsinformationen und -angebote Hürden senken und Personen dadurch Orientierung, Entscheidungen und Handlungen in Gesundheitsbelangen erleichtern. Aufgrund der entscheidenden Bedeutung organisationalen Voraussetzungen für die personale Gesundheitskompetenz ist deren Beobachtung und Messung zu einem emergenten Forschungsfeld geworden.
Methoden Für einen narrativen Review wurden mittels extensiver Literatursuche (Datenbanksuche, Freihandsuche, Verweissuche) 17 Mess-Instrumente für organisationale Gesundheitskompetenz, gesundheitskompetenz-responsive oder gesundheitskompetenz-freundliche Organisationen zur Anwendung in Gesundheitseinrichtungen sowie einzelne ausgewählte Instrumente für weitere Settings identifziert.
Ergebnisse Eine Analyse der identifizierten Instrumente und ein setting-übergreifendes generisches Modell für organisationale Gesundheitskompetenz werden vorgestellt.
Schlussfolgerung Organisationale Gesundheitskompetenz ist an viele Settings anschlussfähig und hat großes Wirkpotenzial für die personale Gesundheitskompetenz. Eine systematischere Ausrollung wird gesetzlicher Regelungen und finanzieller Anreize bedürfen.
