Einleitung Bisherige Konzepte digitaler Gesundheitskompetenz (DGK) adressieren überwiegend die Angebotsstruktur von Gesundheitsinformationen und blenden Eigenschaften des Web 3.0, insbesondere die Konvergenz von Informieren, Interagieren und Kollektivieren, aus. Die zunehmende Einbindung Sozialer Medien in Gesundheitshandeln impliziert daher eine systematische Analyse des DGK-Konzepts.
Methode Anhand zweier Konzeptanalysen wurden die Komponenten der DGK in Bezug auf die Anwendung in Sozialen Medien untersucht. Soziale Medien wurden darauf hin analysiert, inwiefern das Finden, Verstehen, Bewerten und Anwenden von Gesundheitsinformationen in diesen Webanwendungen möglich ist.
Ergebnis Soziale Medien fügen sich unter bisherige Konzeptionierungen von DGK noch nicht ein. Insbesondere der kulturhistorische Wandel, der mit Sozialen Medien einhergeht (many-to-many-Prinzip), die Differenzierung verschiedener Typen Sozialer Medien (z. B. User Generated Plattformen) und die Geschäftsmodelle Sozialer Medien (Algorithmen, Meinungsbildung) werden noch nicht in das Konzept der DGK einbezogen.
Schlussfolgerung Soziale Medien beeinflussen die Produktion, Rezeption und Verhandlung gesundheitsbezogener Inhalte und können dadurch Auswirkungen auf das Gesundheitsverhalten und gesundheitliche Einstellungen haben. Das Konzept der DGK sollte in einer Weiterentwicklung die Spezifitäten Sozialer Medien einbeziehen, um praxisorientierte Entwicklungen von Interventionsmöglichkeiten zur Förderung der DGK (z. B. in Schulen oder Erwachsenenbildung) besser gestalten zu können.
