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. 2023 Aug 22;85(08-09):828. [Article in German] doi: 10.1055/s-0043-1770669

Umweltkrisen brauchen umweltbezogene Gesundheitskompetenzen: Wissen und Wahrnehmung umweltbezogener Gesundheitsrisiken bei prekären Milieus

Annabell Duda 1, Doreen Reifegerste 1
PMCID: PMC11248652

Einleitung  Es ist bekannt, dass sich die Wahrnehmung von umweltbezogenen Gesundheitsrisiken zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterscheidet und, dass besonders Menschen aus prekären Milieus (MapM) häufiger von Umweltnoxen betroffen sind. Allerdings fehlt bislang eine Auswertung, die beides miteinander verbindet, um Rückschlüsse auf deren Environmental Health Literacy (EHL) zu erhalten. Die Studie untersucht daher das Wissen und die Wahrnehmung umweltbezogener Gesundheitsrisiken von MapM.

Methoden  Anhand einer quantitativen Sekundäranalyse der Daten der Umweltbewusstseinsstudie 2018 wurde die Wahrnehmung umweltbezogener Gesundheitsrisiken und das Umweltwissen von MapM (N = 190) sowie im Vergleich zu weiteren Milieus (N = 1827) untersucht.

Ergebnisse  47,1 % der MapM glauben wenig bis gar nicht von Umweltnoxen gesundheitlich belastet zu sein und weisen mit 8,2 % (verglichen mit anderen Milieus) den größten Anteil derer auf, die die eigene Belastung nicht einschätzen können. Trotz hoher Zustimmung (84,7 %) lehnen von allen Milieus am häufigsten die MapM die Aussage, ob mehr Umweltschutz auch mehr Lebensqualität und Gesundheit für alle bedeutet, ab (10 %). Zudem unterscheidet sich das Umweltwissen der MapM ( M = 4,84) signifikant ( p < .001) von den anderen Milieus ( M = 5,62).

Schlussfolgerung  Aufgrund des geringeren Umweltwissens und der Wahrnehmung der eigenen Betroffenheit durch umweltbezogene Gesundheitsrisiken, zeigt sich die Notwendigkeit die EHL bei MapM zu stärken. Inwieweit allein eine höhere EHL die Lebensqualität der MapM steigern kann, bleibt zu diskutieren und zu erforschen.


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