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. 2023 Aug 22;85(08-09):680–681. [Article in German] doi: 10.1055/a-2122-8050

Depressionen verstehen und heilen

PMCID: PMC11248735

Abstract

Sein Buch ist erkenntnisreich und nützlich für an Depression Erkrankte und Menschen, welche darüber informiert werden möchten.

Prof. Dr. Hautzinger, geb. 1950, ist seit 2019 Seniorenprofessor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Tübingen und verfasste zahlreiche Bücher.


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Der Autor analysiert die Themen: Was ist Depression? Wie entsteht Depression und welche Behandlungsmöglichkeiten lassen sich empfehlen?

Eine zeitlich begrenzte Verstimmung, z. B. beim Verlust oder Tod eines geliebten Menschen ist keine Depression. Der Depressions-Begriff kommt aus dem französischen „dépression“ und bedeutet „Senkung“. In der Depression ist das Fehlen von Zufriedenheit, Energie und Freude sichtbar; Einsamkeit macht sich spürbar (vgl. S. 8) breit. Das Krankheitsbild kann man wie folgt strukturieren: Angefangen mit dem Symptom, die „Depressive Episode“, z. B. Verlust des Selbstwertgefühls (vgl. S. 12ff.); als Zweites die „Dystemie“ gekennzeichnet, z. B. durch Energiemangel und drittens die „Manische Episode“, z. B. mit dem Anzeichen eines verminderten Schlafbedürfnisses. Charakteristisch ist bei den Abläufen der Depression, dass es sich um das Absinken unter das Normalbefinden handelt (vgl. S. 16 f.). Dauerstress und Depressionen müssen im Zusammenhang gesehen werden, z. B. bei älteren Männern, nach dem Verlust ihrer Lebenspartnerin (vgl. S. 27ff.). Auch frühere Erfahrungen und Erziehung können zur Depression führen. Depressive Personen werden folgend beschrieben: sie denken negativ, sehen ihre Umgebung als feindselig und Zukunft als pessimistisch an (vgl. S. 35). In der Wissenschaft dominiert die Überzeugung, dass der Entstehungsgrund der Depression eine längere Entwicklung mit sich bringt, z. B. frühere Verletzungen (vgl. S. 36). Ein Therapie-Modell soll, z. B. biologische, psychologische und soziale Faktoren berücksichtigen (vgl. S. 38). Depressionen lassen sich mit Antidepressiva, z. B. „Saroten“ behandeln, aber auch durch Schlafentzug und Psychotherapien (vgl. S. 40ff.). Relevant ist das Verständnis eigener Alltagserfahrungen (vgl. S. 52). Menschen die an Depressionen leiden, müssen ihre individuellen Risiken erkennen und eine Notfallstrategie, z. B. ein Regelwerk entwickeln (vgl. S. 64).

Statistisch gesehen liegt, z. B. auf 100. 000 Menschen in der Gesamtbevölkerung die Suizidrate bei ca. 15 Fällen (vgl. S. 21). Das Risiko eines Suizids wird im Rahmen einer Depression auf über 20 Prozent berechnet. Hoffnungslosigkeit zählt zu den Hauptmotiven der Suizidabsichten. Erkrankungen an Depressionen haben in den letzten Jahrzehnten vor allem bei den 20–30-Jährigen zugenommen; dabei sind es ca. 30 Millionen der Europäer. Es ist von Vorteil, dass der Autor der Selbsthilfe gegen Depression hohe Aufmerksamkeit schenkt. Mit Vorbeugen, z. B. Bewegung, Selbsthilfe und psychotherapeutischen Maßnahmen lässt sich Depression erfolgreich behandeln.

Siegmund Pisarczyk, Hamburg

References

  • Hautzinger M.Ratgeber Depression: Informationen für Betroffene und Angehörige. 3. aktualisierte Aufl. Göttingen: Hogrefe; 2022995€. ISBN 978-3-8017-3168-7 [Google Scholar]

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