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. 2023 Aug 22;85(08-09):786–787. [Article in German] doi: 10.1055/s-0043-1770521

Lebenserwartung in Gesundheit und Lebensqualität von Krebspatient:innen in Deutschland 2010 bis 2019: Zunahme der Morbidität, aber Reduktion der Krankheitslast

Ralph Brinks 1, Sabrina Tulka 1, Stephanie Knippschild 1
PMCID: PMC11248883

EinleitungKompression der Morbidität bezeichnet eine Verkürzung der Lebenszeit mit Krankheit 1 . Unberücksichtigt in 1 bleibt dabei die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL). Vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung (LE) in Deutschland untersuchen wir die LE ohne Erkrankung (‘health life expectancy’, HLE) und die HRQoL im Hinblick auf onkologische Erkrankungen (unabhängig von der Krebsart).

Methoden  Die LE und der HLE werden aus den allgemeinen Sterblichkeitsraten 2 und Prävalenzdaten zur onkologischen Versorgung von mehr als 60 Mio gesetzlich Krankenversicherten im Berichtszeitraum 2010 bis 2019 3 geschätzt. Diese stellen wir den ‘Disability Adjusted Life Years’ (DALYs) für alle Neoplasien aus der Global Burden of Disease (GBD)-Studie gegenüber 4 .

Ergebnisse  Die LE stieg von 79,8 (2010) auf 81,6 Jahre (2019), die HLE von 77,4 auf 78,2 Jahre. Damit stieg die LE mit Krebs absolut von 2,4 auf 3,4 Jahre und relativ von 3,1% auf 4,2%. Zeitgleich sanken die alters- und geschlechtsstandardisierten DALYs um 8,5% von 3,52 auf 3,22 Jahre pro 1000 Personen.

Schlussfolgerung  Trotz gestiegener LE konnte im Berichtszeitraum weder relativ noch absolut eine Kompression bei onkologischen Erkrankungen festgestellt werden. Im gleichen Zeitraum verbesserte sich jedoch die mittlere HRQoL für Krebs. Für eine sachgerechtere Bewertung der Morbidität auf Bevölkerungsebene schlagen wir vor, die Kompressionstheorie aus 1 um das Konzept der HRQoL zu erweitern.

References


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