Einleitung Durch die Corona-Pandemie kam es zu vielen Veränderungen in der Gesundheitsversorgung. Hierzu zählen u.a. Priorisierung von Impfungen, Praxisschließungen, OP-Termin-Verschiebungen und Besuchsverbote.
Methoden Um die Pandemie-Auswirkungen auf die Versorgung älterer Patienten zu untersuchen, werden geriatrische Routinedaten eines Krankenhauses in Brandenburg von 2019 bis 2022 analysiert, v.a. im Hinblick auf den Gesundheitszustand (u.a. MMSE, Barthel) und die post-stationäre Versorgung.
Ergebnisse Bei einer Gesamtfallzahl von n = 5.782 Patienten in einem 4-Jahreszeitraum waren diese zu Pandemie-Beginn deutlich rückläufig (-16,8%) und nahmen dann von 2021 auf 2022 wieder zu. Die Verteilung der Pflegrade war im Zeitverlauf relativ stabil (mehr als 50% Grad 2-3), wobei in den ersten beiden Jahren deutlich weniger (bis zu 15%-Punkte) Anträge auf Pflegeeinstellung erfolgten. Die Entlassung vom Krankenhaus in Pflegeeinrichtungen hat im dritten Jahr um 2,9%-Punkte abgenommen. Der Anteil von AOK-Versicherten ist von 2019 (41,7%) zu 2022 (30,6%) deutlich gefallen ist, während der PKV- und Ersatzkassenanteil zugenommen hat.
Auch unter erheblichen Veränderungen der Rahmenbedingungen in den ersten drei Jahren der Corona-Pandemie zeigt sich, dass die geriatrische Versorgung (i.e.S. OPS-Komplexbehandlung) trotz großflächigem Personalausfall (Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten) aufrecht gehalten werden konnte. Auch eine weitergehende (post-stationäre) Versorgung der z.T. hochaltrigen Patienten in stationären Pflegeeinrichtungen war durchgehend gegeben.
