Einleitung Beim Übergang von der Schule in den Beruf ( school-to-work transition , STWT) treten junge Menschen in verschiedene Stadien wie bspw. Berufsausbildung, Studium oder Arbeitslosigkeit ein, die unmittelbare und/oder langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. Da hierzu bisher wenig Forschung existiert, untersuchen wir die Entwicklung der selbsteingeschätzten Gesundheit und des subjektiven Wohlbefindens während der STWT in Deutschland.
Methoden Wir untersuchten Daten der Startkohorte 4 des Nationalen Bildungspanels (NEPS), einer bundesweit repräsentativen Kohorte von 11.098 Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern (50,5 % Mädchen), die über neun Jahre begleitet wurden. Lineare Paneldatenmodelle mit Fixed-Effects (FE) wurden verwendet, um intraindividuelle Veränderungen der Gesundheit und des Wohlbefindens beim Wechsel zwischen verschiedenen STWT-Stadien zu untersuchen (Schule, Berufsvorbereitung, Berufsausbildung, Universität, Beschäftigung, Arbeitslosigkeit, Inaktivität). FE-Impact-Funktionen wurden verwendet, um die Verläufe beider Outcomes nach dem Schulabgang zu untersuchen. Die Modelle wurden für Alter sowie für Veränderungen der Haushaltszusammensetzung und Wohnortwechsel kontrolliert.
Ergebnisse Der Schulabgang führte zu einer Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden. Dagegen fanden wir keine weitere Veränderung für den Berufseinstieg nach Ausbildung oder Studium. Übergänge, die Aufstiegschancen markierten (z. B. von einer Berufsvorbereitungsmaßnahme in eine Berufsausbildung oder von Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit), führten zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden. Dagegen waren Abwärtsbewegungen (z. B. von einer Berufsausbildung oder einer Erwerbstätigkeit in die Arbeitslosigkeit) mit einer Verschlechterung verbunden. Über die Jahre nach dem Schulabgang nahmen Gesundheit und Wohlbefinden wieder ab. Dieser Rückgang war jedoch stärker, wenn junge Menschen direkt nach der Schule arbeitslos wurden oder eine berufsvorbereitende Maßnahme besuchten.
Schlussfolgerung Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Ablauf der STWT die Gesundheit und das Wohlbefinden junger Menschen beeinflusst und dass direkte Übergänge in Berufsausbildungsprogramme oder in die Uni zu langfristig besseren Gesundheitsverläufen führen.
