Einleitung Disease-Management-Programme (DMP) für Typ-2 Diabetes mellitus (T2DM) und die Koronare Herzkrankheit (KHK) sollen Patient:innen eine leitliniengerechte Behandlung ermöglichen. Die Förderung des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens gelten zwar als integraler Bestandteil der Behandlung des T2DM und der KHK, eine zielgerichtete Unterstützung bei der Umsetzung gibt es nicht. Zur Weiterentwicklung der DMP wurde ein Personalisiertes Selbstmanagement-Unterstützungsprogramm (P-SUP) entwickelt, das die Komponenten Peer-Support-Gruppen, Online-Portal, Telefon-Coaching und personalisiertes Feedback beinhaltet.
Methoden Im Rahmen einer qualitativen Prozessevaluation wurden 35 P-SUP-Teilnehmer:innen mittels qualitativer leitfadengestützter Fokusgruppeninterviews zu P-SUP befragt.
Ergebnisse Bei der Umsetzung zeigte sich insbesondere die Heterogenität innerhalb der Gruppen als limitierender Faktor. Positiv wurde der persönliche Austausch im Rahmen der Gruppentreffen empfunden. Bezüglich der Effekte von P-SUP wurde regelmäßig von einer merklichen Verbesserung des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens berichtet. In dem Kontext hoben die Patient:innen das Telefon-Coaching und den Einsatz von Bewegungstherapeut:innen als besonders fördernde Faktoren hervor.
Schlussfolgerung Die Ergebnisse unterstreichen die Potentiale von Programmen wie P-SUP zur Erweiterung bestehender DMP. Für eine nachhaltige Implementation von P-SUP in die Regelversorgung sollten zusätzlich Umsetzende zu den Prozessabläufen befragt werden.
