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. 2022 Aug 22;84(08-09):794–795. [Article in German] doi: 10.1055/s-0042-1753785

PartJu: Ergebnisse zur Konzeptualisierung von sozialer Partizipation von Jugendlichen mit und ohne körperlich-motorischen Beeinträchtigungen und/oder chronischen Erkrankungen

L Hoffmann 1, M Bernard 1, B Gebhard 2, C Völlm 2, A Fink 3, M Richter 4
PMCID: PMC11248949

Einleitung  Für Jugendliche ist die soziale Teilhabe in verschiedensten Lebenssituationen wichtiger Bestandteil ihrer Entwicklung (Carlberg & Granlund 2018). Bereits 2001 wurde Partizipation in der ICF als zentrales Ziel von (Re-)Habilitations- und Fördermaßnahmen eingeführt. Dennoch existiert über die Definition in der ICF hinaus für den deutschsprachigen Raum keine umfassende Begriffsklärung bzw. Konzeptualisierung des Konstrukts der sozialen Partizipation. International wurde der Diskurs von Imms und Kolleg:innen aufgegriffen, die die Familie der partizipations-relevanten Konstrukte entwickelt haben (Imms et al. 2016, 2017), welche jedoch im deutschsprachigen Raum eine noch untergeordnete Rolle spielt. Ziel unserer Studie war es daher u.a. eine umfassende Konzeptualisierung des Konstrukts der sozialen Partizipation von Jugendlichen für den deutschsprachigen Raum bereitzustellen.

Methoden  Es wurden semi-strukturierte Leitfadeninterviews (n=34) mit Jugendlichen mit (n=14) und ohne (n=20) körperlich-motorischen Beeinträchtigungen und/oder chronischen Erkrankungen durchgeführt und basierend auf der Grounded Theory ausgewertet (Glaser & Strauss 2010). Zudem wurden fünf leitfadengestützte Fokusgruppen mit Eltern (n=24) sowie drei Fokusgruppen mit Expert:innen (n=21) durchgeführt und inhaltsanalytisch ausgewertet (Mayring 2015).

Ergebnisse  Die Zusammenführung der drei Perspektiven (Jugendliche, Eltern, Expert:innen) zeigt, dass es sich bei der sozialen Teilhabe um ein Konstrukt handelt, das in einen sozialen Kontext eingebettet ist und aus drei Hauptdimensionen besteht: Teilnahme (objektiv), Zufriedenheit (subjektiv) sowie Beteiligung (subjektiv). Diese Dimensionen spiegeln sich in verschiedenen Domänen und Bereichen wider, die für das Leben der Jugendlichen relevant sind. Darüber hinaus muss bei der Bewertung der sozialen Teilhabe auch die subjektive Relevanz berücksichtigt werden.

Schlussfolgerung  Die Ergebnisse spiegeln Teile des internationalen Modells von Imms et al. (2016, 2017) wider, verfeinern dieses und unterstreichen den multidimensionalen Charakter der sozialen Teilhabe. Die Konzeptualisierung sozialer Partizipation zeigt den hohen Stellenwert zweier subjektiver Dimensionen, welcher bei der Entwicklung von Messinstrumenten berücksichtigt werden sollte. Die Erkenntnisse liefern somit eine mögliche Basis, um Messinstrumente zu entwickeln, mit denen beurteilt werden kann, ob Rehabilitations- und Versorgungsprozesse im Hinblick auf ihr Ziel der Verbesserung der sozialen Teilhabe wirksam sind.


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