Abstract
Komplikationen der akuten Otitis media (AOM) sind selten, können jedoch intratemporal oder intrakraniell auftreten. Klinisch relevante Mastoiditiden zeigen sich meist durch subperiostale Abszesse, während subklinische Verschattungen der Mastoidzellen häufig auftreten, aber keine spezifische Therapie erfordern. Weitere mögliche Komplikationen umfassen Labyrinthitis, Fazialisparese, intratemporale Abszesse, Sinusvenenthrombosen oder Meningitiden. Die Diagnostik basiert auf klinischer Untersuchung, Laborparametern und gezielter Bildgebung. Intratemporale Komplikationen werden primär antibiotisch behandelt. Chirurgische Eingriffe sind bei Abszessbildung oder Therapieversagen erforderlich. Intrakranielle Komplikationen bedürfen meist einer interdisziplinären operativen Versorgung. Die vorliegende Übersicht bietet praxisnahe Empfehlungen zu Differenzierung, Diagnostik und Therapie und soll die Aufmerksamkeit für potenziell schwerwiegende Verläufe schärfen.
Schlüsselwörter: Mittelohr, Fazialisparese , Sinusvenenthrombose , Mastoiditis, Abszess
Abstract
Complications of acute otitis media (AOM) are rare but can occur intratemporally or intracranially. Clinically relevant mastoiditis usually presents with subperiosteal abscesses, whereas subclinical opacification of the mastoid cells is common but does not require specific treatment. Other potential complications include labyrinthitis, facial nerve palsy, intratemporal abscess, cerebral venous sinus thrombosis, or meningitis. Diagnosis relies on clinical examination, laboratory tests, and targeted imaging. Intratemporal complications are primarily treated with antibiotics. Surgical intervention is indicated in cases of abscess formation or treatment failure. Intracranial complications often necessitate interdisciplinary surgical management. This review provides practical guidance on differentiation, diagnosis, and treatment, highlighting the importance of recognizing potentially severe courses.
Keywords: Middle ear, Facial paralysis, Cerebral venous sinus thrombosis , Mastoiditis, Abscess
Lernziele
Nach Lektüre dieses Beitrags…
sind Sie in der Lage, die wichtigsten Komplikationen der akuten Otitis media zu erkennen und zu unterscheiden,
verstehen Sie die Risikofaktoren und pathophysiologischen Mechanismen der Komplikationen,
können Sie klinische Warnzeichen identifizieren und eine gezielte Diagnostik einleiten,
wissen Sie, Therapie- und Managementoptionen praxisnah anzuwenden und interdisziplinär abzustimmen.
Kasuistik
Ein 4‑jähriges Mädchen wurde mit persistierendem Fieber bis 39,5 °C seit 5 Tagen, akuten Ohrenschmerzen und retroaurikulärer Rötung
Retroaurikuläre Rötung
vorgestellt. Die Familie berichtete über rezidivierende Mittelohrentzündungen
Rezidivierende Mittelohrentzündungen
ohne bisherige schwerwiegende Komplikationen. Klinisch zeigte sich eine Schwellung hinter dem rechten Ohr, das Trommelfell war stark gerötet und vorgewölbt. Zudem bestand eine Fazialisparese rechts
Fazialisparese rechts
(House-Brackmann Grad II). Laboruntersuchungen zeigten erhöhte Entzündungsmarker. Eine Computertomographie (CT) des Felsenbeins bestätigte eine Mastoiditis mit subperiostalem Abszess
Subperiostaler Abszess
, jedoch ohne intrakranielle Ausbreitung. Initial wurde eine i.v.-Breitbandantibiotikatherapie eingeleitet und eine Paukendrainage zur Druckentlastung und Entfernung von Mittelohrerguss durchgeführt. Bei persistierender Symptomatik und fehlender Besserung
Fehlende Besserung
der Fazialisparese erfolgte schließlich eine Mastoidektomie
Mastoidektomie
. Diese diente der Drainage der entzündeten Mastoidzellen und der indirekten Entlastung des N. facialis durch Entfernung des entzündeten Gewebes. Unter enger Verlaufskontrolle besserten sich die Symptome rasch, die Fazialisparese bildete sich zurück, und die Entzündungswerte normalisierten sich.
Epidemiologie und Risikofaktoren
Die Otitis media umfasst ein Spektrum von Mittelohrentzündungen: die akute Otitis media
akute Otitis media
(AOM) mit plötzlichem Einsetzen von Ohrenschmerzen, Fieber und Trommelfellvorwölbung, die Otitis media mit Erguss
Otitis media mit Erguss
(OME) ohne akute Entzündung sowie chronische Formen wie die chronisch suppurative Otitis media
Chronisch suppurative Otitis media
(CSOM) mit persistierender Trommelfellperforation und Otorrhö oder das Cholesteatom
Cholesteatom
als keratinisierende chronische Entzündung des Epitympanums. Während die AOM die entscheidende Entität für akute suppurative Komplikationen darstellt, unterscheiden sich OME und chronische Otitiden in Risikoprofil und Verlauf [1, 2, 3].
Die AOM ist eine der häufigsten Infektionen im Kindesalter, mit einem Höhepunkt zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 2. Lebensjahr. Etwa 80 % der Kinder erleiden bis zum dritten Lebensjahr mindestens eine Episode. Bis zum siebten Lebensjahr haben ungefähr 40 % der Kinder 6 oder mehr Episoden durchgemacht. Bei Erwachsenen ist die AOM seltener als im Kindesalter, bleibt aber insbesondere bei Patienten mit Begleiterkrankungen klinisch relevant. Prädisponierend wirken Tubenventilationsstörungen
Tubenventilationsstörungen
bei Erwachsenen sowie adenoide Vegetationen
Adenoide Vegetationen
Komplikationen der AOM sind insgesamt selten. In einer großen US-amerikanischen Notaufnahmedatenbank trat nur bei etwa 0,26 % der AOM-Fälle eine Komplikation auf, wobei Mastoiditis, Labyrinthitis und Fazialisparese die am häufigsten dokumentierten intratemporalen Komplikationen waren [5]. Intratemporale Komplikationen überwiegen gegenüber intrakraniellen Komplikationen, wie Meningitis, Sinusvenenthrombosen oder Abszessbildungen. Bei Kindern ist insbesondere Streptococcus pneumoniae der häufigste Erreger bei suppurativen Komplikationen. Risikofaktoren
Risikofaktoren
für komplizierte Verläufe umfassen ein jüngeres Alter, ein unreifes oder geschwächtes Immunsystem
Geschwächtes Immunsystem
, persistierende Symptome, rezidivierende AOM, Infektionen mit virulenten oder antibiotikaresistenten Erregern, unzureichend behandelte Episoden sowie Impflücken
Impflücken
, insbesondere gegen Pneumokokken. Trotz dieser Risikofaktoren bleibt die Inzidenz von Komplikationen gering, wie in populationsbasierten Studien gezeigt wurde [6, 7, 8, 9, 10].
Merke
Komplikationen der AOM sind insgesamt selten, treten aber v. a. bei kleinen Kindern und Patienten mit Risikofaktoren auf.
Pathophysiologie
Komplikationen der AOM entstehen durch die Ausbreitung der Infektion auf benachbarte Strukturen und durch individuelle anatomische oder immunologische Faktoren des Patienten. Intratemporale Komplikationen treten auf, wenn die Entzündung vom Mittelohr auf Mastoidzellen, Innenohr oder den Verlauf des N. facialis übergreift. Dabei kann es infolge einer Ostitis der mastoidalen Kortikalis zur Knochenarrosion
Knochenarrosion
und schließlich zur Ausbildung eines subperiostalen Abszesses kommen. Zudem kann es zum Eindringen bakterieller oder entzündlicher Mediatoren in das Innenohr oder zu einer Schädigung des Fazialisnervs führen.
Merke
Intratemporale Komplikationen entstehen durch direkte Ausbreitung der Infektion auf Mastoid, Innenohr oder N. facialis.
Die Pathophysiologie der Fazialisparese ist multifaktoriell: Diskutiert werden direkte Infektionsausbreitung
Direkte Infektionsausbreitung
über knöcherne Dehiszenzen, Osteitis des Falloppio-Kanals oder ein entzündlich bedingtes Ödem mit Ischämie des Nervs. Neurotoxische, immunvermittelte und virale Mechanismen
Virale Mechanismen
sind weitere mögliche Ursachen [11, 12]. Intrakranielle Komplikationen entstehen durch Infektionsausbreitung über venöse Gefäße oder knöcherne Lücken
Knöcherne Lücken
und können Abszesse, Sinusthrombosen oder Meningitiden verursachen. Sie sind meist mit erhöhter Morbidität verbunden und erfordern frühzeitige Erkennung sowie gezielte diagnostische und therapeutische Maßnahmen [13, 14, 15, 16].
Merke
Intrakranielle Komplikationen erfolgen meist über venöse oder knöcherne Wege und können Abszesse, Sinusvenenthrombosen oder Meningitiden verursachen.
Klinische Darstellung der wichtigsten Komplikationen
Intratemporal
Mastoiditis
Die Mastoiditis bei der AOM (Abb. 1) entsteht durch die Ausbreitung der Entzündung vom Mittelohr auf die pneumatisierten Mastoidzellen
Pneumatisierte Mastoidzellen
. Eine mastoidale Beteiligung ist bei jeder AOM zu erwarten. Klinisch fällt v. a. die retroaurikuläre, teigige Schwellung
Teigige Schwellung
auf, die stets durch einen Subperiostalabszess verursacht wird. Typische Begleitzeichen sind persistierendes Fieber
Persistierendes Fieber
, zunehmende Ohrenschmerzen, Rötung, Druckdolenz
Druckdolenz
und das Abstehen der Ohrmuschel. Bei Kleinkindern können zusätzlich Reizbarkeit oder Trinkschwäche auftreten.
Abb. 1.

Axiale Computertomographie (CT). Rechtsseitige abszedierende Mastoiditis mit a dorsalem Kortikalisdefekt der Mastoidzellen (weißer Pfeil) und b knöchernem Defekt dorsal der Mastoidzellen (gelber Pfeil) mit Fortleitung der Entzündung nach extrakraniell
Komplizierte Mastoiditis und Abszesse
Bei sich ausbreitender Mastoiditis können extratemporale Abszesse
Extratemporale Abszesse
entstehen, deren Lokalisation von der Richtung der Infektionsausbreitung abhängt (z. B. subperiostaler Abszess bei lateraler Kortikalisperforation, Bezold-Abszess mit Ausbreitung in die tiefen Halsweichteile entlang des M. sternocleidomastoideus, Citelli-Abszess mit dorsookzipitaler Ausbreitung oder Muret-Abszess mit Ausbreitung in die Fossa digastrica). Selten kann die Infektion die Felsenbeinspitze betreffen, was zum Gradenigo-Syndrom
Gradenigo-Syndrom
führen kann, das durch die klassische Trias aus Otitis media/Mastoiditis, Trigeminusschmerz und Abduzensparese gekennzeichnet ist [17, 18].
Labyrinthitis
Die Labyrinthitis entsteht durch toxische oder bakterielle Ausbreitung aus dem Mittelohr ins Innenohr
Innenohr
, meist über das runde oder ovale Fenster im Rahmen einer entzündlich gesteigerten Permeabilität
Gesteigerte Permeabilität
der Membranen oder bei erosiven Veränderungen der knöchernen Begrenzungen. Klinisch dominieren akuter Drehschwindel
Akuter Drehschwindel
, Übelkeit, Erbrechen, Nystagmus und sensorineurale Hörminderung
Sensorineurale Hörminderung
. Die seröse Form
Seröse Form
ist meist reversibel und hat oft einen leichteren Verlauf, während die eitrige Form
Eitrige Form
ein hohes Risiko für bleibende Hörschäden
Bleibende Hörschäden
und persistierende Gleichgewichtsstörungen hat. In diesen Fällen sind eine rasche diagnostische Abklärung und therapeutische Eskalation erforderlich. Besonders bei Kindern kann die Symptomatik schwer erkennbar sein – hier sind auffällige Gangunsicherheit, häufiges Hinfallen
Häufiges Hinfallen
Fazialisparese
Mehrere Hypothesen führen die Entstehung einer peripheren Fazialisparese
Periphere Fazialisparese
auf ein Ödem, erhöhte Druckverhältnisse
Erhöhte Druckverhältnisse
im Fazialiskanal oder direkte toxische Effekte
Toxische Effekte
der Infektion zurück [11, 12]. Klinisch zeigt sich eine einseitige Schwäche der mimischen Muskulatur, eingeschränkter Lidschluss und Mundwinkelabsinken
Mundwinkelabsinken
.
Der Schweregrad kann variieren – von leichter asymmetrischer Mundwinkelbewegung bis zu kompletter Lähmung der betroffenen Gesichtshälfte und wird klinisch anhand des House-Brackmann-Scores
House-Brackmann-Score
(Grad I–VI) beurteilt. Differenzialdiagnostisch ist insbesondere die Abgrenzung zu zentralen Fazialisparesen relevant. Periphere Fazialisparesen betreffen typischerweise die gesamte ipsilaterale Gesichtshälfte einschließlich Stirnmuskulatur und Lidschluss, können klinisch jedoch – insbesondere bei inkompletter Ausprägung (z. B. House-Brackmann Grad II–III) – auch nur als partielle Mundastschwäche imponieren. Zentrale Fazialisparesen zeigen dagegen meist eine Aussparung der Stirnmotorik [19, 21].
Merke
Periphere Fazialisparesen betreffen gewöhnlich auch Stirnmuskulatur und Lidschluss. Bei zentralen Fazialisparesen wird meist die Stirnmotorik ausgespart.
Intrakraniell
Meningitis
Otogene Meningitiden zählen zu den häufigsten intrakraniellen Komplikationen der AOM und entstehen durch direkte oder hämatogene Ausbreitung
Hämatogene Ausbreitung
[22, 23]. Klinische Warnzeichen sind Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteife
Nackensteife
(Meningismus) sowie Bewusstseinsveränderungen [23]. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern erfordert das variable klinische Bild eine sorgfältige Untersuchung und frühzeitige Bildgebung
Frühzeitige Bildgebung
.
Intrakranielle Abszesse
Intrakranielle Abszesse können epidural, subdural oder intrazerebral auftreten (Abb. 2). Typische Symptome umfassen Kopfschmerzen, fokalneurologische Defizite, Vigilanzminderung
Vigilanzminderung
und epileptische Anfälle
Epileptische Anfälle
. Bei jüngeren Kindern können anfänglich unspezifische Symptome wie Reizbarkeit oder Appetitlosigkeit auftreten. Intrakranielle Abszesse zählen neben der Meningitis zu den relativ häufigen intrakraniellen Komplikationen und erfordern bei Verdacht eine frühzeitige Bildgebung [22, 23, 24].
Abb. 2.

Axiale Magnetresonanztomographie (MRT; T2-gewichtet). Abszedierende Mastoiditis mit Durchbruch nach intrakraniell und Ausbildung eines epiduralen Abszesses (weißer Pfeil); außerdem extrakranielle (subperiostale) Abszessausdehnung (gelber Pfeil)
Sinusvenenthrombose
Die laterale Sinusvenenthrombose zählt zu den seltenen, aber relevanten intrakraniellen Komplikationen der AOM. Klinische Warnzeichen können anhaltende Kopfschmerzen, Fieber, Papillenödem und Hirnnervenfunktionsstörungen
Hirnnervenfunktionsstörungen
, insbesondere des N. abducens
N. abducens
, sein.
Merke
Intratemporale und intrakranielle Komplikationen sind selten, können aber schwer verlaufen.
Bei Kindern kann die Symptomatik unspezifisch oder maskiert auftreten, sodass eine sorgfältige klinische Beurteilung und frühzeitige Bildgebung entscheidend sind [7, 23, 24].
Merke
Warnzeichen wie anhaltende Kopfschmerzen, Fieber, retroaurikuläre Schwellung oder neurologische Auffälligkeiten erfordern sofortige Diagnostik und interdisziplinäres Management.
Diagnostik
Die frühzeitige Erkennung von AOM-Komplikationen ist entscheidend, um Morbidität und Mortalität zu reduzieren. Die Diagnostik umfasst klinische Untersuchung, Labordiagnostik und gezielte Bildgebung. Neben klassischen AOM-Symptomen wie Otalgie, Fieber und Hörminderung sind insbesondere Warnzeichen für komplizierte Verläufe relevant: persistierendes oder progredientes Fieber
Progredientes Fieber
trotz Therapie, ausgeprägte retroaurikuläre Schwellung mit Abstehen der Ohrmuschel, neu aufgetretene Fazialisparese, Schwindel, starke Kopfschmerzen
Starke Kopfschmerzen
, Meningismus oder weitere neurologische Auffälligkeiten. Neurologische Symptome
Neurologische Symptome
gelten als klare Indikation zur unverzüglichen Bildgebung
Unverzügliche Bildgebung
. Laborparameter wie C‑reaktives Protein (CRP), Leukozytenzahl und Procalcitonin (PCT) spiegeln das Entzündungsausmaß wider, erlauben jedoch keine sichere Differenzierung zwischen unkomplizierten und komplizierten Verläufen. Bei Verdacht auf systemische Infektion oder Sepsis
Sepsis
sollten vor Beginn einer antibiotischen Therapie Blutkulturen
Blutkulturen
abgenommen werden.
Merke
Die Kombination aus klinischer Untersuchung, Laborparametern und gezielter Bildgebung ermöglicht eine frühe Differenzierung intratemporaler und intrakranieller Komplikationen.
Die Wahl des bildgebenden Verfahrens richtet sich nach dem klinischen Verdacht. Bei intratemporalen Komplikationen wird primär die kontrastmittelgestützte Computertomographie
Kontrastmittelgestützte Computertomographie
(CT) des Felsenbeins empfohlen, da sie knöcherne Destruktionen, Mastoidzellverschattungen
Mastoidzellverschattungen
und subperiostale Abszesse zuverlässig darstellt. Bei Verdacht auf intrakranielle Komplikationen, wie Abszesse oder Sinusvenenthrombosen, gilt die kontrastmittelgestützte Magnetresonanztomographie
Kontrastmittelgestützte Magnetresonanztomographie
(MRT) als Methode der Wahl, da sie Weichteilstrukturen
Weichteilstrukturen
, meningeale Beteiligungen und venöse Sinus sensitiver abbildet als die CT. Bei Verdacht auf eine Sinusvenenthrombose
Sinusvenenthrombose
sollte ergänzend eine MR-Venographie
MR-Venographie
durchgeführt werden [6, 7, 21, 23, 24, 25, 26, 27]. Im Kindesalter sollte die Indikation zur CT aufgrund der Strahlenexposition
Strahlenexposition
streng gestellt werden. Sie ist insbesondere bei Verdacht auf intratemporale Komplikationen oder bei fehlender klinischer Besserung unter adäquater Therapie gegeben. Dies gilt v. a., wenn die Bildgebung für die weitere therapeutische und operative Planung erforderlich ist. In diesen Fällen überwiegt der diagnostische sowie für die operative Therapieplanung relevante Nutzen die Strahlenbelastung. Wenn möglich, sollten Low-Dose-CT-Protokolle
Low-Dose-CT-Protokolle
verwendet werden.
Merke
Für intratemporale Befunde eignet sich primär eine CT-Bildgebung, für intrakranielle Komplikationen eine MRT-Untersuchung.
Therapie und Management
Die Behandlung von Komplikationen der AOM richtet sich nach Art und Schwere der jeweiligen Komplikation sowie nach dem klinischen Zustand des Patienten. Ein rasches und zielgerichtetes Vorgehen ist von zentraler Bedeutung, um den Krankheitsverlauf zu kontrollieren und Folgeschäden zu verhindern.
Bei intratemporalen Komplikationen wie Mastoiditis, Labyrinthitis oder Fazialisparese steht zunächst die antibiotische Therapie im Vordergrund. Empirische Breitbandantibiotika
Empirische Breitbandantibiotika
werden i.v. verabreicht und anhand mikrobiologischer Befunde angepasst. Zusätzlich kann eine Parazentese
Parazentese
, ggf. mit Paukendrainage
Paukendrainage
, durchgeführt werden (bei Kindern ist zusätzlich eine Adenotomie zur Verbesserung der Tubenventilation zu erwägen); diese sollte(n) großzügig erfolgen, um vom Druck zu entlasten, Eiter zu drainieren und die Mittelohrbelüftung zu verbessern.
Merke
Bei intratemporalen Komplikationen der AOM ist neben antibiotischer Therapie bei fehlender klinischer Besserung eine frühzeitige Parazentese/Paukendrainage indiziert.
Bei Labyrinthitis richtet sich das Management nach der klinischen Ausprägung. Die seröse Labyrinthitis
Seröse Labyrinthitis
wird primär konservativ mit antibiotischer Therapie i.v. behandelt und ist häufig reversibel. Die eitrige Labyrinthitis
Eitrige Labyrinthitis
hingegen ist mit einem hohen Risiko für irreversible sensorineurale Hörschädigung und persistierende vestibuläre Defizite verbunden. In diesen Fällen ist eine frühzeitige therapeutische Eskalation erforderlich, einschließlich engmaschiger klinischer und bildgebender Verlaufskontrolle. Bei progredientem Verlauf oder fehlendem Ansprechen auf die antibiotische Therapie ist eine chirurgische Herdsanierung
Chirurgische Herdsanierung
im Sinne einer Mastoidektomie zur Elimination des Infektionsfokus indiziert, um eine weitere Ausbreitung in Richtung intrakranieller Komplikationen zu verhindern. Bei eingetretener irreversibler sensorineuraler Hörschädigung sollte frühzeitig eine audiologische Abklärung und Einleitung rehabilitativer Maßnahmen erfolgen, einschließlich Hörgeräteversorgung
Hörgeräteversorgung
oder Cochleaimplantation
Cochleaimplantation
bei entsprechender Indikation. Eine operative Therapie bei Fazialisparese, etwa Mastoidektomie mit oder ohne Fazialisnervdekompression
Fazialisnervdekompression
, wird in der klinischen Praxis häufig erwogen, insbesondere bei kompletter oder progredienter Parese; in der Literatur wird der Eingriff jedoch kontrovers diskutiert. Während eine isolierte Mastoidzellverschattung in der Bildgebung häufig lediglich einer mukosalen Entzündung im Rahmen einer akuten Otitis media entspricht und keine Operationsindikation darstellt, besteht eine Indikation zur Mastoidektomie insbesondere bei fehlendem Ansprechen auf eine adäquate antibiotische Therapie oder beim Auftreten von subperiostalen bzw. extratemporalen Abszessen, die einer chirurgischen Drainage bedürfen. Ebenso ist die operative Therapie bei intrakraniellen Komplikationen indiziert. Bei schweren intratemporalen Komplikationen kann eine operative Sanierung des Mittelohrs und Mastoids ebenfalls erforderlich sein, insbesondere bei klinisch relevanter Fazialisparese (House-Brackmann Grad IV–VI oder bei progredientem Verlauf trotz antibiotischer Therapie) sowie bei eitriger Labyrinthitis im Rahmen einer komplizierten Otitis media oder Mastoiditis mit fehlendem klinischem Ansprechen auf konservative Therapie. Bei klinisch fortschreitender Mastoiditis unter konservativer Therapie ist eine operative Herdsanierung im Sinne einer Mastoidektomie (Abb. 3) ebenfalls indiziert [19, 28].
Abb. 3.

Intraoperatives Bild einer Mastoidektomie auf der linken Seite mit Eiteraustritt
Merke
Bei Abszessbildung oder progredientem Verlauf trotz adäquater Therapie ist eine operative Herdsanierung mit Mastoidektomie und chirurgischer Drainage erforderlich.
Intrakranielle Komplikationen erfordern häufig ein interdisziplinäres chirurgisches Vorgehen zwischen HNO-Heilkunde und Neurochirurgie
Neurochirurgie
. Bei Abszessen ist die chirurgische Drainage oft unverzichtbar, ergänzt durch eine hochdosierte i.v.-Antibiotikatherapie. Bei Sinusvenenthrombosen können zusätzlich Antikoagulanzien
Antikoagulanzien
indiziert sein, während Meningitiden eine sofortige antibiotische Behandlung und ggf. supportive Therapie auf der Intensivstation
Intensivstation
erfordern. Im klinischen Alltag kommen bei intrakraniellen Komplikationen typischerweise Cephalosporine
Cephalosporine
der dritten Generation, wie Ceftriaxon, zum Einsatz, da sie ein breites Erregerspektrum abdecken und liquorgängig sind [22, 28, 29, 30]. Bei Meningitis erfolgt die kalkulierte antibiotische Initialtherapie standardmäßig in Kombination mit Ampicillin [30]. Aufgrund des Risikos einer raschen Labyrinthverknöcherung
Rasche Labyrinthverknöcherung
sollte bei meningitisassoziierter Hörminderung
Meningitisassoziierte Hörminderung
frühzeitig eine Evaluation hinsichtlich einer Cochleaimplantation erfolgen [31].
Parallel zu gezielten Maßnahmen ist eine engmaschige klinische Kontrolle essenziell, um den Verlauf der Komplikation zu überwachen. Dabei sollten sowohl lokale Symptome (z. B. Ohrenschmerzen, retroaurikuläre Schwellung oder Schwellungen in Hals- und Nackenbereich bei Abszessen) als auch systemische Zeichen (Fieber, neurologische Auffälligkeiten) berücksichtigt werden.
Insgesamt zeigt sich, dass die erfolgreiche Therapie von AOM-Komplikationen ein schnelles Erkennen, angemessenes antibiotisches Management, ggf. chirurgisches Eingreifen und interdisziplinäre Koordination erfordert. Durch diese strukturierte Vorgehensweise
Strukturierte Vorgehensweise
lassen sich schwere Verläufe vermeiden und die Genesung der Patienten beschleunigen.
Merke
Intrakranielle Komplikationen erfordern ein sofortiges interdisziplinäres chirurgisches Management.
Prognose
Die Prognose komplizierter Verläufe der AOM hängt entscheidend vom frühen Erkennen und der raschen Einleitung einer adäquaten Therapie ab. Intratemporale Komplikationen zeigen i. d. R. eine gute Erholung ohne dauerhafte funktionelle Defizite. Dennoch können in einem Teil der Fälle Residuen wie persistierende Hörschädigungen
Persistierende Hörschädigungen
auftreten. Intrakranielle Komplikationen sind mit deutlich höherer Morbidität und auch erhöhter Mortalität verbunden; neurologische oder funktionelle Restdefizite
Funktionelle Restdefizite
sind hier häufiger. Adäquate diagnostische und therapeutische Maßnahmen reduzieren schwere Verläufe deutlich. Eine engmaschige Überwachung
Engmaschige Überwachung
sowie eine strukturierte interdisziplinäre Versorgung tragen maßgeblich zu günstigen funktionellen Outcomes bei [6, 28].
Fazit für die Praxis
Komplikationen der akuten Otitis media (AOM) sind selten, erfordern jedoch aufgrund potenziell schwerer Verläufe eine hohe klinische Aufmerksamkeit.
Die Diagnose beruht auf klinischen Warnzeichen in Kombination mit Laborparametern und gezielter Bildgebung für eine sichere Differenzierung der Komplikationen.
Intratemporale Komplikationen erfordern ein stufenweises Vorgehen: Initial erfolgt eine antibiotische Therapie. Bei persistierendem Paukenerguss und fehlender klinischer Besserung ist eine frühzeitige Parazentese, ggf. mit Paukendrainage (bei Kindern ggf. kombiniert mit einer Adenotomie), indiziert. Bei Abszessbildung oder fehlendem Ansprechen auf die Therapie ist eine Mastoidektomie mit suffizienter Drainage des Infektionsherds erforderlich.
Intrakranielle Komplikationen erfordern häufig eine interdisziplinäre chirurgische Behandlung zwischen HNO-Heilkunde und Neurochirurgie.
Engmaschige Verlaufskontrolle und interdisziplinäre Abstimmung sind entscheidend, um schwere Verläufe frühzeitig zu erkennen und die Prognose zu verbessern.
Acknowledgments
Förderung
Für diese Arbeit wurde keine Förderung erhalten.
CME-Fragebogen
Ein 3‑jähriges Kind mit rezidivierender Otitis media präsentiert sich mit hohem Fieber und retroaurikulärer Schwellung. Welche Komplikation ist am wahrscheinlichsten?
Labyrinthitis
Mastoiditis
Fazialisparese
Sinusvenenthrombose
Meningitis
Welche Aussage zu intrakranialen Komplikationen der akuten Otitis media (AOM) trifft zu?
Sie entstehen durch direkte Ausbreitung über das submuköse Fettgewebe.
Subdurale oder epidurale Abszesse sind häufige intratemporale Komplikationen.
Sinusvenenthrombosen können als Folge einer venösen Ausbreitung auftreten.
Intrakranielle Komplikationen sind meist asymptomatisch.
Labyrinthitis zählt zu den intrakraniellen Komplikationen.
Bei Verdacht auf eine intrakraniale Komplikation der akuten Otitis media (AOM) sollte welches bildgebende Verfahren primär durchgeführt werden?
Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels mit Kontrastmittel
Röntgenaufnahme des Schädels
Computertomographie (CT) des Felsenbeins
Ultraschall der Halsweichteile
Fluordesoxyglukose-Positronenemissionstomographie-Computertomographie (FDG-PET-CT)
Welche Warnzeichen deuten auf eine komplizierte Otitis media hin?
Leichte Ohrenschmerzen und gelegentliches Fieber
Retroaurikuläre Schwellung und neurologische Auffälligkeiten
Rhinitis und leichtes Ohrgeräusch
Periodische Tinnitusattacken
Kurzzeitige Schwindelanfälle ohne andere Symptome
Bei einem Erwachsenen mit Diabetes mellitus entwickelt sich eine akute Otitis media (AOM) mit plötzlicher Fazialisparese. Welche Maßnahme ist vorrangig?
Langzeit-Antibiotikatherapie p.o.
Engmaschige Kontrolle, konservative Behandlung
Intravenöse antibiotische Therapie, Bildgebung
Hörgeräteversorgung
Schmerztherapie ausreichend
Welche Aussage zur antibiotischen Therapie intratemporaler Komplikationen trifft zu?
Orale Antibiotika sind meist ausreichend.
Breites Spektrum und i.v.-Gabe werden empfohlen.
Antibiotika sind unterstützend, die chirurgische Therapie ist obligat.
Topische Ohrentropfen reichen in den meisten Fällen aus.
Antibiotika sind bei intrakraniellen Komplikationen nicht indiziert.
Ein 5‑jähriges Mädchen wird wegen einer akuten Otitis media seit 3 Tagen mit einem Antibiotikum behandelt. Die Eltern berichten über eine leichte Besserung der Ohrenschmerzen und rückläufiges Fieber. Bei der Untersuchung zeigt sich ein gerötetes Trommelfell ohne retroaurikuläre Schwellung. Die Ohrmuschel steht nicht ab. Das Kind ist wach, altersentsprechend orientiert und zeigt keine neurologischen Auffälligkeiten. Laborchemisch finden sich ein Wert für C‑reaktives Protein (CRP) von 45 mg/l und eine Leukozytose von 14.000/µl. Welche diagnostische Maßnahme ist aktuell am ehesten angezeigt?
Kontrastmittelgestützte Computertomographie (CT) des Felsenbeins zur frühzeitigen Erkennung einer Mastoiditis
Kontrastmittelgestützte Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels mit MR-Venographie
Sofortige operative Mastoidektomie
Klinische Verlaufskontrolle unter Fortführung der Therapie
Lumbalpunktion zum Ausschluss einer Meningitis
Welche Veränderungen lassen sich bei einer Mastoiditis in der Computertomographie (CT) des Felsenbeins erkennen?
Ossifikation der Cochlea
Luftgefüllte Mastoidzellen ohne Flüssigkeit
Knochenresorption im Mastoidbereich
Erweiterter Fazialiskanal
Subduraler Abszess
Welche Patientengruppe hat ein erhöhtes Risiko für komplizierte Verläufe?
Gesunde Erwachsene
Kinder unter 5 Jahren mit rezidivierender Otitis media
Jugendliche ohne Vorerkrankungen
Erwachsene mit saisonaler Rhinitis
Leistungssportler
Welche Maßnahme ist zentral bei der Behandlung intrakranieller Komplikationen?
Orale Antibiotikatherapie
Interdisziplinäre chirurgische Behandlung
Schmerztherapie und Beobachtung
Topische Ohrentropfen
Hörgeräteversorgung
Funding
Open access funding provided by University of Innsbruck and Medical University of Innsbruck.
Datenverfügbarkeit
Alle dieser Arbeit zugrunde liegenden Daten sind in diesem Artikel enthalten.
Einhaltung ethischer Richtlinien
Interessenkonflikt
Gemäß den Richtlinien des Springer Medizin Verlags werden Autorinnen und Autoren sowie die Wissenschaftliche Leitung im Rahmen der Manuskripterstellung und Manuskriptfreigabe aufgefordert, eine vollständige Erklärung zu ihren finanziellen und nichtfinanziellen Interessen abzugeben.
Autorinnen und Autoren
L. Schmutzler: A. Finanzielle Interessen: L. Schmutzler gibt an, dass kein finanzieller Interessenkonflikt besteht. – B. Nichtfinanzielle Interessen: Assistenzarzt, Universitätsklinik für Hals‑, Nasen- und Ohrenheilkunde, Medizinische Universität Innsbruck | Mitgliedschaft: Österreichische Gesellschaft für Hals‑, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie. M. Santer: A. Finanzielle Interessen: M. Santer gibt an, dass kein finanzieller Interessenkonflikt besteht. – B. Nichtfinanzielle Interessen: Facharzt, Universitätsklinik für Hals‑, Nasen- und Ohrenheilkunde, Medizinische Universität Innsbruck | Mitgliedschaft: Österreichische Gesellschaft für Hals‑, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie. D. Dejaco: A. Finanzielle Interessen: D. Dejaco gibt an, dass kein finanzieller Interessenkonflikt besteht. – B. Nichtfinanzielle Interessen: Leitender Oberarzt, Universitätsklinik für Hals‑, Nasen- und Ohrenheilkunde, Medizinische Universität Innsbruck | Mitgliedschaft: Österreichische Gesellschaft für Hals‑, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie. B. Hofauer: A. Finanzielle Interessen: B. Hofauer gibt an, dass kein finanzieller Interessenkonflikt besteht. – B. Nichtfinanzielle Interessen: Klinikdirektor, Universitätsklinik für Hals‑, Nasen- und Ohrenheilkunde, Medizinische Universität Innsbruck | Mitgliedschaft: Österreichische Gesellschaft für Hals‑, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie. J. Schmutzhard: A. Finanzielle Interessen: J. Schmutzhard gibt an, dass kein finanzieller Interessenkonflikt besteht. – B. Nichtfinanzielle Interessen: Stellvertretender Klinikdirektor, Universitätsklinik für Hals‑, Nasen- und Ohrenheilkunde, Medizinische Universität Innsbruck | Mitgliedschaft: Österreichische Gesellschaft für Hals‑, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie.
Wissenschaftliche Leitung
Die vollständige Erklärung zum Interessenkonflikt der Wissenschaftlichen Leitung finden Sie am Kurs der zertifizierten Fortbildung auf www.springermedizin.de/cme.
Der Verlag
erklärt, dass für die Publikation dieser CME-Fortbildung keine Sponsorengelder an den Verlag fließen.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
Footnotes
QR-Code scannen & Beitrag online lesen
Hinweis des Verlags
Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Literatur
- 1.Meherali S, Campbell A, Hartling L et al (2019) Understanding parents’ experiences and information needs on pediatric acute otitis media: a qualitative study. J Patient Exp 6:53–61. 10.1177/2374373518771362 [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 2.Schilder AGM, Chonmaitree T, Cripps AW et al (2016) Otitis media. Nat Rev Dis Primers 2:16063. 10.1038/nrdp.2016.63 [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 3.Vergison A, Dagan R, Arguedas A et al (2010) Otitis media and its consequences: beyond the earache. Lancet Infect Dis 10:195–203. 10.1016/S1473-3099(10)70012-8 [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 4.Rijk MH, Hullegie S, Schilder AGM et al (2021) Incidence and management of acute otitis media in adults: a primary care-based cohort study. Fam Pract 38:448–453. 10.1093/fampra/cmaa150 [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 5.Ren Y, Sethi RKV, Stankovic KM (2018) Acute otitis media and associated complications in United States emergency departments. Otol Neurotol 39:1005–1011. 10.1097/MAO.0000000000001929 [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 6.Leskinen K, Jero J (2005) Acute complications of otitis media in adults. Clin Otolaryngol 30:511–516. 10.1111/j.1749-4486.2005.01085.x [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 7.Mattos JL, Colman KL, Casselbrant ML et al (2014) Intratemporal and intracranial complications of acute otitis media in a pediatric population. Int J Pediatr Otorhinolaryngol 78:2161–2164. 10.1016/j.ijporl.2014.09.032 [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 8.Russo C, Coluccino S, Sarno M et al (2025) Acute otomastoiditis in children: an observational study on the role of mastoid morphology in the development of intracranial complications. J Clin Med 14:7715. 10.3390/jcm14217715 [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 9.Cushen R, Francis NA (2020) Antibiotic use and serious complications following acute otitis media and acute sinusitis: a retrospective cohort study. Br J Gen Pract 70:e255–e263. 10.3399/bjgp20X708821 [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 10.Dongol K, Rayamajhi P, Gurung U (2021) Complications of acute and chronic otitis media in a tertiary referral center in Nepal. Turk Arch Otorhinolaryngol 58:234–240. 10.5152/tao.2020.5761 [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 11.Redaelli de Zinis LO, Gamba P, Balzanelli C (2003) Acute otitis media and facial nerve paralysis in adults. Otol Neurotol 24:113–117. 10.1097/00129492-200301000-00022 [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 12.Joseph EM, Sperling NM (1998) Facial nerve paralysis in acute otitis media: cause and management revisited. Otolaryngol Head Neck Surg 118:694–696. 10.1177/019459989811800525 [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 13.François M (1997) New views on the pathogenesis of acute otitis media and its complications. Clin Microbiol Infect 3:3S5–3S12. 10.1016/S1198-743X(14)64946-6 [PubMed] [Google Scholar]
- 14.Leskinen K (2005) Complications of acute otitis media in children. Curr Allergy Asthma Rep 5:308–312. 10.1007/s11882-005-0071-3 [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 15.Guillén-Lozada E, Bartolomé-Benito M, Moreno-Juara Á et al (2022) Intratemporal and intracranial complications of acute mastoiditis in children. Why do they occur? An analysis of risk factors. Int J Pediatr Otorhinolaryngol 156:111124. 10.1016/j.ijporl.2022.111124 [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 16.Dubey SP, Larawin V, Molumi CP (2010) Intracranial spread of chronic middle ear suppuration. Am J Otolaryngol 31:73–77. 10.1016/j.amjoto.2008.10.001 [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 17.Valeggia S, Minerva M, Muraro E et al (2022) Epidemiologic, imaging, and clinical issues in Bezold’s abscess: a systematic review. Tomography 8:920–932. 10.3390/tomography8020074 [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 18.Sahoo AK, Preetam C, Samal DK et al (2017) Citelli’s abscess following otitis media: a case report. Iran J Otorhinolaryngol 29:161–163 [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 19.Goldstein NA, Casselbrant ML, Bluestone CD et al (1998) Intratemporal complications of acute otitis media in infants and children. Otolaryngol Head Neck Surg 119:444–454. 10.1016/S0194-5998(98)70100-7 [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 20.Jang CH, Park SY, Wang PC (2005) A case of tympanogenic labyrinthitis complicated by acute otitis media. Yonsei Med J 46:161. 10.3349/ymj.2005.46.1.161 [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 21.de Albuquerque Maranhão AS, de Andrade JSC, Godofredo VR et al (2013) Intratemporal complications of otitis media. Braz J Otorhinolaryngol 79:141–149. 10.5935/1808-8694.20130026 [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 22.Wanna GB, Dharamsi LM, Moss JR et al (2010) Contemporary management of intracranial complications of otitis media. Otol Neurotol 31:111–117. 10.1097/MAO.0b013e3181c2a0a8 [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 23.Kangsanarak J, Fooanant S, Ruckphaopunt K et al (1993) Extracranial and intracranial complications of suppurative otitis media. J Laryngol Otol 107:999–1004. 10.1017/S0022215100125095 [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 24.Penido NDO, Borin A, Iha LCN et al (2005) Intracranial complications of otitis media: 15 years of experience in 33 patients. Otolaryngol Head Neck Surg 132:37–42. 10.1016/j.otohns.2004.08.007 [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 25.van den Aardweg MTA, Rovers MM, de Ru JA et al (2008) A systematic review of diagnostic criteria for acute mastoiditis in children. Otol Neurotol 29:751–757. 10.1097/MAO.0b013e31817f736b [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 26.Rosenfeld RM, Shin JJ, Schwartz SR et al (2016) Clinical practice guideline: otitis media with effusion (update). Otolaryngol Head Neck Surg 154:S1. 10.1177/0194599815623467 [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 27.Sapir A, Eshel Y, Heilig Y et al (2025) Sinus vein thrombosis in pediatric patients after acute mastoiditis. J Int Adv Otol 21:1–5. 10.5152/iao.2025.241721 [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
- 28.Guillén-Lozada E, Bartolomé-Benito M, Moreno-Juara Á et al (2023) Surgical management of mastoiditis with intratemporal and intracranial complications in children. Int J Pediatr Otorhinolaryngol 171:111611. 10.1016/j.ijporl.2023.111611 [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 29.Lutsar I, Friedland IR (2000) Pharmacokinetics and pharmacodynamics of cephalosporins in cerebrospinal fluid. Clin Pharmacokinet 39:335–343. 10.2165/00003088-200039050-00003 [DOI] [PubMed] [Google Scholar]
- 30.Pfister HW, Klein M et al (2023) Ambulant erworbene bakterielle Meningoenzephalitis im Erwachsenenalter. S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (AWMF-Registernummer 030/089). https://register.awmf.org
- 31.Hunter CJ, Dornhoffer JL, Saadi RA (2026) What Is the Optimal Timing for Cochlear Implantation in a Post-Meningitic Infant With Sensorineural Hearing Loss? Laryngoscope Investig Otolaryngol. 10.1002/lary.70358 [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
Associated Data
This section collects any data citations, data availability statements, or supplementary materials included in this article.
Data Availability Statement
Alle dieser Arbeit zugrunde liegenden Daten sind in diesem Artikel enthalten.
