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. 2023 Aug 22;85(08-09):827–828. [Article in German] doi: 10.1055/s-0043-1770667

Große Diskrepanz zwischen Teilnahmeintention und tatsächlicher Teilnahme am Darmkrebsfrüherkennungsprogramm

Maren Dreier 1, Melanie Brinkmann 1,2, Jona Theodor Stahmeyer 3, Melissa Hemmerling 3, Christian Krauth 1, Ulla Walter 1
PMCID: PMC11248835

Einleitung  Über einen 10-Jahreszeitraum nehmen bis zu 27% der Versicherten in Deutschland eine Koloskopie und etwa 15% mindestens drei Stuhltests zur Früherkennung wahr. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Teilnahmeintention und tatsächlicher Teilnahme zu untersuchen.

Methoden  Prospektive Kohortenstudie einer stratifizierten Zufallsstichprobe von GKV-Versicherten, die im Juni 2020 2-3 Wochen nach ihrer Einladung zur Darmkrebsfrüherkennung einen schriftlichen Fragenbogen erhielten. Eingeschlossen wurden die Strata 50-jährige Männer und 55-jährige Frauen, die erstmals Anspruch auf eine Screening-Koloskopie hatten. Es wurden Zusammenhänge zwischen Teilnahmeintention, soziodemographischen und medizinischen Charakteristika und der tatsächlichen Teilnahme in 9 Folgemonaten berechnet (relative Risiken, RR) und eine multivariable logistische Regressionsanalyse durchgeführt.

Ergebnisse  Die Teilnahmeintention der Befragten (Rücklauf 26%) betrug 81% (255/326). Innerhalb von 9 Monaten nahmen 11,6% am Stuhltest und 9,5% an der Koloskopie teil. Die Teilnahmeintention war der stärkste Prädiktor für die spätere Teilnahme (RR=4,9; 95% Konfidenzintervall 1,6-15,0). Es konnten keine weiteren Faktoren identifiziert werden, die eindeutig mit der Teilnahme assoziiert waren.

Schlussfolgerung  Die enorme Diskrepanz zwischen Teilnahmeintention und tatsächlicher Teilnahme bietet ein bedeutsames Präventionspotenzial. Weitere Studien zu Ursachen sind notwendig, um Strategien zu entwickeln, die die Versicherten gezielt bei der Realisierung ihrer intendierten Teilnahme unterstützen.


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