Hintergrund
Sowohl die biliopankreatische Diversion (BPD) nach Scopinaro als auch der BPD mit duodenalem Switch (BPD-DS) sind malabsorptive Operationen mit ausgezeichneter Effektivität bezüglich einer Gesichtsreduktion bei morbider Adipositas als auch bezüglich einer hohen Remissionsrate bei Typ 2 Diabetes mellitus. Einige Patienten entwickeln postoperativ einen konservativ langfristig nicht beherrschbaren Eiweißmangel. Sie benötigen eine Verlängerung des alimentären Schenkels, um die enterale Eiweißresorption zu verbessern.
Methoden
Es wird eine OP-Methode vorgestellt, um den alimentären Schenkel selektiv zu Lasten des biliopankreatischen Schenkels zu verlängern, ohne die Länge des «common channels» zu verändern. Dabei wird der distale biliopankreatische Schenkel zum distalen alimentären Schenkel und vica versa. Die Technik erfordert nur 2 Anastomosen und verändert nicht die Länge des «common channels». Im Gegensatz dazu benötigt die klassische Interposition eines Teilsegmentes des biliopankreatischen Schenkels in den alimentären Schenkel 3 Anastomosen.
Ergebnisse
Die selektive Verlängerung des alimentären Schenkels in 2-Anastomeosen-Technik wurde bei insgesamt 3 Patienten angewendet, die 2–3 Jahre zuvor einen BPD mit duodenalem Switch und 75%iger Sleeve-Resektion des Magens erhalten hatten. Die 3 Fälle werden im Detail vorgestellt.
Schlussfolgerungen
Bei persistierendem Eiweißmangel infolge eines Malabsorptionssyndroms nach BPD/BPD-DS ist eine operative Verlängerung des alimentären Schenkels indiziert. Die vorgestellte Technik vertauscht den distalen alimentären mit dem distalen - aber längeren - biliopankreatischen Schenkel. Dies führt zu einer selektiven Verlängerung des alimentären Schenkels und erfordert nur 2 Anastomosen.
