Einleitung Im Bereich der Hypertonieversorgung werden in Deutschland bisher vereinzelt digitale Versorgungsangebote von Patient:innen genutzt und von Ärzt:innen empfohlen. Unklar ist, wie Hypertonieversorgende gegenüber die digitalen Versorgungsangebote eingestellt sind, welche Informationsbedarfe identifiziert und, welche Herausforderungen bei der Umsetzung identifiziert werden können.
Methoden Es wurden 27 telefongestützte Leitfadeninterviews mit 14 Kardiolog:innen, 10 Hausärzt:innen und 3 Pflegenden durchgeführt. Ein heterogenes Sample wurde hinsichtlich der Berufsgruppen zugrunde gelegt. Die Interviews wurden mithilfe der inhaltlich-strukturierenden Inhaltsanalyse, unterstützt von MAXQDA, ausgewertet.
Ergebnisse Aktuell bestehen Vorbehalte gegenüber der Datenqualität, dem Mehrwert für die Patient:innen sowie Schnittstellenkompatibilitäten. Eine Nutzung bedeutet für die Versorgenden derzeit Mehraufwand bei unklarer Vergütung. Diverse Informationsdefizite wurden hinsichtlich des Angebots und der Art von digitalen Angeboten sowie der Wirkung und des Nutzens für die Patient:innen offensichtlich. Der Grad der Informiertheit beeinflusst maßgeblich die Einstellung zu digitalen Versorgungsangeboten im Bereich der Hypertonie.
Schlussfolgerung Der Einsatz digitaler Versorgungsangebote könnte davon profitieren, wenn vorab das Ziel der Nutzung in der Arzt-Patienten-Kommunikation thematisiert werden würde. Die Schulung hinsichtlich des Umgangs mit digitalen Versorgungsangeboten sollte intensiviert sowie die Möglichkeiten der Delegation überprüft werden.
