Wir beginnen dieses Heft mit einem Editorial in eigener Sache – denn unsere Zeit mit den Berichten zur Wissenschaftsgeschichte neigt sich dem Ende zu. Unsere Arbeit ist in den letzten etwa zwei Jahren zunehmend schwieriger geworden. Um Hefte zu produzieren, die uns in Form und Inhalt zufriedenstellten, zuweilen gar beglückten, mussten wir immer mehr Aufwand betreiben, um widrige Rahmenbedingungen auszugleichen, und es gibt keine Aussicht darauf, dass sich dies in absehbarer Zukunft ändert. Wir haben uns daher als Redaktion dazu entschieden, geschlossen unsere Herausgabe der Berichte zur Wissenschaftsgeschichte niederzulegen.
Diesen Schritt empfinden wir als ebenso schmerzlich wie zwingend. Zeitschriften sind seit 400 Jahren ein wesentliches Element der Wissenschaft, und gerade mehrsprachige Zeitschriften sollten wir pflegen und erhalten – aber die Zeitschriftenlandschaft ist in keinem guten Zustand. Tatsächlich erlebt das gesamte wissenschaftliche Publikationswesen einen Umbruch. Die Ursachen sind vielfältig, dazu gehören technologischer Wandel, Personalabbau, Rationalisierung von Prozessen, Kommodifizierung der Inhalte und vieles mehr.
Für die letzte von der bestehenden Redaktion herausgegebenen Ausgabe der Berichte zur Wissenschaftsgeschichte (Sommer 2027) laden wir daher Beiträge zum Thema „Zukünfte des wissenschaftlichen Publizierens“ ein. Willkommen sind Reflexionen aus Sicht von Autor:innen, Herausgeber:innen oder anderen Praktiker:innen, Entwürfe, wie den gegenwärtigen Problemen des wissenschaftlichen Publizierens begegnet werden könnte (siehe u. a. Position der Arbeitsgruppe „Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens“ der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina 1 , Stockholm‐Declaration), aber auch historische Untersuchungen etwa zu Autorschaft, Zeitschriften und Verlagen seit der Frühen Neuzeit, die dazu beitragen, die Rolle verschiedener Akteure im Publikationswesen besser zu verstehen, die medialen Umbrüchen nachgehen oder die das Publizieren im Spannungsfeld von öffentlichen und privaten Interessen situieren. Die Beiträge können auf Englisch oder Deutsch abgefasst sein und sollten die Länge von 6000–7000 Wörtern nicht überschreiten. Interessierte senden bitte Abstracts von max. 300 Wörtern bis zum 1. September 2026 an: mathias.grote@uni-greifswald.de.
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We open this issue with an editorial of our own—because our time with Berichte zur Wissenschaftsgeschichte is coming to an end. Over roughly the past two years, our work has become increasingly difficult. Producing issues whose form and content met our standards—and at times even brought us genuine satisfaction—required ever greater effort to offset challenging structural conditions, and there is no reason to expect this will improve in the foreseeable future. We have therefore decided, as an editorial team, to step down collectively from our roles as editors of Berichte zur Wissenschaftsgeschichte.
We view this step as both painful and unavoidable. For four centuries, journals have been a cornerstone of scholarly communication, and multilingual journals in particular deserve to be cultivated and sustained—but the current journal landscape is in poor shape. Indeed, the entire system of scholarly publishing is undergoing profound transformation. The causes are many, including technological change, staff reductions, process rationalization, the commodification of content, and more.
For the final issue of Berichte zur Wissenschaftsgeschichte to be produced by the current editorial team (Summer 2027), we invite contributions on the theme “Futures of Scholarly Publishing.” We welcome reflections from the perspectives of authors, editors, and other practitioners; proposals for how the current challenges of scholarly publishing might be addressed (see, among others, position of the Working Group “The Future of Scholarly Publishing” the German National Academy of Sciences Leopoldina 2 or the Stockholm Declaration); as well as historical studies—for example, on authorship, journals, and publishers since the early modern period—that help us better understand the roles of different actors in the publishing ecosystem, trace media transformations, or situate publishing within the tension between public and private interests. Submissions may be written in English or German and should not exceed 6,000–7,000 words. Please send abstracts of no more than 300 words by September 1, 2026, to: mathias.grote@uni-greifswald.de.
Footnotes
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, „Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens“, ‐https://www.leopoldina.org/aufgaben/empfehlen‐und‐beraten/politikberatung‐in‐deutschland/zukunft‐des‐wissenschaftlichen‐publizierens; Sabel und Larhammar 2025.
German National Academy of Sciences Leopoldina, “The Future of Scholarly Publishing,” https://www.leopoldina.org/en/tasks/advising‐and‐recommending/policy‐advice‐in‐germany/the‐future‐of‐scientific‐publishing; Sabel and Larhammar 2025.
Bibliographie
- Sabel, Bernhard , und Larhammar Dan, “Reformation of Science Publishing: The Stockholm Declaration,” Royal Society Open Science 12, no. 11 (2025): 251805. [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
