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. 2018:9–263. [Article in German] doi: 10.1007/978-3-662-55356-5_2

Medikamentenprofile – alphabetisch nach Substanzname

Thomas Kroner 5,, Anita Margulies 6,, Christian Taverna 7,, Cristina Studer 8,, Ursula Schmid 9,, Simone Widmer 10,
Editors: Thomas Kroner1, Anita Margulies2, Christian Taverna3, Cristina Studer4
PMCID: PMC7122502

Zusammenfassung

In diesem Kapitel werden 184 onkologische Medikamente in alphabetischer Reihenfolge beschrieben. Zu jedem Medikament finden sich strukturierte, für die Pflege wichtige Angaben, bspw. zu Auflösung und Verdünnung, zu Verabreichung, zu Lagerung, zu Maßnahmen bei Extravasation, zu unerwünschten Wirkungen sowie für die Patienten nützliche Informationen.

Abirateron (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Zytiga Tabletten zu 250 mg
CH: Zytiga Tabletten zu 250 mg
A: Zytiga Tabletten zu 250 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, Enzymhemmer

Wirkungsmechanismen

Senkt die Serumspiegel von Testosteron und anderen Androgenen.

Dosisbereich

1000 mg pro Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • Mit Wasser auf leeren Magen einnehmen; mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach dem Essen.

Spezielle Hinweise

  • Nicht mit dem Essen einnehmen! Je nach Fettgehalt der Mahlzeit ist die Exposition um ein Vielfaches höher.

  • Der Abbau von Abirateron wird durch Inhaltsstoffe des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Gelenkschwellungen
    • Ödeme
    • Muskelschwäche
    • Wallungen
    • Diarrhö
    • Husten
    • Arterielle Hypertonie
    • Herzrhythmusstörungen
    • Nykturie
    • Dyspepsie
  • Spät (Monate bis Jahre)
    • Osteoporose

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Die vergessenen Tabletten auslassen. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Tabletten: bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weiteren Tabletten einnehmen.

Afatinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Giotrif Filmtablette zu 20 mg, 30 mg, 40 mg und 50 mg
CH: Giotrif Filmtablette zu 20 mg, 30 mg und 40 mg
A: Giotrif Filmtablette zu 20 mg, 30 mg, 40 mg und 50 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Blockiert irreversibel das Enzym Tyrosinkinase am Rezeptor des epithelialen Wachstumsfaktors (EGFR). Hemmt dadurch die Übermittlung eines Signals vom Rezeptor in den Zellkern.

Dosisbereich

40–50 mg täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • Einnahme einmal täglich, 1 Stunde vor dem Essen oder 3 Stunden nach dem Essen
      • Tablette kann in nicht-kohlensäurehaltigem Wasser während 15 Minuten suspendiert und sofort getrunken und das Glas mit 100 ml Wasser nachgespült werden.

Spezielle Hinweise

  • Wegen möglicherweise auftretender Diarrhö Loperamid mitgeben und den Patienten über die Einnahme instruieren.

  • Der Abbau von Afatinib wird durch Inhaltsstoffe des Johanniskrauts beeinflusst.

  • In Hinblick auf möglichen Hautausschlag:
    • Der Zustand der Haut sollte vor Therapiebeginn erfasst werden.
    • Präventiv und therapeutisch können Antibiotika, z. B. Minocyclin, verordnet werden. Der Hautausschlag wird dadurch nicht verhindert, aber möglicherweise abgeschwächt.
    • Unerwünschte Wirkungen auf Haut und Augen werden durch direkte Sonnenbestrahlung verstärkt (Kap. 1 »Informationen für den Patienten«).

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hautreaktionen:
      • Ausschlag, akneiforme Dermatitis
      • Pruritus, trockene Haut
      • Hand-Fuß-Syndrom
    • Paronychie (Nagelbett-Entzündung)
    • Diarrhö (schwer)
    • Nasenbluten
    • Anorexie
    • Orale Mukositis
    • Bindehautentzündungen, trockene Augen
    • Dyspnoe, Husten (selten)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«.
  • Spezielle Punkte:
    • Anhaltende Diarrhö melden und die verordneten Medikamente einnehmen.
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«.
    • Das Risiko von Infektionen an den Nägeln kann durch Vermeidung von Verletzungen bei der Nagelpflege vermindert werden. Zusätzlich sollte auf die Anwendung von austrocknenden Chemikalien (Nagellackentferner) und Seifen verzichtet werden. Die regelmäßige Anwendung von rückfettenden Hand- und Fußcremes ist zu empfehlen.
    • Vor direkter Sonnenexposition schützen: Sonnencreme und Lippenschutz (mindestens Schutzfaktor 30).
    • Während der Behandlung keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Falls eine Dosis vergessen wurde, sollte sie am gleichen Tag eingenommen werden, sobald der Patient sich daran erinnert. Falls die Einnahme der nächsten Dosis jedoch innerhalb der nächsten 8 Stunden bevorsteht, ist die vergessene Dosis auszulassen.

Aflibercept (T)

Andere Bezeichnungen

ziv- aflibercept; VEGF Trap

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Zaltrap Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg und 200 mg
CH: Zaltrap Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg und 200 mg
A: Zaltrap Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg und 200 mg

Substanzgruppe

Zytostatisch wirkendes rekombinantes Fusionsprotein

Wirkungsmechanismen

Künstliches Protein (Eiweiß), zusammengesetzt aus Teilen eines Antikörpers und Teilen eines Rezeptors für Wachstumsfaktoren. Bindet – als synthetischer Rezeptor – verschiedene Wachstumsfaktoren (VEGF-A, VEGF-B, PlGF) und verhindert dadurch ihre Bindung an die natürlichen Rezeptoren. Hemmt so u. a. die Bildung neuer Gefäße im Tumorgewebe.

Dosisbereich

4 mg/kg alle 2 Wochen

Auflösung

  • Gelöst (25 mg/ml).

  • Die Lösung muss klar sein; bei Trübung oder Ausflockung verwerfen.

Verdünnung

  • Mit 100 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %.

  • Die Konzentration der verdünnten Lösung sollte zwischen 0,6 und 8 mg/ml liegen.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank
    • 8 Stunden bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v. Infusion über 1 Stunde
    • Inlinefilter verwenden (Porengröße 0,2 μm, z. B. PES-Membran)
    • Nicht als Bolus injizieren!

Spezielle Hinweise

  • Bei Kombination mit einer Chemotherapie muss Aflibercept unmittelbar vor der Chemotherapie verabreicht werden.

  • Nach größeren Operationen darf die Behandlung mit Aflibercept frühestens nach 4 Wochen und erst nach vollständiger Wundheilung aufgenommen werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen keine Informationen zu Extravasationen vor. Eine Gewebeschädigung ist allerdings nicht zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Arterielle Hypertonie

  • Blutungen (v. a. Nasenbluten)

  • Kopfschmerzen

  • Stimmstörungen (Dysphonie)

  • Durchfall

  • Magen- oder Darmperforation (selten)

  • Arterielle Thrombosen oder Embolien (selten)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Aflibercept kann eine arterielle Hypertonie auslösen oder eine bestehende Hypertonie verschlimmern: Auf die Notwendigkeit der Blutdruckkontrolle hinweisen.
    • Auf mögliche Störungen der Wundheilung hinweisen: chirurgische Eingriffe (auch Zahnextraktionen) nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.
    • Anhaltenden Durchfall, starke Kopf- oder Bauchschmerzen melden.

Aldesleukin (T)

Andere Bezeichnungen

Interleukin-2

Abkürzungen

IL-2

Handelsnamen und Handelsformen

D: Proleukin S Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 18 Mio. I.E. (plus 20 % Entnehmbarkeitszuschlag)
CH: Proleukin Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 18 Mio. I.E. (plus 20 % Entnehmbarkeitszuschlag)
A: Proleukin Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 18 Mio. I.E. (plus 20 % Entnehmbarkeitszuschlag)

Substanzgruppe

Zytokin

Wirkungsmechanismen

Immunregulatorische Wirkung. Der Mechanismus der Tumorhemmung ist ungeklärt.

Dosisbereich

Tagesdosis: 18 Mio. I.E./m2

Auflösung

  • In 1,2 ml Aqua pro inject.

  • Ampulle steht unter Unterdruck:
    • Lösungsmittel vorsichtig gegen die Seitenwand der Ampulle einbringen, um Schaumbildung zu vermeiden
    • Vorsichtig schwenken, bis das Produkt völlig gelöst ist. Nicht schütteln!
  • 1 ml der Lösung enthält 18 Mio. I.E. Aldesleukin

Verdünnung

Tagesdosis in 500 ml Glukose 5 % mit 0,1 % Humanalbumin verabreichen: Vor Zugabe des gelösten Aldesleukins muss 0,1 % Humanalbumin zur Glukoselösung gegeben werden, um eine Adsorption des Wirkstoffes an das Infusionsmaterial zu vermeiden.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

  • Kein NaCl 0,9 % oder bakteriostatisches Wasser zum Lösen oder Verdünnen von Aldesleukin verwenden.

  • Keine Inlinefilter verwenden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung Trockensubstanz:
    • im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments

  • gelöst aus Trockensubstanz:
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur *
    • 24 Stunden im Kühlschrank *
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur *
    • 24 Stunden im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion
      • In 500 ml Glukose 5 % mit 0,1 % Humanalbumin über 24 Stunden

Spezielle Hinweise

  • Infusionsleitung mit Glukose 5 % vor- und nachspülen!

  • Wegen des Risikos schwerer akuter Nebenwirkungen sollte die Behandlung nur unter stationären Bedingungen (mit Möglichkeit zur maschinellen Beatmung) durchgeführt werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Blutdruckabfall
    • Dyspnoe, Husten, Lungenödem (»acute respiratory distress syndrome« = ARDS)
    • Ödeme
    • Nierenversagen
    • Fieber (mit oder ohne Schüttelfrost)
    • Hautausschlag
    • Übelkeit
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Müdigkeit
    • Diarrhö
    • Inappetenz
    • Anorexie
    • Hautausschlag, Vitiligo

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Atemnot während oder kurz nach der Infusion sofort melden!
    • Hautausschlag: Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«

Alectinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: nicht zugelassen* Kapseln zu 150 mg
CH: Alecensa Kapseln zu 150 mg
A: nicht zugelassen* Kapseln zu 150 mg

* Zulassung wird 2018 erwartet.

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet an die Tyrosinkinasen ALK und RET und hemmt so die Signalwege STAT 3 und PI3K/AK. Dies führt zur Apoptose (dem programmierten Zelltod) der Tumorzellen.

Dosisbereich

600 mg zweimal täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege

  • p.o.

  • Verabreichung

  • Einnahme zweimal täglich zu einer Mahlzeit, immer etwa zur gleichen Uhrzeit, mit einem Glas Wasser. Kapseln nicht zerkauen, nicht öffnen.

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Alectinib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Müdigkeit
    • Verstopfung
    • Diarrhö
    • Übelkeit und Erbrechen (wenig ausgeprägt)
    • Ödeme
    • Bradykardie
    • Hautreaktion:
      • Ausschlag (auch akneiform)
      • Lichtempfindlichkeit
    • Myalgien

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Die vergessenen Kapseln nicht mehr einnehmen. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit in der gewohnten Dosis einnehmen.
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Kapseln:
      • Bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weiteren Kapseln einnehmen.

All-trans-Retinsäure (T)

Andere Bezeichnungen

Tretinoin

Abkürzungen

ATRA

Handelsnamen und Handelsformen

D: Vesanoid Kapseln zu 10 mg
CH: Vesanoid Kapseln zu 10 mg
A: Vesanoid Kapseln zu 10 mg

Substanzgruppe

Retinoid (Abkömmling des Vitamin A)

Wirkungsmechanismen

  • Induziert die Zelldifferenzierung bei Vorläuferzellen der Blutbildung

  • Keine zytotoxische Wirkung

Dosisbereich

Tagesdosis 45 mg/m2

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • Tagesdosis auf zwei gleiche Dosen aufteilen
      • Morgens und abends während oder kurz nach dem Essen einnehmen

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Kopfschmerzen: Wenige Stunden nach Einnahme des Medikaments; im weiteren Verlauf der Therapie abnehmend
    • Fieber, Frösteln
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hautreaktionen: Trockenheit, Erythem, Juckreiz
    • Müdigkeit
    • Arthralgien, Gliederschmerzen
    • Ödeme, Gewichtszunahme
    • Retinsäure-Syndrom (RA-Syndrom): Fieber, Atemnot, Hypotonie, Flüssigkeitsretention, evtl. Multiorganversagen, vor allem bei Patienten mit hohen Leukozytenwerten

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Keine gleichzeitige Einnahme von Vitamin-A-Präparaten.
    • ATRA ist stark teratogen (Missbildungen bei Einnahme während der Schwangerschaft):
      • Sichere Antikonzeption während und bis 1 Monat nach der Beendigung der Therapie.
      • Vor Beginn der Therapie muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Amsacrin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

m-AMSA

Handelsnamen und Handelsformen

D: Amsidyl Ampullen – Lösung zu 85 mg/1,7 ml (= 50 mg/ml)
CH: Amsidyl Ampullen – Lösung zu 85 mg/1,7 ml (= 50 mg/ml)
A: Amsidyl Ampullen – Lösung zu 85 mg/1,7 ml (= 50 mg/ml)

Substanzgruppe

Zytostatikum, diverse

Wirkungsmechanismen

  • Bindung an DNS

  • Interkalation

  • Hemmung der Topoisomerase II

Dosisbereich

Tagesdosis 75–125 mg/m2

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

  • Verdünnung mit der beigelegten Verdünnungslösung (Durchstechflasche mit 13,5 ml wässrige Milchsäurelösung)

  • 1,5 ml der orange-farbenen Amsacrin-Lösung (= 75 mg) werden aseptisch in die Durchstechflasche überführt; man erhält so in der Durchstechflasche 15 ml (13,5 ml und 1,5 ml) einer Lösung mit 5 mg Amsacrin/ml. Gut schütteln!

  • Für die Überführung des unverdünnten Medikaments sollen nach Angaben des Herstellers Glasspritzen verwendet werden; die Erfahrung zeigt aber, dass auch Plastikspritzen (Polypropylenspritzen) verwendet werden können, falls das Medikament höchstens 1 min in der Spritze bleibt

  • Zur Infusion mit 500 ml Glukose 5% weiter verdünnen

  • Kein NaCl 0,9 % verwenden!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit NaCl verdünnt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • 8 Stunden bei Raumtemperatur *
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In 500 ml Glukose 5 % über 60–90 min

Spezielle Hinweise

  • Amsacrin darf nicht in die gemeinsame Endstrecke einer Infusion mit NaCl-haltigen Lösungen infundiert werden (Ausfällung)

  • Infusionsleitung mit Glukose 5 % vor- und nachspülen!

  • Bei Venenreizung kann die Infusionsgeschwindigkeit reduziert oder die Infusion weiter verdünnt werden (maximale Infusionsdauer 2 Stunden)

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebeschädigung zu erwarten. Gewebsnekrosen entwickeln sich spät, meist erst Wochen bis Monate nach der Extravasation.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hochlagern und ruhigstellen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Herzrhythmus-Störungen
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Venenreizung (Schmerzen), Phlebitis
    • Urinverfärbung (orange-rot)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Orale Mukositis
    • Knochenmarksuppression
    • Haarausfall

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Urin verfärbt sich orange-rot bis zu 2 Tage nach der Verabreichung des Medikaments (ungefährlich)
    • Herzklopfen oder unregelmäßigen Herzschlag sofort melden!
    • Brennen, Jucken, Schmerzen während der Injektion/Infusion sofort melden!

Anagrelid (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Xagrid Kapseln zu 0,5 mg
CH: Xagrid, Thromboreductin Kapseln zu 0,5 mg und 1 mg
A:

Xagrid,

Thromboreductin

Kapseln zu 0,5 mg und 1 mg

Substanzgruppe

-

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Thrombozytenbildung. Der genaue Wirkungsmechanismus ist unbekannt.

Dosisbereich

0,5–10 mg täglich. Maximale Einzeldosis 2,5 mg

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • Einnahme in 1–4 Einzeldosen verteilt über 24 Stunden, immer nüchtern oder immer mit einer Mahlzeit

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Kopfschmerzen
    • Diarrhö
    • Palpitationen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«

Anastrozol (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Arimidex, Anastrazol, Anablock Tabletten zu 1 mg
CH: Arimidex, Anastrazol Tabletten zu 1 mg
A: Arimidex, Anastrozol, Anastrolan, Nastrin Tabletten zu 1 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, Aromatasehemmer (nicht-steroidal)

Wirkungsmechanismen

Hemmt das Enzym Aromatase. Die Aromatase findet sich vor allem im Fettgewebe, aber auch in normalen wie malignen Zellen der Brustdrüse. Aromatase ist nötig für die Umwandlung von Androgenen (aus der Nebenniere) in Östrogene. Dieser Mechanismus ist die Hauptquelle von Östrogenen in der Postmenopause. Die Hemmung der Aromatase führt somit bei postmenopausalen Frauen zu einem Östrogendefizit.

Dosisbereich

1 Tabl. zu 1 mg täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Hitzewallungen
    • Übelkeit
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Trockenheit der Scheidenschleimhaut
    • Gewichtszunahme
    • Arthralgien und Myalgien
    • Müdigkeit
    • Stimmungsschwankungen
  • Spät (Monate bis Jahre)
    • Osteoporose, Frakturen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Einnahme von östrogenhaltigen Medikamenten gegen Hitzewallungen nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt

Arsentrioxid (T)

Andere Bezeichnungen

As2O3

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Trisenox Durchstechflasche – Lösung zu 10 mg
CH: Trisenox Durchstechflasche – Lösung zu 10 mg
A: Trisenox Durchstechflasche – Lösung zu 10 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum

Wirkungsmechanismen

Induziert Apoptose. Daneben weitere, schlecht definierte Wirkungsmechanismen.

Dosisbereich

0,15 mg/kg/Tag

Auflösung

Gelöst, farblos (Konzentration 1 mg/ml)

Verdünnung

Mit 100–250 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur, Restmedikament verwerfen
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In 100–250 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % während 1–2 Stunden

Spezielle Hinweise

Bei akuten vasomotorischen Reaktionen kann die Infusionsdauer auf 4 Stunden verlängert werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Diarrhö
    • Myalgien, Arthralgien
    • Ödeme (»capillary leak syndrome«)
    • Nephrotoxizität
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Fatigue
    • ZNS-Toxizität:
    • Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen
    • Periphere Neurotoxizität:
    • Parästhesien
    • Dyspnoe, Husten
    • Tachykardie
    • Hautreaktionen:
    • Dermatitis (Rash)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Fieber, Dyspnoe und Gewichtszunahme sofort dem Arzt melden!
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen.
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Bei täglichen Infusionen abklären, ob sie ambulant oder stationär erfolgen sollen.

Asparaginase (T)

Andere Bezeichnungen

L-Asparaginase, Crasnitin

Abkürzungen

ASP, L-ASP

Handelsnamen und Handelsformen

D:

Asparaginase medac

Spectrila

Durchstechflaschen –

Trockensubstanz zu 5000 I.E. und 10.000 I.E.

CH: nicht registriert
A:

Erwinase

Spectrila

Durchstechflaschen – Trockensubstanz zu 10.000 I.E.

Substanzgruppe

Zytostatikum, Enzym

Wirkungsmechanismen

Zerstört Asparagin im Plasma. Asparagin ist eine für das Zellwachstum wichtige Aminosäure. Sie kann von Leukämiezellen nicht synthetisiert werden.

Dosisbereich

Einzeldosis für i.v.- oder i.m.-Applikation: 200–1000 I.E./kg täglich

Auflösung

  • In Aqua pro inject.:
    • 5000 I.E. in 2 ml
    • 10.000 I.E. in 4 ml
  • Aqua pro inject. vorsichtig mit einer Injektionsspritze an die Innenwand der Ampulle spritzen, nicht direkt auf oder in das Pulver! Auflösen soll durch langsames Drehen erfolgen. Schaumbildung durch Schütteln und Kontakt mit Gummistopfen vermeiden!

  • Für i.m.-Injektionen sind kleinere Lösungsvolumina möglich (2,0 ml NaCl 0,9 % für 10.000 I.E.).

Verdünnung

  • Mit 250–500 ml Glukose 5 % oder NaCl 0,9 %.

  • Die gebrauchsfertige Lösung darf nur eine angedeutete Trübung aufweisen.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments
    • 6 Stunden bei Raumtemperatur *
    • bei Trübung verwerfen!
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 6 Stunden nach Auflösen bei Raumtemperatur *
    • bei Trübung verwerfen!

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., i.m.
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Wird nicht empfohlen
    • i.v.-Infusion:
      • In 250–500 ml Glukose 5 % oder NaCl 0,9 % über einige Stunden
    • i.m.:
      • Maximal 2 ml pro Injektionsstelle!
      • Injektionsstelle wechseln!

Spezielle Hinweise

  • Risiko schwerer allergischer Reaktionen (anaphylaktischer Schock).

  • In einigen Institutionen wird eine intrakutane Testdosis verabreicht.

  • Das Medikament darf nur verabreicht werden, wenn ein Arzt rasch erreichbar ist.

  • Notfallmedikamente zur Behandlung einer Anaphylaxie müssen bereitstehen.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Allergische Reaktionen (anaphylaktischer Schock)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Zentralnervöse Störungen:
    • Depression, Verwirrung, Agitation
    • Knochenmarksuppression
    • Gerinnungsstörungen
    • Leberfunktionsstörungen
    • Hyperglykämie
    • Pankreatitis

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer allergischen Reaktion sofort melden!

Atezolizumab (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Tecentriq Durchstechflasche – Lösung zu 1200 mg
CH: Tecentriq Durchstechflasche – Lösung zu 1200 mg
A: Tecentriq Durchstechflasche – Lösung zu 1200 mg

Substanzgruppe

Monoklonaler Antikörper, Immun-Checkpoint-Hemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet als Antikörper an das Eiweiß PD-L1 (»Programmed-Death-Ligand1«) auf Tumorzellen. Dadurch wird die Bindung an den Rezeptor auf T-Lymphozyten blockiert. Die Blockade erhöht die Aktivität der T-Zellen und verstärkt so die Antitumor-Immunantwort.

Dosisbereich

1200 mg alle 3 Wochen

Auflösung

Gelöst (Konzentration: 60 mg/ml)

Verdünnung

  • Mit 250 ml NaCl 0,9 %

  • Nicht schütteln! Schaumbildung vermeiden

  • Nicht gefrieren lassen

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank oder 6 Stunden bei Raumtemperatur (inkl. Infusionsdauer)

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v. Infusion über 1 Stunde (1. Infusion).
    • Die weiteren Infusionen dürfen über 30 Minuten infundiert werden.

Spezielle Hinweise

  • Schwere immun-vermittelte unerwünschte Reaktionen können auftreten.

  • Sie können jedes Organsystem betreffen. Am häufigsten sind: Enterocolitis, Hepatitis, Dermatitis (bis zu toxischer epidermaler Nekrolyse), Neuropathie, Pneumonitis und Endokrinopathien (z. B. Hypothyreose, Diabetes).

  • Meist treten diese unerwünschten Reaktionen während der Behandlung auf, selten auch erst Wochen bis Monate nach Therapieende. Sie werden mit Kortikosteroiden oder anderen immunsupprimierenden Medikamenten behandelt.

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen keine Informationen zu Extravasationen vor. Eine Gewebeschädigung ist allerdings nicht zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktion: selten
    • Symptome können einzeln oder kombiniert und in unterschiedlichem Schweregrad auftreten:
      • Fieber
      • Schüttelfrost
      • Blutdruckabfall
      • Nausea
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Asthenie (Müdigkeit)
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Diarrhö oder Verstopfung
    • Bauchschmerzen
    • Harnwegsinfekte
    • Fieber
    • Arthralgien und Myalgien
    • Ödeme
    • Husten, Dyspnoe
  • Spät (Wochen bis Monate)
    • Immunvermittelte Reaktionen: »Spezielle Hinweise«

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!
    • Immunvermittelte unerwünschte Wirkungen:
      • Sie unterscheiden sich von denen der»Standard«-Therapien
      • Sie sind nicht häufig
      • Früherfassung ist wichtig für eine erfolgreiche Behandlung
    • Die folgenden Symptome müssen deshalb sofort dem Behandlungsteam gemeldet werden. Keine Selbstbehandlung!
      • Durchfall oder ungewöhnlich häufiger Stuhlgang
      • Bauchschmerzen
      • Hautveränderungen wie Hautausschlag oder Pruritus
      • Atemnot
      • Neu auftretender oder Verschlimmerung eines vorbestehenden Hustens

Axitinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Inlyta Filmtabletten zu 1 mg, 5 mg und 7 mg
CH: Inlyta Filmtabletten zu 1 mg, 3 mg, 5 mg und 7 mg
A: Inlyta Filmtabletten zu 1 mg, 3 mg, 5 mg und 7 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Blockiert das Enzym Tyrosinkinase am Rezeptor der vaskulären endothelialen Wachstumsfaktoren (vascular endothelial growth factor receptors) VEGFR-1, VEGFR-2 und VEGFR-3. Hemmt dadurch die Übermittlung eines Signals vom Rezeptor in den Zellkern.

Dosisbereich

10 mg bis maximal 20 mg pro Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • Tagesdosis auf zwei Einnahmen pro Tag (morgens und abends) verteilen
      • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Axitinib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen (gering)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Diarrhö
    • Hypertonie
    • Blutungen (vor allem Nasenbluten und Hämaturie)
    • Hautveränderungen:
      • Hautausschlag, trockene Haut
      • Hand-Fuß-Syndrom
      • Leicht: Taubheitsgefühl, Kribbeln, schmerzlose Schwellung und/oder Rötung an Händen und Füßen (vor allem Handinnenflächen und Fußsohlen)
      • Mittelschwer: Schmerzhafte Rötung und Schwellung mit Behinderung beim Gebrauch der Hände und Füße
      • Schwer: Blasenbildung, evtl. mit Ulzeration, mit starken Schmerzen an Händen und/oder Füßen
    • Hypothyreose
    • Verminderter Appetit, Gewichtsverlust
    • Dysphonie, Husten, Atemnot
    • Mukositis
    • Arthralgien, Myalgien
    • Müdigkeit, Asthenie

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Patienten über die Möglichkeit der Prophylaxe des Hand-Fuß-Syndroms informieren:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Anhaltende Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Die ausgelassene Dosis wird nicht nachträglich eingenommen. Die nächste Einnahme erfolgt zur gewohnten Tageszeit
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Tabletten:
      • Bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weiteren Tabletten einnehmen

Azacitidin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Vidaza Trockensubstanz – Durchstechflasche zu 100 mg
CH: Vidaza Trockensubstanz – Durchstechflasche zu 100 mg
A: Vidaza Trockensubstanz – Durchstechflasche zu 100 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Pyrimidin-Analog)

Wirkungsmechanismen

  • Hemmt die Enzyme des DNA-Stoffwechsels

  • Beeinflusst die DNA-Methylierung und soll dadurch die gestörte Funktion von Zelldifferenzierungs- und Proliferationsgenen wiederherstellen

Dosisbereich

75 mg/m2 täglich an 7 aufeinanderfolgenden Tagen, alle 4 Wochen

Auflösung

  • Mit 4 ml Aqua pro inject., inkompatibel mit Glukose 5 %

  • Langsam in die Durchstechflasche einspritzen; keine Filter, filterhaltigen Adaptoren, filterhaltigen Spikes (Transfersets) oder filterhaltigen geschlossene Systeme benutzen

  • Die Durchstechflasche kräftig schütteln, bis eine homogene trübe Suspension entstanden ist

  • Endkonzentration 25 mg/ml

Verdünnung

Keine

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

  • Inkompatibel mit Glukose 5 %.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • bei Auflösung mit gekühltem (2–8°C) Aqua pro inject.:
      • 22 Stunden im Kühlschrank *
    • bei Auflösung mit nicht gekühltem Aqua pro inject.:
      • 45 Minuten bei Raumtemperatur
      • 8 Stunden im Kühlschrank

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • s.c.
  • Verabreichung
    • s.c.
      • Die Injektion kann am Bauch, Oberschenkel oder Oberarm durchgeführt werden.
      • Größere Volumen (>4 ml) evtl. auf 2 Spritzen verteilen und an 2 verschiedenen Körperstellen injizieren.
      • Die Injektionsstelle muss bei jeder Verabreichung gewechselt werden (Abstand 2–3 cm zu einer alten Injektionsstelle).
      • Die Injektion darf niemals in druckempfindliche, Hämatom unterlaufene, gerötete oder verhärtete Hautareale erfolgen.

Spezielle Hinweise

  • Bei der Verwendung von nicht gekühltem Aqua pro inject. löst sich die Trockensubstanz schneller und besser als bei der Verwendung von gekühltem Aqua pro inject.

  • Bei Lagerung der Suspension im Kühlschrank: Vor der Injektion über einen Zeitraum von bis zu 30 Minuten bei Raumtemperatur aufwärmen lassen.

  • Unmittelbar vor der Injektion die Suspension in der Spritze durch vorsichtiges Rollen zwischen den Handflächen während 30 Sekunden wieder homogen machen.

  • Vor der Injektion die Kanüle wechseln (Verstopfungsrisiko).

  • Ein Nutzen von entzündungshemmenden Salben oder Cremes zur Verminderung von Reaktionen an der Injektionsstelle ist bis jetzt nicht durch Studien belegt; eine Anwendung wird nicht empfohlen.

  • Es empfiehlt sich, die Injektionsstellen zu dokumentieren.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Erythem/Schmerzen an der Injektionsstelle
    • Fieber (innerhalb 24 Stunden nach Injektion)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Durchfall
    • Obstipation
    • Müdigkeit
    • Arthralgien

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten«
  • Spezielle Punkte:
    • Fieber über 38° C oder Blutungszeichen unverzüglich dem Arzt melden
    • Bei Erythem (Rötung) oder Schmerzen an der Injektionsstelle:
      • Kühle oder lauwarme Kompressen (nach Vorliebe des Patienten) während 15 min auflegen; frühestens 1 Stunde nach der Injektion
      • Keine heißen oder Eis-Kompressen: Blasenbildung an Injektionsstelle möglich

Bendamustin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D:

Levact,

Bendamustin

Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 25 mg und 100 mg
CH: Ribomustin Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 25 mg und 100 mg
A:

Levact;

Bendamustin Lynetoril

Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 25 mg und 100 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Alkylans

Wirkungsmechanismen

  • Alkylierung und Quervernetzung (cross- linking) von DNS

  • Hemmung von DNS-Reparaturmechanismen

Dosisbereich

Einzeldosis für i.v.-Applikation: 90–150 mg/m2

Auflösung

  • 25 mg in 10 ml Aqua pro inject. (ca. 5–10 min schütteln bis Lösung klar)

  • 100 mg in 40 ml Aqua pro inject. (ca. 5–10 min schütteln bis Lösung klar)

Verdünnung

Sofort nach dem Auflösen weiter verdünnen mit 500 ml NaCl 0,9 %, keine Glukose 5 % verwenden

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Inkompatibel mit Glukose 5 %.

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • sofort weiter verdünnen!
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 3,5 Stunden bei Raumtemperatur
    • 24 Stunden im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • Infusionsdauer 30–60 min

Spezielle Hinweise

Infusionsleitung mit NaCl 0,9 % vor- und nachspülen!

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist mit einer Gewebereizung zu rechnen.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Mukositis
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Fieber
    • Müdigkeit
    • Haarausfall (leicht)
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Störung der Gonadenfunktion: Amenorrhö, Infertilität
    • Zweitmalignome

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Brennen, Jucken oder Schmerzen während der Infusion sofort melden!

Bevacizumab (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Avastin Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg und 400 mg
CH: Avastin Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg und 400 mg
A: Avastin Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg und 400 mg

Substanzgruppe

Zytostatisch wirkender monoklonaler Antikörper

Wirkungsmechanismen

Antikörper gegen den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF). Verhindert die Bindung des VEGF an seinen Rezeptor und somit die Bildung neuer Gefäße im Tumorgewebe.

Dosisbereich

Einzeldosis für i.v.-Applikation: 5–15 mg/kg alle 2–3 Wochen

Auflösung

Gelöst (Konzentration 25 mg/ml)

Verdünnung

  • Mit 100–250 ml NaCl 0,9 %. Nicht mit Glukose 5 % verdünnen!

  • Die Konzentration der verdünnten Lösung sollte zwischen 1,4 und 16,5 mg/ml liegen.

  • Nicht schütteln! Schaumbildung vermeiden.

  • Bei Verbrauch des gesamten Inhalts der Durchstechflasche ist ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset möglich.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten emischt werden.

  • Nicht mit Glukose 5 % verdünnen!

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • Infusionsdauer bei erster Anwendung 90 min; bei guter Verträglichkeit bei zweiter Anwendung Verkürzung auf 60 min, bei dritter und weiteren Anwendungen auf 30 min möglich
      • Nicht als Bolus injizieren!

Spezielle Hinweise

  • Infusionsleitung mit NaCl 0,9 % vor- und nachspülen!

  • Akute infusionsbedingte Reaktionen sind mit Bevacizumab sehr selten und mild. Prämedikation nach ärztlichem Ermessen.

  • Die Weisung, Bevacizumab bei der ersten Anwendung vor den Zytostatika zu verabreichen, wurde aufgehoben; demnach kann Bevacizumab neu vor oder nach den Zytostatika verabreicht werden.

  • Eine vorbestehende oder neu auftretende Hypertonie sollte behandelt werden. Blutdruck kontrollieren.

  • Bevacizumab hemmt die Wundheilung:
    • Nach einer Operation muss vor Beginn der Therapie die Wundheilung abgeschlossen sein.
    • Nach Implantation eines Port-Systems mindestens14 Tage mit der Bevacizumab-Verabreichung zuwarten.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktion (selten, meist mild):
    • Fieber, Schüttelfrost
    • Blutdruckabfall
    • Nausea
    • Rash (Hautrötung), Kopfschmerzen
    • Rhinitis, Bronchospasmen und Dyspnoe
    • Schleimhautblutungen (meist harmlos):
    • Nasenbluten, Magendarmblutung, Zahnfleischbluten
    • Kopfschmerzen
    • Blutdruckanstieg, gelegentlich als hypertensive Krise
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Darmperforation
    • Venenthrombosen
    • Arterielle Hypertonie
    • Proteinurie
    • Diarrhö
    • Bildung von Fisteln

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!
    • Auf mögliche Störung der Wundheilung hinweisen
    • Neu auftretende Bauchschmerzen sofort melden (Darmperforation möglich)

Bicalutamid (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Casodex, Androcal, Bicalutamid u. v. m. Tabletten zu 50 mg und 150 mg
CH: Casodex, Bicalutamid, Tabletten zu 50 mg und 150 mg
A: Casodex, Bicalutamid, Androbloc u. v. m. Tabletten zu 50 mg und 150 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, Antiandrogen

Wirkungsmechanismen

Bindet sich an Androgenrezeptoren und blockiert dadurch die Androgenwirkung.

Dosisbereich

50–150 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hitzewallungen
    • Gynäkomastie
    • Empfindlichkeit der Brustwarzen, Spannungsgefühl in der Brust
    • Verminderte Libido, Potenzstörungen
    • Schwitzen
    • Obstipation
    • Diarrhö
    • Übelkeit

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Falls eine Dosis vergessen wurde, die vergessenen Kapseln nicht mehr einnehmen. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit in der gewohnten Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!

Bleomycin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

BLM, Bleo, B

Handelsnamen und Handelsformen

D: Bleomedac Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 15.000 und 30.000 I.E.
CH: Bleomycin Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 15.000 I.E.
A: Bleomycin Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 15.000 I.E.

Substanzgruppe

Zytostatikum, zytostatisch wirkendes Antibiotikum

Wirkungsmechanismen

Führt zu Brüchen von DNS-Strängen und hemmt dadurch die DNS-Synthese.

Dosisbereich

Einzeldosis für i.v.-Applikation: 10–20.000 I.E./m2

Auflösung

  • i.v.-Injektion: in 5–10 ml NaCl 0,9 %

  • s.c.-Injektion: in 2 ml NaCl 0,9 %

  • i.m.-Injektion: in 1–5 ml NaCl 0,9 %

  • i.a.-Injektion: in 5 ml NaCl 0,9 %

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 %

  • Die Verdünnung mit Glukose 5 % wird nicht empfohlen, da Bleomycin in Glukose nicht stabil ist.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschank
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *
  • des weiter verdünnten Medikaments

  • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., i.a., s.c., i.m., intrapleural, intraperikardial, intravesikal, intratumoral
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Verdünnt in 10–20 ml NaCl 0,9 % langsam (über mindestens 5–10 min) injizieren; zu rasche Injektion erhöht das Risiko von Lungenschäden
    • i.v.-Infusion:
      • verdünnt in 100 ml NaCl 0,9 % über ca. 15 Minuten (alternativ zur Bolusinjektion)
      • verdünnt in 250–1000 ml NaCl 0,9 % über 2–24 Stunden
    • i.m.:
      • Zur Verhütung von Schmerzen an der Injektionsstelle evtl. 1,5–2 ml 1 % Lidocain-Hydrochlorid zufügen
    • intrapleural:
      • Verdünnt in 100 ml NaCl 0,9 %; Pleuradrain nach Instillation des Medikaments für 24 Stunden abklemmen

Spezielle Hinweise

  • Gelöst in NaCl 0,9 % ist Bleomycin auch in Kunststoffinfusionsflaschen stabil. Frühere Angaben, wonach Bleomycin für Infusionen in Glasbehältern zubereitet werden müsse, bezogen sich auf Lösungen in Glukose 5 %.

  • Dosierungen für Bleomycin werden in I.E. (Internationalen Einheiten), U (units) oder in mg angegeben: 1.000 I.E. = 1 U = 1 mg

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Allergische Reaktionen:
    • Selten (ca. 1 %):
      • Anaphylaktischer Schock (kurz nach Beginn der Injektion resp. Infusion): Hypotonie, Fieber, Schüttelfrost, Verwirrtheit
    • Häufig (ca. 50 %):
      • Fieber und Schüttelfrost (beginnend 4–10 Stunden nach Verabreichung, Dauer bis zu 48 Stunden; kann nach jeder Verabreichung auftreten)
    • Allergische Reaktionen können durch prophylaktische Verabreichung von Kortikosteroiden, z. B. Hydrocortison, verhütet oder gemildert werden
    • Übelkeit, Erbrechen (ungewöhnlich, meist sehr wenig ausgeprägt)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Dermatologische Probleme:
      • Reversible Hyperpigmentation und Verdickung der Haut, vor allem an Druck- und Kratzstellen
      • Kratzspuren sind oft über Monate als braune Striae sichtbar
      • Nagelveränderungen
    • Orale Mukositis
    • Haarausfall, in der Regel nur partiell
    • Raynaud-Phänomen (Gefäßkonstriktion an Fingern), meist nur bei Kombinationschemotherapie von Hodenkarzinomen
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Pneumopathien:
    • Bei etwa 10 % der Patienten vorübergehende Pneumonitis mit Atemnot und trockenem Husten. Selten Übergang in Lungenfibrose

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Hautdruckstellen und Kratzen sowie starke Sonnenexposition während der Dauer der Bleomycin-Behandlung vermeiden
    • Husten und Atemnot sofort dem Arzt melden!

Blinatumomab (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Blincyto Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 38,5 µg
CH: Blincyto Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 38,5 µg
A: Blincyto Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 38,5 µg

Substanzgruppe

Zytostatisch wirkendes Antikörperkonstrukt

Wirkungsmechanismen

Blinatumomab besitzt – im Gegensatz zu natürlichen Antikörpern – zwei spezifische Bindungsstellen: eine für das Antigen CD19, das auf gut- und bösartigen B-Lymphozyten vorkommt, und eine zweite für das Antigen CD3 auf der Oberfläche von normalen zytotoxischen T-Lymphozyten. Die Substanz vermittelt dadurch die Verbindung von T-Lymphozyten und CD19-positiven B-Lymphozyten und löst so die Zerstörung der CD19-positiven, gut- und bösartigen B-Lymphozyten durch die T-Lymphozyten aus.

Dosisbereich

9–28 μg/Tag

Spezielle Hinweise

  • Zu Rekonstitution und Verdünnung sind in der Packungsbeilage für jede Dosis und Infusionsdauer spezifische und ausführliche Anweisungen verfügbar. Man befolge diese Anweisungen unter Berücksichtigung der verschriebenen Dosis und Infusionsdauer.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Kompatibel mit Infusionsbeuteln/Pumpkassetten aus Polyolefin, Diethylhexylphthalat (DEHP)-freiem PVC oder Ethyl-Vinylacetat (EVA).

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank. Nicht einfrieren!
  • des aufgelösten Medikaments
    • das aufgelöste (rekonstituierte) Medikament sollte aus mikrobiologischer Sicht sofort verdünnt werden*
  • des weiter verdünnten Medikaments (vorbereiteter Infusionsbeutel)
    • Der vorbereitete Infusionsbeutel sollte aus mikrobiologischer Sicht sofort verwendet werden. Er ist bei Raumtemperatur für 96 Stunden (Infusionsdauer) chemisch und physikalisch stabil *.

* Bei Zubereitung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap.1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v. Dauerinfusion über 28 Tage (!), Infusionsbeutel wird alle 96 Stunden gewechselt
    • Inlinefilter verwenden (Porengröße 0,2 μm)
    • Nicht als Bolus injizieren!

Spezielle Hinweise

  • Bei Behandlungsbeginn wird ein stationärer Aufenthalt für mindestens die ersten 9 Tage des ersten Zyklus und die ersten 2 Tage des zweiten Zyklus empfohlen.

  • Bei der Verabreichung können akute, infusionsbedingte Reaktionen auftreten (»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«). Ihnen liegen unterschiedliche Mechanismen zugrunde: Möglich sind allergische und Zytokinfreisetzungsreaktionen, seltener ein Tumorlyse-Syndrom. Im Einzelfall sind diese Reaktionen oft nicht voneinander abzugrenzen.

  • Es werden deshalb besondere Maßnahmen getroffen:
    • Verabreichung von Dexamethason 20 mg i.v.:
    • jeweils 1 Stunde
      1. vor dem Beginn jedes Zyklus
      2. vor der Dosissteigerung im ersten Zyklus
    • vor der Wiederaufnahme der Infusion nach einem Unterbruch von mehr als vier Stunden
    • Während der ersten 48 Stunden eines jeden Behandlungszyklus wird die Verabreichung von Paracetamol zur Fiebersenkung empfohlen.
  • Die Originalpackung enthält eine Ampulle mit einer Stabilisator-Lösung. Diese wird benutzt, um den mit 250 ml NaCl 0,9 % vorgefüllten Infusionsbeutel zu beschichten, bevor das rekonstituierte Medikament hinzugefügt wird. Diese Beschichtung verhindert die Adhäsion des Medikaments an den Infusionsbeutel und den Infusionsschlauch. Die Stabilisator-Lösung darf nicht zur Rekonstitution des Blinatumomab-Pulvers, d. h. zur Herstellung eines Konzentrats, verwendet werden.

  • Der Infusionsbeutel muss aus Gründen der Sterilität mindestens alle 96 Stunden gewechselt werden.

  • Infusionsleitung nur mit der zubereiteten Infusionslösung entlüften, nicht mit NaCl 0,9 %.

  • Blinatumomab sollte über einen dafür bestimmten Infusionsschlauch infundiert werden.

  • Infusionsschläuche am Ende der Blinatumomab-Infusion langsam durchspülen (gleiche Rate wie zuvor), damit nicht unbeabsichtigt ein Blinatumomab-Bolus verabreicht wird.

  • Nur Infusionsbeutel, Infusionsschläuche und Pumpenkassetten aus Polyolefin, DEHP-freiem PVC oder Ethylenvinylacetat (EVA) verwenden.

  • Es dürfen keine Elastomerpumpen (Ballonpumpen) verwendet werden.

  • Die Infusionspumpe zur Anwendung von Blinatumomab sollte programmierbar, verriegelbar und mit einem Alarm ausgestattet sein.

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen keine Informationen zu Extravasationen vor.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Infusionsbedingte Reaktion (bei einer Mehrzahl der Patienten treten insbesondere während der ersten Infusion sog. infusionsbedingte Reaktionen auf (siehe oben), Symptome können einzeln oder kombiniert und in unterschiedlichem Schweregrad auftreten):
      • Fieber
      • Schüttelfrost
      • Myalgien
      • Blutdruckabfall
      • Nausea
      • Kopfschmerzen
      • Urtikaria
      • Rhinitis
      • Bronchospasmen und Dyspnoe
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • ZNS-Toxizität (Enzephalopathie)
    • Beginn meist um Tag 7 des ersten Therapiezyklus, meistens reversibel:
      • Epileptische Anfälle
      • Kopfschmerzen
      • Tremor
      • Wortfindungsstörungen
      • Desorientierung
      • Fatigue
    • Infekte (als Folge der erwünschten Depletion von B-Lymphozyten)
    • Pankreatitis
    • Knochenmarksuppression
    • Hautausschlag
    • Ödeme
    • Husten
    • Fieber

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Über die Notwendigkeit der stationären Einleitung der Therapie während der ersten Behandlungszyklen orientieren

Bortezomib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

Vel, V

Handelsnamen und Handelsformen

D: Velcade Durchstechflaschen – Trockensubstanz zu 3,5 mg
CH: Velcade Durchstechflaschen – Trockensubstanz zu 1 mg und 3,5 mg
A:

Velcade,

Bortezomib

Durchstechflaschen – Trockensubstanz zu 1 mg und 3,5 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Proteasomenhemmer

Wirkungsmechanismen

Das Proteasom ist ein Proteinkomplex, der bei der Regulation der Konzentration von intrazellulären Proteinen eine wesentliche Rolle spielt. Die Hemmung des Proteasoms verhindert den Abbau bestimmter Proteine und beeinflusst so verschiedene Signalwege in der Zelle und kann letztlich zum Zelltod führen.

Dosisbereich

1,3 mg/m2

Auflösung

  • Intravenöse Applikation:
    • 1 mg in 1 ml NaCl 0,9 % (Konzentration = 1 mg/ml)
    • 3,5 mg in 3,5 ml NaCl 0,9 % (Konzentration = 1 mg/ml)
  • Subkutane Applikation:
    • 3,5 mg in 1,4 ml NaCl 0,9 % (Konzentration = 2,5 mg/ml)

Verdünnung

Keine weitere Verdünnung

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • 8 Stunden bei Raumtemperatur *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., s.c.
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Während 3–5s. mit NaCl 0,9 % nachspülen
    • s.c.:
      • Die Injektion kann am Bauch oder Oberschenkel durchgeführt werden.
      • Die Injektionsstelle muss bei jeder Verabreichung gewechselt werden (Abstand 2–3 cm zu einer alten Injektionsstelle).
      • Die Injektion darf niemals in druckempfindliche, Hämatom unterlaufene, gerötete oder verhärtete Hautareale erfolgen.

Spezielle Hinweise

  • Achtung: Für die s.c.- und i.v.-Verabreichung sind unterschiedliche Lösungsvolumen zu verwenden!

  • Bei starken lokalen Hautreaktionen an der Einstichstelle kann subkutan auch die Konzentration 1 mg/ml verwendet werden.

  • Der Abbau von Bortezomib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Fieber
    • Orthostatische Hypotension
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (insbesondere Thrombozytopenie)
    • Diarrhö
    • Obstipation
    • Periphere Neuropathie
    • Dehydratation
    • Müdigkeit
    • Allgemeine Schwäche
    • Anorexie
    • Tachykardie
    • Hautausschlag

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Starke lokale Hautreaktion an der Einstichstelle melden
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und Johanniskraut einnehmen
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen

Bosutinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Bosulif Tabletten zu 100 mg und 500 mg
CH: Bosulif Tabletten zu 100 mg und 500 mg
A: Bosulif Tabletten zu 100 mg und 500 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet an definierte Tyrosinkinasen und hemmt dadurch die intrazelluläre Signalübermittlung.

Dosisbereich

500–600 mg pro Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • Einmal täglich mit einer Mahlzeit einnehmen

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Bosutinib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Anaphylaktischer Schock (sehr selten)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Diarrhö
    • Fieber
    • Hautausschlag
    • Bauchschmerzen
    • Ödeme
    • Knochenmarksuppression
    • Müdigkeit

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Gewichtszunahme oder Atembeschwerden melden
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen
    • Falls eine Dosis vergessen wurde, die vergessenen Kapseln nicht mehr einnehmen. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit in der gewohnten Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!

Brentuximab Vedotin (T)

Andere Bezeichnungen

SGN-35

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Adcetris Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 50 mg
CH: Adcetris Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 50 mg
A: Adcetris Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 50 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, gebunden an einen monoklonalen Antikörper (Antikörper-Wirkstoff-Konjugat)

Wirkungsmechanismen

Das Medikament ist ein Konjugat (Verbindung) eines monoklonalen Antikörpers mit dem Zytostatikum Monomethyl-Auristatin E (MMAE). Der Antikörper bindet an CD30-positive lymphatische Zellen. Das Konjugat wird in die Zelle aufgenommen und der Wirkstoff MMAE freigesetzt. Dieser führt zu einer Zerstörung der Mikrotubuli und damit zum Zelltod.

Dosisbereich

1,8 mg/kg alle 3 Wochen (maximale Einzeldosis 180 mg)

Auflösung

  • In 10,5 ml Aqua pro inject. (1 ml der Lösung enthält 5 mg Wirkstoff)

  • Nicht schütteln, nur vorsichtig schwenken, Schaumbildung vermeiden

Verdünnung

  • Mit 150 ml NaCl 0,9 %, Glukose 5 % oder Ringer Laktat

  • Nicht schütteln, nur vorsichtig schwenken, Schaumbildung vermeiden

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion
      • in 150 ml NaCl 0,9 %, Glukose 5 % oder Ringer Laktat über 30 min

Spezielle Hinweise

  • Keine Bolusinjektion!

  • Eine Prämedikation wird bei der ersten Dosis nicht verabreicht. Falls eine infusionsbedingte Reaktion auftritt, kann bei weiteren Verabreichungen eine Prämedikation mit Paracetamol, einem Antihistaminikum und eventuell einem Kortikosteroid verordnet werden.

  • Der Abbau von MMAE wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen keine Informationen zu Extravasationen vor. Es können deshalb keine Maßnahmen empfohlen werden.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktionen
    • Während oder unmittelbar nach der Infusion können folgende Symptome einzeln oder kombiniert auftreten:
      • Fieber
      • Schüttelfrost
      • Atemnot
      • Nausea
      • Pruritus
      • Husten
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (v. a. Neutropenie)
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Durchfall
    • Hautauschlag
    • Husten
    • Haarausfall
    • Myalgien
    • Müdigkeit
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Periphere Neuropathie
    • Progressive multifokale Leukoenzephalopathie (selten)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen

Buserelin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Profact Depot

Fertigspritzen – Implantat

zu 6,3 mg und 9,45 mg,

nasale Lösung

Profact pro injectione

Durchstechflasche - Lösung

zu 5,5 mg (5,5 ml)

Profact nasal Nasenspray - 0,1 mg/Sprühstoß
CH: außer Handel
A: Suprefact

Fertigspritzen – Implantat

zu 9,45 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, LHRH-Analog

Wirkungsmechanismen

  • Buserelin ist ein synthetisches Analog des natürlichen Gonadotropin-freisetzenden Hormons (»gonadotropin-releasing hormone«; abgekürzt: GnRH oder LHRH).

  • Buserelin bewirkt zuerst eine kurz dauernde Freisetzung der Hypophysen-Hormone LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (follikelstimulierendes Hormon), dann eine lang dauernde Hemmung der natürlichen Produktion von LH und FSH in der Hypophyse; das Fehlen von LH und FSH hemmt die Hormonproduktion in Ovarien und Hoden (chemische Kastration).

Dosisbereich

  • Implantat: Implantat zu 6,3 mg alle 2 Monate; Implantat zu 9,45 mg alle 3 Monate

  • Injektionslösung: 1,5 mg Buserelin (entsprechend 1,5 ml Profact pro injectione) täglich, aufgeteilt in drei Einzeldosen von je 0,5 ml. Zwischen den Injektionen sollten möglichst gleiche Zeitintervalle eingehalten werden. Die Therapie mit Injektionslösung dient zur Einleitung der Buserelin-Behandlung, nach dem achten Behandlungstag wird die Behandlung mit Nasenspray weitergeführt.

  • Nasenspray: 12 Sprühstöße zu je 0,1 mg Buserelin täglich.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege und Verabreichung
    • Implantat: subkutane Applikation unter die Bauchhaut; siehe Hinweise des Herstellers
    • Injektionslösung: subkutane Injektion
    • Nasenspray: 6-mal täglich 2 Sprühstöße (je ein Sprühstoß in jedes Nasenloch) in gleichen Zeitabständen über den Tag verteilt.

Spezielle Hinweise

Vor der Applikation des Implantats kann ein Lokalanästhetikum verabreicht werden.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Hitzewallungen
    • Schmerzen an Injektionsstelle
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Libidoverlust
    • Impotenz
    • Kopfschmerzen
    • Stimmungsschwankungen
    • Selten: allergische Hautreaktionen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten«
  • Spezielle Punkte:
    • Nach der ersten Verabreichung kommt es vorübergehend zu einer vermehrten Ausschüttung von Geschlechtshormonen (»Wirkungsmechanismen«). Dies kann zu einer vorübergehenden Stimulation des Tumorwachstums mit beispielsweise Zunahme von Skelettschmerzen führen (»Flare«). Zur Verhütung dieser Symptome wird bei Männern vor der ersten Verabreichung in der Regel zusätzlich ein Antiandrogen, z. B. Bicalutamid oder Cyproteron, verordnet.
    • Bei Frauen: Einnahme von östrogenhaltigen Medikamenten gegen Hitzewallungen nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

Busulfan (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

BUS, BSF

Handelsnamen und Handelsformen

D *: Myleran Tabletten zu 2 mg
CH *: nicht registriert
A *: Myleran Tabletten zu 2 mg

* In allen drei Ländern ist Busulfan zur i.v.-Therapie unter den Handelsnamen Busilvex oder Busulfan registriert. In dieser Form wird Busulfan ausschließlich zur Hochdosistherapie vor Stammzelltransplantation eingesetzt.

Substanzgruppe

Zytostatikum, Alkylans

Wirkungsmechanismen

  • Alkylierung und Quervernetzung (cross- linking) von DNS

  • Hemmt die DNS-Synthese und -Funktion

Dosisbereich

  • Tagesdosis 0,5–4 mg

  • In speziellen Situationen, z. B. vor Stammzelltransplantationen, werden höhere Dosen verabreicht

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.

Spezielle Hinweise

  • Das Medikament sollte mit oder ohne Mahlzeit, immer etwa zur gleichen Tageszeit eingenommen werden.

  • Der Abbau von Busulfan wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und Johanniskraut beeinflusst.

  • Bei Hochdosistherapie (vor Stammzelltransplantation) ist eine Prophylaxe mit antiepileptischen Medikamenten durchzuführen.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit (meist nur wenig ausgeprägt)
    • Epileptische Anfälle (nur bei Hochdosistherapie vor Stammzelltransplantation)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarkuppression
    • Hyperpigmentation:
    • Dunkle Pigmentierung, vor allem an Ellbogen, Knien und in Hautfalten (Handflächen, Nacken); nach Absetzen der Therapie meist reversibel
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Pneumopathien
    • Störung der Gonadenfunktion:
    • Amenorrhö, Infertilität
    • Zweitmalignome

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und Johanniskraut einnehmen

Cabazitaxel (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Jevtana Durchstechflaschen zu 60 mg
CH: Jevtana Durchstechflaschen zu 60 mg
A: Jevtana Durchstechflaschen zu 60 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Mikrotubuli und stört dadurch den für die Zellteilung wichtigen Spindelapparat

Dosisbereich

25 mg/m2 alle 3 Wochen

Auflösung

  • Im beigefügten Lösungsmittel

  • Den gesamten Inhalt des Lösungsmittelfläschchens mit Hilfe einer Spritze entnehmen

  • Die Kanüle gegen die Innenwand des Konzentrat-Fläschchens richten und die Flüssigkeit langsam injizieren

  • Durch wiederholtes Hin-und-Her-Kippen vorsichtig mischen, bis eine partikelfreie, homogene Lösung entsteht; das kann ca. 45 Sekunden dauern

  • Nicht schütteln!

  • Falls Schaum an der Fläschchenwand haftet, die Kanüle zum Entnehmen der Mischung in der Mitte platzieren

  • Die so entstandene Mischung aus Konzentrat und Lösungsmittel enthält 10 mg/ml Cabazitaxel

  • Ein Direkt-Transfer mittels Transferset wird nicht empfohlen; jedes Fläschchen enthält ein Zusatzvolumen, um Verluste bei Entnahme und Erstverdünnung zu kompensieren

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % (Endkonzentration zwischen 0,1–0,26 mg/ml)

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • sollte innerhalb 1 Stunde weiter verdünnt werden
  • des weiter verdünnten Medikaments:
    • 8 Stunden bei Raumtemperatur (Infusionsdauer eingeschlossen)
    • 24 Stunden im Kühlschrank (Infusionsdauer eingeschlossen)

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion
      • In 250 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über 1 Stunde
      • Mit Inlinefilter 0,22 μm und PVC- und Polyurethan-freiem Infusionsbesteck

Spezielle Hinweise

  • Wegen möglicher allergischer Reaktionen immer Prämedikation mit Dexamethason, Antihistamin (z. B. Clemastin) und H2-Blocker (z. B. Ranitidin) nach Verordnung.

  • Während der ersten 30 Minuten besonders auf anaphylaktische Reaktionen achten – Hypotonie, Bronchospasmus.

  • Ein Arzt sollte während der Infusion anwesend sein.

  • Bei einer Reaktion:
    • Infusion stoppen
    • Infusion mit NaCl 0,9 % laufen lassen
    • Bei schwerer Hypersensitivitätsreaktion keine Re-Exposition
  • Der Abbau von Cabazitaxel wird durch Inhaltsstoffe des Johanniskrauts und der Grapefruit beeinflusst.

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen keine Informationen zu Extravasationen vor. Es können deshalb keine Maßnahmen empfohlen werden.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Allergische Reaktionen:
      • Hautrötung, Juckreiz, Bronchospasmus, Hypotonie
    • Übelkeit und Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Diarrhö
    • Fatigue
    • Obstipation
    • Selten Alopezie
    • Fieber
    • Arthralgien

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten«
  • Spezielle Punkte:
    • Bronchospasmus während der Infusion sofort melden.
    • Das zur Prophylaxe verabreichte Antihistamin verursacht Müdigkeit und beeinträchtigt dadurch kurzfristig die Fahrtüchtigkeit.
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen.

Cabozantinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Cabometyx Filmtabletten zu 20 mg, 40 mg und 60 mg
Cometriq Kapseln zu 20 mg und 80 mg
CH: Nicht registriert
A: Cabometyx Filmtabletten zu 20 mg, 40 mg und 60 mg
Cometriq Kapseln zu 20 mg und 80 mg

Spezielle Hinweise

Cabometyx und Cometriq werden unterschiedlich resorbiert (sie sind nicht bioäquivalent). Sie werden deshalb unterschiedlich dosiert und sollten nicht gegenseitig ausgetauscht werden!

Substanzgruppe

Zytostatikum, Multikinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Blockiert das Enzym Tyrosinkinase an Rezeptoren verschiedener Wachstumsfaktoren sowie andere Enzyme der intrazellulären Signalübermittlung. Hemmt dadurch die Übermittlung von Signalen in den Zellkern und somit das Tumorwachstum.

Dosisbereich

  • Cabometyx: 60 mg/Tag

  • Cometriq: 140 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einmal täglich mit einem Glas Wasser, immer etwa zur gleichen Uhrzeit, entweder 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit. (Gilt sowohl für Cabometyx wie Cometriq)

Spezielle Hinweise

  • Der Abbau von Cabometyx und Cometriq wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

  • In Hinblick auf mögliches Hand-Fuß-Syndrom:
    • Haut untersuchen, besonders an Stellen, an denen sich eine Hyperkeratose (Hornhaut, Hühneraugen) bilden kann.
    • Ausgeprägte, bestehende Hornhaut an Händen und Füßen evtl. von einer Fachperson entfernen lassen.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Diarrhö
    • Hautreaktionen:
      • Ausschlag (Rash), trockene Haut
      • Hand-Fuß-Syndrom
      • Leicht: Taubheitsgefühl, Kribbeln, schmerzlose Schwellung und/oder Rötung an Händen und Füßen (vor allem Handinnenflächen und Fußsohlen)
      • Mittelschwer: Schmerzhafte Rötung und Schwellung mit Behinderung beim Gebrauch der Hände und Füße
      • Schwer: Blasenbildung, evtl. mit Ulzeration, mit starken Schmerzen an Händen und/oder Füßen
    • Übelkeit/Erbrechen
    • Fatigue
    • Mukositis
    • Geschmacksveränderung
    • Hypertonie
    • Wundheilungsstörungen
  • Spät (Wochen bis Monate)
    • Haarveränderungen:
      • geringgradiger Haarausfall (meist für Drittpersonen nicht sichtbar)
      • Veränderung der Haarfarbe möglich (Haare werden heller oder grau)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Patienten über die Möglichkeit der Prophylaxe des Hand-Fuß-Syndroms informieren:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Auf mögliche Störung der Wundheilung hinweisen. Geplante chirurgische oder zahnärztliche Interventionen dem Arzt melden.
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen.
    • Während der Behandlung keine Johanniskrautpräparate und keine Grapefruitprodukte einnehmen.
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in 12 Stunden oder später einzunehmen ist: die vergessenen Tabletten oder Kapseln einnehmen, sobald der Patient sich daran erinnert. Die nächsten Tabletten oder Kapseln dann zur gewohnten Zeit einnehmen.
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in weniger als 12 Stunden einzunehmen ist: die vergessenen Tabletten oder Kapseln auslassen. Die nächsten Tabletten oder Kapseln dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!

Calciumfolinat (T)/(S)

Andere Bezeichnungen

Leucovorin, Folinsäure, Citrovorum Faktor

Abkürzungen

LV, CF, FA

Handelsnamen und Handelsformen

D: Calciumfolinat, Leucovorin, Rescuvolin u. v. m.

Glasbrechampullen/Durchstechflaschen

Lösung zu 50–1000 mg

Tabletten zu 15 mg

CH: Leucovorin, Leucovorin-Calcium, Calciumfolinat

Glasbrechampullen/Durchstechflasche

Lösung zu 30–500 mg

Tabletten/Kapseln zu 15 mg

A: Calcium Folinat, Calciumlevofolinat

Glasbrechampullen/Durchstechflasche

Lösung zu 50–1000 mg

Kapseln zu 15 mg

Substanzgruppe

Modulierende Substanz, Derivat der Folsäure

Wirkungsmechanismen

Modifiziert die Wirkung von gewissen Zytostatika

Dosisbereich

  • Mit 5-Fluorouracil:
    • 20–200 mg/m2 i.v. unmittelbar vor 5-Fluorouracil
  • Als Rescue nach Methotrexat:
    • In der Regel Beginn 24–36 Stunden nach Methotrexat
    • Calciumfolinat-Einzeldosen über 25 mg sollten nicht p.o., sondern i.v. gegeben werden (Sättigung der Darmresorption)
    • Bei mittelhohen Methotrexat-Dosen (z. B. 350–3000 mg Methotrexat/m2):
    • 15–25 mg Calciumfolinat p.o. alle 6 Stunden, beginnend 24 Stunden nach Methotrexat
    • Bei hochdosiertem Methotrexat (z. B. 10 g Methotrexat/m2):
    • Calciumfolinat-Dosis und Dauer der Applikation abhängig von Methotrexat-Konzentration im Plasma

Auflösung

  • Gelöst

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

  • Bei gleichzeitiger Infusion mit Oxaliplatin- Lösung nur in Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Calciumfolinat kann – falls in Glukose 5 % gelöst – gleichzeitig mit Oxaliplatin oder Irinotecan über den gleichen venösen Zugang, aber mit getrennten Infusionen infundiert werden.

  • Es gibt widersprüchliche Publikationen zur Frage der Mischbarkeit mit 5-Fluorouracil.

  • Es wird empfohlen, Calciumfolinat nicht mit anderen Medikamenten zu mischen.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • Tabletten: bei Raumtemperatur
    • Fertiglösung: im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperaturoder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., i.m., p.o.
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Maximal 160 mg/min (wegen Kalziumgehalt des Calciumfolinats)
    • i.v.-Infusion:
      • Maximal 160 mg/min (wegen Kalziumgehalt des Calciumfolinats)

Spezielle Hinweise

  • Calciumfolinat verstärkt die Wirkung von 5-Fluorouracil bei gleichzeitiger Verabreichung.

  • In Kombinationstherapien wie FOLFOX oder FOLFIRI kann Calciumfolinat in einer separaten Infusion gleichzeitig mit Oxaliplatin oder Irinotecan infundiert werden (mit Infusor).

  • Calciumfolinatreduziert die Toxizität (und Wirkung) von Methotrexat. Wird bei dieser Indikation üblicherweise in mehreren Dosen, beginnend 24 Stunden nach hochdosiertem Methotrexat verabreicht. Diese Indikation wird englisch »Leucovorin rescue« genannt. Bei der Rescue ist die korrekte Befolgung des Zeitplans der Verabreichung von größter Bedeutung.

  • Hochdosiertes Methotrexat darf erst verabreicht werden, wenn garantiert ist, dass Calciumfolinat in genügender Menge zur Verfügung steht.

  • Perorale Verabreichung von Calciumfolinat nur bei gesicherter Absorption (kein Durchfall, kein Erbrechen). Calciumfolinat-Einzeldosen über 25 mg sollten nicht p.o., sondern i.v. gegeben werden (Sättigung der Darmresorption).

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Selten: Hautausschläge und Juckreiz
    • Bei gleichzeitiger Gabe verstärkt Calciumfolinat die Toxizität von 5-Fluorouracil

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Bei peroraler Gabe von Calciumfolinat zur Rescue nach Methotrexat: über die Wichtigkeit einer vorschriftsgemäßen Einnahme (Zeit der Einnahme und Dosis) informieren

Capecitabin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

XEL

Handelsnamen und Handelsformen

D:

Xeloda

Capecitabin

Filmtabletten zu 150 mg

und 500 mg

CH:

Xeloda

Capecitabin

Filmtabletten zu 150 mg

und 500 mg

A: Xeloda, Capecitabin, Ecansy u. v. m. Filmtabletten zu 150 mg, 300 mg und 500 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Pyrimidin-Analog)

Wirkungsmechanismen

Capecitabine ist zytostatisch inaktiv. Es wird erst im Gewebe enzymatisch zum Zytostatikum 5-Fluorouracil umgewandelt. 5-Fluorouracil hemmt ein wichtiges Enzym der Nukleotid-Synthese und damit die Synthese von DNS und RNS.

Dosisbereich

Maximale Tagesdosis: 2500 mg/m2

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Die Gesamttagesdosis wird auf zwei gleiche Einzeldosen aufgeteilt und morgens und abends innerhalb von 30 min nach der Mahlzeit mit einem Glas Wasser eingenommen

Spezielle Hinweise

  • Die Verabreichung wird gewöhnlich bei schwerem Durchfall oder bei Auftreten eines mittelschweren Hand-Fuß-Syndroms unterbrochen.

  • In Hinblick auf mögliches Hand-Fuß- Syndrom:
    • Haut untersuchen, besonders an Stellen, an denen sich eine Hyperkeratose (Hornhaut, Hühneraugen) bilden kann.
    • Ausgeprägte, bestehende Hornhaut an Händen und Füßen evtl. von einer Fachperson entfernen lassen.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Selten: Fieber
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Orale Mukositis
    • Diarrhö
    • Bauchschmerzen
    • Hand-Fuß-Syndrom
    • Leicht: Taubheitsgefühl, Kribbeln, schmerzlose Schwellung und/oder Rötung an Händen und Füßen (vor allem Handinnenflächen und Fußsohlen)
    • Mittelschwer: schmerzhafte Rötung und Schwellung mit Behinderung beim Gebrauch der Hände und Füße
    • Schwer: Blasenbildung, evtl. mit Ulzeration, mit starken Schmerzen an Händen und/oder Füßen
    • Konjunktivitis
    • Haarausfall (meist geringgradig)
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Parästhesien
    • Hyperpigmentation der Haut

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten«
  • Spezielle Punkte:
    • Patienten über die Möglichkeit der Prophylaxe des Hand-Fuß-Syndroms informieren: Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen

Carboplatin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

CBCDA

Handelsnamen und Handelsformen

D: Axicarb, Carboplatin, Haemato-carb u. v. m.

Durchstechflasche –

Lösung zu 50–1000 mg

CH: Paraplatin, Carboplatin Durchstechflasche – Lösung zu 50–600 mg
A: Carboplatin Durchstechflasche – Lösung zu 50–1000 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Platin-Analog

Wirkungsmechanismen

  • Hemmt die DNS-Synthese: Alkylierung und Quervernetzung (cross-linking) von DNS

  • Hemmt die DNS-Reparaturmechanismen

Dosisbereich

  • Einzeldosis: 150–1000 mg

  • Die Dosierung berücksichtigt die Nierenfunktion

  • In speziellen Situationen, z. B. vor Stammzelltransplantationen, werden höhere Dosen verabreicht

Auflösung

  • Gelöst

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % (Carboplatin ist in Glukose 5 % stabiler als in NaCl 0,9 %)

  • Bei Verbrauch des gesamten Inhalts der Durchstechflasche ist ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset möglich

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des weiter verdünnten Medikaments

  • 8 Stunden bei Raumtemperatur *

  • 24 Stunden im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1. Eine Verdünnung in NaCl 0,9 % darf auch unter Reinraumbedingungen nicht länger als 8 Stunden gelagert werden.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In 250 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über 15–60 min
      • Bei sehr hohen Einzeldosen (über 1500 mg) wird die Infusionsdauer in der Regel auf ca. 90 min verlängert

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Allergische Reaktionen:
      • Risiko nimmt zu nach mehrfacher Applikation von Carboplatin oder anderen Platin-Abkömmlingen (Cisplatin und Oxaliplatin)
      • Beginn meist während Carboplatin- Infusion
      • Symptome: Atemnot, Schüttelfrost, Ödeme (Gesicht, Zunge), Tachykardie, Blutdruckabfall, Juckreiz
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (vor allem Anämie und Thrombopenie)
    • Bauchschmerzen
    • Neuropathie

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer allergischen Reaktion sofort melden!

Carfilzomib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Kyprolis Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 10–60 mg
CH: Kyprolis Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 60 mg
A: Kyprolis Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 10–60 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Proteasomenhemmer

Wirkungsmechanismen

Das Proteasom ist ein Proteinkomplex, der bei der Regulation der Konzentration von intrazellulären Proteinen eine wesentliche Rolle spielt. Die Hemmung des Proteasoms verhindert den Abbau bestimmter Proteine und beeinflusst so verschiedene Signalwege in der Zelle und kann letztlich zum Zelltod führen.

Dosisbereich

  • Initialdosis: 20 mg/m2 (maximale Dosis 44 mg) Tag 1 und 2

  • Folgende Dosen: 27 mg/m2 (maximale Dosis 60 mg) Tage 8, 9, 15 und 16

Auflösung

  • 10 mg Carfilzomib mit 5 ml Aqua pro inject.

  • 30 mg Carfilzomib mit 15 ml Aqua pro inject.

  • 60 mg Carfilzomib mit 29 ml Aqua pro inject.

  • Das Lösungsmittel langsam durch den Stopfen in Richtung der Innenwand der Durchstechflasche injizieren, um eine Schaumbildung zu minimieren.

  • Die Durchstechflasche bis zur kompletten Auflösung rund 1 Minute lang vorsichtig schwenken.

  • Falls sich Schaum bildet, die Durchstechflasche stehen lassen, bis sich der Schaum gesetzt hat und die Lösung klar ist.

  • Die rekonstituierte Lösung sollte klar farblos bis leicht gelblich sein.

Verdünnung

Mit 50 bis 100 ml Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Darf nicht mit NaCl 0,9 % gelöst oder mit anderen Medikamenten gemischt werden.

  • Infusionsleitung darf mit NaCl 0,9 % vor und nachgespült werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments in Durchstechflasche oder Spritze:
    • bei Raumtemperatur: 4 Stunden
    • im Kühlschrank: 24 Stunden*
  • des weiter verdünnten Medikaments im Infusionsbeutel:
    • bei Raumtemperatur: 4 Stunden
    • im Kühlschrank: 24 Stunden*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v. Infusion über 10 bis 30 Minuten
    • Nicht als Bolus injizieren!

Spezielle Hinweise

Bei Patienten mit erhöhtem Risiko eines Tumorlyse-Syndroms oder mit eingeschränkter Nierenfunktion ist im ersten Zyklus auf eine gute Hydrierung (mindestens 30 ml/kg KG pro 24 Stunden 2 Tage vor Therapie) zu achten. Diese kann oral oder als Infusion erfolgen. Während dem ersten Zyklus empfiehlt sich zudem bei jeder Verabreichung eine Vor- und Nachhydrierung mit 250–500 ml NaCl 0,9 %.

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen keine Informationen zu Extravasationen vor. Eine Gew ebeschädigung ist allerdings nicht zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktionen. Während oder unmittelbar nach der Infusion können folgende Symptome einzeln oder kombiniert auftreten:
      • Fieber
      • Schüttelfrost
      • Atemnot
      • Pruritus, Hautausschlag
      • Übelkeit/Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Thrombozytopenie
    • Anämie
    • Übelkeit/Erbrechen
    • Diarrhö
    • Obstipation
    • Infektionen der Atemwege
    • Dyspnoe
    • Fatigue
    • Schlaflosigkeit
    • Periphere Ödeme
    • Hypertonie
    • Fieber
    • Muskuloskelettale Schmerzen
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Herzinsuffizienz

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!

Carmustin (T)

Andere Bezeichnungen

BCNU, Bis-Chloräthyl-Nitrosurea

Abkürzungen

BCNU

Handelsnamen und Handelsformen

D *: Carmubris Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100 mg
CH: nicht registriert Kann über die Apotheke bestellt werden
A *: Carmubris Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100 mg

* In D und A ist Carmustin auch unter dem Handelsnamen »Gliadel« als Implantat registriert. Gliadel wird bei malignen Gliomen nach neurochirurgischen Eingriffen lokal implantiert.

Substanzgruppe

Zytostatikum, Alkylans

Wirkungsmechanismen

  • Alkylierung und Quervernetzung (cross- linking) von DNS

  • Hemmung von DNS-Reparaturmechanismen

Dosisbereich

  • Einzeldosis: 40–200 mg/m2

  • In speziellen Situationen, z. B. vor Stammzelltransplantationen, werden höhere Dosen verabreicht

Auflösung

  • Lösungsmittel (absoluter Ethanol) liegt der Packung bei (3 ml Ethanol für eine Ampulle mit 100 mg Wirkstoff)

  • 100 mg Carmustin in 3 ml Ethanol lösen; dann mit 27 ml Aqua pro inject. verdünnen (Endkonzentration von 3,3 mg/ml in 10 Vol.% Alkohol)

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank *
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • in Glasbehältern:
    • 8 Stunden bei Raumtemperatur unter Lichtschutz
    • 24 Stunden im Kühlschrank *
    • in Kunststoffbehältern:
    • sofortige Verwendung

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., i.a.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In 500 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über 1–2 Stunden unter Lichtschutz infundieren

Spezielle Hinweise

  • Durchstechflaschen mit einem Ölfilm auf dem Boden dürfen nicht verwendet werden.

  • Die gelöste Substanz muss klar und wässrig sein; bei öligem Aspekt verwerfen.

  • Infusion unter Lichtschutz.

  • Bei Venenkrämpfen während der Infusion: kalte Kompressen oberhalb der Injektionsstelle auflegen und/oder gleichzeitig eine Infusion mit 0,9 % NaCl laufen lassen.

  • Hautkontakt mit dem Medikament kann zu vorübergehender Hyperpigmentation führen. Sofort gründlich mit Wasser und Seife abwaschen!

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebereizung zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Venenreizung (Phlebitis)
    • Hautrötung im Gesicht (»Flush«) bei schneller Infusion möglich, Dauer bis ca. 4 Stunden
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Mukositis:
    • Orale Mukositis, Ösophagitis, Enteritis
    • Knochenmarksuppression
    • Hyperpigmentation entlang der Venen
    • Pneumonitis
    • Hepatopathie
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Pneumopathien
    • Störung der Gonadenfunktion:
    • Amenorrhö, Infertilität
    • Zweitmalignome

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Brennen, Jucken oder Schmerzen während der Infusion sofort melden!

Ceritinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Zykadia Hartkapseln zu 150 mg
CH: Zykadia Hartkapseln zu 150 mg
A: Zykadia Hartkapseln zu 150 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet an die Tyrosinkinase ALK (anaplastic lymphoma kinase) und hemmt dadurch die intrazelluläre Signalübermittlung.

Dosisbereich

750 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • Einnahme einmal täglich, immer etwa zur selben Uhrzeit
    • Einnahme auf nüchternen Magen mit Wasser, 2 Stunden vor oder 2 Stunden nach dem Essen

Spezielle Hinweise

  • Kapseln nicht zerkauen und nicht öffnen.

  • Der Abbau von Ceritinib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Durchfall
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Bauchschmerzen
    • Verstopfung
    • Anorexie
    • Müdigkeit
    • Hautausschlag
    • Pankreatitis
    • Hyperglykämie (v. a. bei Diabetikern)
    • Interstitielle Lungenerkrankung/ Pneumonitis

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Kapseln: bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weiteren Kapseln einnehmen.
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in 12 Stunden oder später einzunehmen ist: die vergessenen Kapseln einnehmen, sobald der Patient sich daran erinnert. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit einnehmen.
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in weniger als 12 Stunden einzunehmen ist: die vergessenen Kapseln auslassen. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!

Cetuximab (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Erbitux Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg, 500 mg
CH: Erbitux Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg, 500 mg
A: Erbitux Durchstechflasche – Lösung zu, 100 mg, 500 mg

Substanzgruppe

Zytostatisch wirkender monoklonaler Antikörper

Wirkungsmechanismen

Bindet als Antikörper an den EGFR (»epidermal growth factor receptor«, Rezeptor des epidermalen Wachstumsfaktors) auf der Zelloberfläche. Blockiert dadurch die extra- und intrazelluläre Signalvermittlung und führt zum Zelluntergang.

Dosisbereich

  • Erste Infusion: 400 mg/m2

  • Weitere Infusionen: 250 mg/m2 wöchentlich

Auflösung

Gelöst (Konzentration: 5 mg/ml)

Verdünnung

Kann verdünnt oder unverdünnt verabreicht werden.

Zubereitung einer unverdünnten Lösung

  • Cetuximab-Dosis aus der Durchstechflasche mittels Spritze und Kanüle aufziehen und vorsichtig in einen leeren Infusionsbeutel geben (leere, sterile Infusionsbeutel sind im Handel erhältlich)

  • Keine direkte Transferkanüle benutzen, der Gummistopfen könnte in die Durchstechflasche hineingestoßen werden

  • Nicht schütteln! Schaumbildung vermeiden

  • Den leeren Infusionsschlauch mit NaCl 0,9 % füllen und in den gefüllten Infusionsbeutel stecken

Zubereitung einer verdünnten Lösung

  • Verdünnung in NaCl 0,9 %

  • Zu beachten bei Dosierungen über 500 mg: Die Größe des Infusionsbeutels muss dem Volumen der Infusionslösung entsprechen

  • Keine direkte Transferkanüle benutzen, der Gummistopfen könnte in die Durchstechflasche hineingestoßen werden

  • Nicht schütteln! Schaumbildung vermeiden

  • Den leeren Infusionsschlauch mit NaCl 0,9 % füllen und in den gefüllten Infusionsbeutel stecken

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
    • nach Entnahme aus dem Kühlschrank bis zu 24 Stunden bei Raumtemperatur haltbar
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion
      • Erste Infusion über 120 Minuten; weitere Infusionen über 60 Minuten
      • Bei unverdünnter Verabreichung muss der Infusionsschlauch mit ca. 30–50 ml NaCl 0,9 % nachgespült werden

Spezielle Hinweise

  • Selten treten bei der Verabreichung akute, infusionsbedingte Reaktionen auf (»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«). Es sind deswegen folgende Maßnahmen zu treffen:
    • Vor jeder Verabreichung wird die Prämedikation mit einem Antihistaminikum empfohlen
    • Bei Auftreten einer akuten infusionsbedingten Reaktion:
      • Infusion sofort stoppen, NaCl 0,9 % laufen lassen
      • Behandlung nach ärztlicher Verordnung
      • Wiederaufnahme der Cetuximab-Infusion nach ärztlicher Verordnung, unter Umständen mit reduzierter Infusionsrate
      • Bei folgenden Verabreichungen Prämedikation mit Antihistaminikum, Paracetamol und Dexamethason
    • Blutdruck vor und nach Verabreichung kontrollieren
  • In Hinblick auf möglichen Hautausschlag:
    • Der Zustand der Haut sollte vor Therapiebeginn erfasst werden.
    • Präventiv und therapeutisch können Antibiotika, z. B. Minocyclin, verordnet werden. Der Hautausschlag wird dadurch nicht verhindert, wird aber möglicherweise abgeschwächt.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktionen (selten):
      • Fieber
      • Schüttelfrost
      • Blutdruckabfall
      • Nausea
      • Kopfschmerzen
      • Zungen- und Halsschwellung (angioneurotisches Ödem)
      • Urtikaria
      • Bronchospasmen und Dyspnoe
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hautreaktionen:
    • Akneiformer Hautausschlag mit oder ohne Juckreiz am Gesicht, Nacken, Oberkörper
    • Trockene Haut, Fissuren
    • Nagelveränderungen, Paronychie (Nagelbett-Entzündung)
    • Haarveränderungen
    • Diarrhö
    • Asthenie (Müdigkeit)
    • Orale Mukositis (vorallem bei gleichzeitiger Radiotherapie)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!
    • Das zur Prophylaxe evtl. verabreichte Antihistamin verursacht Müdigkeit und beeinträchtigt dadurch kurzfristig die Fahrtüchtigkeit.
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Das Risiko von Infektionen an den Nägeln kann durch Vermeidung von Verletzungen bei der Nagelpflege vermindert werden. Zusätzlich sollte auf die Anwendung von austrocknenden Chemikalien (Nagellackentferner) und Seifen verzichtet werden. Die regelmäßige Anwendung von rückfettenden Hand- und Fußcremes ist zu empfehlen.

Chlorambucil (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

CLB, CHL, L

Handelsnamen und Handelsformen

D: Leukeran Filmtabletten zu 2 mg
CH: Leukeran Filmtabletten zu 2 mg
A: Leukeran Filmtabletten zu 2 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Alkylans

Wirkungsmechanismen

  • Alkylierung und Quervernetzung (cross- linking) von DNS

  • Hemmt DNS-Synthese und -Funktion

Dosisbereich

2–25 mg täglich während einiger Tage bis Wochen

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Tagesdosis auf einmal oder in mehreren Dosen einnehmen; 1 Stunde vor oder 3 Stunden nach einer Mahlzeit

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit (leicht)
    • Knochenmarksuppression
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Selten: Allergien (Hautausschlag)
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Störung der Gonadenfunktion:
    • Amenorrhö, Infertilität
    • Zweitmalignome
    • Selten: Pneumopathien

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Keine

Cisplatin (T)

Andere Bezeichnungen

Platinum

Abkürzungen

DDP, CDDP, cis-Pt

Handelsnamen und Handelsformen

D: Cisplatin Durchstechflasche – Lösung zu 10–100 mg
CH: Cisplatin Durchstechflasche – Lösung zu 10–100 mg
A: Cisplatin Durchstechflasche – Lösung zu 10–100 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Platin-Analog

Wirkungsmechanismen

Alkylierung und Quervernetzung (cross-linking) von DNS, hemmt DNS-Synthese

Dosisbereich

Einzeldosis für i.v.-Applikation: 25–120 mg/m2

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 %

  • Verdünnung mit anderen, gemischten Lösungen ist möglich, falls diese mindestens 0,3 % NaCl enthalten (z. B. Gluco-Saline 2:1)

  • Bessere Stabilität der Lösung bei Verdünnung mit NaCl 0,9 %

  • Die Konzentration der verdünnten Lösung soll <100 mg Cisplatin/250 ml betragen

  • Bei Verbrauch des gesamten Inhalts der Durchstechflasche ist ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset möglich

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Inkompatibel mit Na-Bikarbonat.

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des weiter verdünnten Medikaments in NaCl 0,9 % resp. Lösungen mit mindestens 0,3 % NaCl:
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., i.a., intraperitoneal
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • Niedrige Dosierungen (z. B. 25 mg/m2): In mind. 250 ml NaCl 0,9 % während 20–30 min
      • Höhere Dosierungen: In 500–2000 ml NaCl 0,9 % (oder Lösungen mit mindestens 0,3 % NaCl, siehe oben) während 1–8 Stunden (üblicherweise in 1000 ml NaCl 0,9 % während 1 Stunde)
      • Dauerinfusion über 24 Stunden möglich

Spezielle Hinweise

  • Cisplatin schädigt kumulativ die Nierentubuli. Zur Verhütung oder Verminderung der Nierenschädigung werden intravenöse Hydrierung und forcierte Diurese eingesetzt. Es wird eine Urinausscheidung von 100–150 ml/h während und mindestens 12 Stunden nach der Cisplatin-Infusion angestrebt. Dies wird durch Vor- und Nachhydrierung gemäß ärztlicher Verordnung erreicht, wobei die Hydrierung teilweise auch peroral erfolgen kann. Die Patienten sollten auch an den zwei Tagen nach der Cisplatin-Verabreichung mindestens 8 Gläser Flüssigkeit pro Tag einnehmen.

  • Zur Förderung der Diurese keine Schleifendiuretika einsetzen, diese können in Kombination mit Cisplatin die Nephrotoxizität verstärken.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist – abhängig von der Cisplatin-Konzentration – eine Gewebereizung oder -schädigung zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Bei Konzentration <0,4 mg/ml:
    • Infusion stoppen
    • Infusionsleitung durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen
    • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!
    • Kanüle unter Aspiration entfernen
    • Lokal trockene Kälte applizieren
    • Arzt informieren
  • Bei Konzentration >0,4 mg/ml:
    • Zusätzlich: DMSO nach ärztlicher Verordnung lokal applizieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Cisplatin ist sehr stark emetogen. Gute antiemetische Prophylaxe und Therapie wichtig!
    • Allergische Reaktionen:
      • Beginn meist bereits während Cisplatin-Infusion
      • Symptome: Atemnot, Schüttelfrost, Ödeme (Gesicht, Zunge), Tachykardie, Blutdruckabfall, Juckreiz
      • Risiko nimmt zu nach mehrfacher Applikation von Cisplatin oder anderen Platin-Abkömmlingen (Carboplatin und Oxaliplatin)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Nierenschädigung (»Spezielle Hinweise«)
    • Knochenmarksuppression (vor allem Anämie)
    • Hämolytische Anämie (autoimmun)
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Neuropathie:
    • Periphere Neuropathie, vorwiegend sensorisch; motorische Neuropathie mit Paresen möglich, gelegentlich irreversibel
    • Gehörschädigung:
    • Innenohrschädigung mit Hochtonschwerhörigkeit; häufig Tinnitus, kumulativ, oft irreversibel
    • Infertilität

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome der Neuropathie oder einer Gehörschädigung sofort melden!
    • Entsprechend der ärztlichen Verordnung über die Bedeutung der erhöhten Trinkmenge informieren (»Spezielle Hinweise«)
    • Patienten sollen sich beim Arzt melden, wenn sie weniger Urin ausscheiden als üblich und/oder wenn sie Ödeme an den unteren Extremitäten feststellen.

Cladribin (T)

Andere Bezeichnungen

2-Chloro-deoxy-Adenosin

Abkürzungen

2-CdA, 2-CDA

Handelsnamen und Handelsformen

D: Leustatin, Litak Durchstechflasche – Lösung zu 10 mg
CH: Litak Durchstechflasche – Lösung zu 10 mg
A: Litak Durchstechflasche – Lösung zu 10 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Purin-Analog)

Wirkungsmechanismen

Hemmt die DNS-Synthese und DNS-Reparaturmechanismen

Dosisbereich

Einzeldosis für i.v.- und s.c.-Applikation: 0,1–0,14 mg/kg täglich während 5–7 aufeinander folgenden Tagen

Auflösung

Gelöst (Konzentration: Litak = 2 mg/ml, Leustatin = 1 mg/ml)

Verdünnung

  • i.v.-Infusion: mit NaCl 0,9 %

  • s.c.-Applikation: keine Verdünnung nötig

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Nicht mit Glukose 5 % verdünnen!

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • der aufgezogenen s.c. Injektion
    • 24 Stunden im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments bis zum Beginn der Verabreichung:
    • 8 Stunden im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., s.c.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • Dauerinfusion in 500 ml 0,9 % NaCl über 24 Stunden
    • s.c.:
      • Zulassung für s.c.-Verabreichung liegt nur für Litak vor
      • Unverdünnte Lösung, vor Injektion auf Raumtemperatur erwärmen

Spezielle Hinweise

  • Vor der Verdünnung oder Injektion soll die Lösung visuell auf Trübung geprüft werden. Infolge einer Lagerung bei tiefer Temperatur kann es zur Ausfällung des Wirkstoffs kommen. Durch sorgfältiges (!) Erwärmen auf Zimmertemperatur und kräftiges Schütteln der Durchstechflasche lässt sich die ausgefällte Substanz wieder in Lösung bringen.

  • Bei Leustatin wird zur Zubereitung die Verwendung eines 0.22 µm-Filter empfohlen.

  • Infusionsleitung mit NaCl 0,9 % vor- und nachspülen!

  • Bei subkutaner Injektion kann die Dosis bei großem Volumen auf zwei Injektionsorte verteilt werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Kopfschmerzen
    • Leichte Übelkeit
    • Fieber
    • Müdigkeit
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Lang anhaltende Immunsuppression (erhöhte Infektanfälligkeit)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Die subkutanen Injektionen können nach Instruktion auch durch den Patienten oder durch Angehörige vorgenommen werden

Clodronsäure (S)

Andere Bezeichnungen

Clodronat

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Bonefos

Hartkapseln zu 400 mg

Filmtabletten zu 800 mg

Ampullen–Infusionskonzentrat

zu 300 mg

Ostac Filmtabletten zu 520 mg
CH: außer Handel
A: Bonefos Filmtabletten zu 800 mg
Lodronat Filmtabletten zu 520 mg

Substanzgruppe

Bisphosphonat

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Funktion der Osteoklasten (knochenabbauende Zellen), hemmt dadurch den Abbau von Knochensubstanz und normalisiert eine Hyperkalzämie

Dosisbereich

  • p.o.
    • Bei Hyperkalzämie: Initialdosis: 2400–3200 mg/Tag; Erhaltungsdosis: 1600 mg/Tag
    • Bei Osteolysen ohne Hyperkalzäme: 1000–1600 mg/Tag
  • i.v. (nur bei Hyperkalzämie)

  • 1500 mg/Tag als einmalige Dosis oder 300 mg/Tag an fünf aufeinanderfolgenden Tagen

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

  • In 500 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

  • Es dürfen keine kalziumhaltigen Verdünnungslösungen (z. B. Ringer-Lösung) verwendet werden.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden. Nicht mit Ringerlösungen mischen.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur (Kapseln und i.v.-Konzentrat)
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o., i.v.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Mindestens 2 Stunden vor und 1 Stunde nach der Einnahme sollte keine Nahrung aufgenommen werden
      • Eine Tagesdosis von 1000–1600 mg sollte auf einmal eingenommen werden; bei Magenunverträglichkeit oder bei höheren Dosen kann die Tagesdosis auf zwei Einzelgaben verteilt werden
      • Bei Einmalgabe wird empfohlen, die Tagesdosis 1 Stunde vor dem Frühstück einzunehmen
      • Einnahme unzerkaut mit einem Glas Leitungswasser (180 bis 240 ml) im Stehen oder im aufrechten Sitzen
      • Einnahme nur mit normalem Leitungswasser; keine Einnahme mit Milch oder anderen kalziumreichen Flüssigkeiten (einige Mineralwasser weisen hohe Konzentrationen von Kalzium auf)
    • i.v.:
      • Als einmalige Dosis über 4 Stunden
      • Als tägliche Infusion über 2 Stunden

Spezielle Hinweise

  • Um oropharyngealen Ulzerationen vorzubeugen, sollen die Filmtabletten resp. Kapseln nicht gekaut, gelutscht oder zerdrückt werden; Filmtabletten können längs der Bruchrille geteilt werden.

  • Bei peroraler Verabreichung dürfen sich die Patienten frühestens 60 Minuten nach der Einnahme hinlegen.

  • Bei intravenöser Verabreichung: Infusionsleitung mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % vor- und nachspülen!

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Lokale Reizung an Infusionsstelle
    • Knochen- und Gelenkschmerzen
    • Grippeähnliches Syndrom:
    • Fieber, Muskelschmerzen, Kopfweh
    • Tritt meist nur nach erster Clodronat-Verabreichung auf
    • Spricht gut auf Paracetamol an
  • Spät (Monate bis Jahre)
    • Nekrosen des Kieferknochens (seltene Komplikation aller Bisphosphonate)
      • Risikofaktoren für das Auftreten:
      • Hohe kumulierte Dosis, v. a. bei i.v.-Verabreichung
      • Schlechte Mundhygiene
      • Schlecht-sitzende Zahnprothesen mit Druckstellen
      • Zahnextraktionen und andere kieferchirurgische Eingriffe während der Bisphosphonat-Behandlung
      • Symptome:
      • Zahnfleischentzündung
      • Lockerung von Zähnen
      • Schmerzen beim Kauen
      • Freiliegen von Kieferknochen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Information über die korrekte Einnahme (»Verabreichung« und »Spezielle Hinweise«)
    • Grippeähnliches Syndrom und Knochen- und Gelenkschmerzen sind vorübergehend und sprechen gut auf Paracetamol an
    • Prophylaxe von Nekrosen des Kieferknochens:
      • Sorgfältige Zahn- und Mundhygiene
      • Korrekter Sitz von Zahnprothesen
      • Vor Beginn der Bisphophonat-Therapie eine zahnärztliche Untersuchung veranlassen, den Zahnarzt dabei über die vorgesehene Behandlung informieren
      • Keine Zahnextraktionen oder Implantationen während der Bisphosphonat-Therapie (Füllungen, Wurzel- und Kronenbehandlungen sind problemlos möglich)
    • Zahn- oder Kieferschmerzen sofort melden

Cobimetinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Cotellic Filmtabletten zu 20 mg
CH: Cotellic Filmtabletten zu 20 mg
A: Cotellic Filmtabletten zu 20 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Blockiert das Enzym MEK innerhalb des MAP- Kinase-Signalwegs und hemmt dadurch die Zellteilung

Dosisbereich

60 mg täglich an 21 aufeinander folgenden Tagen, dann 1 Woche Pause

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • Einnahme einmal täglich unzerkaut mit einem Glas Wasser, mit oder ohne Mahlzeit

Spezielle Hinweise

  • Der Abbau von Cobenitinib wird durch Inhaltstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

  • In Hinblick auf möglichen Hautausschlag: Der Zustand der Haut sollte vor Therapiebeginn erfasst werden.

  • Unerwünschte Wirkungen auf Haut und Augen werden durch direkte Sonnenbestrahlung verstärkt (»Informationen für den Patienten«).

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit/Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Diarrhö
    • Knochenmarksuppression
    • Hautveränderungen:
      • Ausschlag (Rash), akneiforme Dermatitis
      • Photosensitivitätsreaktion
    • Hypertonie
    • Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz
    • Sehstörungen (Retinopathie)
    • Fieber

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Johanniskrautpräparate und keine Grapefruitprodukte einnehmen
    • Vor direkter Sonnenexposition schützen (während der Behandlung und bis 7 Tage danach): Sonnencreme und Lippenschutz (mindestens Schutzfaktor 30); Kopfbedeckung, schützende Kleider und Sonnenbrille
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Kapseln:
    • bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weiteren Kapseln einnehmen
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in weniger als 12 Stunden einzunehmen ist: die vergessenen Kapseln auslassen. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!

Crizotinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Xalkori Kapsel zu 200 mg, 250 mg
CH: Xalkori Kapsel zu 200 mg, 250 mg
A: Xalkori Kapsel zu 200 mg, 250 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet an die Tyrosinkinasen ALK und RET und hemmt so die Signalwege STAT 3 und PI3K/AK. Dies führt zur Apoptose (dem programmierten Zelltod) der Tumorzellen.

Dosisbereich

500 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • zweimal täglich 1 Kapsel
      • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Crizotinib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Geschmackstörungen und verminderter Appetit

  • Schwindel

  • Neuropathie

  • Sehstörungen (z. B. Doppelbilder, Verschwommensehen)

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Durchfall und Obstipation

  • Ödeme

  • Müdigkeit/Erschöpfung

  • Pneumonitis

  • Hautausschlag

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen
    • Schwellungen von Händen und/oder Füßen dem Arzt melden
    • Sehstörungen dem Arzt frühzeitig melden
    • Zunehmende Atemnot oder Husten dem Arzt melden
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in 6 Stunden oder später einzunehmen ist: die vergessene Kapsel einnehmen, sobald der Patient sich daran erinnert, die nächste Kapsel dann zur gewohnten Zeit einnehmen
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in weniger als 6 Stunden einzunehmen ist: die vergessene Kapsel auslassen, die nächste Kapsel dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen, nicht die doppelte Menge einnehmen!
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Kapsel:
      • Bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weitere Kapsel einnehmen

Cyclophosphamid (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

CTX, C, CYT, CPM

Handelsnamen und Handelsformen

D: Endoxan Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100–2000 mg; Dragees zu 50 mg
CH: Endoxan Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 200–1000 mg; Dragees zu 50 mg
A: Endoxan, Cyclophosphamid Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 200–2000 mg; Dragees zu 50 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Alkylans

Wirkungsmechanismen

Alkylierung und Quervernetzung (cross-linking) von DNS, hemmt DNS-Synthese und -Funktion

Dosisbereich

  • Einzeldosis für i.v.-Applikation: bis 1500 mg/m2

  • Tagesdosis für p.o.-Applikation: bis 200 mg

  • In speziellen Situationen, z. B. vor Stammzelltransplantationen, werden höhere Dosen verabreicht

Auflösung

  • 100 mg Cyclophosphamid in 5 ml NaCl 0,9 %

  • 200 mg Cyclophosphamid in 10 ml NaCl 0,9 %

  • 500 mg Cyclophosphamid in 25 ml NaCl 0,9 %

  • 1000 mg Cyclophosphamid in 50 ml NaCl 0,9 %

  • Endkonzentration immer 20 mg/ml

  • Nach Zugabe des Lösungsmittels gut schwenken

  • Bei Verbrauch des gesamten Inhalts der Durchstechflasche ist ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset möglich

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Kompatibel mit Mesna in NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % (bis 24 Stunden).

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung Trockensubstanz und Dragees:
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments gelöst aus Trockensubstanz:
    • 24 Stunden im Kühlschrank *
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 h im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., p.o.
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Wird nicht empfohlen
    • i.v.-Infusion:
    • Es sind verschiedene Schemata gebräuchlich. Beispielsweise:
      • Bis 500 mg: in 100 ml Glukose 5 % oder NaCl 0,9 % über ca. 30 min
      • Ab 500 mg bis 2 g: in 250 ml Glukose 5 % oder NaCl 0,9 % über ca. 30–90 min
      • Ab 2 g: in 500 ml Glukose 5 % oder NaCl 0,9 % über 60–120 min
    • p.o.:
      • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Spezielle Hinweise

  • Der Abbau von Cyclophosphamid wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

  • Eine Schädigung der Blasenschleimhaut durch Ausscheidungsprodukte von Cyclophosphamid kann mit genügender Flüssigkeitszufuhr und häufigem Wasserlösen vermieden werden. Bei hohen Dosen von Cyclophosphamid wird zum Schutz der Blasenschleimhaut zusätzlich Mesna verordnet

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Zystitis: (»Spezielle Hinweise«)
    • Blutiger Urin
    • Unangenehme Empfindungen im Mund oder Gesicht und Gefühl einer verstopften Nase (während der Infusion)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Haarausfall (dosisabhängig)
    • Appetitverlust
    • Orale Mukositis
    • SIADH (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion) mit Hyponatriämie und Wasserretention
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Pneumopathien
    • Störung der Gonadenfunktion:
    • Amenorrhö, Infertilität
    • Zweitmalignome

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und häufiges Wasserlösen (»Spezielle Hinweise«)
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen

Cyproteron (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D:

Androcur,

Cyproteronacetat

Tabletten zu 50 mg und 100 mg
Androcur Depot Durchstechflasche – Lösung zu 300 mg
CH: Androcur Tabletten zu 50 mg
Androcur Depot Durchstechflasche – Lösung zu 300 mg
A: Androcur Tabletten zu 50 mg und 100 mg
Androcur Depot Durchstechflasche – Lösung zu 300 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, Antiandrogen (nicht-steroidal)

Wirkungsmechanismen

  • Hemmt die Bindung des Androgens Dihydrotestosteron an seinen Rezeptor

  • Reduziert die Ausscheidung der gonadotropen Hypophysenhormone

Dosisbereich

  • Einzeldosis für i.m.-Applikation: 300 mg alle 1–2 Wochen

  • Tagesdosis für p.o.-Applikation: 100–300 mg

Auflösung

Gelöst

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • i.m., p.o.
  • Verabreichung
    • i.m.:
      • Tief intramuskulär (ölige Lösung)
    • p.o.:
      • Nach einer Mahlzeit einnehmen

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Cyproteron wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Gynäkomastie (gelegentlich schmerzhaft)
    • Libidoverlust
    • Impotenz
    • Veränderung der Stuhlgewohnheiten (Diarrhö oder Verstopfung)
    • Ödeme
    • Erhöhtes Thromboserisiko
    • Müdigkeit
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Depression
    • Osteoporose

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen

Cytarabin (T)

Andere Bezeichnungen

Ara-C, Cytosin-Arabinosid

Abkürzungen

Ara-C

Handelsnamen und Handelsformen

D: außer Handel
CH Cytarabin, Cytosar-Solution Durchstechflasche – Lösung zu 40 mg–2 g
A: Alexan, Cytarabin Durchstechflasche – Lösung zu 40 mg–5 g

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Pyrimidin-Analog)

Wirkungsmechanismen

Hemmt die DNS-Synthese und DNS-Reparaturmechanismen.

Dosisbereich

  • Einzeldosis für i.v.- und s.c.-Applikation: 100–200 mg/m2 täglich während 5–10 Tagen

  • Hochdosiert: 2–3 g/m2 i.v. alle 12 Stunden während 2–6 Tagen

  • Intrathekal: Einzeldosis 5–75 mg/m2

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Kann für die intrathekale Applikation mit Methotrexat und Solu-Cortef gemischt werden.

  • Sollte für i.v.-Applikation nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

  • Achtung: Für intrathekale Applikation keine konservierten Trägerlösungen verwenden!

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., s.c., i.m., intrathekal
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Langsam in laufende Infusion injizieren
    • i.v.-Infusion:
      • In 250–500 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über mindestens 1 Stunde
      • Dauerinfusion über 24 Stunden möglich (bei Dosierung von 100-200 mg/m2/Tag)
    • s.c.:
      • Injektionsstelle wechseln!
    • i.m.:
      • Injektionsstelle (Oberschenkel) wechseln!
    • intrathekal:
      • Verdünnung mit NaCl 0,9 %, sterilem Wasser oder künstlicher Zerebrospinalflüssigkeit
      • Es ist darauf zu achten, dass das Präparat für die intrathekale Applikation geeignet ist (Packungsbeilage!)

Spezielle Hinweise

Eine Lagerung bei tiefen Temperaturen kann zur Auskristallisierung des Wirkstoffs führen. Lösungen mit Ausfällungen dürfen nicht verwendet werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen (vor allem nach rascher i.v.-Verabreichung)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Orale Mukositis
    • Haarausfall (nach hochdosierter Therapie)
    • Hautausschlag mit trockener Schuppung (vor allem der Hände), Exanthem
    • Binde- und Hornhautentzündung (Kerato-Konjunktivitis): Nach hochdosierter Therapie. Kann durch prophylaktische Augenpflege vermieden werden, z. B. mit kortikosteroidhaltigen Augentropfen von Beginn bis 1–2 Tage nach Therapie
    • »Cytarabin (Ara-C)-Syndrom«:
    • Grippeähnliches Bild mit Fieber, Skelett- und Muskelschmerzen, Konjunktivitis und Hautausschlag (Exanthem). Kann durch Gabe von Kortikosteroiden auch prophylaktisch behandelt werden
    • ZNS-Toxizität (nach hochdosierter Therapie):
    • Schwindel, Ataxie; kognitive Störungen
    • Pneumopathien
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Infertilität

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Anhaltende Kopfschmerzen nach intrathekaler Injektion melden

Cytarabin liposomal (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: DepoCyte

Durchstechflasche – Suspension

zu 50 mg (5 ml)

CH: DepoCyte

Durchstechflasche – Suspension

zu 50 mg (5 ml)

A: DepoCyte

Durchstechflasche – Suspension

zu 50 mg (5 ml)

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Pyrimidin-Analog)

Wirkungsmechanismen

  • Hemmt DNS-Synthese und DNS-Reparaturmechanismen

  • Die»Verpackung« des Cytarabins in Liposomen bewirkt eine langsame und kontinuierliche Freisetzung (während ca. 2 Wochen) und eine gleichmäßige Verteilung der Substanz im gesamten Liquorraum

Dosisbereich

  • 50 mg (unabhängig von Körperoberfläche) alle 2 Wochen

  • Nach der fünften Injektion in Abständen von 4 Wochen

Auflösung

  • Gelöst
    • Vor der Entnahme die Durchstechflasche auf Raumtemperatur bringen und vorsichtig umdrehen, um die Liposomen zu resuspendieren
    • Nicht schütteln, langsam schwenken und drehen
    • Es entsteht eine milchige Suspension
    • Für die Entnahme aus der Durchstechflasche dürfen keine Chemospikes mit Partikelfilter verwendet werden

Verdünnung

Unverdünnt verabreichen

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
    • angebrochene Ampullen verwerfen und entsorgen

Applikation

  • Wege
    • intrathekal
  • Verabreichung
    • intrathekal:
      • Nur für intrathekalen Gebrauch!
      • Langsam via 20 Gauge Kanüle über 1–5 min in die Spinalfüssigkeit injizieren
      • Es dürfen keine Inlinefilter verwendet werden

Spezielle Hinweise

  • Nach der Entnahme aus der Durchstechflasche das Medikament innerhalb von 4 Stunden applizieren

  • Zusätzlich wird von Tag 1–5 Dexamethason (zweimal 4 mg p.o. oder i.v.) ärztlich verordnet

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Arachnoiditis
    • Kopfschmerzen
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Fieber
    • Rückenschmerzen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten«
  • Spezielle Punkte:
    • Nach der intrathekalen Applikation 30 bis 60 Minuten flach liegen bleiben
    • Symptome wie Kopfschmerzen, Nackenschmerzen usw. sofort melden

Dabrafenib (T)

Andere Bezeichnungen

GSK2118436

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Tafinlar Hartkapseln zu 50 mg und 75 mg
CH: Tafinlar Hartkapseln zu 50 mg und 75 mg
A: Tafinlar Hartkapseln zu 50 mg und 75 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Serin-Threonin-Kinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Blockiert das Enzym BRAF (eine Serin-Threonin-Kinase) innerhalb des MAP-Kinase-Signalwegs, der die Zellteilung stimuliert. In vielen Tumoren findet sich eine Mutation von BRAF (BRAF-V600).

Dosisbereich

300 mg täglich, aufgeteilt in zwei Dosen

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • zwei Mal täglich mit 12 Stunden Abstand
      • Entweder 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit einnehmen

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Dabrafenib wird durch Inhaltstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit/Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hautreaktionen (Rötung, Schwellung, Juckreiz und Hyperkeratose)
    • Kopfschmerzen
    • Diarrhö
    • Hand-Fuß-Syndrom
    • Uveitis
    • Fieber (nicht infektbedingt)
    • Hyperglykämie
    • Gelenk- und Muskelschmerzen
    • Fatigue
    • Husten
    • Haarausfall leicht
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Sekundäre Neoplasien (Hautpapillome, kutane Plattenepithelkarzinome, Melanome)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Fieber über 38,5°C melden
    • Unscharfes, verschwommen Sehen unverzüglich melden
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in 6 Stunden oder später einzunehmen ist: die vergessenen Kapseln einnehmen, sobald der Patient sich daran erinnert; die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit einnehmen
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in weniger als 6 Stunden einzunehmen ist: die vergessenen Kapseln auslassen; die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen; nicht die doppelte Menge einnehmen!

Dacarbazin (T)

Andere Bezeichnungen

DTIC

Abkürzungen

DTIC

Handelsnamen und Handelsformen

D: Dacarbazin, Detimedac Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100–1000 mg
CH: Dacin Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100 mg, 200 mg
A: Dacarbacin, Dacarbazine Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100–1000 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Alkylans

Wirkungsmechanismen

  • Alkylierung und Quervernetzung (cross- linking) von DNS

  • Hemmt DNS-Synthese und Reparatur

Dosisbereich

Einzeldosis für i.v.-Applikation: 200–850 mg/m2

Auflösung

  • In Aqua pro inject.

  • Bei Verbrauch des gesamten Inhalts der Durchstechflasche ist ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset möglich

Verdünnung

Mit 150–500 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • 8 Stunden bei Raumtemperatur unter Lichtschutz *
    • 24 Stunden im Kühlschrank unter Lichtschutz *
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 8 Stunden bei Raumtemperatur unter Lichtschutz *
    • 8 Stunden im Kühlschrank unter Lichtschutz *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., i.a.
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Wegen starker, schmerzhafter Reizung der Venenwand nicht zu empfehlen
    • i.v.-Infusion:
      • In 250–500 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über 15–60 min unter Lichtschutz
    • i.a.-Infusion:
      • Nur im Rahmern der isolierten Extremitäten- oder Leberperfusion

Spezielle Hinweise

  • Gelöstes Dacarbazin ist sehr lichtempfindlich: Infusionsflasche während Lagerung und Infusion vor Licht schützen, Lichtschutz-Infusionsbesteck verwenden

  • Dacarbazin verursacht während der Verabreichung schmerzhafte Venenreizungen; bei Schmerzen:
    • Infusion langsamer laufen lassen (viele Patienten brauchen eine Infusionsdauer von 1 Stunde und mehr), eventuell mit parallel laufender NaCl 0,9 %
    • Kalte Wickel oder Eiskompressen (Cold-Pack) oberhalb der Punktionsstelle auflegen
  • Bei Farbveränderung des Medikaments (von Gelb ins Rötliche) Lösung verwerfen

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist mit einer Gewebereizung zu rechnen.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Venenreizung (Schmerzen, Phlebitis)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Anorexie
    • Grippeähnliches Syndrom mit Fieber, Muskelschmerzen und Abgeschlagenheit; Beginn 2–7 Tage nach Therapie, Dauer 1–3 Wochen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Brennen, Jucken, Schmerzen während der Injektion/Infusion sofort melden!

Dactinomycin (T)

Andere Bezeichnungen

Actinomycin D

Abkürzungen

ACTD, Act-D, DACT

Handelsnamen und Handelsformen

D: Lyovac-Cosmegen Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 0,5 mg
CH: außer Handel *
A: außer Handel *

* Kann durch die Apotheke mit einer patientenbezogenen Sonderbewilligung in England als Durchstechflasche mit Trockensubstanz zu 0,5 mg bestellt werden.

Substanzgruppe

Zytostatikum, zytostatisch wirkendes Antibiotikum

Wirkungsmechanismen

  • Hemmt die DNS-Synthese

  • Verursacht Quervernetzungen (cross-linking) von DNS und Eiweißen

Dosisbereich

  • Einzeldosis für i.v.-Applikation:
    • 1–2 mg/m2 alle 2–4 Wochen
    • 400–600 μg/m2 täglich während 3–5 Tagen alle 4–6 Wochen
  • Dosierungen für Dactinomycin werden oft in Mikrogramm (Abkürzung: mcg oder μg) angegeben:
    • 1 mg = 1000 μg
    • 0,5 mg = 500 μg

Auflösung

  • Durchstechflasche mit Trockensubstanz zu 0,5 mg: In 1,1 ml Aqua pro inject.

  • 1 ml der so entstandenen Lösung enthält 500 µg (0,5 mg) Dactinomycin

  • Lösung muss klar sein

Verdünnung

Weitere Verdünnung mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

  • Keine Lösungsmittel verwenden, die Konservierungsmittel enthalten.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • 12 Stunden bei Raumtemperatur *
    • 24 Stunden im Kühlschrank *
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 12 Stunden bei Raumtemperatur *
    • 24 Stunden im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., i.a.
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • In 20 ml NaCl 0,9 % verdünnen
      • Über 1–5 min, gleichzeitig mit laufender NaCl 0,9 % Infusion über z. B. 3-Wege-Hahn (Spüleffekt)
      • Nach Injektion gut spülen!
    • i.v.-Infusion:
      • In 100–500 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über maximal 60 min infundieren
    • i.a.:
      • Nur im Rahmen der isolierten Extremitätenperfusion

Spezielle Hinweise

  • Extravasation unbedingt vermeiden!

  • Wegen der starken Reizung der Venenwand wird von Infusionen abgeraten

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation sind schwere Gewebeschädigungen zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Venenreizungen (Schmerzen, Phlebitis)
    • Appetitverlust
    • Allergische Reaktionen:
    • Fieber, Schüttelfrost
    • Hautrötung (Gesicht, Rumpf)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Orale Mukositis
    • Diarrhö
    • Alopezie (selten, meist wenig ausgeprägt)
    • Hautveränderungen (Follikulitis, selten)
    • Konjunktivitis
    • »Recall-Phänomen«:
    • Unter Dactinomycin können abgeheilte, durch Bestrahlung verursachte Schleimhaut- und Hautschäden (Mukositis, Dermatitis) wieder aufflammen, auch viele Jahre nach Abschluss der Radiotherapie.

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Brennen, Jucken, Schmerzen während der Infusion sofort melden
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen

Daratumumab (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

Dara

Handelsnamen und Handelsformen

D: Darzalex Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg und 400 mg
CH: Darzalex Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg und 400 mg
A: Darzalex Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg und 400 mg

Substanzgruppe

Zytostatisch wirkender monoklonaler Antikörper

Wirkungsmechanismen

Bindet an das CD38-Protein auf der Oberfläche der Myelomzellen, löst dadurch den programmierten Zelltod (Apoptose) aus und aktiviert verschiedene Abwehr-Funktionen wie die komplementabhängige Zytotoxizität und die antikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität.

Dosisbereich

16 mg/kg KG wöchentlich in den Wochen 1 bis 8, alle 2 Wochen in den Wochen 9 bis 24, ab Woche 25 alle 4 Wochen

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

  • Erste Infusion mit 1000 ml NaCl 0,9 %, weitere Infusionen mit 500 ml NaCl 0,9 %

  • Nicht Schütteln, Schaumbildung vermeiden

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank
    • Verdünnte Lösung sollte innerhalb von 15 Stunden bei Raumtemperatur verabreicht werden.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v. Infusion
    • Inlinefilter verwenden (Porengröße 0,2 μm, z. B. PES-Membran)
    • Nicht als Bolus injizieren!
Verdünnungsvolumen

Initiale Infusionsgeschwindigkeit

(erste Stunde)

Steigerungen

der Infusionsgeschwindigkeit

Maiximale Infusionsgeschwindigkeit
Erste Infusion 1000 ml 50 ml/Std stdl. 50 ml/Std 200 ml/Std
Zweite Infusion 500 ml 50 ml/Std stdl. 50 ml/Std 200 ml/Std
Anschließende Infusionen 500 ml 100 ml/Std stdl. 50 ml/Std 200 ml/Std

Spezielle Hinweise

Wegen der häufigen akuten, infusionbedingten Reaktionen (7»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«) sind folgende Maßnahmen zu treffen:

  • Empfohlene Prämedikation etwa 1 Stunde vor der Infusion von Daratumumab:
    • 100 mg Methylprednisolon i.v. oder äquivalente Dosis
    • 1000 mg Paracetamol p.o.
    • Antihistaminikum z. B. 25–50 mg Diphenhydramin p.o. oder i.v. oder äquivalent
  • Zur Vermeidung verzögerter Infusionsreaktionen 20 mg Methylprednisolon p.o. am ersten und zweiten Tag nach der Daratumumab-Infusion

  • Bei infusionsbedingten Reaktionen:
    • Infusion sofort stoppen
    • Behandlung nach ärztlicher Verordnung
    • Wiederaufnahme der Daratumumab- Infusion nach ärztlicher Verordnung, in der Regel mit der Hälfte der vor der Reaktion erreichten Infusionsrate.
  • Bei Patienten mit obstruktiver Lungenerkrankung inhalative Bronchodilatatoren und inhalative Kortikosteroide erwägen

  • Herpes-Zoster-Prophylaxe zur Verhinderung einer Herpes-Zoster-Reaktivierung erwägen

  • Daratumumab interferiert mit dem indirekten Coombs-Test und erschwert die Austestung von Erythrozyten-Konzentraten; vor Therapiebeginn soll die Blutgruppe bestimmt werden und es muss nach allfälligen irregulären Antikörpern gescreent werden

  • Bluttransfusionszentren müssen über die Daratumumab-Behandlung informiert werden

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen keine Informationen zu Extravasationen vor. Eine Gewebeschädigung ist allerdings nicht zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktionen (bei einer Mehrzahl der Patienten treten insbesondere während der ersten Infusion sog. infusionsbedingte Reaktionen auf, Symptome können einzeln oder kombiniert und in unterschiedlichem Schweregrad auftreten):
      • Verstopfte Nase
      • Schüttelfrost
      • Husten, Dyspnoe
      • Allergische Rhinitis
      • Rachenreizung
      • Übelkeit
      • Selten Bronchospasmus
      • Selten Blutdruckanstieg
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Infektion der oberen Atemwege, Pneumonie
    • Knochenmarksuppression
    • Übelkeit
    • Inappetenz
    • Kopfschmerzen
    • Arterielle Hypertonie
    • Rückenschmerzen
    • Arthralgien, Gliederschmerzen
    • Fatigue
    • Fieber

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!
    • Das zur Prophylaxe verabreichte Antihistamin verursacht Müdigkeit und beeinträchtigt dadurch kurzfristig die Fahrtüchtigkeit
    • Auf die lange Dauer der Daratumumab- Infusion, vor allem bei der ersten Gabe (ca. 8 Stunden), hinweisen; bei ambulanten Patienten die vorgesehene Therapiedauer angeben und evtl. empfehlen, eine Zwischenverpflegung mitzubringen
    • Für Notfallsituationen (Bluttransfusionen) erhalten die Patienten einen Ausweis, der bestätigt, dass sie mit Daratumumab behandelt werden.

Darbepoetin alfa (S)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Aranesp Fertigspritzen zu 10–500 µg
CH: Aranesp

Fertigspritzen zu 10–500 µg

Vorgefüllter Pen zu 500 µg

A: Aranesp

Fertigspritzen zu 10–500 µg

Vorgefüllter Pen zu 40-500 µg

Substanzgruppe

Zytokin, Wachstumsfaktor

Wirkungsmechanismen

Stimuliert die Teilung und die Ausreifung von roten Blutzellen im Knochenmark. Hat die gleiche biologische Wirkung wie vom Körper selbst produziertes Erythropoetin.

Dosisbereich

  • Chronische Niereninsuffizienz: 0,45 µg/kg KG, einmal pro Woche

  • Chemotherapie-induzierte Anämie:
    • 2,25–4,5 µg/kg KG einmal pro Woche oder 6,75 µg/kg KG alle 3 Wochen
    • In der Regel 150 µg einmal pro Woche, 300 µg alle 2 Wochen und 500 µg alle 3 Wochen

Auflösung

Gelöst, Durchstechflasche nicht schütteln!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
    • kann maximal 7 Tage bei Raumtemperatur gelagert werden

Applikation

  • Wege
    • s.c., i.v.
    • in der Onkologie findet nur die s.c.-Applikation Anwendung
  • Verabreichung
    • s.c.

Spezielle Hinweise

Pen nur für s.c.-Injektion geeignet.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Lokale Schmerzen an der Injektionsstelle
    • Allergische Reaktionen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Arterielle Hypertonie
    • Diarrhö
    • Fieber
    • Kopfschmerzen
    • Müdigkeit
    • Asthenie
    • Muskel- und Gelenkschmerzen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Die subkutanen Injektionen können nach Instruktion durch den Patienten oder durch Angehörige vorgenommen werden. Information über korrekte Entsorgung der Einwegspritzen!

Dasatinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Sprycel Filmtabletten zu 20 mg, 50 mg, 80 mg,100 mg und 140 mg
CH: Sprycel Filmtabletten zu 20 mg, 50 mg, 70 mg, 100 mg
A: Sprycel Filmtabletten zu 20 mg, 50 mg, 80 mg, 100 mg und 140 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet an definierte Tyrosinkinasen und hemmt damit die intrazelluläre Signalübermittlung

Dosisbereich

100–140 mg täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • einmal täglich, Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Dasatinib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression, insbesondere Thrombozytopenie
    • Blutung
    • Müdigkeit
    • Kopfschmerzen
    • Pleuraerguss
    • Dyspnoe
    • Diarrhö
    • Übelkeit und Erbrechen (gering)
    • Ödeme
    • Hautreaktion: Rash

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Bei Dyspnoe sofort beim Arzt melden (Pleuraerguss)
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«

Daunorubicin (T)

Andere Bezeichnungen

Dauno

Abkürzungen

DNR

Handelsnamen und Handelsformen

D: Daunoblastin Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 20 mg
CH: nicht registriert
A: Daunoblastin Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 20 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, zytostatisch wirkendes Antibiotikum, Anthrazyklin

Wirkungsmechanismen

Hemmt die DNS-Synthese durch Störung der Spiralbildung (Topoisomerasehemmung)

Dosisbereich

  • Einzeldosis: 20–120 mg/m2

  • Kumulativdosis von 550 mg/m2 in der Regel nicht überschreiten

Auflösung

  • In 10 ml NaCl 0,9 %

  • Die rote Lösung muss klar sein

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Kompatibel (bei Daunorubicin-Konzentration von 33 mg/l) mit Cytarabin (267 mg/l) und Etoposid (400 mg/l).

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Gleichzeitig mit schnell laufender Infusion (NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %)
      • Langsam injizieren: 20 mg über 1–3 min
    • i.v.-Infusion:
      • In 50 ml Infusionslösung über 10–15 min oder in 100 ml Infusionslösung über 30–45 min; länger dauernde Infusionen wo möglich über zentralvenösen Katheter

Spezielle Hinweise

  • Nadel und Infusionsschlauch vor Entfernen gut spülen!

  • Bei Dauerinfusion oder mehrstündiger Infusion ist ein Lichtschutz nötig.

  • Zwischen Extravasation und »Flare« (lokales Erythem um die Einstichstelle) differenzieren (»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«).

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebeschädigung zu erwarten. Gewebsnekrosen entwickeln sich spät, meist erst Wochen bis Monate nach der Extravasation.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

  • Eventuell nach ärztlicher Verordnung DMSO 99 % lokal oder Dexrazoxan i.v. als Antidot verabreichen

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Hautausschlag an Injektionsstelle:
    • Nicht mit Extravasation zu verwechseln: schmerzlose, fleckige Rötung an der Injektionsstelle und im Verlauf der Vene, teilweise mit Ödem und Pruritus. Beginn während oder unmittelbar nach Injektion. Dauer in der Regel 1–2 h, selten länger. Keine Behandlung erforderlich
    • Herzrhythmusstörungen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Orale Mukositis
    • Haarausfall
    • Nagelverfärbungen, evtl. Onycholyse (Ablösen von Finger-/Zehenägeln)
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Kardiotoxizität (zunehmendes Risiko mit höherer kumulativer Dosis)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Der Urin verfärbt sich während einiger Tage nach der Verabreichung rot-orange
    • Brennen, Jucken, Schmerzen während der Injektion/Infusion sofort melden!

Decitabin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

DAC

Handelsnamen und Handelsformen

D: Dacogen Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 50 mg
CH: Dacogen Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 50 mg
A: Dacogen Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 50 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Pyrimidin-Analog)

Wirkungsmechanismen

  • Hemmt die Methylierung von DNS; soll dadurch die Hypermethylierung von Tumorsuppressor-Genen rückgängig machen und die normale Zellfunktion wiederherstellen

  • Hemmt bei rasch proliferierenden Zellen die DNS-Synthese und -Funktion

Dosisbereich

  • Täglich 20 mg/m2, in der Regel an 5 aufeinanderfolgenden Tagen

  • Zyklus wird in der Regel alle 4 Wochen wiederholt

Auflösung

In 10 ml Aqua pro inject. (Konzentration 5 mg/ml)

Verdünnung

  • Unmittelbar nach der Auflösung: Verdünnen mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % bis zu einer Konzentration von 0,15–1,0 mg/ml; für die meisten Dosierungen genügen dazu 100 ml Verdünnungslösung

  • Die Verdünnung muss mit gekühlter Infusionslösung (2–8° C) vorgenommen werden, falls die Infusion nicht innerhalb von 15 min nach der Zubereitung beginnt

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • muss sofort weiter verdünnt werden
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • maximal 7 h im Kühlschrank (nur wenn gekühlte Infusionslösung zur Verdünnung verwendet wird)

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über 1 Stunde

Spezielle Hinweise

Substanz unmittelbar nach dem Auflösen weiter verdünnen!

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Fieber
    • Müdigkeit
    • Kopfschmerzen
    • Obstipation
    • Diarrhö
    • Arthralgien
    • Erythem

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«

Degarelix (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Firmagon Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 80 mg und 120 mg
CH: Firmagon Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 80 mg und 120 mg
A: Firmagon Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 80 mg und 120 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz

Wirkungsmechanismen

Degarelix bindet selektiv und reversibel an die GnRH-Rezeptoren der Hypophyse (GnRH: »gonadotropin-releasing hormone«). Es blockiert dadurch rasch die Freisetzung der Gonadotropine LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (follikelstimulierendes Hormon). Das Fehlen von LH und FSH hemmt die Hormonproduktion in Ovarien und Hoden (chemische Kastration)

Dosisbereich

  • Initialdosis: 2 Ampullen zu 120 mg

  • Folgende Dosen: 1 Ampulle zu 80 mg alle 4 Wochen

Auflösung

  • Je einen Adapter (in der Packung enthalten) auf die Lösungsmittel-Durchstechflasche und auf die Pulver-Durchstechflasche stecken; den Adapter herunterdrücken, bis der Dorn den Gummistopfen durchdringt und der Adapter einrastet

  • Die Spritze auf den Adapter der Lösungsmittel-Durchstechflasche schrauben

  • Die Durchstechflasche umdrehen und Lösungsmittel in die Spritze aufziehen:
    • Für 80 mg Degarelix: exakt 4,2 ml Lösungsmittel
    • Für 120 mg Degarelix: exakt 3,0 ml Lösungsmittel
  • Die Spritze vom Adapter entfernen und die Durchstechflasche mit dem verbleibenden Lösungsmittel entsorgen

  • Die Spritze auf den Adapter der Pulver-Durchstechflasche schrauben. Das Lösungsmittel in die Pulver-Durchstechflasche drücken. Die Spritze auf dem Adapter lassen und die Flasche behutsam schwenken, bis die Flüssigkeit klar und frei von nicht gelöstem Pulver oder Partikeln ist. Falls Pulver oberhalb der Flüssigkeit an der Durchstechflasche hängen geblieben ist, kann die Durchstechflasche leicht geneigt werden

  • Nicht schütteln! Schaumbildung vermeiden!

  • Ein Ring von kleinen Luftblasen an der Oberflache der Flüssigkeit ist akzeptabel

  • Es kann bis zu 15 Minuten dauern, bis das Medikament völlig gelöst ist, normalerweise aber nur wenige Minuten

  • Sobald das Pulver völlig gelöst ist, die Durchstechflasche umdrehen und senkrecht halten; die Lösung in die Spritze aufziehen:
    • Für 80 mg Degarelix: exakt 4,0 ml (Konzentration = 20mg/ml)
    • Für 120 mg Degarelix: exakt 3,0 ml (Konzentration = 40mg/ml)
  • Die Spritze vom Durchstechflaschen-Adapter entfernen und die Nadel für die tiefe subkutane Injektion auf die Spritze stecken; vorsichtig eventuell vorhandene Luftblasen entfernen

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • 2 Stunden

Applikation

  • Wege
    • s.c., unter die Bauchhaut:
      • Die Bauchhaut zusammendrücken und das subkutane Gewebe anheben; tief subkutan injizieren; die Nadel in einem Winkel von mindestens 45 Grad tief einstechen
      • Nicht direkt in eine Vene spritzen; überprüfen, ob Blut aspiriert wird; falls in der Spritze Blut erscheint, ist das Arzneimittel nicht mehr zu verwenden; Vorgang abbrechen und Spritze und Nadel verwerfen (eine neue Dosis für den Patienten vorbereiten)

Spezielle Hinweise

  • Die Lösung darf bei der Injektion keine ungelösten Pulveranteile mehr aufweisen

  • Die Injektionen sollen in einem Bereich der Bauchhaut erfolgen, der keinem Druck ausgesetzt ist, d. h. nicht im Bereich des Gürtels und auch nicht in der Nähe der Rippen

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Hitzewallungen
    • Schmerzen und Rötung an Injektionsstelle
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Libidoverlust
    • Erektile Dysfunktion
    • Gewichtszunahme
    • Gynäkomastie (gelegentlich schmerzhaft)
    • Übelkeit
    • Kopfschmerzen
    • Stimmungsschwankungen
  • Spät (Monate bis Jahre)
    • Osteoporose

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«

Denosumab (S)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D:

Prolia

Xgeva

Fertigspritze zu 60 mg

Durchstechflasche zu 120 mg

CH:

Prolia

Xgeva

Fertigspritze zu 60 mg

Durchstechflasche zu 120 mg

A:

Prolia

Xgeva

Fertigspritze zu 60 mg

Durchstechflasche zu 120 mg

Substanzgruppe

Monoklonaler Antikörper

Wirkungsmechanismen

Denosumab ist ein monoklonaler Antikörper gegen den sogenannten RANK-Liganden (RANKL). RANKL aktiviert die Osteoklasten zum Knochenabbau. Durch Blockierung des RANK-Liganden vermindert Denosumab den Knochenabbau.

Dosisbereich

  • Prolia: 60 mg s.c. alle 6 Monate

  • Xgeva: 120 mg s.c. alle 4 Wochen

Auflösung

  • Prolia: Fertigspritze

  • Xgeva: gelöst

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank (2–8 °C)
    • Denosumab kann in der Originalverpackung bis max. 30 Tage bei Raumtemperatur (bis zu 25 °C) aufbewahrt werden

Applikation

  • Wege
    • s.c.
  • Verabreichung
    • s.c.
      • Oberschenkel, Abdomen oder Rückseite des Armes
      • Nicht schütteln
      • Die Fertigspritze bzw. Durchstechflasche vor der Injektion auf Raumtemperatur aufwärmen lassen

Spezielle Hinweise

In der Regel wird zusätzlich eine tägliche perorale Ergänzung von Kalzium und Vitamin D verordnet.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Überempfindlichkeitsreaktion (selten)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Gliederschmerzen
    • Obstipation (Prolia)
    • Durchfall (Xgeva)
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Osteonekrose im Kieferbereich (selten)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Prophylaxe von Nekrosen des Kieferknochens:
      • Sorgfältige Zahn- und Mundhygiene
      • Korrekter Sitz von Zahnprothesen
      • Vor Beginn der Denosumab-Therapie eine zahnärztliche Untersuchung veranlassen, den Zahnarzt dabei über die vorgesehene Behandlung informieren
      • Keine Zahnextraktionen oder Implantationen während der Denosumab-Therapie (Füllungen, Wurzel- und Kronenbehandlungen sind problemlos möglich)
    • Zahn-oder Kieferschmerzen sofort melden

Dexrazoxan (S)

Andere Bezeichnungen

ICRF-187

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

Registriert zur Behandlung einer Extravasation

von Anthrazyklinen

D: Savene

Durchstechflasche

– Trockensubstanz zu 500 mg

CH: nicht registriert
A: Savene

Durchstechflasche

– Trockensubstanz zu 500 mg

Registriert zur Prophylaxe der Kardiotoxizität

von Anthrazyklinen

D: Cardioxane, Cyrdanax Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 250 mg und 500 mg
CH: nicht registriert
A: Cyrdanax Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 250 mg und 500 mg

Substanzgruppe

Entgiftungsmittel, Chelatbildner

Wirkungsmechanismen

Dexrazoxan bildet stabile Verbindungen (Komplexe), z. B. mit eisenhaltigen Molekülen. Es wird angenommen, dass dadurch die Bildung von gewebeschädigenden Stoffen (sog. freien Radikalen) vermindert wird. Der genaue Mechanismus der Schutzwirkung im Bereich des Paravasats resp. auf den Herzmuskel ist unbekannt.

Dosisbereich

  • Savene: 1000 mg/m2 an Tag 1 und 2; 500 mg/m2 an Tag 3 der Extravasation

  • Cardioxane/Cyrdanax: ca. 600–1200 mg/m2, abhängig von der Anthrazyklin-Dosis

Auflösung

  • Savene:
    • 500 mg Dexrazoxan in 25 ml Aqua pro inject.
    • Löst sich unter wiederholtem Drehen der Ampulle. Nicht schütteln.
    • 5 min bei Raumtemperatur stehen lassen; die leicht gelbliche Lösung muss dann homogen und klar sein
    • Konzentration des gelösten Medikamentes: 20 mg Dexrozaxan/ml
  • Cardioxane/Cyrdanax:
    • 250 mg mit 12,5 ml Aqua pro inject. und 500 mg Dexrazoxan in 25 ml Aqua pro inject.
    • Löst sich unter sanftem Schütteln innerhalb einiger Minuten

Verdünnung

  • Savene:
    • Mit 500 ml des beigelegten Verdünnungsmittels
    • Benötigte Dosis mittels Spritze beifügen und schwenken, nicht schütteln
  • Cardioxane/Cyrdanax:
    • Mit Ringerlaktat; Volumen siehe Packungsbeilage

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten und verdünnten Medikaments im Infusionsbeutel
    • 4 Stunden im Kühlschrank*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • Savene: über 1–2 Stunden
      • Cardioxane/Cyrdanax: über 15 min

Spezielle Hinweise

  • Savene:
    • Die Verabreichung muss so früh wie möglich beginnen, spätestens 6 Stunden nach der Extravasation
    • Die Infusion muss über eine große Vene erfolgen; sie darf nicht an der vom Paravasat betroffenen Extremität vorgenommen werden
    • Kühlmittel an der vom Paravasat betroffenen Region (Eisbeutel, kalte Kompressen etc.) müssen spätestens 15 min vor Beginn der Savene-Infusion entfernt werden
    • Die Behandlung an den Tagen 2 und 3 muss zur selben Zeit wie am ersten Tag (+/- 3 Stunden) durchgeführt werden
    • Savene nicht mit lokaler DMSO-Behandlung kombinieren
  • Cardioxane/Cyrdanax:
    • Verabreichung jeweils ca. 30 min vor dem Anthrazyklin

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebereizung möglich.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf die Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Schmerz an der Injektionsstelle
    • Lokale Phlebitis im Bereich der Injektionsstelle
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Müdigkeit

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Savene: allgemeine Informationen über Extravasation (Kontrollen, Verlauf, Behandlungsmöglichkeiten)

Docetaxel (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

T

Handelsnamen und Handelsformen

D: Taxotere, Bendadocel, Docetaxel u. v. m.

Durchstechflaschen –

Konzentrat zu 20–160 mg

CH: Taxotere, Docetaxel

Durchstechflaschen –

Konzentrat zu 20–180 mg

A: Taxotere, Docetaxel, Onkotaxel

Durchstechflaschen –

Konzentrat zu 20–180 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Taxan

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Depolymerisation der Mikrotubuli und stört den für die Zellteilung wichtigen Spindelapparat.

Dosisbereich

  • 30–40 mg/m2 wöchentlich

  • 60–100 mg/m2 alle 3 Wochen

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 4–24 Stunden bei Raumtemperatur (abhängig vom verwendeten Produkt, siehe Fachinformation)*
    • 24 Stunden im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In 250 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über 1 Stunde
      • Bei einer Docetaxeldosis über 200 mg muss das Infusionsvolumen so erhöht werden, dass die Konzentration von Docetaxel weniger als 0,74 mg/ml beträgt

Spezielle Hinweise

  • Lösungen mit Auskristallisation nicht verwenden!

  • Prämedikation mit Dexamethason p.o. oder i.v. zur Verminderung der Flüssigkeitsretention und von Überempfindlichkeitsreaktionen; Beginn 1 Tag vor der Chemotherapie

  • Wegen möglicher Überempfindlichkeitsreaktionen sollte der Patient während der 1. und 2. Infusion beobachtet werden

  • Bei Kombinationstherapie mit Platinanalogon: Docetaxel zuerst verabreichen

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebereizung möglich.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Überempfindlichkeitsreaktion (z. B. Atembeschwerden) zu Beginn der Infusion
    • Flüssigkeitsretention
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarkdepression, Neutropenie
    • Nagelveränderungen
    • Hautveränderungen, Ausschlag
    • Alopezie
    • Asthenie
    • Neuropathie (weniger häufig als bei Paclitaxel)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Atembeschwerden sofort melden!
    • Dexamethason-Einnahme vor Therapiebeginn
    • Maßnahmen bei Nagelveränderungen:
      • Nägel kurz und gerade schneiden
      • Nagellack kann brüchige Nägel etwas stabilisieren
      • Teilweise abgelöste Nägel können mit Heftpflaster fixiert werden
      • Gut eincremen mit fettender Salbe, nachts eventuell Baumwollhandschuhe tragen
      • Einengende Schuhe vermeiden
      • Bei Schmerzen Analgetika nach Verordnung

Doxorubicin (T)

Andere Bezeichnungen

ADM, DX

Abkürzungen

A, H

Handelsnamen und Handelsformen

D: Adrimedac, Axidoxo, Doxorubicinhydrochlorid u. v. m. Durchstechflaschen – Lösung zu 10–200 mg
CH: Adriblastin, Doxorubicin Durchstechflaschen – Lösung/Trockensubstanz zu 10–200 mg
A: Adriblastin, Doxorubicin Durchstechflaschen – Lösung/Trockensubstanz zu 10–200 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, zytostatisch wirkendes Antibiotikum, Anthrazyklin

Wirkungsmechanismen

Hemmt die DNS-Synthese durch Störung der Spiralbildung (Topoisomerasehemmung)

Dosisbereich

  • Einzeldosis: 8–75 mg/m2

  • Kumulative Maximaldosis: 450–550 mg/m2

Auflösung

  • Trockensubstanz: In NaCl 0,9 % oder Aqua pro inject., je nach Hersteller

  • Lösung: gelöst

  • Bei Verbrauch des gesamten Inhalts der Durchstechflasche ist ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset möglich

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Kann in bestimmten Konzentrationen und Lösungsmitteln mit gewissen anderen Medikamenten im Infusionsbeutel gemischt werden, z. B. mit Etoposid, Ondansetron, Paclitaxel, Vincristin.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • Trockensubstanz: bei Raumtemperatur
    • Fertiglösung: im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • verdünnt aus Trockensubstanz: 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *
    • verdünnt aus Fertiglösung: 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., i.a., intrakavitär (vor allem intravesikal und intrapleural)
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Unverdünnt langsam über mindestens 2 min
    • i.v.-Infusion:
      • In 50–100 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % während 10–15 min
      • Als Dauerinfusion über 24 Stunden und mehr in 500–1000 ml NaCl 0,9 %. Bei Dauerinfusion: Infusionsbeutel vor Licht schützen!

Spezielle Hinweise

  • Dauerinfusionen aus mikrobiologischen Gründen möglichst schnell nach Zubereitung anhängen

  • Dauerinfusionen wegen des Risikos einer Extravasation nur über einen sicheren zentral-venösen Zugang verabreichen

  • Zwischen Extravasation und »Flare« (lokales Erythem um die Einstichstelle) differenzieren (7»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«)

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebeschädigung zu erwarten. Gewebsnekrosen entwickeln sich spät, meist erst Wochen bis Monate nach der Extravasation.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

  • Eventuell nach ärztlicher Verordnung DMSO 99 % lokal oder Dexrazoxan i.v. als Antidot verabreichen

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Herzrhythmusstörungen
    • Hautausschlag an Injektionsstelle:
    • Nicht mit Extravasation zu verwechseln: schmerzlose, fleckige Rötung an der Injektionsstelle und im Verlauf der Vene, teilweise mit Ödem und Pruritus; Beginn während oder unmittelbar nach Injektion; Dauer in der Regel 1–2 Stunden, selten länger; Keine Behandlung erforderlich
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Myelosuppression, Neutropenie, Thrombopenie
    • Alopezie
    • Haut- und Nagelveränderungen
    • Mukositis
    • Diarrhö
    • Konjunktivitis
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Kardiotoxizität: Risiko nimmt mit höherer kumulativer Dosis zu. Höheres Risiko nach Radiotherapie des Mediastinums

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Der Urin färbt sich rot-orange bis 2 Tage nach der Verabreichung
    • Brennen, Schmerzen, Jucken an der Injektionsstelle während der Infusion/Injektion sofort melden!

Doxorubicin liposomal (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Caelyx Durchstechflaschen – Lösung zu 20 mg, 50 mg
Myocet

Durchstechflaschen

– Set mit Trockensubstanz zu 50 mg

CH: Caelyx Durchstechflaschen – Lösung zu 20 mg
Myocet

Durchstechflaschen

– Set mit Trockensubstanz zu 50 mg

A: Caelyx Durchstechflaschen – Lösung zu 20 mg, 50 mg
Myocet

Durchstechflaschen

– Set mit Trockensubstanz zu 50 mg

Spezielle Hinweise

Caelyx und Myocet unterscheiden sich in der Art der liposomalen Verpackung. Sie werden deshalb unterschiedlich dosiert, zubereitet und angewendet. Sie dürfen nicht untereinander ausgetauscht werden!

Substanzgruppe

Zytostatikum, zytostatisch wirkendes Antibiotikum, Anthrazyklin

Wirkungsmechanismen

Hemmt die DNS-Synthese durch Störung der Spiralbildung (Topoisomerasehemmung). Die »Verpackung« in Liposomen soll die Aufnahme der Wirksubstanz durch gesundes Gewebe reduzieren.

Dosisbereich

  • Caelyx:
    • 20 mg/m2 alle 2–3 Wochen oder
    • 50 mg/m2 alle 4 Wochen
  • Myocet
    • 60–75 mg/m2 alle 3 Wochen

Auflösung

  • Caelyx:

Gelöst, leicht trüb

  • Myocet
    • Das Set besteht aus 3 Komponenten:
      • 50 mg Doxorubicin HCl Trockensubstanz
      • 1,9 ml einer Liposomen-Dispersion
      • Pufferlösung
    • Vorgehen:
      • 50 mg Trockensubstanz mit 20 ml NaCl 0,9 % lösen
      • Diese Lösung gemäß detaillierter Anleitung im Wärmeblock oder im Wasserbad während 10 bis max. 15 Minuten erwärmen
      • Während dieser Zeit die Liposomendispersion (1.9 ml) aseptisch entnehmen und in die Pufferlösung spritzen
      • Nach kräftigem Schütteln die gesamte Mischung in eine Spritze aufziehen
      • Danach innerhalb 2 Minuten die Liposomen über ein Druckentlastungssystem in die erwärmte Doxorubicinlösung spritzen
      • Kräftig schütteln, um eine vollständige Durchmischung zu erreichen
      • Nun die liposomale Lösung von Doxorubicin 10 Min. ruhen und abkühlen lassen, bevor sie weiter verdünnt werden kann
    • Das auf diese Weise zubereitete Myocet-Präparat enthält 50 mg Doxorubicin-HCl in 25 ml liposomaler Dispersion; dies entspricht einer Konzentration von 2 mg/ml
    • Die Dispersion sollte orangerot, opak und homogen sein. Bei Ausflockung verwerfen

Verdünnung

  • Caelyx:
    • Für die Entnahme aus der Durchstechflasche dürfen keine Chemospikes mit Partikelfilter verwendet werden
    • Mit Glukose 5 %. Kein NaCl 0,9 %!
  • Myocet:
    • Mit 100–250 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %
    • Die Konzentration der verdünnten Lösung sollte zwischen 0,4 mg/ml bis 1,2 mg/ml liegen

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden

  • Caelyx: Inkompatibel mit NaCl 0,9 %

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank, nicht einfrieren
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank; empfohlen wird die Verabreichung unmittelbar nach der Zubereitung

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion
    • Myocet:
      • i.v. Infusion über 1 Stunde
    • Caelyx:
      • Bis 20 mg/m2 in 250 ml Glukose 5 % während 30 min
      • Bis 50 mg/m2 in 250 ml Glukose 5 % während 60 min
      • >90 mg absolut in 500 ml Glukose 5 % während 60 min

Caelyx: Hinweise für die Infusion

  • Bei der ersten Gabe mit reduzierter Infusionsrate beginnen, um das Risiko von infusionsbedingen Reaktionen möglichst gering zu halten:
    • 5 % der Dosis über 15 Minuten infundieren
    • Bei gutem Vertragen die Infusionsrate für die nächsten 15 Minuten verdoppeln
    • Rest der Dosis danach über 1 Stunde verabreichen
  • Bei Venenproblemen kann gleichzeitig eine Infusion mit Glukose 5 % gegeben werden

  • Es dürfen keine Inline-Filter verwendet werden

  • Infusionsleitung mit Glukose 5 % vor- und nachspülen!

Spezielle Hinweise

  • In Hinblick auf mögliches Hand-Fuß- Syndrom:
    • Haut untersuchen, besonders an Stellen, an denen sich eine Hyperkeratose (Hornhaut, Hühneraugen) bilden kann.
    • Ausgeprägte, bestehende Hornhaut an Händen und Füßen evtl. von einer Fachperson entfernen lassen

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation kann eine Gewebeschädigung auftreten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktion
      • Übelkeit, Erbrechen, Hitzegefühl, Dyspnoe, Schüttelfrost
      • Engegefühl in Brust und Hals und/oder Hypotonie, Arrhythmien
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression, Leukopenie
    • Hand-Fuß-Syndrom:
    • Leicht: Taubheitsgefühl, Kribbeln, schmerzlose Schwellung und/oder Rötung an Händen und Füßen (vor allem Handinnenflächen und Fußsohlen)
    • Mittelschwer: Schmerzhafte Rötung und Schwellung mit Behinderung beim Gebrauch der Hände und Füße
    • Schwer: Blasenbildung, evtl. mit Ulzeration, mit starken Schmerzen an Händen und/oder Füßen
    • Trockene Haut
    • Mukositis, Diarrhö
    • Venenreizung
    • Selten: Alopezie
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Kardiotoxizität: Geringeres Kardiotoxizitätsrisiko verglichen mit nicht-liposomalem Doxorubicin

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Der Urin verfärbt sich rot-orange bis 2 Tage nach der Verabreichung
    • Patienten über die Möglichkeit der Prophylaxe des Hand-Fuß-Syndroms informieren:
      • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«

Elotuzumab (T)

Andere Bezeichnungen

Elo

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Empliciti Durchstechflasche – Pulver zu 300 mg und 400 mg
CH: Empliciti Durchstechflasche – Pulver zu 300 mg und 400 mg
A: Empliciti Durchstechflasche – Pulver zu 300 mg und 400 mg

Substanzgruppe

Zytostatisch wirkender monoklonaler Antikörper

Wirkungsmechanismen

Bindet an das Protein SLAMF7 auf Myelomzellen und aktiviert natürliche Killerzellen. Begünstigt den Untergang von Myelomzellen durch antikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität.

Dosisbereich

10 mg/kg/Woche in den ersten 2 Zyklen (Zyklus von 28 Tagen), anschließend alle 2 Wochen.

Auflösung

  • Durchstechflasche mit 300 mg: Auflösung mit 13 ml Aqua ad inject.: Endkonzentration 25 mg/ml

  • Durchstechflasche mit 400 mg: Auflösung mit 17 ml Aqua ad inject.: Endkonzentration 25 mg/ml

  • Die Durchstechflaschen sind mit 40mg Entnahmezuschlag versehen

  • Schwenken, nicht schütteln

  • Das lyophilisierte Pulver sollte sich in weniger als 10 Minuten auflösen

  • Die Lösung kann leicht gelblich bis stark opaleszent sein; bei Verfärbung oder Ausflockung verwerfen

  • Rekonstituierte Lösung 5 bis 10 Minuten stehen lassen

Verdünnung

  • Mit 250 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

  • Die Konzentration der verdünnten Lösung sollte zwischen 1,0 und 6,0 mg/ml liegen

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank
    • Maximal 8 der insgesamt 24 Stunden bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v. Infusion:
      Zyklus 1
      Dosis1
      Zyklus 1
      Dosis 2
      Zyklus 1
      Dosis 3
      und 4
      Alle folgenden Zyklen
      Zeitintervall Rate Zeitintervall Rate Rate
      0–30 min
      30–60 min
      ≥60 min
      30 ml/Std
      60 ml/Std
      120 ml/Std
      0–30 min
      ≥30 min
      -
      180 ml/Std
      240 ml/Std
      -
      300 ml/Std
    • Inlinefilter verwenden (Porengröße 0,2 μm, z. B. PES-Membran)
    • Nicht als Bolus injizieren!

Spezielle Hinweise

Ohne entsprechende Vorbehandlung treten bei der Verabreichung häufig akute, infusionbedingte Reaktionen auf (7»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«). Es sind deswegen folgende Maßnahmen zu treffen:

  • Prämedikation:
    • 45–90 min vor der Elotuzumab-Infusion verabreichen:
      • 8 mg Dexamthason i.v.
      • H1-Blocker: z. B. Diphenhydramin 25–50 mg i.v. oder p.o. oder äquivalent
      • H2-Blocker: z. B. Ranitidin 50 mg i.v. oder 150 mg p.o. oder äquivalent
      • Paracetamol 650–1000 mg p.o.
    • Zusätzlich Einnahme von Dexamethason 28 mg p.o. an den Tagen, an denen Elotuzumab verabreicht wird, 3 bis 24 Stunden vor Elotuzumab
  • Überwachung des Patienten:
    • Bei der ersten Infusion Vitalzeichen: Ausgangswert, dann während der ersten Stunde halbstündlich, dann stündlich und bei Abschluss der Therapie
    • Bei Folgeinfusionen: nach ärztlicher Verordnung
  • Bei infusionsbedingten Reaktionen:
    • Infusion sofort stoppen
    • Behandlung nach ärztlicher Verordnung
    • Wiederaufnahme der Elotuzumab-Infusion mit 30 ml/Std., bei guter Verträglichkeit Rate alle 30 min um 30 ml/Std steigern
    • Bei Patienten, die eine Infusionsreaktion erleiden, alle 30 min bis zum Ende und 2 Stunden nach der Elotuzumab-Infusion die Vitalparameter überwachen

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen keine Informationen zu Extravasationen vor. Eine Gewebeschädigung ist allerdings nicht zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktionen
      • Fieber, Schüttelfrost
      • Blutdruckabfall
      • Nausea
      • Rash (Hautrötung), Kopfschmerzen
      • Rhinitis, Bronchospasmen und Dyspnoe
  • Früh: (Tage bis Wochen)
    • Lymphopenie
    • Pneumonie, Husten
    • Gewichtsabnahme
    • Diarrhö
    • Fieber
    • Fatigue

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!
    • Das zur Prophylaxe verabreichte Antihistamin verursacht Müdigkeit und beeinträchtigt dadurch kurzfristig die Fahrtüchtigkeit

Eltrombopag (S)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Revolade Filmtabletten zu 12,5 mg, 25 mg, 50 mg und 75 mg
CH: Revolade Filmtabletten zu 25 mg und 50 mg
A: Revolade

Filmtabletten zu 25 mg, 50 mg

und 75 mg

Substanzgruppe

Thrombopoetin-Rezeptoragonist

Wirkungsmechanismen

Eltrombopag stimuliert den Rezeptor für Thrombopoetin auf Zellen im Knochenmark und führt so zur vermehrten Bildung von Thrombozyten (Blutplättchen).

Dosisbereich

  • Initialdosis: 25–50 mg täglich

  • Erhaltungsdosis: 25–75 mg täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • einmal täglich

Spezielle Hinweise

Milchprodukte, Antazida, Vitamin- und Mineralergänzungsmittel (wie Aluminium, Kalzium, Eisen, Magnesium, Selen oder Zink) beeinträchtigen die Aufnahme von Revolade und müssen deshalb 4 Stunden vor und nach der Medikamenteneinnahme gemieden werden.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Thrombosen, Embolien
    • Kopfschmerzen
    • Anämie
    • Pyrexie

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Vier Stunden vor und nach der Einnahme von Eltrombopag auf die Einnahme von Milchprodukten, Antazida und Vitamin- und Mineralergänzungsmittel verzichten (»Spezielle Hinweise«)
    • Nach Absetzen der Therapie können die Thrombozyten wieder auf den Ausgangswert abfallen. Es besteht dann evtl. erneut eine erhöhte Blutungsneigung.

Enzalutamid (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Xtandi Kapseln zu 40 mg
CH: Xtandi Kapseln zu 40 mg
A: Xtandi Kapseln zu 40 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, Antiandrogen

Wirkungsmechanismen

Bindet an den Androgenrezeptor und blockiert den Androgen-Rezeptor-Signalweg.

Dosisbereich

160 mg pro Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • Ganze Tagesdosis auf einmal einnehmen
      • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Enzalutamid wird durch Inhaltstoffe des Johanniskrauts und der Grapefruit beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hitzewallungen
    • Gynäkomastie
    • Schmerzen/Jucken in den Brustwarzen
    • Kopfschmerzen
    • Müdigkeit, Asthenie
    • Diarrhö
    • Ödeme
    • Hypertonie
    • Krampfanfälle (selten)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Grapefruit- und Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Einnahme wurde vergessen: Die vergessenen Kapseln können am gleichen Tag noch nachgeholt werden; die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit in der gewohnten Dosis einnehmen
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Kapseln: Bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weiteren Kapseln einnehmen.

Epirubicin (T)

Andere Bezeichnungen

4ʹ Epi-doxorubicin, Epirubicinhydrochlorid

Abkürzungen

EPI, E

Handelsnamen und Handelsformen

D:

Farmorubicin, Epirubicin,

Riboepi u. v. m.

Durchstechflaschen –

Trockensubstanz/Fertiglösung

zu 10–200 mg

CH: Farmorubicin, Epirubicin

Durchstechflaschen

– Trockensubstanz/Fertiglösung

zu 10–200 mg

A: Farmorubicin, Epirubicin Durchstechflaschen – Fertiglösung zu 10–200 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, zytostatisch wirkendes Antibiotikum, Anthrazyklin

Wirkungsmechanismen

Hemmt die DNS-Synthese durch Störung der Spiralbildung (Topoisomerasehemmung).

Dosisbereich

  • Einzeldosis: 15–150 mg/m2

  • Kumulative Maximaldosis: 900–1000 mg/m2

Auflösung

  • Trockensubstanz: In NaCl 0,9 % oder Aqua pro inject., je nach Hersteller

  • Lösung: gelöst

  • Bei Verbrauch des gesamten Inhalts der Durchstechflasche ist ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset möglich

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • Trockensubstanz: bei Raumtemperatur
    • Fertiglösung: im Kühlschrank
  • des aus Trockensubstanz gelösten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., intravesikal
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Gleichzeitig mit schnell laufender NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % Infusion
    • i.v.-Infusion:
      • In 100–250 ml NaCl 0,9 % über 15 bis 30 min.
      • Als Dauerinfusion über 24 Stunden vor Licht schützen
    • intravesikale Anwendung:
      • Für die Blaseninstillation wird eine Konzentration von 1 mg/ml verwendet. Epirubicin wird hierfür 1:1 mit NaCl 0,9 % verdünnt und soll mind. 1 Stunde in der Blase bleiben

Spezielle Hinweise

  • Wegen Venensklerosierung kleine, feine Venen meiden

  • Eine zu schnelle Infusion kann lokale Schmerzen oder ein Gesichtserythem auslösen

  • Zwischen Extravasation und »Flare« (lokales Erythem um die Einstichstelle) differenzieren (7»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«)

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebeschädigung zu erwarten. Gewebsnekrosen entwickeln sich spät, meist erst Wochen bis Monate nach der Extravasation.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

  • Eventuell nach ärztlicher Verordnung DMSO 99 % lokal oder Dexrazoxan i.v. als Antidot verabreichen

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Hautausschlag an Injektionsstelle:
    • Nicht mit Extravasation zu verwechseln: schmerzlose, fleckige Rötung an der Injektionsstelle und im Verlauf der Vene, teilweise mit Ödem und Pruritus. Beginn während oder unmittelbar nach Injektion. Dauer in der Regel 1–2 Stunden, selten länger. Keine Behandlung erforderlich
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Herzrhythmusstörungen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (besonders Neutropenie und Thrombopenie)
    • Alopezie
    • Mukositis
    • Diarrhö
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Kardiotoxizität

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Der Urin färbt sich rot-orange bis 2 Tage nach der Verabreichung
    • Brennen, Schmerzen, Jucken an der Injektionsstelle während der Infusion/Injektion sofort melden!

Eribulin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Halaven Durchstechflasche – Lösung zu 0,88 mg und 1,32 mg Eribulin *
CH: Halaven Durchstechflasche – Lösung zu 1 mg Eribulinmesylat *
A: Halaven Durchstechflasche – Lösung zu 0,88 mg und 1,32 mg Eribulin *

* Die Deklaration der Wirksubstanz durch die Europäische Zulassungsbehörde EMA erfolgt für Deutschland und Österreich – im Unterschied zur Schweiz – nicht als Eribulinmesylat, sondern als reines Eribulin. 1 mg Eribulimesylat entspricht 0,88 mg Eribulin.

Substanzgruppe

Zytostatikum

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Synthese der Mikrotubuli und damit den für die Zellteilung wichtigen Spindelapparat.

Dosisbereich

D, A: 1,23 mg Eribulin/m2 Tag 1 und 8 (Zyklusdauer 21 Tage)

CH: 1,4 mg Eribulinmesylat/m2 Tag 1 und 8 (Zyklusdauer 21 Tage)

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

  • Als i.v.-Bolus unverdünnt (darf auf 10–20 ml mit NaCl 0,9 % verdünnt werden)

  • Mit 100 ml NaCl 0,9 %

  • Keine Glukose 5 % verwenden!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden. Nicht mit Glukose 5 % mischen.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung

  • bei Raumtemperatur

  • des aufgelösten Medikaments
    • aufgezogene, unverdünnte Lösung: 4 Stunden bei Raumtemperatur oder 24 Stunden im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 4 Stunden bei Raumtemperatur oder 24 Stunden im Kühlschrank

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v. Bolus:
      • Unverdünnt während 2–5 min
    • i.v. Infusion:
      • In 50–100 ml NaCl 0,9 %
      • Die Dauer der Infusion ist abhängig vom gewählten Volumen und der maximal möglichen Flussgeschwindigkeit

Spezielle Hinweise

  • Infusionsleitung mit NaCl 0,9 % vor- und nachspülen!

  • Der Abbau von Eribulin wird durch Inhaltsstoffe des Johanniskrauts beeinflusst.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit/Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Alopezie
    • Neurotoxizität (periphere Neuropathie)
    • Myalgien und Arthralgien
    • Obstipation oder Diarrhö
    • Müdigkeit/Asthenie

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome der Neuropathie melden; periphere Neuropathien normalisieren sich nach Abschluss der Therapie in der Regel langsam
    • Während der Behandlung keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Auf Obstipation und Bedeutung von prophylaktischen Maßnahmen hinweisen: genügend Flüssigkeit einnehmen

Erlotinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Tarceva Filmtabletten zu 25 mg, 100 mg und 150 mg
CH: Tarceva Filmtabletten zu 25 mg, 100 mg und 150 mg
A: Tarceva Filmtabletten zu 100 mg und 150 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Blockiert das Enzym Tyrosinkinase des epithelialen Wachstumsfaktors (EGFR). Hemmt dadurch die Übermittlung eines Signals vom Rezeptor in den Zellkern.

Dosisbereich

100 bis 150 mg täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme einmal täglich, 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach dem Essen

Spezielle Hinweise

  • Der Abbau von Erlotinib wird durch Rauchen sowie durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

  • Antazida, Säureblocker oder frei verkäufliche Mittel, welche die Magensäure neutralisieren, reduzieren die Wirkung von Erlotinib. Umgekehrt verstärken diese Medikamente die Wirkung von Erlotinib, wenn es mit einem Cola-Getränk eingenommen wird. (7»Informationen für den Patienten«)

  • In Hinblick auf möglichen Hautausschlag:
    • Der Zustand der Haut sollte vor Therapiebeginn erfasst werden.
    • Präventiv und therapeutisch können Antibiotika, z. B. Minocyclin, verordnet werden. Der Hautausschlag wird dadurch nicht verhindert, wird aber möglicherweise abgeschwächt.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen (gering)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hautreaktionen:
    • Rash, akneiforme Pusteln, Hauttrockenheit
    • Paronychie (Nagelbett-Entzündung)
    • Diarrhö
    • Binde- und Hornhautentzündung
    • Dyspnoe, Husten (selten)
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Pneumopathien

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Das Risiko von Infektionen an den Nägeln kann durch Vermeidung von Verletzungen bei der Nagelpflege vermindert werden. Zusätzlich sollte auf die Anwendung von austrocknenden Chemikalien (Nagellackentferner) und Seifen verzichtet werden. Die regelmäßige Anwendung von rückfettenden Hand- und Fußcremes ist zu empfehlen.
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Antazida, Säureblocker oder frei verkäufliche Mittel, welche die Magensäure neutralisieren, reduzieren die Wirkung von Erlotinib. Die gleichzeitige Einnahme dieser Mittel mit Erlotinib ist deshalb kontraindiziert. Der Gebrauch solcher Mittel ist dem Arzt mitzuteilen. Evtl. Säureblocker am Morgen und Erlotinib vor dem Schlafengehen einnehmen. Bei Einnahme von Säureblockern darf Erlotinib nicht mit einem Cola-Getränk geschluckt werden.
    • Durch Rauchen wird der Abbau von Erlotinib beschleunigt und dadurch die Wirksamkeit des Medikaments reduziert. Rauchern sollte geraten werden, zumindest während der Behandlung nicht zu rauchen.
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen

Erythropoetin (S)

Andere Bezeichnungen

Epoetin alfa, Epoetin beta, rhEPO, rHuEPO

Abkürzungen

EPO

Handelsnamen und Handelsformen

D:

NeoRecormon, Abseamed,

Erypo u. v. m.

Fertigspritzen zu 500–40.000 I.E.
CH:

Eprex, Binocrit,

Epo Theta Teva, Recormon u. v. m.

Fertigspritzen zu 1000–40.000 I.E.
A:

Abseamed,

NeoRecormon, Binocrit u. v. m.

Durchstechflaschen – Lösung/Trockensubstanz zu 50.000 I.E.

Fertigspritzen zu 500–40.000 I.E.

Substanzgruppe

Zytokin, Wachstumsfaktor

Wirkungsmechanismen

Stimuliert die Erythropoese im Knochenmark.

Dosisbereich

  • dreimal 50–150 I.E./kg pro Woche

  • einmal 450 I.E./kg pro Woche; in der Regel 30.000–40.000 I.E. pro Woche, kann auf 60.000 I.E. pro Woche gesteigert werden (900 I.E./kg)

  • Die Dosierung richtet sich nach der Indikation (Patienten unter antitumoraler Therapie oder mit chronischer Niereninsuffizienz) und nach dem Ansprechen

Auflösung

Im beigefügten Lösungsmittel. Nicht schütteln!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank; die Kühlkette darf einmalig für maximal 3–7 Tage (abhängig vom Produkt) unterbrochen werden
  • des aufgelösten Medikaments
    • im Kühlschrank, Multidose-Ampullen 1 Monat; nicht gefrieren lassen

Applikation

  • Wege
    • i.v., s.c.
  • Verabreichung
    • s.c.:
      • Nicht mehr als 1 ml pro Injektionsstelle. Größere Volumen sollten verteilt werden
    • i.v.-Bolus:
      • Über 1–5 min

Spezielle Hinweise

  • Risiko einer antikörpervermittelten aplastischen Anämie; bisher ausschließlich bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz und bei s.c.-Verabreichung beschrieben

  • Erste Verabreichung unter Beobachtung

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Lokale Reaktionen:
    • Schmerzen, Erythem
    • Grippeähnliche Symptome:
    • Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Arterielle Hypertonie
    • Erhöhtes Thrombose-Risiko

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Die subkutanen Injektionen können nach Instruktion durch den Patienten oder durch Angehörige vorgenommen werden. Information über korrekte Entsorgung der Einwegspritzen!

Estramustin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D:

Estramustin-Urophos

Multosin

Kapseln zu 140 mg, 280 mg

Kapseln zu 280 mg

CH: Estracyt Kapseln zu 140 mg
A: Estracyt Kapseln zu 140 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum und hormonell wirkende Substanz, Alkylans kombiniert mit Östrogen

Wirkungsmechanismen

Verhindert die Anordnung der Mikrotubuli durch Bindung an Mikrotubuli-assoziierte Proteine, zudem Östrogenwirkung.

Dosisbereich

  • p.o.:
    • Initialdosis: 840 mg/Tag
    • Erhaltungsdosis: 560–840 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme dreimal täglich 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach dem Essen
      • Während 2 Stunden nach Einnahme keine kalzium-, aluminium- und magnesiumhaltigen Speisen/Präparate einnehmen (zum Beispiel Antacida, Milchprodukte)
      • Kapseln unzerkaut einnehmen

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Impotenz
    • Gynäkomastie
    • Knochenmarksuppression
    • Diarrhö
    • Thromboembolische Komplikationen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«

Etoposid (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

E, Eto, VP 16

Handelsnamen und Handelsformen

D:

Vepesid, Eto-gry,

Etomedac, Riboposid

Durchstechflaschen

– Lösung zu 100–1000 mg

Kapseln zu 50 und 100 mg

CH: Vepesid, Etoposid

Durchstechflaschen

– Lösung zu 100–1000 mg

Kapseln zu 50 mg, 100 mg

A: Vepesid, Etoposid

Durchstechflaschen

– Lösung zu 50–1000 mg

Kapseln zu 100 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Podophyllin

Wirkungsmechanismen

  • Hemmt die DNS-Synthese.

  • Stabilisiert den Topoisomerase-DNS-Komplex.

Dosisbereich

  • p.o.: 100–200 mg/m2/Tag

  • i.v.: 100–300 mg/m2/Tag

Auflösung

Gelöst, ölig-dickflüssig

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %. Zielkonzentration 0,2–0,4 mg/ml.

  • Nicht schütteln, Schaumbildung vermeiden!

  • Bei Konzentrationen über 0,4 mg/ml Kristallisationsgefahr!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des weiter verdünnten Medikaments

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Kapseln zu den Mahlzeiten einnehmen
    • i.v.:
      • In 500–1000 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % während 30–60 min oder während 24 Stunden. Keine Bolusinjektion!

Spezielle Hinweise

  • Es besteht ein Risiko für einen Blutdruckabfall oder einen Bronchospasmus während der Infusion

  • Der Abbau von Etoposid wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebereizung zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion stoppen

  • Infusionsleitung durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Anaphylaktische Reaktion
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Venenreizung im Bereich der Injektionsstelle
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Alopezie

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Atemnot sofort melden!
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen

Etoposidphosphat (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

E, Eto

Handelsnamen und Handelsformen

D: Etopophos Durchstechflaschen – Trockensubstanz zu 113,6 mg, 1136 mg *
CH: Etopophos Durchstechflaschen – Trockensubstanz zu 113,6 mg, 1136 mg *
A: Nicht registriert

* 113,6 mg Etoposidphosphat = 100 mg Etoposid

1136 mg Etoposidphosphat = 1000 mg Etoposid

Substanzgruppe

Zytostatikum, Podophyllin

Wirkungsmechanismen

  • Wird durch Abspaltung des Phosphats in die aktive Form Etoposid umgewandelt.

  • Hemmt die DNS-Synthese.

  • Stabilisiert den Topoisomerase-DNS-Komplex.

Dosisbereich

113,6–340,8 mg Etoposidphosphat/m2/Tag (= 100–300 mg Etoposid/m2/Tag)

Auflösung

  • In NaCl 0,9 %, Aqua pro inject., Glukose 5 %

  • 113,6 mg:
    • in 5 ml ergibt Konzentration von 22,7 mg/m Etoposidphosphat (= 20 mg Etoposid/ml)
    • in 10 ml ergibt Konzentration von 11,4 mg/m Etoposidphosphat (= 10 mg Etoposid/ml)
  • 1136 mg:
    • in 50 ml ergibt Konzentration von 22,7 mg/m Etoposidphosphat (= 20 mg Etoposid/ml)
    • in 100 ml ergibt Konzentration von 11,4 mg/m Etoposidphosphat (= 10 mg Etoposid/ml)

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Direkt, unverdünnt, während 5 min, gutes Nachspülen
    • i.v.-Infusion:
      • 5 min maximal 3,5 h in 100–250 ml NaCl 0,9 %

Spezielle Hinweise

  • Bei Bolusinjektionen können Venenreizungen entstehen. Weiter verdünnen auf 20 ml mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

  • Der Abbau von Etoposidphosphat wird durch Inhaltsstoffe der Gapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebereizung zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Anaphylaktische Reaktionen
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Alopezie

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen

Everolimus (T)

Andere Bezeichnungen

RAD001

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Afinitor, Votubia Tabletten zu 2,5 mg, 5 mg und 10 mg
CH: Afinitor, Votubia Tabletten zu 2,5 mg, 5 mg und 10 mg
A: Afinitor, Votubia Tabletten zu 2,5 mg, 5 mg und 10 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, diverse

Wirkungsmechanismen

Hemmt ein intrazelluläres Enzym (die Kinase mTOR) und dadurch die Zellteilung und die Angiogenese.

Dosisbereich

5 bis 10 mg täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • Einnahme einmal täglich mit einem Glas Wasser, immer mit oder immer ohne Mahlzeit

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Everolimus wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Nicht-infektiöse Pneumonitis
    • Infektionen
    • Mukositis
    • Hautreaktionen: Rash, Pruritus, Hand-Fuß-Syndrom
    • Knochenmarksuppression
    • Diarrhö
    • Geschmackstörungen, Anorexie, Gewichtsverlust
    • Asthenie, Müdigkeit
    • Arterielle Hypertonie
    • Konjunktivitis, Ödeme der Augenlider

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Atemnot oder Husten dem Arzt melden (nicht-infektiöse Pneumonitis)
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Patienten über die Möglichkeit der Prophylaxe des Hand-Fuß-Syndroms informieren:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Die vergessenen Tabletten werden nicht nachträglich eingenommen; die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit in der gewohnten Dosis einnehmen
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Tabletten:
      • Bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weiteren Tabletten einnehmen
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen

Exemestan (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Aromasin, Exemestan, Exestan, Ribostan Filmtabletten zu 25 mg
CH: Aromasin, Exemestan Dragees zu 25 mg
A: Aromasin, Exemestan Filmtabletten zu 25 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, Aromatasehemmer (steroidal)

Wirkungsmechanismen

Hemmt das Enzym Aromatase. Aromatase findet sich vor allem im Fettgewebe, aber auch in der Brustdrüse. Aromatase ist nötig für die Umwandlung von Androgenen (aus der Nebenniere) in Östrogene. Dieser Mechanismus ist die Hauptquelle von Östrogenen in der Postmenopause. Die Hemmung der Aromatase führt somit bei postmenopausalen Frauen zu einem Östrogendefizit.

Dosisbereich

25 mg täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme nach einer Mahlzeit

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit (leicht, selten)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hitzewallungen
    • Schwitzen
    • Trockenheit der Scheidenschleimhaut
    • Gewichtszunahme
    • Müdigkeit
    • Myalgien und Arthralgien
  • Spät (Monate bis Jahre)
    • Osteoporose, Frakturen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Bei Hitzewallungen Einnahme von östrogenhaltigen Medikamenten nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt

Filgrastim (S)

Andere Bezeichnungen

G-CSF

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D:

Neupogen,

Filgrastim, Nivestim u. v. m.

Fertigspritzen zu 12 Mio. I.E. – 48 Mio. I.E

Durchstechflaschen

– Lösung zu 30 Mio. I.E. *

CH:

Neupogen,

Filgrastim-Teva,

Zarzio

Fertigspritzen zu 30 Mio. I.E., 48 Mio. I.E.

Durchstechflaschen

– Lösung zu 30 Mio. I.E. *

A:

Neupogen,

Filgrastim, Nivestim, Zarzio u. v. m.

Fertigspritzen zu 12 Mio. I.E. - 48 Mio. I.E.

Durchstechflaschen

– Lösung zu 30 Mio. I.E. *

* 1 Mio. I.E. = 10 µg

Substanzgruppe

Zytokin, Wachstumsfaktor, G-CSF (»granulocyte-colony stimulating factor«)

Wirkungsmechanismen

Stimuliert die Bildung und Ausreifung von neutrophilen Granulozyten im Knochenmark.

Dosisbereich

0,5–1,0 Mio. I.E./kg KG/Tag

Auflösung

Gelöst, Durchstechflasche nicht schütteln

Verdünnung

Mit Glukose 5 %. Kein NaCl 0,9 %!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Inkompatibel mit NaCl 0,9 %.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • s.c., i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • Die i.v.-Verabreichung bringt keinen Vorteil gegenüber der s.c.-Verabreichung und wird kaum eingesetzt
      • In 20–50 ml Glukose 5 % während 30 min.
      • Bei einer Konzentration nach Verdünnung von weniger als 1,5 Mio. I.E./ml soll Humanalbumin (Endkonzentration 2 mg Albumin/ml Infusionslösung) zugegeben werden. Die Konzentration von Filgrastim sollte nie unter 0,2 Mio. I.E./ml liegen

Spezielle Hinweise

  • Filgrastim soll nicht gleichzeitig mit einer zytostatischen Therapie verabreicht werden.

  • Infusionsleitung mit Glukose 5 % vor- und nachspülen!

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Vorübergehende Knochenschmerzen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Die subkutanen Injektionen können nach Instruktion durch den Patienten oder durch Angehörige vorgenommen werden. Information über korrekte Entsorgung der Einwegspritze!
    • Knochenschmerzen können mit Paracetamol oder einem Opiat behandelt werden

Fludarabin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

F, Flu

Handelsnamen und Handelsformen

D: Fludara, Fludarabin, Bendarabin u. v. m.

Durchstechflaschen

– Trockensubstanz/Lösung

zu 50 mg

CH: Fludarabin

Durchstechflaschen

– Trockensubstanz/Lösung

zu 50 mg

A: Fludarabin, Fludarabinphosphat, Neoflubin

Durchstechflaschen

– Trockensubstanz/Lösung

zu 50 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Purin-Analogon)

Wirkungsmechanismen

Wird in die DNS eingebaut und verhindert die weitere DNS-Synthese.

Dosisbereich

i.v.: 25 mg/m2/Tag an 3–5 aufeinander folgenden Tagen

Auflösung

In 2 ml Aqua pro inject.

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur (Trockensubstanz), im Kühlschrank (Lösung)
  • des aufgelösten Medikaments
    • 8 Stunden bei Raumtemperatur *
    • 24 Stunden im Kühlschrank *
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Mit 10 ml NaCl 0,9 % weiter verdünnen
    • i.v.-Infusion:
      • Auf 100 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % verdünnen über 30 min.

Spezielle Hinweise

  • Bei Patienten mit großer Tumormasse kann ein Tumorlysesyndrom auftreten.

  • Erhöhtes Risiko für opportunistische Infekte, z. B. Pneumocystis jirovecii Pneumonie.

  • Patienten unter Fludarabin-Behandlung sollten nur mit bestrahlten Blutprodukten transfundiert werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Grippeähnliche Symptome
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Hypersensitivitätsreaktion
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Autoimmun-hämolytische Anämie oder medikamentös induzierte aplastische Anämie
    • Immunsuppression
    • Husten, Dyspnoe
    • Ödeme
    • Neurotoxizität (bei hohen Dosen)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«

5-Fluorouracil (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

5-FU

Handelsnamen und Handelsformen

D: Fluorouracil, 5-FU, Ribofluor u. v. m.

Durchstechflaschen

– Lösung zu 250–10.000 mg

CH: Fluorouracil

Durchstechflaschen

– Lösung zu 250–5000 mg

A: Fluorouracil

Durchstechflaschen

– Lösung zu 250–5000 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Pyrimidin-Analog)

Wirkungsmechanismen

Hemmt Thymidinsynthese, als Folge werden die DNS- und RNS-Synthese gestört.

Dosisbereich

200–2600 mg/m2/Tag

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 %, Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • i.v., intraperitoneal
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Unverdünnt während 2–3 min
    • i.v.-Infusion:
      • In 250 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % während 30 min
      • Dauerinfusion 24 Stunden: vor Licht schützen, in 1000 ml NaCl 0,9 %
      • i.v.- tragbare Pumpe: bis zu 7 Tagen

Spezielle Hinweise

  • Bei Lagerung unter 15 °C kann es zu kristallinen Ausfällungen des Wirkstoffs kommen (v.a. bei konzentrierten Lösungen).

  • Wirkung und Nebenwirkungen werden durch die gleichzeitige Gabe von Calciumfolinat verstärkt.

  • Die Haut über den Venen kann sich dunkel verfärben.

  • Bei der Dauerinfusion (>24 Stunden) ist das Phlebitisrisiko erhöht.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Mukositis
    • Diarrhö
    • Knochenmarksuppression
    • Haut: Hyperpigmentation, erhöhte Photosensitivität
    • Alopezie (besonders bei hohen Dosen)
    • Hand-Fuß-Syndrom bes. bei hohen Dosen
    • Vermehrter Tränenfluss
    • Neurologische Toxizität:
    • Somnolenz, Konfusion, Krampfanfälle, Funktionsstörungen im Kleinhirn
    • Angina pectoris:
    • Erhöhtes Risiko bei Patienten mit bekannter koronarer Herzkrankheit

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Vor Sonnenexposition schützen (Photosensitivität)
    • Patienten über die Möglichkeit der Prophylaxe des Hand-Fuß-Syndroms informieren:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen

5-Fluorouracil, topisch (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

5-FU

Handelsnamen und Handelsformen

D: Efudix 5 % Creme – Tube zu 50 mg/g
CH: Efudix 5 % Salbe – Tube zu 50 mg/g
A: nicht registriert

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Pyrimidin-Analog)

Wirkungsmechanismen

Hemmt Thymidinsynthese, als Folge werden die DNS- und RNS-Synthese gestört.

Dosisbereich

Ein- bis zweimal/Tag während 3–6 Wochen (bis zur Ulzeration)

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • topisch
  • Verabreichung
    • topisch:
      • Nach Verordnung eine dünne Schicht auf das betroffene Hautareal auftragen

Spezielle Hinweise

  • Die mit Efudix behandelte Hautfläche darf insgesamt nicht mehr als 500 cm2 (ca. 23 x 23 cm) betragen.

  • Hat das zu behandelnde Areal eine größere Ausdehnung, dann muss ein Bezirk nach dem anderen behandelt werden.

  • Die Salbe (Creme) wird meist ohne Okklusivverband appliziert.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Verstärkte Hautreizung: Bei unvorsichtiger Anwendung kann es außerhalb des betroffenen Hautareals zu Reizungen kommen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Anweisungen zur Selbstapplikation geben:
      • Einweg-Handschuhe oder Fingerlinge benützen
      • Kontakt mit Schleimhäuten und Augen vermeiden
      • siehe auch oben »Spezielle Hinweise«
    • Ca. 7–10 Tage nach Therapiebeginn kommt es zu Erythem, Blasenbildung und Ulzeration mit Krustenbildung
    • Die Heilungsphase ist verbunden mit Juckreiz und Schälen und dauert ca. 2 Monate
    • Narbenbildung ist nicht zu erwarten
    • Sonnenexposition während der Behandlung und der Heilungsphase vermeiden

Flutamid (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Flutamid Tabletten zu 250 mg
CH: nicht registriert
A: Flutastad Tabletten zu 250 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, nicht-steroidales Antiandrogen

Wirkungsmechanismen

Bindet an den Androgenrezeptor und verhindert die Androgenaufnahme in die Zelle.

Dosisbereich

dreimal 250 mg pro Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.: Vorzugsweise nach dem Essen einnehmen

Spezielle Hinweise

Eventuell prophylaktische Brustbestrahlung zur Verhinderung einer Gynäkomastie.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Gynäkomastie
    • Wallungen
    • Verminderte Libido
    • Impotenz
    • Berührungsempfindlichkeit der Brust
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Diarrhö

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Eventuell gelb-grüne Verfärbung des Urins

Fulvestrant (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Faslodex Fertigspritze zu 250 mg
CH: Faslodex, Fulvestrant Fertigspritze zu 250 mg
A: Faslodex Fertigspritze zu 250 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, Östrogenrezeptor-Antagonist

Wirkungsmechanismen

  • Fulvestrant bindet sich an den Östrogenrezeptor und führt zu einer Down-Regulation des Östrogen- und Progesteronrezeptors.

  • Hat keine agonistische Wirkung am Rezeptor.

Dosisbereich

500 mg alle vier Wochen, wobei zwei Wochen nach der ersten Dosis eine zusätzliche 500-mg-Dosis gegeben wird.

Auflösung

Gelöst, klar bis gelbfarbig

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank

Applikation

  • Wege
    • i.m.
  • Verabreichung
    • i.m.: Tiefe, langsame, intramuskuläre Injektion in den M. glutaeus max.

Spezielle Hinweise

  • Fulvestrant ist sehr dickflüssig; die Injektionszeit beträgt zwischen 1–2 min

  • Die Dosis von 500 mg wird durch Injektion von je 250 mg in beide Gesäßhälften verabreicht

  • Bei Patienten mit wenig Muskelmasse: Rücksprache mit dem Arzt

  • Patientinnen sollten bequem gelagert werden, um die Injektion ruhig durchführen zu können

  • Die Injektion ist besser verträglich, wenn man die Spritze bei Zimmertemperatur 5–10 min liegen lässt

  • Die Spritze ist mit einem speziellen Sicherheitssystem gegen Stichverletzungen versehen

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Lokale Schmerzen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Übelkeit
    • Diarrhö
    • Anorexie
    • Rückenschmerzen, Arthralgie
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Hitzewallungen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Andauernden Schmerzen oder Rötung am Injektionsort melden
    • Bei lokalen Schmerzen oder Druckgefühlen trockene kalte oder warme Kompressen (cold pack/hot pack) auflegen

Gefitinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Iressa Filmtabletten zu 250 mg
CH: Iressa Filmtabletten zu 250 mg
A: Iressa Filmtabletten zu 250 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Blockiert das Enzym Tyrosinkinase des epithelialen Wachstumsfaktorrezeptors (EGFR). Hemmt dadurch die Übermittlung eines Signals vom Rezeptor in den Zellkern.

Dosisbereich

250 mg pro Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit.
      • Die Filmtablette kann in nicht-kohlensäurehaltigem Wasser suspendiert eingenommen werden.
      • Nach vollständigem Zerfall der Filmtablette soll die Suspension sofort getrunken und das Glas mit Wasser nachgespült werden.

Spezielle Hinweise

  • Der Abbau von Gefitinib wird durch Rauchen sowie durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

  • In Hinblick auf möglichen Hautausschlag: Der Zustand der Haut sollte vor Therapiebeginn erfasst werden

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Diarrhö
    • Hautreaktionen: Rash, akneiiformer Ausschlag, trockene Haut, Pruritus
    • Nagelveränderungen
    • Blutdruckanstieg (besonders bei Patienten mit bekannter arterieller Hypertonie)
    • Anorexie
    • Mukositis
    • Konjunktivitis

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Durch Rauchen wird der Abbau von Gefitinib beschleunigt und dadurch die Wirksamkeit des Medikaments reduziert; Rauchern sollte geraten werden, zumindest während der Behandlung nicht zu rauchen
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in weniger als 12 Stunden einzunehmen ist: die vergessene Tablette auslassen; die nächste Tablette dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen; nicht die doppelte Menge einnehmen!
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Tablette:
      • Bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weitere Tablette einnehmen

Gemcitabin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

Gem, G

Handelsnamen und Handelsformen

D: Gemzar, Gemcitabin, u. v. m.

Durchstechflaschen

– Trockensubstanz/Konzentrat

zu 200–1000 mg

CH: Gemzar, Gemcitabin

Durchstechflaschen

– Trockensubstanz/Konzentrat/Lösung zu 200–2000 mg

A: Gemzar, Gemcitabin, u. v. m.

Durchstechflaschen

– Trockensubstanz/Konzentrat

zu 200–2000 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Pyrimidin-Analog)

Wirkungsmechanismen

Aktiviertes Gemcitabin wird in die DNS eingebaut, daraus resultiert eine DNS-Synthesestörung.

Dosisbereich

800–1250 mg/m2/Woche

Auflösung

  • In NaCl 0,9 %; die Lösung muss farblos und schwebestofffrei sein
    • 200 mg in 5 ml NaCl 0,9 %
    • 1000 mg in 25 ml NaCl 0,9 %
  • Bei Verbrauch des gesamten Inhalts der Durchstechflasche ist ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset möglich

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 %, Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur resp. im Kühlschrank (abhängig vom Produkt)
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur *
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., intraperitoneal
  • Verabreichung
    • i.v.:
      • In 250 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % während 30 min
    • intraperitoneal:
      • Nach speziellen Protokollen

Spezielle Hinweise

  • Verabreichung der Infusion in kleinkalibrige Venen kann zu einer lokalen Reizung führen. Oft ist Spülen mit NaCl 0,9 % resp. Glukose 5 % hilfreich. Falls möglich sollten großkalibrige Venen benutzt werden.

  • Bei einer Infusionsdauer von mehr als 60 min ist mit vermehrter Toxizität zu rechnen.

  • Bei Lagerung der gelösten Trockentubstanz im Kühlschrank können Ausfällungen auftreten.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Grippeartige Symptome (meist innerhalb der ersten 12 Stunden nach der Verabreichung)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Myelosuppression (insbesondere Thrombozytopenie)
    • Hautausschläge
    • Pulmonale Toxizität:
    • Milde Dyspnoe bis Gemcitabin-induzierte Pneumonitis
    • Venenreizung
    • Beinödeme

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Bei Venenreizung kühle Kompressen auflegen
    • Die grippeartigen Symptome können mit Paracetamol behandelt werden

Goserelin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

Zol

Handelsnamen und Handelsformen

D: Zoladex Fertigspritze zu 3,6 mg, 10,8 mg
CH: Zoladex Fertigspritze zu 3,6 mg, 10,8 mg
A: Zoladex Fertigspritze zu 3,6 mg, 10,8 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, LHRH-Analog

Wirkungsmechanismen

  • Goserelin ist ein synthetisches Analog des natürlichen Gonadotropin-freisetzenden Hormons (»gonadotropin-releasing hormone«; abgekürzt: GnRH oder LHRH).

  • Goserelin bewirkt zuerst eine kurz dauernde Freisetzung der Hypophysen-Hormone LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (follikelstimulierendes Hormon), dann eine lang dauernde Hemmung der natürlichen Produktion von LH und FSH in der Hypophyse. Das Fehlen von LH und FSH hemmt die Hormonproduktion in Ovarien und Hoden (chemische Kastration).

Dosisbereich

  • 3,6 mg alle 4 Wochen

  • 10,8 mg alle 3 Monate

Auflösung

Fertigspritze (Implantat)

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • s.c.
  • Verabreichung
    • s.c.-Depot:
      • Empfohlen wird die Verabreichung unter die Bauchhaut; zu tiefe Injektion vermeiden
      • Injektionsstelle wechseln
      • Injektionsstelle dokumentieren

Spezielle Hinweise

  • Bei starken lokalen Schmerzen während der Injektion evtl. vorher ein Lokalanästhetikum (Pflaster oder Spray) verwenden

  • Spritze vor Injektion nicht luftfrei machen

  • Kanüle bis zum Spritzenansatz einführen

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Überempfindlichkeitsreaktion
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hitzewallungen
    • Verminderte Libido
    • Impotenz
    • Gynäkomastie
    • Vorübergehende Zunahme der Schmerzen bei Skelettmetastasen
    • Scheidentrockenheit
    • Stimmungsschwankungen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Vor der ersten Applikation über mögliche lokale Anästhesie der Injektionsstelle informieren

Hydroxyurea (T)

Andere Bezeichnungen

Hydroxycarbamid

Abkürzungen

HU

Handelsnamen und Handelsformen

D: Litalir, Hydroxycarbamid, Siklos, Syrea

Kapseln / Filmtabletten

zu 100 mg, 500 mg und 1000 mg

CH: Litalir Kapseln zu 500 mg
A: Litalir, Hydroxyurea, Siklos

Kapseln / Filmtabletten

zu 100 mg, 500 mg und 1000 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit

Wirkungsmechanismen

Hemmt ein Enzym, das für die Synthese von DNS-Baustoffen wichtig ist.

Dosisbereich

  • Kontinuierliche Therapie: 500–3000 mg pro Tag

  • Intervalltherapie: 80 mg/kg jeden 3. Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit
      • Gesamtdosis auf einmal einnehmen

Spezielle Hinweise

  • Besonders bei älteren Patienten kann Müdigkeit auftreten

  • Rasche Senkung der Leukozytenzahl innerhalb von 24–48 Stunden; bei Leukämiepatienten ist dies die gewünschte Wirkung

  • Auf genügende Flüssigkeitszufuhr achten

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Myelosuppression (insbesondere Leukopenie)
    • Übelkeit
    • Orale Mukositis

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«

Ibandronsäure (S)

Andere Bezeichnungen

Ibandronat

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Bondronat, Ibandronsäure, Ribobandron

Durchstechflaschen

– Konzentrat zu 2 mg, 6 mg

Filmtabletten zu 50 mg

CH: Bondronat

Durchstechflaschen

– Konzentrat zu 2 mg, 6 mg

A: Bondronat, Ibandronsäure

Durchstechflaschen

– Konzentrat zu 2 mg, 6 mg

Filmtabletten zu 50 mg

Substanzgruppe

Bisphosphonat

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Funktion der Osteoklasten (knochenabbauende Zellen). Hemmt dadurch den Abbau von Knochensubstanz und normalisiert eine Hyperkalzämie.

Dosisbereich

  • Bei Hyperkalzämie 2–4 mg einmal i.v.

  • Bei Knochenmetastasen 50 mg täglich p.o. oder 6 mg i.v. alle 3–4 Wochen

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

In NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %. Es dürfen keine kalziumhaltigen Verdünnungslösungen (z. B. Ringer-Lösung) verwendet werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • p.o. und i.v. bei Raumtemperatur
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • im Kühlschrank 24 Stunden

Applikation

  • Wege
    • p.o., i.v.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Nüchtern, morgens 1 Stunde vor dem Frühstück einnehmen
      • Einnahme unzerkaut mit einem Glas Leitungswasser (180 bis 240 ml) im Stehen oder im aufrechten Sitzen
      • Einnahme nur mit normalem Leitungswasser (einige Mineralwasser weisen hohe Konzentrationen von Kalzium auf); keine Einnahme mit Milch oder anderen kalziumreichen Flüssigkeiten
    • i.v.:
      • Bei Hyperkalzämie: in 500 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über 2 Stunden
      • Bei Knochenmetastasen: in 100 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über 15 min
      • Bei Niereninsuffizienz: in 500 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über 1–2 Stunden

Spezielle Hinweise

  • Um oropharyngealen Ulzerationen vorzubeugen, dürfen die Filmtabletten nicht gekaut, gelutscht oder zermörst werden.

  • Bei peroraler Verabreichung dürfen sich die Patienten frühestens 60 Minuten nach der Einnahme hinlegen.

  • Bei intravenöser Verabreichung Infusionsleitung mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % vor- und nachspülen!

  • Risikofaktoren für das Auftreten von Kiefernekrosen (siehe unten: »Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«):
    • Hohe kumulierte Dosis, v.a. bei i.v. Verabreichung
    • Schlechte Mundhygiene
    • Schlechtsitzende Zahn-Prothesen mit Druckstellen
    • Zahnextraktionen und andere kieferchirurgische Eingriffe während der Bisphosphonat-Behandlung

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Lokale Reizung an Infusionsstelle
    • Knochen- und Gelenkschmerzen
    • Grippeähnliches Syndrom:
    • Fieber, Muskelschmerzen, Kopfweh
    • Tritt meist nur nach erster Ibandronat-Verabreichung auf
    • Spricht gut auf Paracetamol an
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Speziell bei p.o- Verabreichung: Schleimhautreizung im oberen Magen-Darm-Trakt:
    • Ösophagitis, Gastritis od. Ulkus
  • Spät (Monate bis Jahre)
    • Nekrosen des Kieferknochens (seltene Komplikation aller Bisphosphonate):
      • Zahnfleisch-Entzündung
      • Lockerung von Zähnen
      • Schmerzen beim Kauen
      • Freiliegen von Kieferknochen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Information über die korrekte Einnahme (»Verabreichung« und»Spezielle Hinweise«)
    • Grippeähnliches Syndrom und Knochen- und Gelenkschmerzen sind vorübergehend und sprechen gut auf Paracetamol an
    • Information zur Prophylaxe von Nekrosen des Kieferknochens (»Spezielle Hinweise«):
      • Sorgfältige Zahn- und Mundhygiene
      • Korrekter Sitz von Zahnprothesen
      • Vor Beginn der Bisphophonat-Therapie eine zahnärztliche Untersuchung veranlassen, den Zahnarzt dabei über die vorgesehene Behandlung informieren
      • Keine Zahnextraktionen oder Implantationen während der Bisphosphonat-Therapie (Füllungen, Wurzel- und Kronenbehandlungen sind problemlos möglich)
    • Zahn- oder Kieferschmerzen sofort melden

Ibritumomab tiuxetan (T)

Andere Bezeichnungen

IDEC-Y2B8

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Zevalin 1 Kit mit 4 Durchstechflaschen *
CH: Zevalin 1 Kit mit 4 Durchstechflaschen *
A: Zevalin 1 Kit mit 4 Durchstechflaschen *

* Das Radioisotop ist nicht Bestandteil des Kits.

Substanzgruppe

Monoklonaler Antikörper, gebunden an Indium-111 (Dosimetrie) oder Yttrium-90 (Therapie)

Wirkungsmechanismen

  • Der monoklonale Anti-CD20-Antikörper Ibritumomab bindet an CD20-positive B-Zellen (B-Zell -Lymphome)

  • Das radioaktive Yttrium-90 gibt lokal Strahlung ab und führt so zu einer lokalisierten Zellschädigung

Dosisbereich

  • 14,8 MBq/kg KG bei normaler Thrombozytenzahl

  • 11,1 MBq/kg KG bei Thrombozytenzahl zwischen 100.000 und 149.000/mm3

Auflösung

  • Siehe ausführliche Vorschrift des Herstellers.

  • Aus Gründen des Strahlenschutzes muss der Patient durch Ärzte mit Genehmigung zur therapeutischen Anwendung offener radioaktiver Strahlenquellen behandelt werden.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • Kit lichtgeschützt im Kühlschrank aufbewahren
  • des aufgelösten Medikaments
    • siehe ausführliche Vorschrift des Herstellers
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • siehe ausführliche Vorschrift des Herstellers

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • Zuerst i.v.-Infusion von Rituximab 250 mg/m2 (Rituximab)
    • Vor Rituximab übliche Prämedikation mit Paracetamol und Antihistaminikum
    • Innerhalb von 4 Stunden i.v.- Injektion von Yttrium-90 Zevalin über 10 min.

Spezielle Hinweise

  • Die gesamte Behandlung kann ambulant durchgeführt werden.

  • Bei der intravenösen Verabeichung können akute, infusionbedingte Reaktionen auftreten (7»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«).

  • Ibritumomab tiuxetan wird in der Regel durch Personal der Nuklearmedizin zubereitet und verabreicht.

  • In der Schweiz wird 7–9 Tage vor einer Ibritumomab tiuxetan-Therapie eine Untersuchung der Biodistribution mit Indium-111 Ibritumomab tiuxetan verlangt.

Maßnahmen bei Extravasation

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Injektion sofort stoppen!

  • Wegen des Risikos der lokalen Anreicherung von Radioaktivität Überwachung durch die Nuklearmediziner

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktion (bei einer Mehrzahl der Patienten treten insbesondere während der ersten Infusion sog. infusionsbedingte Reaktionen auf (siehe oben), Symptome können einzeln oder kombiniert und in unterschiedlichem Schweregrad auftreten):
      • Fieber
      • Schüttelfrost
      • Blutdruckabfall
      • Nausea
      • Kopfschmerzen
      • Zungen- und Halsschwellung (angioneurotisches Ödem)
      • Urtikaria
      • Rhinitis
      • Bronchospasmen und Dyspnoe
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (Thrombopenie häufiger als Leukopenie)
    • Asthenie
    • Infektionen
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Eventuell sekundäre Neoplasien

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!
    • Das zur Prophylaxe verabreichte Antihistamin verursacht Müdigkeit und beeinträchtigt dadurch kurzfristig die Fahrtüchtigkeit.
    • Auf die lange Dauer der Therapie (mehrere Stunden), vor allem bei der ersten Gabe, hinweisen; bei ambulanten Patienten die vorgesehene Therapiedauer angeben und evtl. empfehlen, eine Zwischenverpflegung mitzubringen.

Ibrutinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Imbruvica Hartkapseln zu 140 mg
CH: Imbruvica Hartkapseln zu 140 mg
A: Imbruvica Hartkapseln zu 140 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Blockiert das Enzym Bruton-Tyrosinkinase an Rezeptoren von B-Lymphozyten, hemmt dadurch die Proliferation und das Überleben maligner B-Lymphozyten.

Dosisbereich

420–560 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
    • Einnahme einmal täglich, immer etwa zur gleichen Uhrzeit, unzerkaut, mit einem Glas Wasser
    • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit, Verträglichkeit besser bei Einnahme mit Nahrung

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Ibrutinib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit/Erbrechen (gering)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Blutungen (Hämatome, Petechien, Nasenbluten)
    • Infektionen der oberen Atemwege
    • Diarrhö
    • Hypertonie
    • Orale Mukositis
    • Appetitverlust
    • Fieber
    • Fatigue
    • Hautrötung (Rash)
    • Muskelkrämpfe
    • Knochen- und Gelenkschmerzen
    • Husten, Dyspnoe
    • Ödeme

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Grapefruit- oder Johanniskrautpräparate, keine Nahrungsergänzungsmittel mit Fischöl und keine Vitamin E-Präparate oder Leinsamen einnehmen
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen
    • Wenn ein Patient eine Dosis vergessen hat, sollte diese baldmöglichst am selben Tag eingenommen werden; am folgenden Tag wird zum normalen Einnahmeschema zurückgekehrt; keine zusätzlichen Kapseln einnehmen, um eine versäumte Dosis auszugleichen

Idarubicin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

IDR, IDA

Handelsnamen und Handelsformen

D: Zavedos

Durchstechflaschen

– Lösung zu 10–20 mg

Durchstechflaschen

– Trockensubstanz zu 5 mg

Kapseln zu 5–25 mg

CH: Zavedos

Durchstechflaschen

– Lösung zu 10–20 mg

Durchstechflaschen

– Trockensubstanz zu 5–10 mg

Kapseln zu 5–10 mg

A: Zavedos

Durchstechflaschen

– Trockensubstanz zu 5–10 mg

Kapseln zu 5–10 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, zytostatisch wirkendes Antibiotikum, Anthrazyklin

Wirkungsmechanismen

Hemmt DNS-Synthese durch Störung der Spiralbildung (Topoisomerasehemmung).

Dosisbereich

  • p.o.:
    • 30 mg/m2 als Monotherapie an 3 (4) aufeinander folgenden Tagen
    • 15–30 mg/m2 bei Kombinationstherapie an 3 aufeinander folgenden Tagen
    • Maximale kumulative Dosis: 400 mg/m2
  • i.v.:
    • 8–12 mg/m2 in der Regel an 3 aufeinander folgenden Tagen
    • Maximale kumulative Dosis: 100–120 mg/m2

Auflösung

In Aqua pro inject.:

  • 5 mg in 5 ml (Konzentration 1 mg/ml)

  • 10 mg in 10 ml (Konzentration 1 mg/ml)

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

  • Bei Verbrauch des gesamten Inhalts der Durchstechflasche ist ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset möglich

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • Stechampullen mit Fertiglösung: im Kühlschrank
    • Stechampullen mit Trockensubstanz: bei Raumtemperatur
    • Kapseln: bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Mit einer leichten Mahlzeit möglich
      • Dosis auf einmal einnehmen
      • Die Kapseln sollen unzerkaut geschluckt werden
    • i.v.-Bolus:
      • Gleichzeitig mit schnell laufender NaCl 0,9 % Infusion über z. B. 3-Wege-Hahn während 10–15 min
    • i.v.-Infusion:
      • In 100 ml NaCl 0,9 % während 15 min

Spezielle Hinweise

  • Wegen des Risikos einer Venensklerosierung soll bei peripher-venöser Verabreichung die Punktionsstelle bei jeder Applikation gewechselt werden.

  • Zwischen Extravasation und»Flare« (lokales Erythem um die Einstichstelle) differenzieren (7»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«)

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebeschädigung zu erwarten. Gewebsnekrosen entwickeln sich spät, meist erst Wochen bis Monate nach der Extravasation.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhigstellen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

  • Eventuell nach ärztlicher Verordnung DMSO 99 % lokal oder Dexrazoxan i.v. als Antidot verabreichen

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Hautausschlag an Injektionsstelle:
    • Nicht mit Extravasation zu verwechseln: schmerzlose, fleckige Rötung an der Injektionsstelle und im Verlauf der Vene, teilweise mit Ödem und Pruritus; Beginn während oder unmittelbar nach Injektion; Dauer in der Regel 1–2 Stunden, selten länger; Keine Behandlung erforderlich
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Herzrhythmusstörungen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (insbesondere Neutropenie und Thrombopenie)
    • Alopezie
    • Mukositis
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Kardiotoxizität (zunehmendes Risiko mit höherer kumulativer Dosis)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Urin färbt sich rot-orange bis 2 Tage nach der Applikation
    • Brennen, Schmerzen, Jucken an der Injektionsstelle während der Infusion/Injektion sofort melden!

Idelalisib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Zydelig Filmtabletten zu 100 mg, 150 mg
CH: Zydelig Filmtabletten zu 100 mg, 150 mg
A: Zydelig Filmtabletten zu 100 mg, 150 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Kinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Hemmt das Enzym PI3K delta-Kinase, das in malignen B-Lymphozyten überexprimiert wird. Hemmt dadurch die Proliferation dieser Zellen.

Dosisbereich

300 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • Tagesdosis auf zwei Einnahmen pro Tag verteilen (morgens und abends)
    • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit
    • Die Filmtabletten als Ganzes schlucken; sie dürfen nicht zerkaut oder zerkleinert werden

Spezielle Hinweise

  • Der Abbau von Idealisib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

  • In Hinblick auf möglichen Hautausschlag: Der Zustand der Haut sollte vor Therapiebeginn erfasst werden.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit / Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Bauchschmerzen
    • Durchfall
    • Anorexie
    • Fieber
    • Mukositis
    • Hautreaktionen:
      • Ausschlag, akneiforme Dermatitis
      • Pruritus, trockene Haut
  • Fatigue

  • Neutropenie

  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Pneumonitis (selten)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Während der Behandlung Sonnenexposition vermeiden, Sonnenschutz-Crème anwenden
    • Während der Behandlung keine Johanniskrautpräparate und keine Grapefruitprodukte einnehmen
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen
    • Eine vergessene Dosis kann innerhalb von 6 Stunden nach der geplanten Einnahmezeit noch eingenommen werden; nach mehr als 6 Stunden soll die vepasste Dosis nicht nachgeholt werden; die nächste Dosis wird zur gewohnten Zeit eingenommen

Ifosfamid (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

IFX, Ifo

Handelsnamen und Handelsformen

D: Holoxan

Durchstechflaschen

– Trockensubstanz zu 500–3000 mg

CH: Holoxan

Durchstechflaschen

– Trockensubstanz zu 500–2000 mg

A: Holoxan

Durchstechflaschen

– Trockensubstanz zu 1000–2000 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Alkylans

Wirkungsmechanismen

  • Alkylierung und Quervernetzung (cross- linking) von DNS

  • Hemmt DNS-Synthese und -Funktion

Dosisbereich

  • 50–60 mg/kg KG/Tag an 3–5 aufeinander folgenden Tagen

  • 2–4 g/m2/Tag an 3–5 aufeinander folgenden Tagen

Auflösung

  • In Aqua pro inject.
    • 200 mg in 5 ml
    • 500 mg in13 ml
    • 1000 mg in 25 ml
    • 2000 mg in 50 ml
    • 3000 mg in 75 ml
  • Eventuell kräftig schütteln

  • Bei nicht aufgelösten Resten einige Minuten ruhen lassen, bis sie gelöst sind

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 %, Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Kann mit Mesna in der gleichen Infusion gegeben werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In 250 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % während 30–60 min
      • In 500 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % während 1–2 Stunden oder
      • In 3000 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % während 24 Stunden (alternativ kann jeweils 1/3 der Tagesdosis in 1000 ml über 8 Stunden verabreicht werden)

Spezielle Hinweise

  • Gleichzeitige Gabe von Mesna obligat

  • Patient soll 1 Tag vor, während und 2 Tage nach der Therapie viel Flüssigkeit erhalten; dabei ist auf eine regelmäßige Blasenentleerung zu achten

Maßnahmen bei Extravasation

Bei normaler Verdünnung (<50 mg/ml) ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (vor allem Leukopenie)
    • Hämorrhagische Zystitis (Prophylaxe mit Mesna)
    • Enzephalopathie:
    • Lethargie, Desorientiertheit, Verwirrung, Krampfanfälle
    • Alopezie
    • SIADH (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion)
    • Amenorrhö, Oligospermie, Infertilität
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Zweitmalignome

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Information über die Bedeutung einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr und von häufiger Blasenentleerung (»Spezielle Hinweise«)

Imatinib (T)

Andere Bezeichnungen

STI 571

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Glivec, Imatinib Filmtabletten zu 100 mg, 200 mg, 400 mg
CH: Glivec, Glivec Gist, Imatinib Filmtabletten zu 100 mg, 400 mg
A: Glivec, Imatinib Filmtabletten zu 100 mg, 200 mg, 300 mg,400 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet an definierte Tyrosinkinasen und hemmt damit die intrazelluläre Signalübermittlung.

Dosisbereich

400–800 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Zu den Mahlzeiten mit einem Glas Wasser einnehmen
      • Bei Schluckschwierigkeiten Medikament in einem Glas Wasser (ohne Kohlensäure) oder Apfelsaft auflösen (100 mg Filmtablette in 50 ml, 400 mg Filmtablette in 200 ml); nach vollständigem Zerfall der Filmtablette sofort trinken!

Spezielle Hinweise

  • Die Filmtabletten haben eine Bruchrille und dürfen geteilt werden.

  • Der Abbau von Imatinib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

  • Umgekehrt beeinflusst Imatinib den Abbau zahlreicher Medikamente, u. a. von Paracetamol.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Periphere Ödeme
    • Muskelschmerzen, -verhärtung und -krämpfe
    • Kopfschmerzen
    • Flüssigkeitsretention mit Pleuraergüssen, Aszites und Lungenödem
    • Diarrhö
    • Knochenmarksuppression
    • Hautreaktionen: Rash

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«

Imiquimod (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Aldara 5 % Creme Sachet zu 12,5 mg in 250 mg Creme
CH: Aldara 5 % Creme Sachet zu 12,5 mg in 250 mg Creme
A: Aldara 5 % Creme Sachet zu 12,5 mg in 250 mg Creme

Substanzgruppe

Immunmodulator

Wirkungsmechanismen

Soll eine lokale zellvermittelte Immunantwort stimulieren.

Dosisbereich

Für jede Applikation ein Sachet öffnen; Menge Creme abhängig von zu behandelndem Hautareal.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • topisch
  • Verabreichung
    • topisch:
      • drei- bis fünfmal wöchentlich vor dem Zubettgehen auftragen
      • für ca. 8 Stunden auf der Haut belassen
      • Anwendung während 6 Wochen
      • Vor der Applikation das zu behandelnde Gebiet mit milder Seife und Wasser waschen und dann gründlich abtrocknen
      • Aldara auf die zu behandelnde Hautstelle und im Umkreis von 1 cm um die Hautstelle auftragen
      • In den zu behandelnden Hautbezirk einreiben, bis die Creme eingezogen ist
      • Vor und nach dem Auftragen der Creme die Hände gründlich waschen oder Einweghandschuhe/Fingerlinge benutzen
      • Während der acht-stündigen Einwirkzeit nicht duschen oder baden
      • Nach der Einwirkzeit die Creme mit milder Seife und Wasser abwaschen

Spezielle Hinweise

  • Keine Behandlung bei offenen Geschwüren oder Wunden.

  • Nach vorheriger chirurgischer Intervention die Behandlung erst einsetzen, wenn die Haut vollständig abgeheilt ist.

  • Ein Okklusivverband darf nicht verwendet werden.

  • Die behandelte Hautoberfläche vor Sonneneinwirkung schützen.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Entzündliche Hautreaktionen am Applikationsort (Hautrötung, Jucken, Brennen, Schmerzen; oft zunehmend während der Behandlung)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Anweisungen zur Selbstapplikation geben (»Applikation« und»Spezielle Hinweise«)
    • Einmal geöffnete Sachets nicht wieder verwenden
    • Unter der Behandlung ist eine Verstärkung entzündlicher Hauterscheinungen möglich; nach Rücksprache mit dem Arzt ev. Therapiepause einlegen
    • Sonnenexposition der behandelten Hautoberfläche während der Behandlung vermeiden
    • Kontakt mit Augen, Lippen und Nasenschleimhaut vermeiden
    • Nässende oder erosive lokale Entzündungsreaktion melden
    • Eine Narbenbildung ist nicht zu erwarten

Interferon alfa – 2a (T)

Andere Bezeichnungen

alpha-Interferon, α-Interferon

Abkürzungen

IFN, IFN α -2a

Handelsnamen und Handelsformen

D: Roferon-A Fertigspritzen zu 3 –9 Mio. I.E.
CH: Roferon-A Fertigspritzen mit 3 Mio. I.E.
A: Roferon-A Fertigspritzen zu 3–6 Mio. I.E.

Substanzgruppe

Zytokin

Wirkungsmechanismen

  • Hemmt die Zellproliferation.

  • Wirkt direkt auf Tumorzellen sowie indirekt über Lymphozyten und Makrophagen.

Dosisbereich

  • Die empfohlenen Dosierungen für Interferon-alfa variieren über einen weiten Bereich

  • Die Dosierungen werden in Internationalen Einheiten (I.E.) angegeben

  • Englisch: 1 MU = 1 Megaunit = 1 Mio.I.E

  • Übliche Dosierungen: s.c.: 3–36 Mio. I.E. einmal täglich oder an 3 Tagen/Woche

Auflösung

Gelöst

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • Fertigspritzen: im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen

Applikation

  • Wege
    • s.c.
  • Verabreichung
    • s.c.:
      • Injektionsstelle jedesmal wechseln

Spezielle Hinweise

Verabreichung vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen zwecks Verringerung der Nebenwirkungen.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Grippeähnliches Syndrom:
      • Fieber, Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen
      • Sehr häufig (über 70 %), vor allem bei höheren Dosen
      • Reversibel innerhalb von 72 Stunden
      • Kann durch Gabe von Paracetamol (500–1000 mg) 30 min vor Interferon-Gabe und alle 4 Stunden danach deutlich gemildert werden
      • Bei starkem Schüttelfrost trotz Paracetamol evtl. Chlorpromazin 25–50 mg i.m. vor Interferon
      • Im Verlauf der Behandlung in der Regel abnehmende Intensität der Symptome
    • Herzrhythmusstörungen:
    • Selten: nur bei vorbestehenden kardialen Problemen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Depression
      • Reversibel, kann jedoch einige Wochen anhalten
      • Dosisabhängig
    • Verwirrtheitszustände
    • Übelkeit und Inappetenz
    • Knochenmarksuppression (vor allem bei Dosen über 10 Mio. I.E. täglich)
    • Diarrhö
    • Hautausschläge; selten: Pruritus an Injektionsstelle
    • Selten: Haarausfall, wenig ausgeprägt

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Instruktion über das grippeähnliche Syndrom und die Wichtigkeit der regelmäßigen Einnahme von Paracetamol
    • Die subkutanen Injektionen können nach Instruktion auch durch den Patienten oder durch Angehörige vorgenommen werden. Information über korrekte Entsorgung der Einwegspritzen!

Interferon alfa – 2b (T)

Andere Bezeichnungen

alpha-Interferon, α-Interferon

Abkürzungen

IFN, IFNa-2b

Handelsnamen und Handelsformen

D: IntronA

Durchstechflasche

– Lösung zu 18 Mio. und 25 Mio. I.E.

Mehrfachdosierungspen mit Patronen

zu 18–60 Mio. I.E.

CH: Intron A

Durchstechflasche

– Lösung zu 10 Mio. I.E.

Mehrfachdosierungspen mit Patronen

zu 18–60 Mio. I.E.

A: IntronA

Durchstechflasche

mit Lösung zu 18 Mio. und 25 Mio. I.E.

Mehrfachdosierungspen mit Patronen

zu 18–60 Mio. I.E.

Substanzgruppe

Zytokin

Wirkungsmechanismen

  • Hemmt die Zellproliferation.

  • Wirkt direkt auf Tumorzellen sowie indirekt über Lymphozyten und Makrophagen.

Dosisbereich

  • Die empfohlenen Dosierungen für Interferon-alfa variieren über einen weiten Bereich

  • Die Dosierungen werden in Internationalen Einheiten (I.E.) angegeben

  • Englisch: 1 MU = 1 Megaunit = 1 Mio. I.E.

  • Übliche Dosierungen: s.c. oder i.m.: 3–50 Mio. I.E./m2 einmal täglich oder an 3 Tagen/Woche

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • alle IntronA-Produkte: prinzipiell im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
    • Durchstechflasche mit Lösung: im Kühlschrank
    • Mehrfachdosierungspen mit Patronen: im Kühlschrank. Darf während der maximal 4-wöchigen Verwendungsdauer nicht länger als gesamt 48 Stunden bei Raumtemperatur (unter 30°C) gelagert werden
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • s.c., i.m., i.v., intrakavitär (vor allem intraperitoneal und intravesikal) sowie intratumoral
  • Verabreichung
    • s.c.:
      • Bevorzugte Methode! Injektionsstelle jedesmal wechseln
    • i.v.-Infusion:
      • In 50–100 ml NaCl 0,9 % über 20–30 min

Spezielle Hinweise

Verabreichung vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen zur Verringerung der Nebenwirkungen.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Grippeähnliches Syndrom:
      • Fieber, Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen
      • Sehr häufig (über 70 %), vor allem bei höheren Dosen
      • Reversibel innerhalb von 72 Stunden
      • Kann durch Gabe von Paracetamol (500–1000 mg) 30 min vor Interferon-Gabe und alle 4 Stunden danach deutlich gemildert werden.
      • Bei starkem Schüttelfrost trotz Paracetamol evtl. Chlorpromazin 25–50 mg i.m. vor Interferon
      • Im Verlauf der Behandlung in der Regel abnehmende Intensität der Symptome
    • Selten: Herzrhythmusstörungen (nur bei vorbestehenden kardialen Problemen)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Depression
      • Eine vorbestehende Depression und andere psychiatrische Erkrankungen gelten in der Regel als Kontraindikation gegen eine Interferon-Behandlung
      • Reversibel, kann jedoch einige Wochen anhalten
      • Dosisabhängig
    • Verwirrtheitszustände
    • Übelkeit und Inappetenz
    • Knochenmarktoxizität (vor allem bei Dosen über 10 Mio. I.E. täglich)
    • Diarrhö
    • Hautausschläge. Selten: Pruritus an Injektionsstelle
    • Selten: Haarausfall, wenig ausgeprägt

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Instruktion über das grippeähnliche Syndrom und die Wichtigkeit der regelmäßigen Einnahme von Paracetamol
    • Die subkutanen Injektionen können nach Instruktion auch durch den Patienten oder durch Angehörige vorgenommen werden. Information über korrekte Entsorgung der Einwegspritzen!

Ipilimumab (T)

Andere Bezeichnungen

MDX-101, MDX-010

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Yervoy Durchstechflaschen zu 50 mg und 200 mg
CH: Yervoy Durchstechflaschen zu 50 mg und 200 mg
A: Yervoy Durchstechflaschen zu 50 mg und 200 mg

Substanzgruppe

Monoklonaler Antikörper, Immun-Checkpoint-Hemmer

Wirkungsmechanismen

Antikörper gegen ein Eiweiß (CTLA-4), das sich auf humanen zytotoxischen T-Lymphozyten findet. Die Bindung des Antikörpers blockiert dieses Eiweiß, erhöht dadurch die Aktivität der T-Lymphozyten und verstärkt so die Antitumor-Immunantwort.

Dosisbereich

3 mg/kg alle 3 Wochen

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % auf eine Konzentration von 1 mg/ml bis 4 mg/ml

  • Nicht schütteln! Schaumbildung vermeiden. Mischen durch vorsichtiges Schwenken

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • über 90 Minuten
      • mit Inlinefilter 0,22 μm oder 1,2 μm z. B. mit PES-Membran verabreichen

Spezielle Hinweise

  • Schwere immun-vermittelte unerwünschte Reaktionen können auftreten.

  • Sie können jedes Organsystem betreffen. Am häufigsten sind: Enterocolitis, Hepatitis, Dermatitis (bis zu toxischer epidermaler Nekrolyse), Neuropathie, Pneumonitis und Endokrinopathie (z. B. Hypothyreose, Diabetes).

  • Meist treten diese unerwünschten Reaktionen während der Behandlung auf, sehr selten auch erst Wochen bis Monate nach Therapieende. Sie werden mit Glukokortikoiden oder anderen immunsupprimierenden Medikamenten behandelt.

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen keine Daten zu Extravasationen vor. Es können deshalb keine Maßnahmen empfohlen werden.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Fatigue
    • Diarrhö
    • Pruritus
    • Exanthem
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Immun-vermittelte unerwünschte Reaktionen (»Spezielle Hinweise«)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte: Immunvermittelte unerwünschte Wirkungen:
    • Sie unterscheiden sich von denen der»Standard«-Therapien; sind nicht häufig
    • Früherfassung ist wichtig für die korrekte Behandlung
    • Die folgenden Symptome müssen sofort dem Behandlungsteam gemeldet werden:
      • Durchfall oder Stuhlgang häufiger als»gewöhnlich«
      • Bauchschmerzen
      • Hautveränderungen wie Hautausschlag oder Pruritus
      • Atemnot
      • Neu auftretender oder Verschlimmerung eines vorbestehenden Hustens
    • Keine Selbstbehandlung!

Irinotecan (T)

Andere Bezeichnungen

CPT-11

Abkürzungen

I, IRI

Handelsnamen und Handelsformen

D: Axinotecan, Irinotecan Riborino u. v. m.

Durchstechflasche

– Lösung zu 40–500 mg

CH: Campto, Irinotecan

Durchstechflasche

– Lösung zu 40–500 mg

A: Campto, Irinotecan, Irinoliquid

Durchstechflasche

– Lösung zu 40–500 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Camptothecin

Wirkungsmechanismen

Stabilisiert den Topoisomerase-DNS-Komplex und führt so zu doppelsträngigen DNS-Brüchen.

Dosisbereich

  • 80–125 mg/m2 wöchentlich

  • 350 mg/m2 alle 3 Wochen

  • 180 mg/m2 alle 2 Wochen

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.:
      • In 250 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über 30–90 min

Spezielle Hinweise

  • Bei akuten cholinergen Symptomen (unten) Atropin 0,25–0,5 mg s.c. nach Verordnung; auch prophylaktisch.

  • Calciumfolinat (Leucovorin) kann gleichzeitig in einer parallel laufenden Infusion (2 Infusoren) verabreicht werden, z. B. bei Therapie nach FOLFIRI-Schema.

  • Wegen möglicherweise verzögert auftretender Diarrhö Loperamid mitgeben und den Patienten über die Einnahme instruieren.

  • Der Abbau von Irinotecan wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Akute cholinerge Symptome:
    • Früh einsetzende Diarrhö, verstärkter Tränen- oder Speichelfluss, Schwitzen, abdominale Krämpfe, Miose (»Spezielle Hinweise«)
    • Spät einsetzende Diarrhö (mehr als 24 Stunden nach der Verabreichung), kann zu Dehydration und Elektrolyt-Störungen führen
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Haarausfall
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Asthenie
    • Fieber

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Über die Möglichkeit der spät einsetzenden Diarrhö informieren
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehme

Irinotecan liposomal (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Onivyde Durchstechflasche – Lösung zu 50 mg
CH: Onivyde Durchstechflasche – Lösung zu 50 mg
A: Onivyde Durchstechflasche – Lösung zu 50 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Camptothecin

Wirkungsmechanismen

Stabilisiert den Topoisomerase-DNS-Komplex und führt so zu doppelsträngigen DNS-Brüchen. Die »Verpackung« in Liposomen soll die Aufnahme der Wirksubstanz durch gesundes Gewebe reduzieren.

Dosisbereich

80 mg/m2

Auflösung

Gelöst (weiße bis leicht gelbliche, undurchsichtige Dispersion)

Verdünnung

Mit NaCl 0,9% oder Glukose 5%

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 6 Stunden bei Raumtemperatur
    • 24 Stunden im Kühlschrank*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.:
      • In 500 ml NaCl 0,9% oder Glukose 5% über 90 min

Spezielle Hinweise

  • Nicht als i.v. Bolus verabreichen

  • Bei der Entnahme des Wirkstoffes aus der Ampulle keine Spikes mit Partikelfilter verwenden

  • Bei der Verabreichung keine Bestecke mit Inlinefilter verwenden

  • Bei Kombination mit 5-Fluorouracil und Calciumfolinat (Leukovorin):
    • Die Medikamente nicht parallel infundieren
    • Folgende Reihenfolge wird empfohlen: zuerst Irinotecan liposomal, dann Calciumfolinat (Leucovorin), zuletzt 5-Fluorouracil.
  • Bei akuten cholinergen Symptomen (unten) Atropin 0,25–0,5 mg s.c. nach Verordnung; auch prophylaktisch

  • Wegen möglicherweise verzögert auftretender Diarrhö Loperamid mitgeben und den Patienten über die Einnahme instruieren

  • Der Abbau von Irinotecan liposomal wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebereizung zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Akute Infusionsreaktionen: Ausschlag, Urtikaria, Periorbitalödem und Pruritus
    • Akute cholinerge Symptome:
    • Früh einsetzende Diarrhö, verstärkter Tränen- oder Speichelfluss, Schwitzen, abdominale Krämpfe, Miose (»Spezielle Hinweise«)
    • Spät einsetzende Diarrhö (mehr als 24 Stunden nach der Verabreichung), kann zu Dehydration und Elektrolyt-Störungen führen
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Stomatitis, orale Mukositis
    • Haarausfall
    • Inappetenz
    • Asthenie
    • Fieber

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Über die Möglichkeit der spät einsetzenden Diarrhö informieren
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen

Ixabepilon (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: nicht registriert
CH: Ixempra Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 15 mg und 45 mg
A: nicht registriert

Substanzgruppe

Zytostatikum, Epothilon-Analog

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Depolymerisation der Mikrotubuli.

Dosisbereich

40 mg/m2 alle 3 Wochen

Auflösung

  • Mit dem der Packung beigelegten Lösungsmittel (8 ml Lösungsmittel für 15 mg Trockensubstanz resp. 23,5 ml für 45 mg Trockensubstanz). Das Lösungsmittel enthält 39 % Alkohol.

  • Das Lösungsmittel und die Trockensubstanz nach der Entnahme aus dem Kühlschrank vor der Zubereitung ca. 30 min bei Raumtemperatur stehen lassen!

  • Das Lösungsmittel zeigt evtl. unmittelbar nach der Entnahme aus dem Kühlschrank einen weißen Niederschlag. Dieser löst sich beim Erwärmen auf Raumtemperatur von selbst auf.

  • Das auf Raumtemperatur erwärmte Lösungsmittel langsam in die Ampulle mit der Trockensubstanz injizieren.

  • Die Ampulle sorgfältig drehen und kippen, bis die Trockensubstanz völlig gelöst ist. Nicht schütteln!

  • Die Durchstechflasche à 15 mg enthält – zum Ausgleich von Verlusten beim Aufziehen der Lösung – 16 mg Trockensubstanz, diejenige à 45 mg enthält 47 mg (Entnehmbarkeitszuschlag).

  • Nach dem Auflösen mit 8 ml resp. 23,5 ml Lösungsmittel beträgt die Konzentration des Wirkstoffs somit 2mg/ml.

Verdünnung

  • Nur Verdünnungslösungen mit korrektem pH-Wert anwenden, z. B. Ringer-Laktat-Lösung mit einem pH-Wert von 6,0–7,5! Dieser pH-Wert ist Voraussetzung für die Stabilität des gelösten Medikaments.

  • Nur in PVC-freien Infusionsbeuteln!

  • Die Wirkstoff-Konzentration nach Verdünnung muss zwischen 0,2 und 0,6 mg/ml liegen. Für die meisten Dosierungen genügen dazu 250 ml Infusionslösung.

  • Die Infusionslösung nach der Zugabe des aufgelösten Medikaments durch manuelles Drehen und Kippen gut mischen (nicht schütteln).

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments
    • maximal 1 Stunde bei Raumtemperatur in der Durchstechflasche; das Medikament sollte möglichst unmittelbar nach dem Auflösen weiter verdünnt werden
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 6 Stunden bei Raumtemperatur. Die Infusion muss innerhalb dieser Zeit abgeschlossen werden

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • Infusionsdauer 3 Stunden
      • Mit PVC-freiem Infusionsbesteck und In-Line-Filter 0,22 μm bis 1,2 μm

Spezielle Hinweise

  • Wegen möglicher allergischer Reaktionen immer Prämedikation mit einem Antihistamin (z. B. Clemastin) und einem H2-Blocker (z. B. Ranitidin) nach Verordnung; ungefähr 1 Stunde vor Beginn der Infusion

  • Während der ersten 30 min besonders auf anaphylaktische Reaktionen achten – Wärmegefühl, Bronchospasmen

  • Ein Arzt sollte während der Infusion anwesend sein

  • Bei Auftreten einer Reaktion:
    • Ixabepilon-Infusion stoppen
    • Wechsel auf Infusion mit NaCl 0,9 %
    • Medikation nach Verordnung, z. B. Corticosteroide, Adrenalin
    • Nach Normalisierung der Symptome evtl. Ixabepilon-Infusion mit reduzierter Geschwindigkeit wieder aufnehmen
  • Der Abbau von Ixabepilon wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebereizung zu erwarten. Es liegen allerdings noch keine publizierten Erfahrungsberichte vor.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion stoppen

  • Infusionsleitung durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Allergische Reaktionen (bei ca. 5 % der Patienten):
    • Bronchospasmen, Hautrötung, Urtikaria
    • Schwindel
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Durchfall
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Neurotoxizität (periphere, vorwiegend sensorische Neuropathie; in der Regel reversibel)
    • Myalgien und Arthralgien
    • Alopezie
    • Orale Mukositis
    • Müdigkeit
    • Kopfschmerzen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Perorale Prämedikation zeitgerecht einnehmen
    • Wärmegefühl oder Bronchospasmen während der Infusion sofort melden!
    • Das aufgelöste Medikament enthält Alkohol; leichter Schwindel unmittelbar nach der Infusion möglich. Vorsicht beim Autofahren!
    • Das zur Prophylaxe verabreichte Antihistamin verursacht Müdigkeit und beeinträchtigt dadurch kurzfristig zusätzlich die Fahrtüchtigkeit
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Periphere Neuropathien normalisieren sich nach Abschluss der Therapie in der Regel im Verlauf einiger Monate
    • Über die Dauer der Infusion, besonders bei dreistündiger Verabreichung, informieren

Ixazomib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

Ixa

Handelsnamen und Handelsformen

D: Ninlaro Hartkapseln zu 2,3 mg, 3 mg und 4 mg
CH: Ninlaro Hartkapseln zu 2,3 mg, 3 mg und 4 mg
A: Ninlaro Hartkapseln zu 2,3 mg, 3 mg und 4 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Proteasomenhemmer

Wirkungsmechanismen

Das Proteasom ist ein Proteinkomplex, der bei der Regulation der Konzentration von intrazellulären Proteinen eine wesentliche Rolle spielt. Die Hemmung des Proteasoms verhindert den Abbau bestimmter Proteine und beeinflusst so verschiedene Signalwege in der Zelle und kann letztlich zum Zelltod führen.

Dosisbereich

4 mg an den Tagen 1, 8 und 15 eines 28-tägigen Zyklus

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
      • Einnahme mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit. Kapsel mit Wasser schlucken. Kapsel darf nicht zerdrückt, zerkaut oder geöffnet werden.

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Ixazomib wird durch Inhaltsstoffe des Johanniskrauts beeinflusst

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Diarrhö

  • Verstopfung

  • Thrombozytopenie

  • Periphere Neuropathie

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Periphere Ödeme

  • Rückenschmerzen

  • Hautauschlag (Rash)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Wenn Ixazomib zusammen mit Dexamethason verabreicht wird, wird möglicherweise die Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva reduziert. Frauen, die orale hormonelle Kontrazeptiva anwenden, sollten deshalb eine andere sichere Methode zur Empfängnisverhütung benutzen.
    • Erfolgte die Einnahme einer Dosis verspätet oder wurde sie vergessen, ist die Dosis nur einzunehmen, wenn die nächste geplante Dosis in ≥ 72 Stunden erfolgt. Die vergessene Dosis darf nicht innerhalb von 72 Stunden vor der nächsten geplanten Dosis eingenommen werden. Es darf keine doppelte Dosis eingenommen werden, um eine vergessene Dosis nachzuholen.
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Kapseln:
      • Bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weiteren Kapseln einnehmen.

Lanreotid (T)/(S)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Somatuline Autogel Fertigspritzen zu 60 mg, 90 mg,120 mg
CH: Somatuline Autogel Fertigspritzen zu 60 mg, 90 mg,120 mg
A: Somatuline Autogel Fertigspritzen zu 60 mg, 90 mg,120 mg
Somatuline retard Durchstechflasche mit Pulver zu 30 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, Somatostatin-Analog

Wirkungsmechanismen

Lanreotid ist ein synthetischer Abkömmling des Hormons Somatostatin. Wie dieses hemmt Lanreotid die Ausschüttung verschiedener Hormone des Pankreas (z. B. Glukagon und Insulin), des Magen-Darm-Trakts (z. B. Gastrin) sowie des Wachstumshormons. Daneben wirkt es antiproliferativ bei neuroendokrinen Tumoren.

Dosisbereich

  • Somatuline Autogel: 60–120 mg, alle 4 bis 8 Wochen

  • Somatuline retard: 30 mg alle 7–14 Tage

Auflösung

  • Somatuline Autogel: bereits gelöst

  • Somatuline retard: mit beiliegendem Lösungsmittel zu einer homogenen milchigen Suspension verarbeiten, ohne zu schütteln

Verdünnung

Somatuline retard: keine weitere Verdünnnung!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • Somatuline Autogel: im Kühlschrank; nach Öffnen des Beutels sofort verabreichen
    • Somatuline retard: im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments
    • Somatuline retard: darf erst unmittelbar vor Injektion gelöst werden

Applikation

  • Wege
    • Somatuline Autogel: s.c.
    • Somatuline retard: i.m.
  • Verabreichung
    • Somatuline Autogel:
      • tief s.c. im oberen äußeren Quadranten des Gesäßes (bei Injektion durch den Patienten: im oberen Abschnitt der Oberschenkelaußenseite)
      • Haut bei Injektion nicht falten!
      • Injektionsnadel senkrecht zur Hautoberfläche einführen
      • Injektionsseite bei jeder Applikation wechseln
    • Somatuline retard:
      • Tief intragluteal in den oberen äußeren Quadranten des Gesäßes
      • Injektionsseite bei jeder Applikation wechseln

Spezielle Hinweise

Vor Injektion: Ampullen zur Verhütung von Schmerzen an der Injektionsstelle auf Raumtemperatur erwärmen. Langsam erwärmen lassen, nicht erhitzen!

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Appetitlosigkeit
    • Übelkeit
    • Erbrechen
    • Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen
    • Diarrrhö
    • Bei subkutaner/intramuskulärer Injektion: Schmerzen an Injektionsstelle
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Selten: Hyperglykämie
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Gallensteine

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/ Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Die subkutanen Injektionen können nach Instruktion auch durch den Patienten oder durch Angehörige vorgenommen werden. Information über korrekte Entsorgung der Einwegspritzen!
    • Bessere Verträglichkeit, wenn die subkutane Injektion zwischen den Mahlzeiten oder vor dem Schlafengehen vorgenommen wird

Lapatinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Tyverb Tabletten zu 250 mg
CH: Tyverb Tabletten zu 250 mg
A: Tyverb Tabletten zu 250 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Mulitkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet an definierte Tyrosinkinasen und hemmt damit die intrazelluläre Signalübermittlung.

Dosisbereich

1250 mg (5 Tabletten) täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme einmal täglich, 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit, ungefähr zur gleichen Tageszeit
      • Die ganze Tagesdosis muss auf einmal eingenommen werden

Spezielle Hinweise

  • Der Abbau von Lapatinib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

  • Lapatinib wird in der Regel mit dem Zytostatikum Capecitabine kombiniert. Dabei ist die unterschiedliche Verabreichung der beiden Medikamente in Bezug auf die Nahrungseinnahme zu beachten.

  • In Hinblick auf möglichen Hautausschlag:
    • Der Zustand der Haut sollte vor Therapiebeginn erfasst werden.
    • Präventiv und therapeutisch können Antibiotika, z. B. Minocyclin, verordnet werden. Der Hautausschlag wird dadurch nicht verhindert, wird aber möglicherweise abgeschwächt

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Diarrhö
    • Übelkeit / Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hautrektionen: Rash, akneiformer Hautausschlag, trockene Haut
    • Diarrhö (vor allem bei Kombination mit Capecitabin)
    • Hand-Fuß-Syndrom (vor allem bei Kombination mit Capecitabin)
      • Leicht: Taubheitsgefühl, Kribbeln, schmerzlose Schwellung und/oder Rötung an Händen und Füßen (vor allem Handinnenflächen und Fußsohlen)
      • Mittelschwer: Schmerzhafte Rötung und Schwellung mit Behinderung beim Gebrauch der Hände und Füße
      • Schwer: Blasenbildung, evtl. mit Ulzeration, mit starken Schmerzen an Händen und/oder Füßen
    • Appetitlosigkeit
    • Müdigkeit
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Interstitielle Pneumonitis
    • Herzinsuffizienz

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Patienten über die Möglichkeit der Prophylaxe des Hand-Fuß-Syndroms informieren: Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen.
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Die vergessenen Tabletten werden nicht nachträglich eingenommen. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit in der gewohnten Dosis einnehmen.
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Tabletten:
      • Bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weiteren Tabletten einnehmen.

Lenalidomid (T)

Andere Bezeichnungen

CC-5013

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Revlimid Hartkapseln zu 2,5 mg bis 25 mg
CH: Revlimid Hartkapseln zu 2,5 mg bis 25 mg
A: Revlimid Hartkapseln zu 2,5 mg bis 25 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, immunmodulatorische Substanz

Wirkungsmechanismen

Bindet an ein Zelleiweiß (Cereblon). Beeinflusst so die Bildung von Zytokinen und hemmt die Proliferation von lymphatischen Zellen.

Dosisbereich

10–25 mg täglich, in der Regel an 21 von 28 Tagen

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • Einnahme einmal täglich mit etwas Wasser, mit oder ohne Mahlzeit

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Tiefe Venenthrombosen, Lungenembolien
    • Knochenmarksuppression, insbesondere Neutro- und Thrombozytopenie
    • Müdigkeit
    • Obstipation
    • Muskelkrämpfe
    • Asthenie
    • Diarrhö
    • Hautreaktionen: Rash, Pruritus
    • Schlaflosigkeit
    • Muskelschwäche

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Hautausschlag: Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Akut aufgetretene Beinschwellung oder akute Dyspnoe und Thoraxschmerzen sofort dem Arzt melden (tiefe Beinvenenthrombose und Lungenembolie).
    • Lenalidomid ist stark teratogen (Missbildungen bei Einnahme während der Schwangerschaft):
      • Die Behandlung von Frauen im gebärfähigen Alter darf nur erfolgen, wenn eine konsequente Kontrazeption durchgeführt wird.
      • Vor Beginn der Therapie muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
      • Männer müssen während der Behandlungsdauer ein Kondom benutzen, wenn sie mit einer Frau im gebärfähigen Alter Geschlechtsverkehr haben.
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in 12 Stunden oder später einzunehmen ist: die vergessene Kapsel einnehmen, sobald der Patient sich daran erinnert. Die nächste Kapsel dann zur gewohnten Zeit einnehmen.
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Kapsel:
      • Bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weitere Kapsel einnehmen.

Lenograstim (S)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

G-CSF

Handelsnamen und Handelsformen

D: Granocyte Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 13,4 Mio. I.E. (105 µg) und 33,6 Mio. I.E. (263 µg)
CH: Granocyte Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 13,4 Mio. I.E. (105 µg) und 33,6 Mio. I.E. (263 µg)
A: Nicht mehr im Handel

Substanzgruppe

Zytokin, Wachstumsfaktor, G-CSF (»granulozyte-colony stimulating factor«)

Wirkungsmechanismen

Stimuliert die Produktion und Ausreifung von neutrophilen Granulozyten im Knochenmark.

Dosisbereich

5–10 µg/kg/Tag s.c. oder als i.v.-Infusion

Auflösung

  • In 1 ml Aqua pro inject.

  • Ampulle leicht bewegen, nicht schütteln! Schaumbildung vermeiden

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 %:

  • 13,4 Mio. I.E. mit maximal 50 ml NaCl 0,9 %

  • 33,6 Mio. I.E. mit maximal 100 ml NaCl 0,9 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur (maximal 30°C)
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank*: nicht gefrieren lassen
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur (bis maximal 25°C) oder im Kühlschrank*: nicht gefrieren lassen

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • s.c., i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • Über 30 min infundieren
    • s.c.:
      • s.c.-Injektionen abwechselnd an Oberschenkeln, Oberarmen, Bauchhaut

Spezielle Hinweise

  • Lenograstim soll nicht gleichzeitig mit einer zytostatischen Chemotherapie verabreicht werden.

  • Es wird empfohlen, die erste Dosis frühestens 24 Stunden nach Beendigung der Chemotherapie zu verabreichen.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Lokale Reizung an Injektionsstelle (bei subkutaner Verabreichung)
    • Knochenschmerzen, vor allem im Brustbein und Rücken
    • Selten: grippeähnliche Symptome mit Kopfschmerzen und Fieber

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Die subkutanen Injektionen können nach Instruktion durch den Patienten oder durch Angehörige vorgenommen werden. Information über korrekte Entsorgung der Einwegspritzen!
    • Bei grippeähnlichen Symptomen oder Knochenschmerzen kann Paracetamol eingenommen werden.

Lenvatinib (T)

Andere Bezeichnungen

E7080

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Lenvima Hartkapseln zu 4 und 10 mg
Kisplyx Hartkapseln zu 4 und 10 mg
CH: Lenvima Hartkapseln zu 4 und 10 mg
A: Lenvima Hartkapseln zu 4 und 10 mg
Kisplyx Hartkapseln zu 4 und 10 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet an definierte Tyrosinkinasen und hemmt damit die intrazelluläre Signalübermittlung.

Dosisbereich

24 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • Einnahme einmal täglich, immer etwa zur selben Uhrzeit, mit oder ohne Mahlzeit
    • Kapseln nicht zerkauen und nicht öffnen
    • Bei Schluckstörungen (»Spezielle Hinweise«)

Spezielle Hinweise

Bei Schluckstörungen oder Magensonde: Die Kapseln in ein kleines Glas mit ca 15 ml (1 Esslöffel) Wasser oder Apfelsaft geben und mindestens 10 Minuten liegen lassen. Dann mindestens 3 Minuten rühren, bis sich die Kapselhülle ganz aufgelöst hat. Dann die Suspension schlucken. Nochmals gleiche Menge Wasser oder Apfelsaft ins Glas geben, gut schwenken und ebenfalls schlucken.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hypertonie
    • Durchfall
    • Blutungen
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Inappetenz, Gewichtsverlust
    • Bauchschmerzen
    • Stomatitis
    • Hand-Fuß-Syndrom
      • Leicht: Taubheitsgefühl, Kribbeln, schmerzlose Schwellung und/oder Rötung an Händen und Füßen (vor allem Handinnenflächen und Fußsohlen)
      • Mittelschwer: Schmerzhafte Rötung und Schwellung mit Behinderung beim Gebrauch der Hände und Füße
      • Schwer: Blasenbildung, evtl. mit Ulzeration, mit starken Schmerzen an Händen und/oder Füßen
    • Hautausschlag (Rash)
    • Haarausfall (mild)
    • Kopfschmerzen
    • Myalgien
    • Heiserkeit

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Patienten über die Möglichkeit der Prophylaxe des Hand-Fuß-Syndroms informieren: Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Kapseln:
      • Bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weiteren Kapseln einnehmen.
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in 12 Stunden oder später einzunehmen ist: die vergessenen Kapseln einnehmen, sobald der Patient sich daran erinnert. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit einnehmen.
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in weniger als 12 Stunden einzunehmen ist: die vergessenen Kapseln auslassen. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!

Letrozol (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Femara, Letrozol, Letroblock Tabletten zu 2,5 mg
CH: Femara, Letrozol Tabletten zu 2,5 mg
A: Femara, Letrozol, Letrofam Tabletten zu 2,5 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirksame Substanz, nicht-steroidaler Aromatasehemmer

Wirkungsmechanismen

Hemmt das Enzym Aromatase. Aromatase findet sich vor allem im Fettgewebe, aber auch in der Brustdrüse. Aromatase ist nötig für die Umwandlung von Androgenen (aus der Nebenniere) in Östrogene. Dieser Mechanismus ist die Hauptquelle von Östrogenen in der Postmenopause. Die Hemmung der Aromatase führt somit bei postmenopausalen Frauen zu einem Östrogendefizit.

Dosisbereich

1 Tbl. zu 2,5 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Myalgien und Arthralgien
    • Hitzewallungen
    • Dünner werdende Haare
    • Müdigkeit
    • Kopfschmerzen
    • Periphere Ödeme
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Osteoporose

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Einnahme von östrogenhaltigen Medikamenten gegen Hitzewallungen nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt

Leuprorelin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Eligard, Lutrate, Trenantone u. v. m.

Fertigspritzen

zu 3,5–45 mg

CH: Lucrin Depot, Eligard, Leuprorelin, Lutrate Depot

Fertigspritzen

zu 3,75–45 mg

A: Eligard, Leuprorelin, Lutrate, Trenantone u. v. m.

Fertigspritzen

zu 3,75–45 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, LHRH-Analogon

Wirkungsmechanismen

  • Leuprorelin ist ein synthetisches Analog des natürlichen Gonadotropin-freisetzenden Hormons (»gonadotropin-releasing hormone«; abgekürzt: GnRH oder LHRH).

  • Leuprorelin bewirkt zuerst eine kurz dauernde Freisetzung der Hypophysen-Hormone LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (follikelstimulierendes Hormon), dann eine lang dauernde Hemmung der natürlichen Produktion von LH und FSH in der Hypophyse. Das Fehlen von LH und FSH hemmt die Hormonproduktion in Ovarien und Hoden (chemische Kastration).

Dosisbereich

3,75 mg monatlich bis 45 mg alle 6 Monate

Auflösung

Siehe Packungs-Beilagen (Zweikammer- resp. Zweispritzen-Systeme zur Herstellung einer Suspension)

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • sofort benutzen

Applikation

  • Wege
    • i.m., s.c.

Spezielle Hinweise

  • Die Injektionsstelle soll bei jeder Verabreichung gewechselt werden.

  • Bei zu langsamer Injektion kann die Kanüle verstopfen.

  • Eine Kanülengröße von mindestens 22 G wird empfohlen.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Lokale Beschwerden im Bereich der Injektionsstelle
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hitzewallungen, Schweißausbrüche
    • Vorübergehende Zunahme der Schmerzen bei Skelettmetastasen
    • Verminderte Libido
    • Impotenz
    • Gynäkomastie
    • Stimmungsschwankungen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«

Lipegfilgrastim (S)

Andere Bezeichnungen

G-CSF

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Lonquex Fertigspritzen zu 6 mg
CH: - -
A: Lonquex Fertigspritzen zu 6 mg

Substanzgruppe

Zytokin, Wachstumsfaktor G-CSF (»Granulocyte-colony stimulating factor«)

Wirkungsmechanismen

G-CSF stimuliert die Bildung und Ausreifung von neutrophilen Granulozyten im Knochenmark. Die Pegylierung (Verbindung mit dem großen MolekülPolyethylenglykol, PEG) verlängert die Wirkungsdauer.

Dosisbereich

6 mg einmalig pro Chemotherapiezyklus

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank, nicht einfrieren

Applikation

  • Wege
    • s.c
  • Verabreichung
    • s.c.
    • Einmalige s.c.-Injektion von 6 mg pro Chemotherapiezyklus
    • Fertigspritze nicht schütteln

Spezielle Hinweise

Lipegfilgrastim soll nicht gleichzeitig mit einer zytostatischen Therapie verabreicht werden. Empfohlen wird die Verabreichung ca. 24 Stunden nach Ende der zytostatischen Therapie.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Hypersensitivitätsreaktion mit Hautausschlag, Urtikaria und Anaphylaxie
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Vorübergehende Knochen- und Muskelschmerzen
    • Husten, Fieber, Schwierigkeit oder Schmerzen beim Atmen
  • Spät (Wochen bis Monate)
    • Reaktionen an der Injektionsstelle wie Verhärtung und Schmerzen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Muskel -und Skelettschmerzen können mit Paracetamol oder mit einem Opiat behandelt werden.
    • Die subkutane Injektion kann nach Instruktion durch den Patienten oder durch Angehörige vorgenommen werden. Information über korrekte Entsorgung der Einwegspritzen.

Lomustin (T)

Andere Bezeichnungen

CCNU

Abkürzungen

CCNU, C

Handelsnamen und Handelsformen

D: Cecenu Kapseln zu 40 mg
CH: nicht registriert
A: Lomustin Kapseln zu 40 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Alkylans

Wirkungsmechanismen

  • Alkylierung und Quervernetzung (cross-linking) von DNS.

  • Hemmt DNS-Synthese und -Funktion.

Dosisbereich

  • Einzeldosis: 70-130 mg/m2 als Einzeldosis alle 6 Wochen.

  • In speziellen Situationen, z. B. vor Stammzelltransplantationen, werden höhere Dosen verabreicht.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • Einnahme abends vor dem Schlafengehen oder drei Stunden nach einer Mahlzeit; Tagesdosis auf einmal einnehmen

Spezielle Hinweise

  • Das Medikament ist stark emetogen. Gute antiemetische Prophylaxe ist wichtig. Einnahme abends auf leeren Magen reduziert Übelkeit und Erbrechen.

  • Das Medikament wird bei Nüchterneinnahme innerhalb von 30–60 min absorbiert. Bei Erbrechen nach Einnahme des Medikaments entscheidet der Arzt, ob die Dosis wiederholt werden soll. Bei Erbrechen nach mehr als 30 min wird die Dosis in der Regel nicht wiederholt.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Selten: Pneumopathien
    • Infertilität
    • Zweitmalignome

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Instruktion über antiemetische Prophylaxe und Verhalten bei Erbrechen kurz nach Einnahme des Medikaments (»Spezielle Hinweise«).

Medroxyprogesteron (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

MPA

Handelsnamen und Handelsformen

D: DepoClinovir Fertigspritze zu 150 mg
CH: Farlutal

Tabletten zu 500 mg

Trinkampulle zu 500 mg

Depot-Provera Injektionssuspension zu 150 mg
A: Farlutal

Tabletten zu 500 mg

Depo-Stechampullen zu 500 mg

Depocon Depo-Injektionssuspension zu 150 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, Progesteronderivat

Wirkungsmechanismen

  • Direkte Wirkung auf Tumorzellen: Hemmung der Proliferation von hormonabhängigen Tumorzellen durch Bindung an Progesteron-Rezeptoren.

  • Indirekte Wirkung über Hemmung der LH- und FSH-Ausschüttung in der Hypophyse.

Dosisbereich

  • p.o.: 250–1500 mg/Tag, je nach Indikation

  • i.m.: 500–1000 mg/Tag oder 1000–3500 mg/Woche, je nach Indikation und Behandlungsphase

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o., i.m.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Tabletten: nach der Mahlzeit unzerkaut mit Wasser einnehmen; Tabletten haben eine Bruchrille und dürfen halbiert werden; nicht zermörsen; Tagesdosis kann auf 1–3 Dosen aufgeteilt werden
      • Trinkampullen: gründlich schütteln, mit einem Getränk, z. B. Fruchtsaft oder Milch, mischen und sofort trinken
    • i.m.:
      • Tief ventro-gluteal: abwechselnd linke und rechte Seite wählen

Spezielle Hinweise

Die Tabletten sollten im Sitzen oder im Stehen eingenommen werden.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Lokale Schmerzen am Injektionsort
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Gewichtszunahme (zum Teil auch eine erwünschte Wirkung!)
    • Flüssigkeitsretention
    • Übelkeit
    • Spannung in der Brust
    • Vaginalblutungen
    • Kopfschmerzen
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Cushingoides Syndrom

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Fußknöchelschwellungen oder Beinschmerzen dem Arzt melden

Megestrolacetat (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Megestat Tabletten zu 160 mg
CH: nicht registriert
A: nicht registriert

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, Progesteronderivat

Wirkungsmechanismen

  • Direkte Wirkung auf Tumorzellen: Hemmung der Proliferation von hormonabhängigen Tumorzellen durch Bindung an Progesteron-Rezeptoren.

  • Indirekte Wirkung über Hemmung der LH- und FSH-Ausschüttung in der Hypophyse.

Dosisbereich

  • 80–320 mg/Tag bei Endometriumkarzinom

  • 160 mg/Tag bei Mammakarzinom

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Nach den Mahlzeiten einnehmen

Spezielle Hinweise

Kontraindiziert bei Patienten mit anamnestischer Thrombophlebitis.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Milde Übelkeit
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Gewichtszunahme (gelegentlich eine erwünschte Wirkung)
    • Wasserretention
    • Erhöhte Gerinnungsneigung: Thrombosen und Thrombophlebitis
    • Veränderungen der Menstruation (Unregelmäßigkeiten)
    • Eventuell Übelkeit, Erbrechen am Anfang der Behandlung
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Vaginale Blutungen bei Medikamentenstopp

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Fußknöchelschwellungen oder Beinschmerzen dem Arzt melden

Melphalan (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

L-PAM, Mel

Handelsnamen und Handelsformen

D: Alkeran

Tabletten zu 2 mg

Durchstechflaschen – Trockensubstanz zu 50 mg

CH: Alkeran

Tabletten zu 2 mg

Durchstechflaschen – Trockensubstanz zu 50 mg

A: Alkeran Tabletten zu 2 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Alkylans

Wirkungsmechanismen

  • Alkylierung und Quervernetzung (cross-linking) von DNS.

  • Hemmt die DNS-Synthese und -Funktion.

Dosisbereich

  • p.o.: 1 mg/kg pro Zyklus, Dosis verteilt auf 4–6 Tage

  • i.v.: 8–30 mg/m2

  • i.v.: bei Hochdosis-Chemotherapie mit Stammzellersatz: 100–200 mg/m2

Auflösung

  • Im beigelegten Lösungsmittel (10 ml)

  • Alles auf einmal zur Trockensubstanz geben

  • Kräftig schütteln

  • Konzentration: 5 mg/ml

  • Das Melphalan sollte unmittelbar nach dem Auflösen mit einer chloridhaltigen Lösung (z. B. NaCl 0,9 %) weiterverdünnt werden

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 %, inkompatibel mit Glukose 5 %!

  • Die Lösung muss klar sein; bei einer Trübung oder Ausflockung verwerfen.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden. Inkompatibel mit Glukose 5 %!

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • Tabletten: Im Kühlschrank
    • Trockensubstanz: Bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • sofortige Verwendung innerhalb von 90 min.
    • zubereitetes Medikament nicht im Kühlschrank aufbewahren

Applikation

  • Wege
    • i.v., p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit; ganze Tagesdosis auf einmal einnehmen
    • i.v.-Bolus:
      • Gleichzeitig mit schnell laufender NaCl 0,9 % Infusion z. B. über 3-Wege-Hahn
    • i.v.-Infusion:
      • In 100 ml NaCl 0,9 % (maximale Melphalan-Konzentration von 0,45 mg/ml) während 10–30 min, maximal 1 Stunde

Spezielle Hinweise

  • Venenspasmen während der i. v.-Verabreichung möglich

  • Kühlende, trockene Kompresse oberhalb der Punktionsstelle

  • Parallel NaCl 0,9 %-Infusion schnell laufen lassen

  • Infusionsleitung mit NaCl 0,9 % vor- und nachspülen!

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebereizung zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen, v. a. bei i.v.-Verabreichung
    • Schmerzen oder Wärmegefühl an der Injektionsstelle
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (insbesondere Leuko- und Thrombopenie)
    • Mukositis (bei Hochdosis-Therapie)
    • Diarrhö
    • Überempfindlichkeitsreaktion
    • Alopezie (bei Hochdosis-Threrapie)
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Störung der Gonadenfunktion: Amenorrhö, Infertilität
    • Zweitmalignome

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Venenschmerzen während i.v.-Verabreichung sofort melden!

Mercaptopurin (T)

Andere Bezeichnungen

6-Mercaptopurin

Abkürzungen

6-MP

Handelsnamen und Handelsformen

D: Puri-Nethol, Mercaptopurin, Medipurin, Xalpurine

Tabletten zu 10-50 mg

Suspension zu 20 mg/ml

CH: Puri-Nethol Tabletten zu 50 mg
A: Xalpurine Suspension zu 20 mg/ml

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Purin-Analog)

Wirkungsmechanismen

  • Hemmt die Enzyme der Purinsynthese.

  • Stoffwechselprodukte von Mercaptopurin werden als»falsche Bausteine« in die DNS eingebaut.

Dosisbereich

50–75 mg/m2/Tag, je nach Therapieschema

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Gleichzeitige Gabe von Allopurinol kann die Wirkung verstärken.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Tabletten 1 Stunde vor resp. 2 Stunden nach einer Mahlzeit oder vor dem Schlafengehen auf leeren Magen einnehmen.
      • Die Suspension kann mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden.
      • Tagesdosis auf einmal einnehmen

Spezielle Hinweise

1 Stunde vor resp. 2 Stunden nach der Einnahme der Suspension muss auf den Konsum von Milch oder Milchprodukten verzichtet werden.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (besonders Leuko- und Thrombopenie)
    • Orale Mukositis (bei höherer Dosierung)
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Hepatotoxizität
    • Hyperpigmentation

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Instruktion der korrekten Einnahme (»Verabreichung« und»Spezielle Hinweise«)
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Die vergessenen Tabletten/Suspension wird nicht nachträglich eingenommen. Die nächsten Tabletten/Suspension dann zur gewohnten Zeit in der gewohnten Dosis einnehmen

Mesna (S)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Uromitexan,

Durchstechflaschen – Lösung zu 1000 mg, 5000 mg

Glasbrechampullen – Lösung zu 400 mg

Tabletten zu 400 mg, 600 mg

CH: Uromitexan

Durchstechflaschen – Lösung zu 1000 mg

Glasbrechampullen – Lösung zu 400 mg

Tabletten zu 400 mg

A: Uromitexan

Glasbrechampullen – Lösung zu 400 mg

Tabletten zu 400 mg

Substanzgruppe

Zytoprotektivum

Wirkungsmechanismen

Bindet und entgiftet die toxischen Ifosfamid- und Cyclophosphamid-Metaboliten.

Dosisbereich

Abhängig von der verabreichten Ifosfamid- oder Cyclophosphamid-Dosis.

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 %, Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Kann mit Ifosfamid oder Cyclophosphamid in der gleichen Infusion gegeben werden.

  • Mesna ist inkompatibel mit Cisplatin, Carboplatin und Epirubicin.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %: 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank
    • mit Ifosfamid: 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank

Applikation

  • Wege
    • p.o., i.v.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Nach initialer i.v.-Gabe 2–3 Dosen von je 40 % der Zytostatikum-Dosis
      • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit
    • i.v.:
      • 3 Dosen von je 20 % der Zytostatikum-Dosis
    • i.v.-Dauerinfusion:
      • Bei hochdosierter Therapie bis zu 75–100 % der Zytostatikum-Dosis

Spezielle Hinweise

  • Mesna soll während der gesamten Dauer der Ifosfamid- oder Cyclophosphamid-Infusionen verabreicht werden. Oft wird die Mesna-Behandlung anschließend noch 24 Stunden weitergeführt.

  • Die i.v.-Lösung kann auch peroral eingenommen werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Allergische Reaktionen: Hautausschlag
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Venenreizung bei Bolus-Injektion: Kann durch eine Verdünnung mit NaCl 0,9 % vermindert werden
    • Diarrhö:
    • Meist nur bei Dosierungen >60 mg/kg KG als Einzeldosis

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Bei peroraler Verabreichung Einnahmezeiten einhalten!
    • Bei p.o.-Verabreichung der i.v.-Lösung kann Mesna mit Saft, Cola oder Milch gemischt werden. Der unangenehme Geschmack wird so überdeckt.

Methotrexat (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

M, MTX

Handelsnamen und Handelsformen

D: Methotrexat, Metex Lantarel u. v. m

Tabletten zu 2,5 mg, 7,5 mg, 10 mg

Durchstechflasche – Lösung zu 5–5000 mg

Fertigspritzen,-Pen 7,5–30 mg

CH: Methotrexat, Methrexx, Metoject

Tabletten zu 2,5 mg, 10 mg

Durchstechflasche – Lösung zu 5–5000 mg

Fertigspritzen 7,5–30 mg

A: Ebetrexat, Methotrexat, Metoject

Tabletten zu 2,5 mg, 5 mg, 10 mg

Durchstechflasche – Lösung zu 5–5000 mg

Fertigspritzen 7,5–30 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Folsäure-Antagonist)

Wirkungsmechanismen

Hemmt ein wichtiges Enzym des Zellstoffwechsels und damit die DNS-, RNS- und Eiweißsynthese.

Dosisbereich

  • p.o.: 0,3–0,45 mg/kg (Resorption schlecht voraussehbar)

  • i.v.: 20–40 mg/m2 (mittelhochdosiert 50–1000 mg/m2, hochdosiert 1–12 g/m2)

  • i.m.: 10–20 mg/m2

  • intrathekal: 10–15 mg (unabhängig von Körperoberfläche!)

  • s.c.: 7,5–30 mg (Rheumatologie!)

Auflösung

  • Gelöst

  • Bei Verbrauch des gesamten Inhalts der Durchstechflasche ist ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset möglich

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

  • Bei Verdünnung mit Glukose 5 % kann es zu Ausfällungen kommen. Wenn immer möglich NaCl 0,9 % verwenden, vor allem bei hohen Dosen

  • Bei intrathekaler Applikation: Konservierungsmittelfreies NaCl 0,9 % verwenden!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Kann für die intrathekale Verabreichung mit Hydrocortison-Natrium Succinat (z. B. Solu-Cortef SAB) und Cytarabin gemischt werden. Mischung nur sehr kurz haltbar!

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • in NaCl 0,9 % bis zu 24 Stunden bei Raumtemeratur oder im Kühlschrank*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • p.o., i.v., intrathekal, i.m., i.a., intraventrikulär, s.c.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Bei einer Dosis ≤15 mg unabhängig von den Mahlzeiten
      • Bei Dosen ≥15 mg sollten die Tabletten mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen werden; bei höheren Dosen ist die gleichzeitige Einnahme mit Nahrung, insbesondere mit Milchprodukten, nicht empfohlen
    • i.v.-Bolus:
      • Bis 150 mg
    • i.v.-Infusion:
      • 150–500 mg in 100 ml NaCl 0,9 % über15–30 min
      • Ab 500 mg in 250 ml NaCl 0,9 % über 30 min
      • Über 24–42 Stunden in adäquatem Volumen
    • s.c.-Injektion:
      • s.c. Applikation bei rheumatologischer Indikation üblich
    • intrathekal:
      • Muss frei von Konservierungsmitteln sein
    • hochdosiert:
      • Muss frei von Konservierungsmitteln sein

Spezielle Hinweise

  • Bei hoch dosiertem Methotrexat muss anschließend immer eine Calciumfolinat »Rescue« erfolgen (Calciumfolinat). Hoch dosiertes Methotrexat darf erst verabreicht werden, wenn garantiert ist, dass Calciumfolinat in genügender Menge zur Verfügung steht.

  • Bei mittelhoch dosiertem Methotrexat wird die Indikation zur»Rescue« individuell gestellt.

  • Bei Ergüssen oder Aszites muss die Indikation von ärztlicher Seite sorgfältig überprüft werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen:
    • Meist bei einer Dosierung >70 mg/m2
    • Chemische Meningitis bei intrathekaler Applikation:
    • Möglicher Beginn 2–4 Stunden nach Injektion bis 12–72 h
    • Symptome:
      • Kopfschmerzen
      • Übelkeit, Erbrechen
      • Fieber
      • Nackensteifigkeit
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (besonders Leukopenie)
    • Orale Mukositis
    • ZNS-Toxizität (Verwirrung, Krämpfe): nur bei Dosis >1000 mg/m2
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Erhöhte Photosensibilität der Haut
    • ZNS-Toxizität (Somnolenz, Ataxie, kognitive Defizite): nur bei Dosis >1000 mg/m2

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer oralen Mukositis sofort melden!
    • Nach intrathekaler Injektion: Starke Kopfschmerzen sofort melden.

Mifamurtid (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Mepact Durchstechflaschen – Trockensubstanz zu 4 mg
CH: Mepact Durchstechflaschen – Trockensubstanz zu 4 mg
A: Mepact Durchstechflaschen – Trockensubstanz zu 4 mg

Substanzgruppe

Immunstimulans

Wirkungsmechanismen

Stimuliert die Aktivität von Monozyten und Makrophagen. Der genaue Mechanismus der tumorhemmenden Wirkung ist unbekannt.

Dosisbereich

2 mg/m2 ein- bis zweimal wöchentlich (insgesamt 48 Infusionen innerhalb von 36 Wochen)

Auflösung und Verdünnung

  • Das gefriergetrocknete Pulver sollte vor dem Auflösen eine Temperatur von etwa 20–25°C annehmen. Dies ist nach etwa 30 Minuten der Fall.

  • Mitgelieferten Filter auf die Ampulle setzen.

  • Einem Beutel mit 100 ml NaCl 0,9 % 50 ml entnehmen und Inhalt der Ampulle damit auflösen.

  • Durchstechflasche etwa eine Minute lang ruhig stehen lassen, damit die Trockensubstanz vollständig durchfeuchtet wird.

  • Anschließend Durchstechflasche eine Minute lang kräftig schütteln.

  • Die benötigte Menge der Suspension (1,0 mg = 12,5 ml) aus der Ampulle entnehmen und in den Beutel mit der restlichen NaCl-Lösung 0,9 % injizieren.

  • Lösung durch vorsichtiges Schwenken des Beutels durchmischen.

  • Die rekonstituierte, filtrierte und verdünnte Infusionslösung ist eine homogene, weiße bis rohweiße, undurchsichtige liposomale Suspension, die frei von sichtbaren Partikeln, Schaum oder Fettklümpchen sein muss.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank. Durchstechflasche in Originalpackung belassen (Lichtschutz)
  • des aufgelösten und verdünnten Medikaments
    • 6–8 Stunden bei Raumtemperatur. Aufgelöstes Medikament nicht im Kühlschrank lagern!

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • Während 1 Stunde

Spezielle Hinweise

Während der ganzen Behandlungsdauer: keine Daueranwendung von Kortikosteroiden!

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen keine Informationen zu Extravasationen vor. Es können deshalb keine Maßnahmen empfohlen werden.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Fieber
    • Schüttelfrost
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Kopfschmerzen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Appetitlosigkeit
    • Myalgien
    • Arthralgien
    • Hypertonie
    • Fatigue

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Mifarmutid ist kein Zytostatikum, sondern stimuliert die Immunabwehr.

Mitomycin (T)

Andere Bezeichnungen

Mitomycin C, Mutamycin

Abkürzungen

Mi, MMC

Handelsnamen und Handelsformen

D: Mitomycin, Mitem, Mito-extra, Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 2 mg, 10 mg, 20 mg
CH: Mitem Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 20 mg
A: Nicht registriert
Für Blaseninstillation sind in D und CH spezielle Mitomycin-Präparate mit Lösungsmittel erhältlich, z. B. Mitem, Mito-extra, Urocin

Substanzgruppe

Zytostatikum, zytostatisch wirkendes Antibiotikum

Wirkungsmechanismen

  • Hemmt die DNS-Synthese.

  • Verursacht Quervernetzungen (cross-linking) und z. T. Abbau der bereits gebildeten DNS.

Dosisbereich

  • i.v.: 2–10 mg/m2, Maximale Kumulativdosis: 60 mg/m2

  • Intravesikal: 20-40 mg

Auflösung

  • In Aqua pro inject.; die Flüssigkeit ist klar und blau-violett.

  • Für die intravesikale und intraperitoneale Applikation gelten andere Auflösungsvorschriften, siehe Packungsbeilage.

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • 6 Stunden bei Raumtemperatur*
    • 24 Stunden im Kühlschrank*
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 12 Stunden (bei Raumtemperatur)*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., intravesikal, intraperitoneal
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Gleichzeitig mit schnell laufender NaCl 0,9 % Infusion über z. B. 3-Wege-Hahn (Spüleffekt) während 2–5 min.
    • i.v.-Infusion:
      • In 100 ml NaCl 0,9 % über 15 min.
    • intravesikal:
      • Mittels Blasenkatheter instillieren
    • intraperitoneal:
      • Nach Verordnung

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebeschädigung zu erwarten. Gewebsnekrosen entwickeln sich spät, meist erst Wochen bis Monate nach der Extravasation.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

  • Eventuell nach ärztlicher Verordnung lokal DMSO 99 % als Antidot verabreichen

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen (bei ungenügender Antiemetikagabe)
    • Bronchospasmen (nach gleichzeitiger Verabreichung von Vinca Alkaloiden)
    • Zystitis (nur bei intravesikaler Verabreichung)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Chemische Phlebitis
    • Selten: Alopezie
    • Orale Mukositis
    • Pneumonitis
    • Hämolytisch-urämisches Syndrom
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Nagelveränderungen (violette Linien)
    • Pneumopathie

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Brennen, Jucken, Schmerzen am Injektions- bzw. Infusionsort sofort melden!
    • Nagelveränderungen wachsen nach Therapiestopp heraus
    • Bei intravesikaler Verabreichung über Verhalten nach Miktion informieren:
      • Nach dem Wasserlösen zweimal die Toilettenspülung betätigen
      • Hände und Genitalien mit Seife sowie warmem Wasser gründlich waschen
    • Nach intravesikaler Verabreichung sind Blasenentzündungen möglich, Brennen beim Wasserlassen melden

Mitotan (T)

Andere Bezeichnungen

o,p’ DDD

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Lysodren Tablette zu 500 mg
CH: Lysodren Tablette zu 500 mg
A: Lysodren Tablette zu 500 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum

Wirkungsmechanismen

Abkömmling des Insektizids DDT; verursacht Nekrose und Atrophie der Nebennierenrinde.

Dosisbereich

  • 1–10 g/Tag

  • Beginn mit 2-3 g/Tag

  • Dosiserhöhung: alle 1–2 Wochen, bis maximale Dosis erreicht ist

  • Die Dosierung wird nach Messung des Plasmaspiegels angepasst

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
    • Die gesamte Tagesdosis kann entsprechend dem Bedarf des Patienten in zwei oder drei Dosen aufgeteilt werden.
    • Die Einnahme muss mit (möglichst fettreichen) Mahlzeiten erfolgen.

Spezielle Hinweise

  • Die Suppression der Nebennierenrinde ist eine erwartete Wirkung.

  • Patienten benötigen eine ergänzende Behandlung mit Kortikosteroiden.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Nebenniereninsuffizienz (bei fehlender oder ungenügender Substitution von Kortikosteroiden)
    • Diarrhö
    • Schwindel
    • Stimmungsschwankungen
    • Schläfrigkeit, Müdigkeit
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Gynäkomastie

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Gemeldet werden sollten besonders:
      • Andauernder Schwindel oder andauernde Schläfrigkeit: Spezielle Vorsicht beim Lenken eines Fahrzeugs!
      • Verschwommenes Sehen oder Doppelbilder
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen

Mitoxantron (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

MX, MXR, MZT, M, N

Handelsnamen und Handelsformen

D: Novantron, Mitoxantron Onkotrone u. v. m. Durchstechflasche – Lösung zu 10 mg, 20 mg, 30 mg
CH: Novantron, Mitoxantron Durchstechflasche – Lösung zu 10 mg, 20 mg
A: Ebaxantron, Mitoxantron Durchstechflasche – Lösung zu 20 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Anthrazyklin-ähnliche Substanz

Wirkungsmechanismen

  • Interkalation mit DNS

  • Hemmt die DNS-Synthese durch Störung der Spiralbildung (Topoisomerasehemmung)

  • Hemmt die DNS-abhängige RNS- und Eiweißsynthese

Dosisbereich

  • 10–14 mg/m2

  • Maximale Kumulativdosis: 120–140 mg/m2 oder bis zum Auftreten von Kardiotoxizität

  • In speziellen Situationen, z. B. bei einer Leukämiebehandlung, können höhere Dosen verabreicht werden

Auflösung

Gelöst (2mg/ml)

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

  • Bei Verbrauch des gesamten Inhalts der Durchstechflasche ist ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset möglich

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Gleichzeitig mit schnell laufender Infusion über z. B. 3-Wege-Hahn etwa 3–5 min
    • i.v.-Infusion:
      • 50–100 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über ca. 5–30 min

Spezielle Hinweise

Die gebrauchsfertige Lösung sollte über einen Zeitraum von mindestens 3–5 Minuten verabreicht werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation sind Gewebereizungen und Hautverfärbungen zu erwarten. Von Gewebeschädigungen ist in Einzelfällen berichtet worden.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (besonders Leukopenie)
    • Alopezie (mild, eher Verdünnung)
    • Orale Mukositis (hauptsächlich bei Hochdosistherapie)
    • Inappetenz
    • Fatigue
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Kumulative Kardiotoxizität

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Brennen, Schmerzen, Jucken an der Injektionsstelle während der Infusion/Injektion sofort melden!
    • Nach Verabreichung färbt sich Urin bis ca. 24 Stunden blau-grün

Necitumumab (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Portrazza Durchstechflasche – Lösung zu 800 mg
CH: nicht registriert *
A: Portrazza Durchstechflasche – Lösung zu 800 mg

* Zulassung wird 2018 erwartet

Substanzgruppe

Zytostatisch wirkender monoklonaler Antikörper

Wirkungsmechanismen

Bindet als Antikörper an den EGFR (Epidermal Growth Factor Receptor), den Rezeptor des epithelialen Wachstumsfaktors auf der Zelloberfläche. Blockiert dadurch die extra- und intrazelluläre Signalübermittlung und führt zum Zelluntergang.

Dosisbereich

800 mg an Tag 1 und 8 eines dreiwöchigen Zyklus

Verdünnung

50 ml der Necitumumab-Lösung aus der Durchstechflasche werden im Infusionsbehältnis mit NaCl 0,9% auf ein Endvolumen von 250 ml verdünnt. Nicht schütteln!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit Glukose 5 %, anderen Medikamenten oder anderen Elektrolytlösungen gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank oder bis 4 Stunden (vor Licht geschützt) bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • In 250 ml NaCl 0,9 % über 1 Stunde mit Infusionspumpe

Spezielle Hinweise

  • Nur mit NaCl 0,9 % verdünnen.

  • Nicht mit anderen elektrolythaltigen Infusionen oder Arzneimitteln über den gleichen venösen Zugang verabreichen.

  • Infusionsbesteck am Ende der Infusion mit NaCl 0,9 % spülen.

  • Falls eine verringerte Infusionsrate nötig ist, sollte die Infusionsdauer 2 Stunden nicht überschreiten.

  • Selten treten bei der Verabreichung akute, infusionbedingte Reaktionen auf (7»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«). Die Patienten müssen deshalb während und unmittelbar nach der Infusion entsprechend überwacht werden, ein Arzt muss erreichbar sein.

  • Für Patienten, bei denen eine infusionsbedingte Reaktion aufgetreten ist, wird in den folgenden Zyklen eine Prämedikation mit einem Kortikosteroid, einem Antipyretikum und einem Antihistaminikum empfohlen.

  • In Hinblick auf möglichen Hautausschlag:
    • Der Zustand der Haut sollte vor Therapiebeginn erfasst werden.
    • Präventiv und therapeutisch können Antibiotika, z. B. Minocyclin, verordnet werden. Der Hautausschlag wird dadurch nicht verhindert, wird aber möglicherweise abgeschwächt.

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen keine Informationen zu Extravasationen vor. Eine Gewebeschädigung ist allerdings nicht zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktionen (selten)
    • Insbesondere während der ersten Infusionen kann es zu einer sog. infusionsbedingten Reaktion kommen (Symptome können einzeln oder kombiniert und in unterschiedlichem Schweregrad auftreten):
      • Fieber
      • Schüttelfrost
      • Blutdruckabfall
      • Nausea
      • Kopfschmerzen
      • Bronchospasmen und Dyspnoe
      • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hautreaktionen (häufig)
      • Akneiformer Ausschlag
      • Trockene Haut
      • Fissuren
      • Nagelfalzentzündung (Paronychie)
      • Hand-Fuß-Syndrom (selten)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Das Risiko von Infektionen an den Nägeln (Paronychie) kann durch Vermeidung von Verletzungen bei der Nagelpflege vermindert werden. Zusätzlich sollte auf die Anwendung von austrocknenden Chemikalien (Nagellackentferner) und Seifen verzichtet werden. Die regelmäßige Anwendung von rückfettenden Hand- und Fußcremes ist zu empfehlen
    • Bei Auftreten eines Hand-Fuß-Syndroms: Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«

Nelarabin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Atriance Durchstechflaschen – Lösung zu 250 mg
CH: Atriance Durchstechflaschen – Lösung zu 250 mg
A: Atriance Durchstechflaschen – Lösung zu 250 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Purin-Analog)

Wirkungsmechanismen

  • Nelarabin ist zytostatisch inaktiv (Pro-Drug). Es wird im Gewebe enzymatisch zu einer aktiven Substanz umgewandelt.

  • Hemmt DNS-Synthese.

Dosisbereich

Tagesdosis 1500 mg/m2. Wird in der Regel an den Tagen 1, 3 und 5 verabreicht. Zyklus wird in der Regel alle 3 Wochen wiederholt.

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

Es wird keine Verdünnung durchgeführt. Die benötigte Menge soll in einen leeren PVC- oder EVA-Beutel oder in eine Glasflasche transferiert werden.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments im Infusionsbeutel
    • 8 Stunden bei Raumtemperatur*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • über 2 Stunden

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen noch keine Daten zu Extravasationen vor. Es können deshalb keine Maßnahmen empfohlen werden.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Neurotoxizität, meistens reversibel
      • Periphere, vorwiegend sensorische Neuropathie
      • ZNS-Toxizität
      • Schläfrigkeit, Verwirrung, Ataxie, epileptische Anfälle
    • Diarrhö, Obstipation
    • Myalgien und Arthralgien
    • Kopfschmerzen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Der Arzt sollte sofort benachrichtigt werden bei Auftreten von starker Schläfrigkeit, Verwirrung oder Krampfanfällen.
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen.
    • Periphere Neuropathie normalisiert sich in der Regel nach Abschluss der Therapie.

Nilotinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Tasigna Kapseln zu 150 mg und 200 mg
CH: Tasigna Kapseln zu 150 mg und 200 mg
A: Tasigna Kapseln zu 150 mg und 200 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet an definierte Tyrosinkinasen und hemmt damit die intrazelluläre Signalübermittlung.

Dosisbereich

600–800 mg täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme zweimal täglich morgens und abends, mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach dem Essen

Spezielle Hinweise

  • Bei Schluckbeschwerden kann der Inhalt der Kaspeln mit einem Teelöffel Apfelmus zusammen eingenommen werden (nicht mit anderen Nahrungsmitteln).

  • Der Abbau von Nilotinib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression, insbesondere Thrombozytopenie, Neutropenie und Anämie
    • Hautreaktionen: Rash und Pruritus
    • Übelkeit
    • Müdigkeit
    • Kopfschmerzen
    • Obstipation
    • Diarrhö

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«

Nintedanib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Vargatef Weichkapseln zu 100 mg und 150 mg
CH: nicht registriert
A: Vargatef Weichkapseln zu 100 mg und 150 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Multikinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet an verschiedene Tyrosinkinasen, u. a. an die Kinase des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktorrezeptors (vascular endothelial growth factor receptor, VEGFR 1-3). Hemmt dadurch die intrazelluläre Signalübermittlung.

Dosisbereich

400 mg täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur, nicht über 25°

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • Tagesdosis verteilt auf zwei gleiche Dosen, morgens und abends, im Abstand von etwa 12 Stunden.
    • Einnahme mit einem Glas Wasser, während oder unmittelbar vor oder nach einer Mahlzeit.

Spezielle Hinweise

  • Keine Einnahme am Tag einer intravenösen Chemotherapie mit Docetaxel!

  • Der Abbau von Nintedanib wird durch Inhaltsstoffe des Johanniskrauts und durch Rauchen beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Durchfall (vor allem bei Kombination mit Docetaxel)
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Inappetenz
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hautreaktionen:
    • Ausschlag, trockene Haut, Pruritus
    • Orale Mukositis
    • Periphere Neuropathie
    • Neutropenie (Infekte)
    • Fatigue

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Während der Behandlung keine Johanniskrautpräparate einnehmen und nicht rauchen
    • Wenn die Einnahme des Medikaments vergessen wurde:
      • Die vergessenen Kapseln auslassen. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!

Nivolumab (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Opdivo Durchstechflasche – Lösung zu 40 mg und 100 mg
CH: Opdivo, Nivolumab BMS Durchstechflasche – Lösung zu 40 mg und 100 mg
A: Opdivo Durchstechflasche – Lösung zu 40 mg und 100 mg

Substanzgruppe

Monoklonaler Antikörper, Immuncheckpoint-Hemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet als Antikörper an den PD-1-Rezeptor (»Programmed-Death-1-receptor«) auf Tumorzellen und blockiert diesen. Durch die Blockade wird die Aktivität der T-Lymphozyten erhöht und damit die T-Zellvermittelte Antitumor-Immunantwort verstärkt.

Dosisbereich

  • 3 mg/kg alle 2 Wochen

  • 1 mg/kg alle 3 Wochen

Auflösung

Gelöst (Konzentration: 10 mg/ml)

Verdünnung

  • Mit 100 ml NaCl 0.9% oder Glukose 5%

  • Die Konzentration der verdünnten Lösung sollte zwischen 1,0 und 10 mg/ml liegen

  • Nicht schütteln! Schaumbildung vermeiden

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank oder 4 Stunden bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v. Infusion über 1 Stunde
    • Inlinefilter verwenden (Porengröße 0,2 -1,2 μm, z. B. PES-Membran)
    • Nach Verabreichung muss der Infusionsschlauch mit ca. 30–50 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % nachgespült werden!

Spezielle Hinweise

  • In Kombination mit Ipilimumab: Ipilimumab erst nach Ende der Nivolumab-Infusion verabreichen.

  • Schwere immun-vermittelte unerwünschte Reaktionen können auftreten.
    • Sie können jedes Organsystem betreffen. Am häufigsten sind: Enterocolitis, Hepatitis, Dermatitis (bis zu toxischer epidermaler Nekrolyse), Neuropathie, Pneumonitis und Endokrinopathien (z. B. Hypothyreose, Diabetes).
    • Meist treten diese unerwünschten Reaktionen während der Behandlung auf, selten auch erst Wochen bis Monate nach Therapieende. Sie werden mit Kortikosteroiden oder anderen immunsupprimierenden Medikamenten behandelt.

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen keine Informationen zu Extravasationen vor. Eine Gewebeschädigung ist allerdings nicht zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Die Kombinationstherapie mit Ipilimumab zeigt eine höhere Auftretenswahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen als die Monotherapie

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktion: selten Symptome können einzeln oder kombiniert und in unterschiedlichem Schweregrad auftreten:
      • Fieber
      • Schüttelfrost
      • Blutdruckabfall
      • Nausea
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Asthenie (Müdigkeit)
    • Hautausschlag
    • Vitiligo
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Diarrhö oder Obstipation
    • Bauchschmerzen
    • Arthralgien und Myalgien
  • Spät (Wochen bis Monate)
    • Immunvermittelte Reaktionen:
    • Pneumonitis, Nephritis, Hepatitis, Hypo- und Hyperthyreose, Diabetes

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!
    • Immunvermittelte unerwünschte Wirkungen unterscheiden sich von denen der»Standard«-Therapien. Sie sind nicht häufig. Früherfassung ist wichtig für die korrekte Behandlung.
    • Die folgenden Symptome müssen sofort dem Behandlungsteam gemeldet werden. Keine Selbstbehandlung!
      • Durchfall oder Stuhlgang häufiger als »gewöhnlich«
      • Bauchschmerzen
      • Hautveränderungen wie Hautausschlag oder Pruritus
      • Atemnot
      • Neu auftretender oder Verschlimmerung eines vorbestehenden Hustens

Obinutuzumab (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Gazyvaro Durchstechflasche – Lösung zu 1000 mg
CH: Gazyvaro Durchstechflasche – Lösung zu 1000 mg
A: Gazyvaro Durchstechflasche – Lösung zu 1000 mg

Substanzgruppe

Zytostatisch wirkender monoklonaler Antikörper

Wirkungsmechanismen

Antikörper gegen ein Eiweiß (CD20), das sich auf der Zelloberfläche von normalen und malignen B-Lymphozyten findet. Durch die Bindung des Antikörpers an dieses Eiweiß wird die Zerstörung der CD20-positiven B-Lymphozyten ausgelöst.

Dosisbereich

1000 mg, je einmal an den Tagen 1,8 und 15 des ersten Therapie-Zyklus (à 28 Tage); einmal an Tag 1 in den Zyklen 2–6, dann einmal alle zwei Monate.

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 %, Endkonzentration von 0,4–20 mg/ml (»Spezielle Hinweise/Durchführung der Infusionen«)

  • Nicht schütteln! Schaumbildung vermeiden

  • Bei Verbrauch des gesamten Inhalts der Durchstechflasche ist ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset möglich

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 48 Stunden bei Raumtemperatur (inklusive der Infusionsdauer)*
    • 24 Stunden im Kühlschrank*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v. Infusion mit Infusor (»Spezielle Hinweise«)

Spezielle Hinweise

Häufig treten akute, infusionbedingte Reaktionen auf (»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«). Ihnen liegen unterschiedliche Mechanismen zugrunde: Möglich sind allergische und Zytokinfreisetzungs-Reaktionen, seltener ein Tumorlyse-Syndrom. Im Einzelfall sind diese Reaktionen oft nicht voneinander abzugrenzen.

Deswegen sind folgende Maßnahmen zu treffen:

  • Die erste Verabreichung sollte in einer Umgebung erfolgen, in der Reanimationsmaßnahmen unverzüglich vorgenommen werden können.

  • Bei Risikopatienten wird 1 Stunde vor Therapiebeginn eine Hydrierung und die Verabreichung von i.v.-Kortikosteroiden gemäß ärztlicher Verordnung durchgeführt.

  • 30–60 min vor jeder Obinutuzumab-Infusion Prämedikation mit Paracetamol und einem Antihistaminikum.

  • NaCl 0,9 %-Infusion und Medikamente für die Behandlung einer Überempfindlichkeitsreaktion nach ärztlicher Verordnung bereitstellen (z. B. Clemastin-Amp. 2,0 mg, Epinephrin-Amp. 1:1000 1 ml, Methylprednisolon-Amp. 125 mg, Salbutamol zur Inhalation)

  • Überwachung des Patienten:
    • Bei erster Infusion Vitalzeichen: Ausgangswert, dann während der ersten Stunde viertelstündlich, während der zweiten Stunde halbstündlich, dann bis zum Infusionsende stündlich
    • Bei Folgeinfusionen: nach ärztlicher Verordnung
  • Durchführung der Infusionen:
    • Erste Verabreichung:
      • Die Dosis von 1000 mg wird aufgeteilt in eine erste Infusion zu 100 mg und eine zweite Infusion zu 900 mg Obinutuzumab. Diese können am gleichen Tag verabreicht werden, werden aufgrund der langen Verabreichungsdauer aber meistens an zwei aufeinanderfolgenden Tagen verabreicht.
      • Erste Infusion: Infusionsbeutel mit 100 mg Obinutuzumab (4 ml Konzentrat) in 96 ml NaCl 0,9 %. Infusionsgeschwindigkeit: 25 mg/h (Infusionsdauer 4 Stunden).
      • Zweite Infusion: Infusionsbeutel mit 900 mg Obinutuzumab (36 ml Konzentrat) in 214 ml NaCl 0,9 %. Bei Ausbleiben einer Überempfindlichkeitsreaktion kann die Infusionsgeschwindigkeit stufenweise von 50 mg/h alle 30 min um 50 mg/h gesteigert werden, bis auf einen Höchstwert von 400 mg/Stunde (Infusionsdauer mindestens 4 Stunden).
      • Bei Risikopatienten (z. B. mit hoher Tumorlast) muss die Infusionsrate nach ärztlicher Verordnung angepasst werden.
    • Weitere Verabreichungen:
      • Infusionsbeutel mit 1000 mg Obinutuzumab (40 ml Konzentrat) in 210 ml NaCl 0,9 %
      • Bei guter Verträglichkeit der Erstinfusionen können weitere Verabreichungen mit einer Geschwindigkeit von 100 mg/h begonnen werden. Stufenweise alle 30 min um 100 mg/h steigern, bis auf einen Höchstwert von 400 mg/h (Infusionsdauer ca. 3,5 Stunden).
  • Bei infusionsbedingten Reaktionen:
    • Infusion sofort stoppen
    • Behandlung nach ärztlicher Verordnung
    • Wiederaufnahme der Obinutuzumab-Infusion nach ärztlicher Verordnung, in der Regel mit der Hälfte der vor der Reaktion erreichten Infusionsrate.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden)
    • Infusionsbedingte Reaktion
    • Bei einer Mehrzahl der Patienten treten insbesondere während der ersten Infusion sog. infusionsbedingte Reaktionen auf (siehe oben). Symptome können einzeln oder kombiniert und in unterschiedlichem Schweregrad auftreten:
      • Fieber, Schüttelfrost
      • Blutdruckabfall
      • Flush (Hautrötung)
      • Nausea
      • Kopfschmerzen
      • Zungen- und Halsschwellung (angioneurotisches Ödem)
      • Urtikaria
      • Rhinitis
      • Bronchospasmen und Dyspnoe
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Husten und Infektionen der oberen Atemwege
    • Diarrhö, Verstopfung
    • Neutropenie
    • Fieber
    • Myalgien, Arthralgien
    • Müdigkeit

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!
    • Infektanzeichen dem Arzt mitteilen
    • Das zur Prophylaxe verabreichte Antihistamin verursacht Müdigkeit und beeinträchtigt dadurch kurzfristig die Fahrtüchtigkeit
    • Auf die lange Dauer der Obinutuzumab-Infusion (mehrere Stunden), vor allem bei der ersten Gabe, hinweisen; bei ambulanten Patienten die vorgesehene Therapiedauer angeben und evtl. empfehlen, eine Zwischenverpflegung mitzubringen

Octreotid (T)/(S)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Sandostatin, Octreotid,

Glasbrechampullen – Lösung zu 0,05–0,5 mg

Durchstechflasche – Lösung zu 1,0 mg

Fertigspritze zu 50–500 µg

Sandostatin LAR Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 10–30 mg
CH: Sandostatin, Octreotid,

Glasbrechampullen – Lösung zu 0,05–0,5 mg

Durchstechflasche – Lösung zu 1,0 mg

Sandostatin LAR Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 10–30 mg
A: Sandostatin, Siroctid

Glasbrechampullen – Lösung zu 0,05–0,5 mg

Durchstechflasche – Lösung zu 1,0 mg

Fertigspritze zu 50–500 µg

Sandostatin LAR Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 10–30 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, Somatostatin-Analog

Wirkungsmechanismen

Octreotid ist ein synthetischer Abkömmling des Hormons Somatostatin. Wie dieses hemmt Octreotid die Ausschüttung verschiedener Hormone des Pankreas (z. B. Glukagon und Insulin), des Magen-Darm-Trakts (z. B. Gastrin) sowie des Wachstumshormons.

Dosisbereich

  • Sandostatin: 0,05–0,2 mg s.c. ein bis dreimal täglich. 0,2–0,6 mg über 24 Stunden als Infusion

  • Sandostatin LAR: 10–30 mg alle 3–4 Wochen tief intragluteal

Auflösung

  • Sandostatin: bereits gelöst

  • Sandostatin LAR: in beiliegendem Lösungsmittel (nur zur tiefen intraglutealen Injektion!)
    • Ampulle mit Trockensubstanz und das Lösungsmittel auf Raumtemperatur erwärmen lassen. Die Ampulle kann ohne Qualitätseinbusse bis maximal 24 Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.
    • Trockensubstanz mit dem Lösungsmittel auflösen; dazu das Lösungsmittel sorgfältig an die Innenwand der Ampulle spritzen und nach unten laufen lassen, Spritze belassen.
    • Während etwa 2–5 min warten, ohne die Ampulle zu bewegen, bis die Substanz völlig mit dem Lösungsmittel durchtränkt ist.
    • Dann die Ampulle sanft schwenken, bis eine homogene Suspension erreicht ist.
    • Nicht schütteln!
    • Den Inhalt der Ampulle sachte in die Spritze aufziehen, neue Kanüle aufsetzen.

Verdünnung

  • Sandostatin: für i.v.-Infusion: mit NaCl 0,9 %

  • Sandostatin LAR: keine weitere Verdünnnung!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • Sandostatin: im Kühlschrank (bis 2 Wochen bei Raumtemperatur)
    • Sandostatin LAR: im Kühlschrank (bis 24 Stunden bei Raumtemperatur nicht über 25°C)
  • des aufgelösten Medikaments
    • Sandostatin LAR: Darf erst unmittelbar vor Injektion gelöst werden
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • Sandostatin: 24 Stunden im Kühlschrank*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • Sandostatin: s.c., i.v.
    • Sandostatin LAR: i.m.
  • Verabreichung
    • s.c., i.v. (Sandostatin):
      • Meist als Dauerinfusion über 24 Stunden
    • i.m. (Sandostatin LAR):
      • Tief intragluteal
      • Injektionsseite wechseln

Spezielle Hinweise

  • Vor subkutaner Injektion: Ampullen zur Verhütung von Schmerzen an der Injektionsstelle auf Raumtemperatur erwärmen. Langsam erwärmen lassen, nicht erhitzen!

  • Sandostatin LAR
    • Nie intravenös verabreichen!
    • Nach Aufziehen des aufgelösten Medikaments Kanüle wechseln
  • Intramuskuläre Injektion von Sandostatin LAR zügig durchführen. Bei zu langsamer Injektion kann die Kanüle verstopfen. Vor der Injektion die Spritze mehrmals kippen, um ein Setzen der Suspension zu verhüten

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Appetitlosigkeit
    • Übelkeit
    • Erbrechen
    • Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen
    • Diarrrhö
    • Bei subkutaner/intramuskulärer Injektion: Schmerzen an Injektionsstelle
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Selten: Hyperglykämie
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Gallensteine

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Die subkutanen Injektionen können nach Instruktion auch durch den Patienten oder durch Angehörige vorgenommen werden. Information über korrekte Entsorgung der Einwegspritzen!
    • Bei subkutaner Selbstinjektion: Injektionsstellen regelmäßig wechseln!
    • Bessere Verträglichkeit, wenn die subkutane Injektion zwischen den Mahlzeiten oder vor dem Schlafengehen vorgenommen wird.

Ofatumomab (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Arzerra Durchstechflasche mit Infusionslösung zu 100 mg, 1000 mg
CH: Arzerra Durchstechflasche mit Infusionslösung zu 100 mg, 1000 mg
A: Arzerra Durchstechflasche mit Infusionslösung zu 100 mg, 1000 mg

Substanzgruppe

Zytostatisch wirkender monoklonaler Antikörper

Wirkungsmechanismen

Antikörper gegen ein Eiweiß (CD20), das sich auf der Zelloberfläche von normalen und malignen B-Lymphozyten findet. Durch die Bindung des Antikörpers an dieses Eiweiß wird die Zerstörung der CD20-positiven B-Lymphozyten ausgelöst.

Dosisbereich

  • Induktion:
    • Acht aufeinanderfolgende Infusionen in wöchentlichem Abstand:
      • 300 mg für die erste Infusion und
      • 2000 mg für alle nachfolgenden Infusionen
  • Erhaltung:
    • Einmal monatlich 2000 mg während 4 Monaten

Auflösung

Gelöst (20 mg/ml)

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 %

  • 300 mg Dosis:
    • 15 ml aus einem 1000 ml-Beutel mit 0,9 % NaCl-Lösung entnehmen und verwerfen
    • Ofatumumab-Konzentrat aus der Durchstechflasche entnehmen und in den Infusionsbeutel injizieren (Endkonzentration 0,3 mg/ml)
  • 2000 mg Dosis:
    • 100 ml aus einem 1000 ml-Beutel mit 0,9 % NaCl-Lösung entnehmen und verwerfen
    • Ofatumumab-Konzentrat aus der Durchstechflasche entnehmen und in den Infusionsbeutel injizieren (Endkonzentration 2 mg/ml)
  • Mischen der verdünnten Lösung durch vorsichtiges Umdrehen des Beutels

  • Nicht schütteln! Schaumbildung vermeiden

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v. Infusion
      • Mit Infusor
      • Mit dem mitgelieferten 0,2 µm-Inlinefilter und dem ebenfalls mitgelieferten speziellen Infusionsschlauch
      • Ofatumumab darf nicht mit anderen Arzneimitteln oder intravenösen Lösungen gemischt oder gleichzeitig infundiert werden; um dies zu vermeiden, den Infusionsschlauch vor und nach der Verabreichung von Ofatumumab mit 0,9 %iger Natriumchloridlösung spülen.

Spezielle Hinweise

Bei der intravenösen Verabeichung von Ofatumomab können akute, infusionbedingte Reaktionen auftreten (7»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«). Es sind deshalb folgende Maßnahmen zu treffen:

  • Die erste Infusion sollte in einer Umgebung verabreicht werden, in der Reanimationsmaßnahmen unverzüglich vorgenommen werden können.

  • Prämedikation mit Paracetamol und einem Antihistaminikum und bei der ersten und zweiten Dosis mit einem Kortikosteroid (z. B. 100 mg Prednisolon).

  • NaCl 0,9 % Infusion und Medikamente für die Behandlung einer Überempfindlichkeitsreaktion nach ärztlicher Verordnung bereitstellen (z. B. Clemastin-Amp. 2,0 mg, Epinephrin-Amp. 1:1000 1 ml, Methylprednisolon-Amp. 125 mg, Salbutamol zur Inhalation).

Infusionsrate:

  • Erste und zweite Infusion:
    • Infusionsgeschwindigkeit während den ersten 30 Minuten: 12,5 ml/Stunde.
    • Bei Ausbleiben einer Überempfindlichkeitsreaktion kann die Infusionsgeschwindigkeit stufenweise alle 30 min verdoppelt werden, bis auf einen Höchstwert von 200 ml/Stunde.
    • Die erste und zweite Infusion laufen über 6,5 Stunden.
  • Ab dritter Infusion:
    • Bei Ausbleiben einer Überempfindlichkeitsreaktion können die verbleibenden Infusionen mit einer Infusionsgeschwindigkeit von 25 ml/Stunde gestartet werden. Diese kann dann alle 30 Minuten verdoppelt werden bis maximal 400 ml/Stunde.
    • Bei Auftreten einer infusionsbedingten Reaktion:
      • Infusion sofort stoppen, NaCl 0,9 % laufen lassen.
      • Behandlung nach ärztlicher Verordnung.
      • Wiederaufnahme der Ofatumumab-Infusion nach ärztlicher Verordnung, in der Regel mit reduzierter Infusionsrate.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktion:
      • Fieber, Schüttelfrost
      • Blutdruckabfall
      • Nausea
      • Kopfschmerzen
      • Zungen- und Halsschwellung (angioneurotisches Ödem)
      • Urtikaria
      • Rhinitis, Bronchospasmen und Dyspnoe
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hautreaktion: Rash
    • Knochenmarksuppression
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Diarrhö
    • Myalgien, Arthralgien
    • Müdigkeit

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!
    • Das zur Prophylaxe verabreichte Antihistamin verursacht Müdigkeit und beeinträchtigt dadurch kurzfristig die Fahrtüchtigkeit
    • Auf die lange Dauer der Ofatumomab-Infusion (mehrere Stunden) hinweisen. Bei ambulanten Patienten die vorgesehene Therapiedauer angeben und evtl. empfehlen, eine Zwischenverpflegung mitzubringen

Olaparib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Lynparza Kapseln zu 50 mg
CH: Lynparza Kapseln zu 50 mg
A: Lynparza Kapseln zu 50 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, PARP-Inhibitor

Wirkungsmechanismen

Olaparib hemmt die Zell-Enzyme PARP-1, PARP-2 und PARP-3, die an der Reparatur von DNA beteiligt sind.

Dosisbereich

400 mg zweimal täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • Einnahme mindestens eine Stunde nach einer Mahlzeit und danach möglichst weitere 2 Stunden lang nichts essen.

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Olaparib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit und Erbrechen (wenig ausgeprägt)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Bauchschmerzen
    • Durchfall und Verstopfung
    • Inappetenz, Gewichtsverlust
    • Knochenmarksuppression
    • Myalgien
    • Kopfschmerzen
    • Müdigkeit
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Zweittumoren

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen.
    • Wenn die Einnahme einer Dosis vergessen wurde, sollte die nächste normale Dosis zur geplanten Zeit eingenommen werden.

Olaratumab (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Lartruvo Durchstechflasche – Lösung zu 500 mg
CH: nicht registriert
A: Lartruvo Durchstechflasche – Lösung zu 500 mg

Substanzgruppe

Zytostatisch wirkender monoklonaler Antikörper

Wirkungsmechanismen

Antikörper, der sich an den Rezeptor des Thrombozyten-Wachstumsfaktors-α bindet. Damit blockiert Olaratumab nachgeordnete Signalkaskaden und führt zu einer Hemmung des Tumorwachstums.

Dosisbereich

15 mg/kg Tag 1 und 8 eines 21-Tage Zyklus

Auflösung

  • Gelöst (Konzentration 10 mg/ml)

Verdünnung

  • Einem 250 ml Infusionsbeutel mit NaCl 0,9 % so viel Flüssigkeit entnehmen, wie anschließend Olaratumab zugefügt wird, sodass ein Endvolumen von 250 ml entsteht.

  • Beutel vorsichtig drehen und wenden, nicht schütteln! Schaumbildung vermeiden.

  • Nicht mit Glukose 5 % verdünnen!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

  • Nicht mit Glukose 5 % verdünnen!

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank, 8 Stunden bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v. Infusion über 1 Stunde
    • maximale Infusionsrate 25mg/Minute
    • Nicht als Bolus injizieren!

Spezielle Hinweise

  • Infusionsleitung mit NaCl 0,9 % vor- und nachspülen!

  • Selten treten bei der Verabreichung akute, infusionbedingte Reaktionen auf (7»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«). Es werden deswegen folgende Maßnahmen empfohlen:
    • Prämedikation mit einem Antihistaminikum vor jedem Zyklus
    • Im ersten Zyklus an Tag 1 und 8 zusätzlich Dexamethason als Prämedikation
    • Bei der ersten Verabreichung Blutdruck und Puls vor und nach der Verabreichung kontrollieren
    • Bei akuter, infusionbedingter Reaktion:
      • Infusion sofort stoppen
      • Behandlung nach ärztlicher Verordnung
      • Wiederaufnahme der Olaratumab-Infusion nach ärztlicher Verordnung, in der Regel mit der Hälfte der vor der Reaktion erreichten Infusionsrate
      • Vor weiteren Infusionen: Prämedikation mit Antihistaminikum, Paracetamol und Dexamethason

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasationen ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden)
    • Infusionsbedingte Reaktion:
    • Häufig tritt insbesondere während der ersten Infusion eine sog. infusionsbedingte Reaktion auf (siehe oben). Die Symptome können einzeln oder kombiniert und in unterschiedlichem Schweregrad auftreten:
      • Fieber
      • Schüttelfrost
      • Flush (Hautrötung)
      • Blutdruckabfall
      • Nausea, Kopfschmerzen
      • Zungen- und Halsschwellung, Urtikaria
      • Dyspnoe , Rhinitis, Bronchospasmen,
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Neutropenie (inkl. Febrile Neutropenie)
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Diarrhö
    • Mucositis
    • Muskel- und Gelenk-Schmerzen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Das zur Prophylaxe verabreichte Antihistamin verursacht Müdigkeit und beeinträchtigt dadurch kurzfristig die Fahrtüchtigkeit

Osimertinib (T)

Andere Bezeichnungen

Mereletinib

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Tagrisso Filmtabletten zu 40 mg und 80 mg
CH: Tagrisso Filmtabletten zu 40 mg und 80 mg
A: Tagrisso Filmtabletten zu 40 mg und 80 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Blockiert das Enzym Tyrosinkinase am Rezeptor des epithelialen Wachstumsfaktors (EGFR). Hemmt dadurch die Übermittlung von Signalen in den Zellkern.

Dosisbereich

80 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • Einnahme einmal täglich, mit oder ohne Mahlzeit, immer etwa zur selben Uhrzeit.
    • Die Filmtablette kann in nicht-kohlensäurehaltigem Wasser suspendiert eingenommen werden. Keine anderen Flüssigkeiten zur Suspension verwenden. Nach vollständigem Zerfall der Filmtablette soll die Suspension sofort getrunken werden, dann das Glas nochmals zur Hälfte mit Wasser füllen und austrinken.
    • Erfolgt die Verabreichung über eine nasogastrale Sonde, so wird die Filmtablette wie oben angegeben suspendiert. Die Wassermenge beträgt 15 ml für das erstmalige Auflösen und 15 ml für das Ausspülen. Die Verabreichung sollte innerhalb von 30 Minuten erfolgen, nachdem die Filmtablette ins Wasser gegeben wurde.

Spezielle Hinweise

  • Der Abbau von Osimertinib wird durch Inhaltsstoffe des Johanniskrauts beeinflusst.

  • Prophylaxe von Hautreaktionen:
    • Der Zustand der Haut sollte vor Therapiebeginn erfasst werden.
    • Präventiv und therapeutisch können Antibiotika, z. B. Minocyclin, verordnet werden. Der Hautausschlag wird dadurch nicht verhindert, aber möglicherweise abgeschwächt.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Übelkeit / Erbrechen (gering)
    • Hautreaktionenen:
      • Hautausschlag (Rash),
      • Pruritus, trockene Haut
      • Paronychie (Nagelbett-Entzündung)
    • Diarrhö
    • Obstipation
    • Mucositis
  • Spät (Monate bis Jahre)
    • Pneumonitis, interstitielle Pneumopathie (selten)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
      • Schon beginnende Hautveränderungen dem Behandlungsteam melden.
      • Die Hautveränderungen können behandelt werden und sind reversibel; nach ihrem Abklingen verbleiben in der Regel keine Narben.
    • Das Risiko von Infektionen an den Nägeln (Paronychie) kann durch Vermeidung von Verletzungen bei der Nagelpflege vermindert werden. Auf die Anwendung von austrocknenden Chemikalien (Nagellackentferner) sollte verzichtet werden. Als Handseife wird eine Seife mit einem (hautneutralen) pH-Wert von 5–6 empfohlen, ebenso die regelmäßige Anwendung von rückfettenden Hand- und Fußcremes.
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen.
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in 12 Stunden oder später einzunehmen ist: die vergessenen Kapseln einnehmen, sobald der Patient sich daran erinnert. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit einnehmen.
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in weniger als 12 Stunden einzunehmen ist: die vergessenen Kapseln auslassen. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!

Oxaliplatin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

LOHP, OX

Handelsnamen und Handelsformen

D: Eloxatin, Oxaliplatin, Medoxa u.v.m

Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 50 mg 100 mg, 150mg

Infusionskonzentrat: Durchstechflaschen zu 50 mg, 100 mg, 200 mg

CH: Eloxatin, Oxaliplatin Infusionskonzentrat: Durchstechflaschen zu 50 mg, 100 mg, 200 mg
A: Oxaliplatin Infusionskonzentrat: Durchstechflaschen zu 50 mg, 100 mg, 200 mg, 250 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Platin-Abkömmling

Wirkungsmechanismen

  • Verursacht Quervernetzungen (cross-linking) der DNS.

  • Hemmt die DNS-Synthese und -Funktion.

Dosisbereich

85 mg/m2

Auflösung

In Glukose 5 %, Aqua pro inject. Kein NaCl 0,9 % verwenden!

  • 50 mg in 10 ml

  • 100 mg in 20 ml

Bei Verbrauch des gesamten Inhalts der Durchstechflasche ist ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset möglich.

Verdünnung

Mit 250–500 ml Glukose 5 % verdünnen. Die Endkonzentration soll über 0,2 mg/ml liegen. Kein NaCl 0,9 % verwenden!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Inkompatibel mit NaCl 0,9 %!

  • Gleichzeitig kann eine Infusion mit Calciumfolinat (über 2 Stunden) laufen, falls dieses mit 250 ml Glukose 5 % verdünnt ist.

  • Nicht mit alkalischen Medikamenten (z. B. 5-Fluorocuracil) mischen.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung (Trockensubstanz u. Lösung)
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments (Trockensubstanz)
    • 24 Stunden im Kühlschrank*
  • des weiter verdünnten Medikaments (Trockensubstanz u. Lösung)
    • 24 Stunden im Kühlschrank*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In 250–500 ml Glukose 5 % während 2–6 Stunden nach Verordnung
      • In Kombination mit 5-Fluorouracil:
      • Die Vene mit Glukose 5 % spülen und erst danach 5-Fluorouracil verabreichen
      • In Kombination mit Calciumfolinat (je nach Dosis und Infusionsdauer):
      • Die Vene mit Glukose 5 % spülen und erst danach Calciumfolinat Bolus i.v. verabreichen (niedrig dosiert), oder
      • Calciumfolinat (hoch dosiert) in 100–250 ml Glukose 5 % parallel mit Oxaliplatin gleichzeitig über einen 3-Wege-Hahn, der unmittelbar vor dem Infusionsort liegt, mittels zwei Infusoren während 2–6 Stunden verabreichen; diese Medikamente darf nicht in der gleichen Infusion gemischt werden

Spezielle Hinweise

  • Nie unverdünnt anwenden!

  • Eine vorgängige Hydrierung ist nicht nötig.

  • Wegen Inkompatibilität: Vor und nach der Verabreichung von Oxaliplatin den venösen Zugang mit Glukose 5 % spülen. Bei sogenannt geschlossenen Infusionssystemen wird zusätzlich der Infusionsschlauch mit Glukose 5 % gespült.

  • Oxaliplatin muss immer vor Fluoropyrimidinen, z. B. 5-Fluorouracil, verabreicht werden.

  • Bei einer Venenreizung während der Therapie kann die Infusion langsamer eingestellt oder parallelI eine Glukose 5 %-Infusion laufen gelassen werden.

  • Bei Venenreizung keine kalten Kompressen auflegen! Evtl. trockene Wärme (z. B. Heizkissen) oberhalb der Stichstelle anwenden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebereizung zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion stoppen

  • Infusionsleitung durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Wärme applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Missempfinden in Rachen und Kehlkopf (Gefühl von Atemnot möglich)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Akute, meist reversible Neurotoxizität
    • Periphere Neuropathie (Symptome durch Kälte ausgelöst)
    • Kälteempfindlichkeit (besonders bis ca. 2 Stunden nach Verabreichung, kann aber länger dauern)
    • Fieber
    • Allergische Reaktionen:
      • Beginn meist während Oxaliplatin-Infusion
      • Symptome: Atemnot, Schüttelfrost, Ödeme (Gesicht, Zunge), Tachykardie, Blutdruckabfall, Juckreiz
      • Risiko nimmt zu nach mehrfacher Applikation von Oxaliplatin oder anderen Platin-Abkömmlingen (Cis-Platin und Carboplatin)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Venenreizung
    • Nephrotoxizität und Ototoxizität (weniger als bei anderen Platinpräparaten)
    • Diarrhö/Obstipation
    • Orale Mukositis (meist bei Kombination mit Fluorouracil/Leukovorin)
    • Periphere Neuropathie (Parästhesien in den Extremitäten)
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Periphere Neuropathie (Parästhesien in den Extremitäten)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Atemnot oder Schluckstörungen während der Infusion sofort melden! Das Gefühl von Atemnot verschwindet nach einigen Minuten von allein
    • Unkontrollierte Übelkeit oder Erbrechen melden!
    • Kälteempfindlichkeit:
      • Während oder unmittelbar nach der Infusion (ca. 2 Stunden) keine kalte Winterluft einatmen, evtl. einen Schal um Mund und Nasenbereich wickeln
      • Auf kalte Getränke oder Eisspeisen während und mindestens 2 Stunden nach der Infusion verzichten
      • Sehr kalte Gegenstände nicht mit bloßen Händen anfassen (kann ein paar Tage dauern)
      • Keine kalten Wickel oder Kompressen auflegen
    • Bei Parästhesien in den Extremitäten: Anpassen der Alltagsaktivitäten, z. B. Knöpfe schließen, schreiben, Objekte halten

Paclitaxel (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

TAX

Handelsnamen und Handelsformen

D: Paclitaxel, Bendatax, Ribotax u. v. m. Durchstechflasche – Lösung zu 30–600 mg
CH: Taxol, Paclitaxel Durchstechflasche – Lösung zu 30–600 mg
A: Ebetaxel, Paclitaxel Durchstechflasche – Lösung zu 30–600 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Taxan

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Depolymerisation der Mikrotubuli.

Dosisbereich

75–175 mg/m2

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 %, Glukose 5 %

  • Chemo-Pins, Spikes (Transfersets) oder ähnliche Instrumente mit groben Nadeln sollten nicht verwendet werden, da der Gummistopfen dadurch beschädigt oder eingestoßen werden kann; die Sterilität ist dann nicht mehr gewährleistet

  • Infusionsbeutel nicht schütteln! Schwenken, bis die Lösung homogen und klar ist

  • Keine PVC-Infusionsbeutel verwenden!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • der angestochenen Durchstechflasche
    • 28 Tage bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank*
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank**

* Nach mehrfachem Anstechen ist die Dichtigkeit des Stopfens – und damit die Sterilität – nicht mehr gewährleistet. Es empfiehlt sich deshalb die Verwendung kleiner Vials.

** Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu»Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In 250–500 ml NaCl 0,9 %, Glukose 5 % über 1–3 Stunden, je nach Dosis und Therapieschema
      • PVC-freies Infusionsbesteck (bzw. DEHP-frei) benutzen!
      • Inlinefilter (maximale Porengrösse 0,22 µm) benutzen
      • Bei einer Taxol/Cisplatin-Kombination sollte Taxol immer vor Cisplatin verabreicht werden (gilt nur für Cisplatin, nicht für Carboplatin)

Spezielle Hinweise

  • Wegen möglicher allergischer Reaktionen immer Prämedikation mit Dexamethason, Antihistamin (z. B. Clemastin) und H2-Blocker (z. B. Ranitidin) nach Verordnung

  • Während der ersten 30 min besonders auf solche Reaktionen achten – Wärmegefühl, Bronchospasmen

  • Ein Arzt sollte während der Infusion erreichbar sein

  • Bei einer Reaktion:
    • Infusion stoppen
    • Infusion mit NaCl 0,9 % anhängen
    • Nach Normalisierung der Symptome wieder Paclitaxel mit 10 % der Infusionsgeschwindigkeit über 15 min anfangen
    • Danach mit 25 % der Infusionsgeschwindigkeit über 15 min
    • Ohne weitere Hypersensitivitätsreaktion mit normaler Infusionsgeschwindigkeit fortfahren

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebereizung zu erwarten. Vereinzelt wurden aber auch Nekrosen beschrieben.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion stoppen

  • Infusionsleitung durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Allergische Reaktionen:
    • Bronchospasmen, Hautrötung, Urtikaria
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Selten: kardiale Rhythmusstörungen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Alopezie
    • Neurotoxizität (periphere Neuropathie)
    • Myalgien und Arthralgien
    • Orale Mukositis
    • Nagelveränderungen: Onycholyse (Ablösen von Finger- oder Zehennägeln), v. a. bei Verabreichung über 1 Stunde)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Falls verordnet Prämedikation mit Dexamethason einnehmen
    • Wärmegefühl oder Bronchospasmen während der Infusion sofort melden!
    • Das zur Prophylaxe verabreichte Antihistamin verursacht Müdigkeit und beeinträchtigt dadurch kurzfristig die Fahrtüchtigkeit
    • Periphere Neuropathien normalisieren sich nach Abschluss der Therapie in der Regel langsam
    • Maßnahmen bei Nagelveränderungen:
      • Nägel kurz und gerade schneiden
      • Gut eincremen mit fettender Salbe
      • Eventuell Nagellack bei Unebenheiten und zum Schutz
      • Eventuell Baumwollhandschuhe tragen
      • Nagel evtl. mit Heftplaster fixieren
      • Schon beginnende Myalgien und Arthralgien dem Behandlungsteam melden
      • Über die Dauer der Infusion, besonders bei dreistündiger Verabreichung, informieren

Paclitaxel-Albumin (T)

Andere Bezeichnungen

nab-Paclitaxel

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Abraxane Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100 mg, 250 mg Paclitaxel (als Paclitaxel-Albumin)
CH: Abraxane Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100 mg Paclitaxel (als Paclitaxel-Albumin)
A: Abraxane Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100 mg Paclitaxel (als Paclitaxel-Albumin)

Substanzgruppe

Zytostatikum, Taxan

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Depolymerisation der Mikrotubuli und stört damit den für die Zellteilung wichtigen Spindelapparat.

Dosisbereich

100–260 mg/m2, je nach Therapieschema

Auflösung

  • In 20 ml NaCl 0,9 %:
    • Lösungsmittel mit Spritze über einen Zeitraum von mindestens 1 Minute vorsichtig gegen die Seitenwand der Ampulle einbringen; nicht direkt auf das Pulver spritzen, um Schaumbildung zu vermeiden.
    • Nach vollständiger Zugabe der Kochsalzlösung die Durchstechflasche mindestens 5 Minuten stehen lassen.
    • Dann mindestens 2 Minuten langsam und vorsichtig schwenken und/oder kippen, bis das Produkt völlig gelöst ist.
    • Nicht schütteln! Schaumbildung vermeiden! Falls es zum Schäumen oder zur Verklumpung kommt, muss die Lösung mindestens 15 Minuten stehen gelassen werden, bis sich der Schaum gesetzt hat.
    • Die rekonstituierte Lösung sollte milchig und homogen sein und keine sichtbaren Ausfällungen enthalten; falls Ausfällungen sichtbar sind, muss die Durchstechflasche erneut sanft gekippt werden, um vor der Anwendung eine komplette Resuspension zu erzielen.
    • Das Medikament sollte nach Auflösung sofort in einen leeren Infusionsbeutel transferiert werden.
    • Für die Entnahme aus der Durchstechflasche dürfen keine Chemospikes mit Partikelfilter verwendet werden!
  • 1 ml der Suspension enthält 5 mg Paclitaxel

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur; als Lichtschutz Originalkarton belassen
  • des aufgelösten Medikaments
    • in der Durchstechflasche bei Lagerung bei 2–8°C: 8 Stunden
    • im Infusionsbeutel bei Raumtemperatur vor Licht geschützt: 8 Stunden

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion über 30 Minuten

Spezielle Hinweise

  • Im Gegensatz zu anderen Taxanen ist eine Prämedikation mit Kortikosteroiden oder Antihistaminica nicht nötig.

  • Es dürfen keine Inlinefilter benutzt werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist mit einer Gewebereizung zu rechnen.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion stoppen

  • Infusionsleitung durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Diarrhö
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Alopezie
    • Neurotoxizität (periphere Neuropathie)
    • Myalgien und Arthralgien
    • Müdigkeit

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Periphere Neuropathien normalisieren sich in der Regel nach Abschluss der Therapie langsam
    • Schon beginnende Myalgien und Arthralgien dem Behandlungsteam melden

Palbociclib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Ibrance Kapseln zu 75 mg, 100 mg und 120 mg
CH: Ibrance Kapseln zu 75 mg, 100 mg und 120 mg
A: Ibrance Kapseln zu 75 mg, 100 mg und 120 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Kinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Aktivität der Zyklin-abhängigen Kinasen CDK4 und 6 im Zellkern und blockiert damit den Zellzyklus im Übergang von der G1- zur S-Phase.

Dosisbereich

125 mg täglich für 21 Tage, gefolgt von 7 Tagen Pause

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • Einnahme einmal täglich mit einer Mahlzeit, immer ungefähr zur gleichen Uhrzeit

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Palbociclib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Übelkeit (gering)
    • Knochenmarksuppression
    • Alopezie (meist nur geringradig)
    • Mukositis
    • Fatigue und Asthenie

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Der Haarausfall ist nur in seltenen Fällen so ausgeprägt, dass er von Fremdpersonen bemerkt wird.
    • Während der Behandlung keine Johanniskrautpräparate und keine Grapefruitprodukte einnehmen.
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Kapsel:
      • Bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weitere Kapsel einnehmen.

Palifermin (S)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

KGF

Handelsnamen und Handelsformen

D: Kepivance Durchstechflaschen – Trockensubstanz zu 6,25 mg
CH: Kepivance Durchstechflaschen – Trockensubstanz zu 6,25 mg
A: Außer Handel

Substanzgruppe

Zytokin, Keratinozyten-Wachstumsfaktor

Wirkungsmechanismen

Stimuliert die Keratinozyten (Vorläufer von Epithelzellen) zur Ausreifung und Zellteilung.

Dosisbereich

60 µg/kg/Tag. (Spezielle Hinweise)

Auflösung

  • In 1,2 ml aqua pro inject. (1,2 ml = 6,25 mg d. h. Konzentration 5 mg/ml)

  • Die Lösung langsam injizieren!

  • Nicht schütteln! Den Inhalt sorgfältig schwenken!

  • Nicht verwenden bei Verfärbung oder sichtbaren Partikeln

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden

  • Inkompatibel mit Heparin

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung

  • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen

  • des aufgelösten Medikaments

  • 24 Stunden im Kühlschrank

  • maximal 1 Stunde bei Raumtemperatur und unter Lichtschutz

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.:
      • Bolusinjektion

Spezielle Hinweise

  • Wird Heparin über die intravenöse Leitung verabreicht, muss vor und nach der Palifermin-Gabe mit NaCl 0,9 % gespült werden

  • Verabreichung:
    • Das Medikament wird an 6 Tagen verabreicht: an 3 aufeinanderfolgenden Tagen vor der myelotoxischen Therapie und an 3 aufeinanderfolgenden Tagen nach der myelotoxischen Therapie.
    • Vor der myelotoxischenTherapie: Die dritte Dosis wird 24–48 Stunden vor der myelotoxischen Therapie verabreicht
    • Nach der myelotoxischen Therapie: Die letzten drei Dosen sind nach der Therapie zu verabreichen; bei Hochdosis-Chemotherapie mit Stammzelltransplantation wird die erste dieser Dosen am gleichen Tag wie die Stammzellinfusion verabreicht, jedoch nach der Stammzellinfusion.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Verdickung der Mundschleimhaut, Verfärbung der Zunge
    • Gelenkschmerzen
    • Geschmacksveränderungen (Dysgeusie)
    • Ausschlag, Juckreiz, Erythem

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten«

Pamidronsäure (S)

Andere Bezeichnungen

Pamidronat

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Axidronat, Pamidronat, Pamifos, Ribodronat Durchstechflaschen – Konzentrat zu 15 mg, 30 mg, 60 mg und 90 mg
CH: Aredia, Pamidronat

Durchstechflaschen – Trockensubstanz zu 15 mg, 30 mg, 60 mg und 90 mg

Durchstechflaschen – Konzentrat zu 90 mg

A: Pamidronat, Durchstechflaschen – Konzentrat zu 15 mg, 30 mg, und 90 mg

Substanzgruppe

Bisphosphonat

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Funktion der Osteoklasten (knochenabbauende Zellen). Hemmt dadurch den Abbau von Knochensubstanz und normalisiert eine Hyperkalzämie.

Dosisbereich

30–90 mg alle 3–12 Wochen

Auflösung

  • Mit dem der Packung beiliegenden Aqua pro inject.: 15 mg in 5 ml Aqua pro inject.; 30 mg, 60 mg und 90 mg in 10 ml Aqua pro inject.

  • Es ist speziell darauf zu achten, dass die Trockensubstanz vollständig gelöst ist, bevor die Lösung zur weiteren Verdünnung aufgezogen wird.

Verdünnung

  • Die gelöste Substanz muss mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % verdünnt werden.

  • Es dürfen keine Kalzium-haltigen Verdünnungslösungen (z. B. Ringer-Lösung) verwendet werden.

  • Die End-Konzentration darf maximal 90 mg/250 ml betragen; in der Regel werden 90 mg in 500 ml NaCl 0,9 % resp. Glukose 5 % verabreicht.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Inkompatibel mit Kalzium-haltigen Lösungen.

  • Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden!

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten und verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • Während 2–4 Stunden; bei großem Infusionsvolumen evtl. länger! (Maximale Infusionsgeschwindigkeit 1 mg/Minute)

Spezielle Hinweise

  • Darf nicht als Bolus-Injektion verabreicht werden!

  • Um lokale Reaktionen an der Infusionsstelle möglichst gering zu halten, sollte die Kanüle in eine relativ große Vene eingeführt werden.

  • Infusionsleitung mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % vor- und nachspülen!

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Lokale Reizung an Infusionsstelle
    • Knochen- und Gelenkschmerzen
    • Grippeähnliches Syndrom:
      • Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen
      • Tritt meist nur nach erster Pamidronat-Verabreichung auf
  • Spät (Monate bis Jahre)
    • Nekrosen des Kieferknochens (seltene Komplikation aller Bisphosphonate)
      • Symptome:
      • Zahnfleisch-Entzündung
      • Lockerung von Zähnen
      • Schmerzen beim Kauen
      • Freiliegen von Kieferknochen
      • Risikofaktoren für das Auftreten:
      • Hohe kumulierte Dosis, v.a. bei i.v.-Verabreichung
      • Schlechte Mundhygiene
      • Schlecht-sitzende Zahn-Prothesen mit Druckstellen
      • Zahnextraktionen und andere kieferchirurgische Eingriffe.während der Bisphosphonat-Behandlung

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Grippeähnliches Syndrom und Knochen- und Gelenkschmerzen sind vorübergehend und sprechen gut auf Paracetamol an
    • Prophylaxe von Nekrosen des Kieferknochens:
      • Sorgfältige Zahn- und Mundhygiene
      • Korrekter Sitz von Zahnprothesen
      • Vor Beginn der Bisphophonat-Therapie eine zahnärztliche Untersuchung veranlassen, den Zahnarzt dabei über die vorgesehene Behandlung informieren
      • Keine Zahnextraktionen oder Implantationen während der Bisphosphonat-Therapie (Füllungen, Wurzel- und Kronenbehandlungen sind problemlos möglich)
    • Zahn-oder Kieferschmerzen sofort melden

Panitumumab (T)

Andere Bezeichnungen

ABX-EGF

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Vectibix Durchstechflaschen – Lösung zu 100 mg und 400 mg
CH: Vectibix Durchstechflaschen – Lösung zu 100 mg und 400 mg
A: Vectibix Durchstechflaschen – Lösung zu 100 mg und 400 mg

Substanzgruppe

Zytostatisch wirkender monoklonaler Antikörper

Wirkungsmechanismen

  • Bindet als Antikörper an den EGFR (»epidermal growth factor receptor«, Rezeptor des epidermalen Wachstumsfaktors) auf der Zell-Oberfläche; blockiert dadurch die extra- und intrazelluläre Signalvermittlung und führt zum Zelluntergang.

  • Tumorzellen mit Mutationen im K-ras-Gen sind gegen Panitumumab resistent.

Dosisbereich

Tagesdosis 6 mg/kg

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 %

  • Durchstechflasche nicht schütteln oder heftig bewegen; erforderliche Menge des Medikaments aufziehen und in 100 ml NaCl 0,9 % weiter verdünnen.

  • Speziell: Eine Dosis über 1000 mg (selten) ist in 150 ml NaCl 0,9 % zu verdünnen; die endgültige Konzentration darf 10 mg/ml nicht überschreiten.

  • Die verdünnte Lösung sollte durch vorsichtiges Schwenken gemischt werden; nicht schütteln!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen!
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 6 Stunden bei Raumtemperatur* oder 24 Stunden im Kühlschrank*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In 100 ml NaCl 0,9 % über 60 min.
      • Bei Dosis über 1000 mg (selten): In 150 ml NaCl 0,9 % über 90 min.
      • Mit Inlinefilter (Porengröße 0,2 oder 0,22 µm)
      • Infusor verwenden

Spezielle Hinweise

Akute infusionsbedingte Reaktionen mit Panitumumab sind selten; eine routinemäßige Prämedikation mit Antiallergika wird deshalb in der Regel nicht durchgeführt.

  • In Hinblick auf möglichen Hautausschlag:
    • Der Zustand der Haut sollte vor Therapiebeginn erfasst werden.
    • Präventiv und therapeutisch können Antibiotika, z. B. Minocyclin, verordnet werden. Der Hautausschlag wird dadurch nicht verhindert, wird aber möglicherweise abgeschwächt

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktion
    • Besonders während der ersten Infusion kann bei ca. 3 % der Patienten eine sog. infusionsbedingte Reaktion auftreten, mit folgenden Symptomen einzeln oder kombiniert und in unterschiedlichem Schweregrad:
      • Fieber, Schüttelfrost
      • Blutdruckabfall
      • Übelkeit, Erbrechen
      • Kopfschmerzen
      • Zungen- und Halsschwellung (angioneurotisches Ödem)
      • Urtikaria
      • Bronchospasmen und Dyspnoe
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hautveränderungen
      • Akneiformer Hautausschlag
      • Trockene Haut, Fissuren
      • Paronychie (Nagelbett-Entzündung)
    • Diarrhö
    • Asthenie (Müdigkeit)
    • Orale Mukositis
    • Konjunktivitis

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
      • Schon beginnende Hautveränderungen dem Behandlungsteam melden.
      • Die Hautveränderungen können behandelt werden und sind reversibel; nach Abklingen verbleiben in der Regel keine Narben.
    • Das Risiko von Infektionen an den Nägeln kann durch Vermeidung von Verletzungen bei der Nagelpflege vermindert werden. Zusätzlich sollte auf die Anwendung von austrocknenden Chemikalien (Nagellackentferner) und Seifen verzichtet werden. Die regelmäßige Anwendung von rückfettenden Hand- und Fußcremes ist zu empfehlen.
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen.

Panobinostat (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Farydak Kapsel zu 10 mg, 15 mg und 20 mg
CH: Farydak Kapsel zu 10 mg, 15 mg und 20 mg
A: Farydak Kapsel zu 10 mg, 15 mg und 20 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Deazetylase-Hemmer

Wirkungsmechanismen

Panobinostat zielt auf epigenetische Veränderungen der Tumorzellen. Die antitumorale Wirkung beruht auf einer Modulation der Genexpression.

Dosisbereich

Anfangsdosis 20 mg pro Tag an Tag 1, 3, 5, 8, 10, 12 eines 21-tägigen Zyklus

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
    • Kapsel mit Wasser einnehmen, mit oder ohne Mahlzeit, immer etwa zur selben Uhrzeit. Nicht zerkauen.

Spezielle Hinweise

  • Bei ersten Anzeichen von Bauchkrämpfen, weichem Stuhl oder einsetzender Diarrhö wird die Behandlung mit einem Antidiarrhoikum (z. B. Loperamid) empfohlen.

  • Auf mögliche Dehydratation achten.

  • Der Abbau von Panobinostat wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Diarrhö
    • Fatigue
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Infektionen der oberen Atemwege, Pneumonie; selten auch invasive Pilzinfektionen
    • Inappetenz
    • Insomnie, Schwindel, Kopfschmerzen
    • Hypotonie
    • Husten, Dyspnoe
    • Abdominalschmerzen, Dyspepsie
    • Periphere Ödeme
    • Fieber
    • Asthenie

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Bei Diarrhö sofort mit der Einnahme von Loperamid beginnen. Bessert sich die Diarrhö nicht, innerhalb von 2 Tagen beim Behandlungsteam melden.
    • Während der Behandlung keine Johanniskrautpräparate einnehmen und auf Grapefruit verzichten.
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in 12 Stunden oder später einzunehmen ist: die vergessenen Kapseln einnehmen, sobald der Patient sich daran erinnert. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit einnehmen.
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in weniger als 12 Stunden einzunehmen ist: die vergessenen Kapseln auslassen. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!

Pazopanib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Votrient Filmtabletten zu 200 mg, 400 mg
CH: Votrient Filmtabletten zu 200 mg, 400 mg
A: Votrient Filmtabletten zu 200 mg, 400 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Multikinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Blockiert das Enzym Tyrosinkinase an Rezeptoren verschiedener Wachstumsfaktoren und hemmt dadurch die Übermittlung von Signalen in den Zellkern.

Dosisbereich

400 mg bis 800 mg täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • Einnahme einmal täglich: mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit

Spezielle Hinweise

  • Der Abbau von Pazopanib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrautes beeinflusst.

  • Antazida, Säureblocker oder frei verkäufliche Mittel, welche die Magensäure neutralisieren, reduzieren die Wirkung von Pazopanib (7»Informationen für den Patienten«)

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbreichen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Arterielle Hypertonie
    • Herzrhythmusstörungen
    • Arterielle Thrombosen
    • Wundheilungsstörungen
    • Knochenmarksuppression
    • Geschmackstörungen, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme
    • Diarrhö
    • Müdigkeit, Asthenie
    • Myalgien
    • Leberfunktionsstörungen bis zur Leberinsuffizienz
    • Haut: Ausschlag und Veränderung der Pigmentierung
    • Veränderung der Haarfarbe
    • Hand-Fuß-Syndrom

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Patienten über die Möglichkeit der Prophylaxe des Hand-Fuß-Syndroms informieren:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Schon beginnende Hautveränderungen dem Behandlungsteam melden
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Antazida, Säureblocker oder frei verkäufliche Mittel, welche die Magensäure neutralisieren, reduzieren die Wirkung von Pazopnanib. Der Gebrauch solcher Mittel ist mit dem Arzt zu besprechen
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in weniger als 12 Stunden einzunehmen ist: die vergessenen Tabletten auslassen. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!

Pegaspargase (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Oncaspar Durchstechflasche – Lösung zu 3750 I.E.
CH: nicht registriert
A: Oncaspar Durchstechflasche – Lösung zu 3750 I.E.

Substanzgruppe

Zytostatikum, Enzym

Wirkungsmechanismen

  • Zerstört Asparagin im Plasma; Asparagin ist eine für das Zellwachstum wichtige Aminosäure, sie kann von Leukämiezellen nicht synthetisiert werden.

  • Wegen der Pegylierung wird Pegaspargase im Körper langsamer abgebaut als Asparaginase.

Dosisbereich

2500 I.E./m2 alle 2 Wochen

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

  • Weitere Verdünnung mit Glukose 5 % oder NaCl 0,9 %

  • Nicht schütteln!

  • Lösung muss klar sein. Bei Trübung verwerfen

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • unmittelbar nach Zubereitung verwenden (es liegen keine Informationen zur Haltbarkeit vor)

Applikation

  • Wege
    • i.v., i.m.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In 100 ml Glukose 5 % oder NaCl 0,9 %während 1–2 Stunden
    • i.m.:
      • Maximal 2 ml pro Injektionsstelle! Injektionsstelle wechseln

Spezielle Hinweise

  • Risiko schwerer allergischer Reaktionen (anaphylaktischer Schock)!

  • Das Medikament darf nur verabreicht werden, falls ein Arzt rasch erreichbar ist.

  • Notfallmedikamente zur Behandlung einer Anaphylaxie müssen bereitstehen.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Allergische Reaktionen (anaphylaktischer Schock), »Spezielle Hinweise«
    • Übelkeit, Erbrechen (bei ungenügender Antiemetikagabe)
    • Fieber (2–5 Stunden nach Injektion)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Zentralnervöse Störungen:
    • Depression, Verwirrung, Agitation
    • Knochenmarktoxizität
    • Gerinnungsstörungen
    • Leberfunktionsstörungen
    • Hyperglykämie
    • Pankreatitis

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«

Pegfilgrastim (S)

Andere Bezeichnungen

PEG-rHuG-CSF

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Neulasta Fertigspritzen zu 6 mg
CH: Neulasta Fertigspritzen zu 6 mg
A: Neulasta Fertigspritzen zu 6 mg

Substanzgruppe

Zytokine, Wachstumsfaktor, G-CSF (»granulocyte-colony stimulating factor«)

Wirkungsmechanismen

G-CSF stimuliert die Bildung und Ausreifung von neutrophilen Granulozyten im Knochenmark. Aufgrund der Pegylierung (Verbindung mit dem grossen Molekül Polyethylenglykol, PEG) wird Pegfilgrastim verzögert in der Niere ausgeschieden, d. h., die Wirkungsdauer wird verlängert.

Dosisbereich

6 mg pro Chemotherapiezyklus

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
    • kann einmalig maximal 72 Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt werden

Applikation

  • Wege
    • s.c.
  • Verabreichung
    • s.c.:
      • Einmalige s.c.-Injektion von 6 mg pro Chemotherapiezyklus
      • Fertigspritze nicht schütteln!

Spezielle Hinweise

Pegfilgrastim soll nicht gleichzeitig mit einer zytostatischen Therapie verabreicht werden. Empfohlen wird die Verabreichung ca. 24 Stunden nach Ende der zytostatischen Therapie.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Hypersensitivitätsreaktion mit Hautausschlag, Urtikaria und Anaphylaxie
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Vorübergehende Knochenschmerzen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Knochenschmerzen können mit Paracetamol oder mit einem Opiat behandelt werden.
    • Die subkutane Injektion kann nach Instruktion durch den Patienten oder durch Angehörige vorgenommen werden. Information über korrekte Entsorgung der Einwegspritzen!

Pembrolizumab (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Keytruda Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 50 mg
CH: Keytruda Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 50 mg
A: Keytruda

Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 50 mg

Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg

Substanzgruppe

Monoklonaler Antikörper, Immun-Checkpoint-Hemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet als Antikörper an den PD-1-Rezeptor (»Programmed-Death-1-receptor«) auf Tumorzellen und blockiert diesen. Durch die Blockade wird die Aktivität der T-Zellen erhöht und damit die T-Zellvermittelte Antitumor-Immunantwort verstärkt.

Dosisbereich

2 mg/kg alle 2 bis 3 Wochen

Auflösung

Trockensubstanz: Die Durchstechflaschen enthalten 60 mg Pembrolizumab (10 mg Entnahmezuschlag), welche mit 2,3 ml Aqua ad inj. gelöst werden. Gelöst entsteht eine klare bis leicht opaleszente, farblose bis leicht gelbliche Lösung (Konzentration 25 mg/ml).

Gelöste Form: 100 mg/4ml (Konzentration 25 mg/ml). (0,25 ml = 6,25 mg Entnahmezuschlag pro Vial).

Verdünnung

  • Mit 50–100 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

  • Die Konzentration der verdünnten Lösung sollte zwischen 1,0 mg/ml und 10 mg/ml liegen

  • Nicht schütteln! Schaumbildung vermeiden

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank oder 6 Stunden bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v. Infusion über 30 Minuten
    • Inlinefilter verwenden (Porengröße 0,2–5 μm, z. B. PES-Membran)
    • Nach Verabreichung muss der Infusionsschlauch mit ca. 30–50 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % nachgespült werden!

Spezielle Hinweise

  • Schwere immun-vermittelte unerwünschte Reaktionen können auftreten.

  • Sie können jedes Organsystem betreffen. Am häufigsten sind: Enterocolitis, Hepatitis, Dermatitis (bis zu toxischer epidermaler Nekrolyse), Neuropathie, Pneumonitis und Endokrinopathien (z. B. Hypothyreose, Diabetes).

  • Meist treten diese unerwünschten Reaktionen während der Behandlung auf, selten auch erst Wochen bis Monate nach Therapieende. Sie werden mit Kortikosteroiden oder anderen immunsupprimierenden Medikamenten behandelt.

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen keine Informationen zu Extravasationen vor. Eine Gewebeschädigung ist allerdings nicht zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktion: selten
    • Symptome können einzeln oder kombiniert und in unterschiedlichem Schweregrad auftreten:
      • Fieber
      • Schüttelfrost
      • Blutdruckabfall
      • Nausea
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Asthenie (Müdigkeit)
    • Hautausschlag / Pruritus
    • Diarrhö
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Arthralgien und Myalgien
  • Spät (Wochen bis Monate)
    • Pneumonitis, Nephritis, Hepatitis

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!
    • Immunvermittelte unerwünschte Wirkungen:
      • Sie unterscheiden sich von denen der»Standard«-Therapien. Sie sind nicht häufig.
      • Früherfassung ist wichtig für die korrekte Behandlung
      • Die folgenden Symptome müssen sofort dem Behandlungsteam gemeldet werden. Keine Selbstbehandlung!
      • Durchfall oder Stuhlgang häufiger als»gewöhnlich«
      • Bauchschmerzen
      • Hautveränderungen wie Hautausschlag oder Pruritus
      • Atemnot
      • Neu auftretender oder Verschlimmerung eines vorbestehenden Hustens

Pemetrexed (T)

Andere Bezeichnungen

MTA

Abkürzungen:

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Alimta Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100 mg, 500 mg
CH: Alimta, Pemetrexed Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100 mg, 500 mg
Amtiris Durchstechflasche – Konzentrat zu 100 mg, 500 mg und 1000 mg
A: Alimta, Ciambra, Pemetrexed Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100 mg, 500 mg
Armisarte Durchstechflasche – Konzentrat zu 100 mg, 500 mg und 1000 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Folsäure-Antagonist)

Wirkungsmechanismen

Hemmt drei wichtige Enzyme des Zellstoffwechsels und damit die DNS-, RNS- und Eiweißsynthese.

Dosisbereich

500 mg/m2 i.v. alle 3 Wochen

Auflösung

  • Trockensubstanz
    • 100 mg Ampulle: mit 4,2 ml NaCl 0,9 %
    • 500 mg Ampulle: mit 20 ml NaCl 0,9 %
    • 1000 mg Ampulle mit 40 ml NaCl 0,9 %
    • Die Lösung ist farblos bis gelb(-grün)
  • Konzentrat:
    • gelöst
    • Eine weitere Verdünnung ist nötig!

Verdünnung

  • Trockensubstanz
    • In 100 ml NaCl 0,9 %
    • Konzentrat:
    • In 100 ml Glukose 5 % (ohne Konservierungsmittel)

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

  • Inkompatibel mit kalziumhaltigen Lösungen (z. B. Ringerlaktat).

  • Die aus Konzentrat (z. B. Amtiris, Armisarte) hergestellte Lösung ist inkompatibel mit Cisplatin. Infusionsleitungen nach der Anwendung spülen!

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • Trockensubstanz: bei Raumtemperatur
    • Konzentrat: im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments

  • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank*

  • des weiter verdünnten Medikaments
    • Trockensubstanz: 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank*
    • Konzentrat: bis 3 Tage im Kühlschrank*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In 100 ml NaCl 0,9 % während 10 min

Spezielle Hinweise

  • Bei Kombinationstherapie mit Cisplatin wird Pemetrexed vor Cisplatin verabreicht.

  • Es muss eine Pause von etwa 30 min zwischen Ende der Alimta- und Beginn der Cisplatin-Infusion eingehalten werden. Einige Institutionen verzichten – falls die erste Pemetrexed-Applikation gut ertragen wurde - auf diese Pause.

  • Zwischen der Verabreichung von Pemetrexed und Cisplatin muss unbedingt eine Spülung erfolgen.

  • Gleichzeitige Behandlung mit Vitamin B12, Folsäure und Dexamethason: Reduziert unerwünschte Wirkungen.

  • Infusionsleitung mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % vor- und nachspülen!

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Knochenmarksuppression
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Obstipation
    • Diarrhö
    • Hautausschlag
    • Müdigkeit

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Instruktion bezgl. Einnahme der Folsäure- und Dexamethason-Tabletten.

Pertuzumab (T)

Andere Bezeichnungen

rhuMAb-2C4

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Perjeta Durchstechflasche – Lösung zu 420 mg
CH: Perjeta Durchstechflasche – Lösung zu 420 mg
A: Perjeta Durchstechflasche – Lösung zu 420 mg

Substanzgruppe

Zytostatisch wirkender monoklonaler Antikörper

Wirkungsmechanismen

Monokloner Antikörper gegen den HER2 (erb2) Rezeptor des epidermalen Wachstumsfaktors auf der Zelloberfläche. Spezifische Bindung des Antikörpers (an anderer Bindungsstelle am Rezeptor als Trastuzumab), dadurch wird über verschiedene Mechanismen der Zelltod ausgelöst.

Dosisbereich

  • Erste Dosis: 840 mg (unabhängig vom Körpergewicht)

  • Folgedosis: 420 mg alle 3 Wochen (unabhängig vom Körpergewicht)

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

  • In 250 ml NaCl 0,9 %

  • Nicht schütteln, nur vorsichtig schwenken! Schaumbildung vermeiden

  • Keine Glukose 5 % verwenden!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Inkompatibel mit Glukose 5 %!

  • In bestimmten Konzentrationen kompatibel mit Trastuzumab in NaCl 0,9 %. Klinische Daten zu dieser Anwendung liegen noch nicht vor.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion
      • Erste Dosis: In 250 ml NaCl 0,9 % über 60 min.
      • Weitere Infusionen bei guter Verträglichkeit der ersten Infusion über 30-60 min.

Spezielle Hinweise

  • Nicht als i.v. Bolus verabreichen

  • Infusionsleitung mit NaCl 0,9 % vor- und nachspülen

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktionen (seltener als unter Trastuzumab)
    • Symptome können einzeln oder kombiniert und in unterschiedlichem Schweregrad auftreten):
      • Fieber, Schüttelfrost
      • Atemnot
      • Nausea
      • Pruritus, Hautausschlag
      • Husten
      • Übelkeit/Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Durchfall
    • Myalgie
    • Müdigkeit
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Herzinsuffizienz

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!

Pixantron (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Pixuvri Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 29 mg Pixantron
CH: nicht registriert
A: Pixuvri Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 29 mg Pixantron

Substanzgruppe

Zytostatikum, Anthrazyklin-ähnliche Substanz

Wirkungsmechanismen

  • Alkyliert DNS.

  • Hemmt die DNS-Synthese durch Störung der Spiralbildung (Topoisomerasehemmung).

  • Hemmt die DNS-abhängige RNS- und Eiweißsynthese.

Dosisbereich

Einzeldosis 50 mg/m2 Pixantron

Auflösung

  • In 5 ml NaCl 0,9 %

  • Das lyophilisierte Pulver sollte sich unter Schütteln in 60 Sekunden vollständig auflösen

  • Ergibt eine dunkelblaue Lösung

  • 1 ml der Lösung enthält 5,8 mg Pixantron

Verdünnung

Mit 250 ml NaCl 0,9 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur*
    • 24 Stunden im Kühlschrank*
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur*
    • 24 Stunden im Kühlschrank*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In 250 ml NaCl 0,9 % über mindestens 60 min.
      • Mit Inlinefilter: Porengröße 0,2 μm, z. B. PES-Membran (wird nicht mitgeliefert)

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation können Gewebereizung und Hautverfärbung auftreten. Eine Gewebeschädigung ist nicht zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion stoppen

  • Infusionsleitung durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Infusion am anderen Arm fortsetzen

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit und Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (besonders Neutropenie und Thrombopenie)
    • Alopezie
    • Haut- und Nagelverfärbungen
    • Blaugrün-Verfärbung des Urins, evtl. auch der Skleren
    • Mukositis
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Kardiotoxizität

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Nach Verabreichung verfärbt sich der Urin bis ca. 24 Stunden blau-grün.
    • Die Verfärbungen sind harmlos. Sie bilden sich einige Wochen nach Beendigung der Therapie zurück.

Plerixafor (S)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Mozobil Durchstechflasche – Lösung zu 24 mg
CH: Mozobil Durchstechflasche – Lösung zu 24 mg
A: Mozobil Durchstechflasche – Lösung zu 24 mg

Substanzgruppe

Immunstimulans

Wirkungsmechanismen

Führt über die Blockade eines Chemokinrezeptors zu einer Leukozytose und zu einer Vermehrung der zirkulierenden hämatopoetischen Stammzellen.

Dosisbereich

0,24 mg/kg Körpergewicht pro Tag an 2 bis 4 aufeinander folgenden Tagen

Auflösung

Gelöst (Konzentration der Lösung 20 mg/ml)

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • s.c.
  • Verabreichung
    • s.c.
      • Erste Dosis 6 bis 11 Sunden vor der Apherese

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Diarrhö
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Fatigue
    • Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle
    • Kopf- und Gliederschmerzen
    • Schwindel

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Wegen möglicher Benommenheit, Müdigkeit oder vasovagalen Reaktionen ist beim Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten

Pomalidomid (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Imnovid Kapsel zu 1 mg, 2 mg, 3 mg und 4 mg
CH: Imnovid Kapsel zu 1 mg, 2 mg, 3 mg und 4 mg
A: Imnovid Kapsel zu 1 mg, 2 mg, 3 mg und 4 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, immunmodulatorische Substanz

Wirkungsmechanismen

Bindet an ein Zelleiweiß (Cereblon). Beeinflusst so die Bildung von Zytokinen und hemmt die Proliferation von lymphatischen Zellen.

Dosisbereich

4 mg täglich an 21 von 28 Tagen

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme einmal täglich mit einem Glas Wasser, mit oder ohne Mahlzeit, immer etwa zur gleichen Uhrzeit

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Fatigue

  • Asthenie

  • Knochenmarksuppression, insbesondere Anämie und Neutropenie

  • Obstipation

  • Durchfall

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Dyspnoe

  • Luftwegsinfektionen

  • Rückenschmerzen

  • Fieber

  • Tiefe Venenthrombosen und Lungenembolien

  • Fatigue

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Pomalidomid ist stark teratogen (Missbildungen bei Einnahme während der Schwangerschaft):
      • Die Behandlung von Frauen im gebärfähigen Alter darf nur erfolgen, wenn eine konsequente Kontrazeption durchgeführt wird.
      • Vor Beginn der Therapie muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
      • Männer müssen während der Behandlungsdauer ein Kondom benutzen, wenn sie mit einer Frau im gebärfähigen Alter Geschlechtsverkehr haben.
    • Akut aufgetretene Beinschwellung oder akute Dyspnoe und Thoraxschmerzen sofort dem Arzt melden (tiefe Beinvenenthrombose und Lungenembolie).
    • Wurde die Einnahme an einem Tag vergessen, sollte die nächste Kapsel am nächsten Tag zur gewohnten Zeit in der gewohnten Dosis eingenommen werden. Zahl der eingenommenen Kapseln nicht erhöhen, um die vergessene Dosis vom Vortag nachzuholen!

Ponatinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Iclusig Tabletten zu 15 mg und 45 mg
CH: Iclusig Tabletten zu 15 mg und 45 mg
A: Iclusig Tabletten zu 15 mg und 45 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Tyrosinkinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet an die Tyrosinkinase Bcr-Abl und hemmt damit die intrazelluläre Signalübermittlung.

Dosisbereich

45 mg täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme einmal täglich, unzerkaut, mit oder ohne Mahlzeit

Spezielle Hinweise

  • Der Abbau von Ponatinib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

  • Antazida, Säureblocker oder frei verkäufliche Mittel, welche die Magensäure neutralisieren, können die Wirkung von Ponatinib reduzieren (7»Informationen für den Patienten«)

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Fatigue/Asthenie

  • Arterielle Hypertonie

  • Arterielle und venöse Thrombosen und Embolien

  • Knochenmarksuppression, insbesondere Neutropenie und Thrombozytopenie

  • Abdominalschmerzen

  • Pankreatitis

  • Obstipation/Durchfall

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Orale Mukositis

  • Kopfschmerzen

  • Dyspnoe/Husten

  • Muskel- und Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen

  • Fieber

  • Ödeme

  • Trockene Haut, Hautausschlag

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Bei Thoraxschmerzen, Dyspnoe, halbseitiger Schwäche, Sprechstörungen, Beinschmerzen oder Beinschwellung sofort beim Arzt melden (arterielle und venöse Thrombosen und Embolien)
    • Bei Gelbverfärbung der Haut oder der Skleren oder dunklem Urin sofort beim Arzt melden
    • Neu auftretende Bauchschmerzen melden
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Antazida, Säureblocker oder frei verkäufliche Mittel, welche die Magensäure neutralisieren, können die Wirkung von Ponatinib reduzieren. Von der gleichzeitigen Einnahme dieser Mittel mit Ponatinib wird deshalb abgeraten. Der Gebrauch solcher Mittel ist dem Arzt mitzuteilen. Evtl. Säureblocker am Morgen und Ponatinib vor dem Schlafengehen einnehmen.

Pralatrexat (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: nicht registriert
CH: Folotyn Durchstechflasche – Lösung zu 20 mg und 40 mg
A: nicht registriert

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Folsäure-Antagonist)

Wirkungsmechanismen

Hemmt ein wichtiges Enzym des Zellstoffwechsels und damit die DNS-, RNS- und Eiweiss-Synthese.

Dosisbereich

30 mg/m2 einmal wöchentlich für 6 Wochen, dann 1 Woche Pause (7-wöchiger Zyklus)

Auflösung

  • Gelöst

  • Klare, gelbe Lösung; bei Verfärbung oder Ausflockung verwerfen

Verdünnung

  • Wird unverdünnt verabreicht

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
    • Ungeöffnete Durchstechflaschen können einmalig aus dem Kühlschrank genommen und bis zu 120 Stunden bei bis zu 30 Grad aufbewahrt werden.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.
      • über 3–5 Minuten über den seitlichen Zugang einer intravenösen Leitung mit einer frei fliessenden NaCl-Infusion 0,9 % verabreichen

Spezielle Hinweise

  • Ohne Vorbehandlung mit Vitamin B12 und Folsäure erhöhtes Risiko von Knochenmarksuppression und Mukositis.
    • Vorbehandlung mit Vitamin B12 1 mg i.m. innerhalb von 10 Wochen vor Therapiebeginn und mit Folsäure 1 mg p.o. innerhalb von 10 Tagen vor Therapiebeginn. Ab der zweiten Dosis kann die intramuskuläre Vitamin B12-Injektion zusammen mit der Pralatrexat-Behandlung gegeben werden (alle 8–10 Wochen).
    • Die orale Behandlung mit Folsäure 1 mg täglich ist über den gesamten Behandlungszeitraum, auch im therapiefreien Intervall, fortzuführen.

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen keine Informationen zu Extravasationen vor. Eine Gewebeschädigung ist allerdings nicht zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Tumorlyse-Syndrom
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Mukositis
    • Knochenmarksuppression
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Müdigkeit
    • Epistaxis
    • Obstipation
    • Schwere kutane Nebenwirkungen (Exfoliative Dermatitis, toxische epidermale Nekrolyse)
    • Infektionen
    • Anorexie
    • Dyspnoe
    • Schmerzen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten / Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Auf die Bedeutung der konsequenten täglichen Einnahme von Folsäure hinweisen

Procarbazin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

P, PCB, PCZ

Handelsnamen und Handelsformen

D: Natulan Kapseln zu 50 mg
CH: Natulan Kapseln zu 50 mg
A: Außer Handel

Substanzgruppe

Zytostatikum, Alkylans-ähnlich

Wirkungsmechanismen

Hemmt die DNS-, RNS- und Eiweißsynthese.

Dosisbereich

50–150 mg/m2

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit
      • Langsame Dosissteigerung über 3 Tage
      • Tagesdosis kann auf einmal oder über den Tag verteilt eingenommen werden
      • Bei andauernder Übelkeit oder Erbrechen die ganze Tagesdosis vor dem Schlafengehen einnehmen

Spezielle Hinweise

  • Procarbazin hat Disulfiram (Antabus) ähnliche Wirkung: Alkoholabstinenz!

  • Procarbazin führt zu unangenehmen Reaktionen bei Einnahme von Tyramin-haltigen Speisen (7»Informationen für den Patienten«)

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit, Albträume
    • Müdigkeit
    • Hautausschlag
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Infertilität (oft irreversibel)
    • Zweittumoren

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Alkoholabstinenz (»Spezielle Hinweise«) während und bis 1 Woche nach Procarbazin-Einnahme
    • Vermeidung von Tyramin-haltigen Nahrungsmitteln während und bis 1 Woche nach Procarbazin-Einnahme. Diese führen mit Procarbazin zu unangenehmen Reaktionen mit Kopfschmerz, Herzklopfen, Übelkeit, Gesichtsrötung und Blutdruckerhöhung.
    • Folgende – und auch andere – Nahrungsmittel enthalten Tyramin:
      • Bananen
      • Würste
      • Milchprodukte: alle nicht-pasteurisierten Milchprodukte, alle Käsesorten außer Frischrahmkäse, Ricotta und Hüttenkäse

Raltitrexed (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Außer Handel
CH: Tomudex Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 2 mg
A: Tomudex Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 2 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Folsäure-Analog)

Wirkungsmechanismen

Hemmt (ähnlich wie 5-Fluorouracil) ein Enzym der Nukleotidsynthese und damit den Aufbau von DNS und RNS.

Dosisbereich

  • 3 mg/m2 alle 3 Wochen

  • Dosisreduktion bei eingeschränkter Nierenfunktion und Diarrhö (Grad 2–4)

Auflösung

  • In 4 ml Aqua pro inject. (Endkonzentration 0,5 mg/ml)

  • Bei Verbrauch des gesamten Inhalts der Durchstechflasche ist ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset möglich

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung

  • bei Raumtemperatur

  • des aufgelösten Medikaments

  • 24 Stunden im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur

  • des weiter verdünnten Medikaments

  • bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank: nicht länger als 24 Stunden

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In 50–250 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über 15 min

Spezielle Hinweise

Nicht gleichzeitig mit Calciumfolinat verabreichen.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen (kann auch verspätet auftreten, 2–3 Tage nach Infusion)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (besonders Leukopenie)
    • Diarrhö
    • Müdigkeit
    • Mukositis
    • Asthenie
    • Hautausschlag, evtl. mit Pruritus

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Anhaltenden Durchfall melden
    • Hautpflege mit Feuchtigkeits-Creme

Ramucirumab (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Cyramza Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg und 500 mg
CH: Cyramza Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg und 500 mg
A: Cyramza Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg und 500 mg

Substanzgruppe

Zytostatisch wirkender monoklonaler Antikörper

Wirkungsmechanismen

Spezifischer Antikörper, der sich an den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (VEGF 2) bindet. Blockiert dadurch nachgeordnete Signalkaskaden und somit die Bildung neuer Gefäße im Tumorgewebe.

Dosisbereich

Einzeldosis: 8 mg/kg

Auflösung

  • Gelöst

Verdünnung

  • Einem 250 ml Infusionsbeutel mit NaCl 0,9 % so viel Flüssigkeit entnehmen, wie anschließend Ramucirumab zugefügt wird, sodass ein Endvolumen von 250 ml entsteht

  • Die Konzentration der verdünnten Lösung sollte zwischen 0,4 und 4 mg/ml liegen

  • Beutel vorsichtig drehen und wenden, nicht schütteln! Schaumbildung vermeiden

  • Nicht mit Glukose 5 % verdünnen

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden

  • Nicht mit Glukose 5 % verdünnen!

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank, 4 Stunden bei Raumtemperatur*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v. Infusion über 1 Stunde
    • Inlinefilter verwenden (Porengröße 0,22 μm, z. B. PES-Membran)
    • Nicht als Bolus injizieren!

Spezielle Hinweise

  • Infusionsleitung mit NaCl 0,9 % vor- und nachspülen!

  • Selten treten bei der Verabreichung akute, infusionbedingte Reaktionen auf (7»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«). Es sind deswegen folgende Maßnahmen zu treffen:
    • Die Prämedikation mit einem Antihistaminikum vor jeder Verabreichung wird empfohlen
    • Bei Hypersensitivitätsreaktion:
      • Infusion sofort stoppen
      • Behandlung nach ärztlicher Verordnung
      • Wiederaufnahme der Ramucirumab-Infusion nach ärztlicher Verordnung, in der Regel mit halber Infusionsrate
      • Nach einer Hypersensitivitätsreaktion: bei folgenden Verabreichungen Prämedikation mit Antihistaminikum, Paracetamol und Dexamethason
    • Blutdruck vor und nach Verabreichung kontrollieren
  • Ramucirumab hemmt die Wundheilung:
    • Nach einer Operation muss vor Beginn der Therapie die Wundheilung abgeschlossen sein
    • Nach Implantation eines Port-Systems mindestens 14 Tage mit der Ramucirumab-Verabreichung zuwarten

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasationen ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktionen (selten)
      • Fieber, Schüttelfrost
      • Blutdruckabfall
      • Nausea
      • Rash (Hautrötung), Kopfschmerzen
      • Rhinitis, Bronchospasmen und Dyspnoe
    • Blutdruckanstieg, gelegentlich als hypertensive Krise
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Diarrhö
    • Nasenbluten
    • Bauchschmerzen
    • Darmperforation
    • Hypertonie

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Das zur Prophylaxe verabreichte Antihistamin verursacht Müdigkeit und beeinträchtigt dadurch kurzfristig die Fahrtüchtigkeit
    • Auf mögliche Störung der Wundheilung hinweisen:
      • Neu auftretende Bauchschmerzen sofort melden (Darmperforation?)
      • Verletzungen melden

Regorafenib (T)

Andere Bezeichnungen

BAY 73-4506

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: nicht registriert
CH: Stivarga Filmtabletten zu 40 mg
A: Stivarga Filmtabletten zu 40 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Multi-Kinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet an verschiedene Kinasen und hemmt damit die intrazelluläre Signalübermittlung.

Dosisbereich

160 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Die Einnahme der gesamten Dosis sollte einmal täglich mit einer fettarmen Mahlzeit, zum Beispiel dem Frühstück, erfolgen

Spezielle Hinweise

  • Der Abbau von Regorafenib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

  • In Hinblick auf mögliches Hand-Fuß-Syndrom:
    • Haut untersuchen, besonders an Stellen, an denen sich eine Hyperkeratose (Hornhaut, Hühneraugen) bilden kann.
    • Ausgeprägte, bestehende Hornhaut an Händen und Füßen evtl. von einer Fachperson entfernen lassen

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Kraftlosigkeit und Müdigkeit

  • Verminderter Appetit und Gewichtsabnahme

  • Hand-Fuß-Syndrom
    • Leicht: Taubheitsgefühl, Kribbeln, schmerzlose Schwellung und/oder Rötung an Händen und Füßen (vor allem Handinnenflächen und Fußsohlen)
    • Mittelschwer: Schmerzhafte Rötung und Schwellung mit Behinderung beim Gebrauch der Hände und Füße
    • Schwer: Blasenbildung, evtl. mit Ulzeration, mit starken Schmerzen an Händen und/oder Füßen
  • Durchfall

  • Orale Mukositis

  • Hautausschlag

  • Infektionen

  • Bauchschmerzen

  • Arterielle Hypertonie

  • Heiserkeit

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Patienten über die Möglichkeit der Prophylaxe des Hand-Fuß-Syndroms informieren: Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Bei anhaltender Durchfall melden oder verordnete Medikamente einnehmen
      • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen: Die vergessenen Tabletten sollen nicht nachträglich eingenommen werden. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit in der gewohnten Dosis einnehmen.

Ribociclib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Kisqali* Tabletten zu 200 mg
CH: Kisqali* Tabletten zu 200 mg
A: Kisqali* Tabletten zu 200 mg

* Nicht registriert, Zulassung wird 2017 erwartet

Substanzgruppe

Zytostatikum, Kinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Aktivität der Zyklin-abhängigen Kinasen CDK4 und 6 im Zellkern und blockiert damit den Zellzyklus im Übergang von der G1- zur S-Phase.

Dosisbereich

600 mg täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • Einnahme einmal täglich, immer etwa zur selben Uhrzeit, mit oder ohne Mahlzeit

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Ribociclib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit und Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (Anämie, Neutropenie)
    • Hautreaktionen: Rash und Pruritus
    • Haarveränderungen:
      • Alopezie (wenig ausgeprägt)
      • Veränderungen der Haarstruktur oder -Farbe: Haare teilweise dünner und/oder depigmentiert (grau)
    • Diarrhö

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Der Haarausfall ist nur in seltenen Fällen so ausgeprägt, dass er von Fremdpersonen bemerkt wird.
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Die vergessenen Tabletten nicht nachträglich einnehmen. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit in der gewohnten Dosis einnehmen.
    • Bei Erbrechen nach Einnahme des Medikaments:
      • Bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weiteren Tabletten einnehmen.

Rituximab (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

R

Handelsnamen und Handelsformen

D: MabThera, Rixathon*, Truxima* Durchstechflasche – Lösung (Konzentrat) zu 100 mg und 500 mg zur i.v.-Verabreichung
MabThera SC Durchstechflasche – Lösung zu 1400 mg zur s.c.-Verabreichung
CH: MabThera Durchstechflasche – Lösung (Konzentrat) zu 100 mg und 500 mg
MabThera subkutan Durchstechflasche – Lösung zu 1400 mg zur s.c.-Verabreichung
A: MabThera, Rixathon*, Truxima* u.a. Durchstechflasche – Lösung (Konzentrat) zu 100 mg und 500 mg zur i.v.-Verabreichung
MabThera SC Durchstechflasche – Lösung zu 1400 mg zur s.c.-Verabreichung

Substanzgruppe

Zytostatisch wirkender monoklonaler Antikörper

Wirkungsmechanismen

Antikörper gegen ein Eiweiß (CD20), das sich auf der Zelloberfläche von normalen und malignen B-Lymphozyten findet. Durch die Bindung des Antikörpers an dieses Eiweiß wird die Zerstörung der CD20-positiven B-Lymphozyten ausgelöst.

Dosisbereich

  • i.v.: 375–500 mg/m2

  • s.c.:1400 mg (unabhängig von Körperoberfläche)

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

  • Für i.v.-Infusion:
    • Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %, Endkonzentration von 1–4 mg/ml
    • Nicht schütteln! Schaumbildung vermeiden
    • Bei Verbrauch des gesamten Inhalts der Durchstechflasche ist ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset möglich
  • Für s.c.-Injektion: keine Verdünnung

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
  • des weiter verdünnten Medikaments zur i.v. Infusion
    • 12 Stunden bei Raumtemperatur*
    • 24 Stunden im Kühlschrank*
  • des Medikaments zur s.c.-Injektion
    • Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel unmittelbar nach dem Aufziehen in die Injektionsspritze verwendet werden*.

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
    • s.c.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • Mit Infusor (»Spezielle Hinweise«)

Spezielle Hinweise zur intravenösen Verabreichung

  • Etikette der Durchstechflasche überprüfen, um sicherzustellen, dass die korrekte Darreichungsform (nicht subkutan) gemäß Verschreibung verabreicht wird.

  • Wegen der häufigen akuten, infusionbedingten Reaktionen (7»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«) sind bei der intravenösen Verabreichung folgende Maßnahmen zu treffen: Die erste Infusion sollte in einer Umgebung verabreicht werden, in der Reanimationsmaßnahmen unverzüglich vorgenommen werden können:
    • Bei Risikopatienten wird vor Therapiebeginn eine Hydrierung gemäß ärztlicher Verordnung durchgeführt
    • 30–60 min vor jeder Rituximab-Infusion Prämedikation mit Paracetamol und einem Antihistaminikum
    • NaCl 0,9 % Infusion und Medikamente für die Behandlung einer Überempfindlichkeitsreaktion nach ärztlicher Verordnung bereitstellen (z. B. Clemastin-Amp. 2,0 mg, Epinephrin-Amp. 1:1000 1 ml, Methylprednisolon-Amp. 125 mg, Salbutamol zur Inhalation)
    • Überwachung des Patienten:
    • Bei erster Infusion Vitalzeichen: Ausgangswert, dann während der ersten Stunde viertelstündlich, während der zweiten Stunde halbstündlich, dann bis zum Infusionsende stündlich
    • Bei Folgeinfusionen: nach ärztlicher Verordnung
    • Infusionsraten:
    • Erste Infusion:
      • Infusionsgeschwindigkeit während der ersten Stunde: 50 ml/h
      • Bei Ausbleiben einer Überempfindlichkeitsreaktion kann die Infusionsgeschwindigkeit stufenweise alle 30 min um 50 ml/h gesteigert werden, bis auf einen Höchstwert von 400 ml/Stunde
      • Bei Risikopatienten (z. B. mit hoher Tumorlast) muss die Infusionsrate nach ärztlicher Verordnung angepasst werden
    • Weitere Infusionen:
      • Bei guter Verträglichkeit der Erstinfusion können nachfolgende Infusionen mit einer Geschwindigkeit von 100 ml/h begonnen werden
      • Stufenweise alle 30 min um 100 ml/h steigern, bis auf einen Höchstwert von 400 ml/h
    • Kürzere Infusionszeiten von 60–90 Minuten (»Rapid Infusion«) zeigten im Rahmen von Studien eine gute Verträglichkeit
    • Bei infusionsbedingten Reaktionen:
      • Infusion sofort stoppen
      • Behandlung nach ärztlicher Verordnung
      • Wiederaufnahme der Rituximab-Infusion nach ärztlicher Verordnung, in der Regel mit der Hälfte der vor der Reaktion erreichten Infusionsrate.

Spezielle Hinweise zur subkutanen Verabreichung

  • Etikette der Durchstechflasche überprüfen, um sicherzustellen, dass die korrekte Darreichungsform (subkutan) gemäß Verschreibung verabreicht wird.

  • Vor Beginn der Behandlung mit der subkutanen Darreichungsform muss der Patient zuvor eine vollständige Dosis als intravenöse Infusion erhalten haben. Das heißt, dass eine Umstellung auf die subkutane Verabreichung erst im zweiten oder in darauffolgenden Behandlungszyklen erfolgen kann.

  • Die subkutane Injektion erfolgt über einen Zeitraum von etwa 5 Minuten in die Bauchhaut.

  • Die Injektionsnadel darf erst kurz vor der Anwendung auf die Spritze gesetzt werden, um ein Verstopfen der Nadel zu vermeiden.

  • Die Injektion darf nicht in Stellen erfolgen, an denen die Haut gerötet, verletzt, empfindlich oder verhärtet ist, oder in Leberflecken oder Narben.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktion (bei einer Mehrzahl der Patienten treten insbesondere während der ersten Infusion sog. infusionsbedingte Reaktionen auf, Symptome können einzeln oder kombiniert und in unterschiedlichem Schweregrad auftreten):
      • Fieber, Schüttelfrost
      • Blutdruckabfall
      • Nausea
      • Kopfschmerzen
      • Zungen- und Halsschwellung (angioneurotisches Ödem)
      • Urtikaria
      • Rhinitis
      • Bronchospasmen und Dyspnoe
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Myalgien, Arthralgien
    • Müdigkeit

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer infusionsbedingten Reaktion sofort melden!
    • Das zur Prophylaxe verabreichte Antihistamin verursacht Müdigkeit und beeinträchtigt dadurch kurzfristig die Fahrtüchtigkeit
    • Auf die lange Dauer der Rituximab-Infusion (mehrere Stunden), vor allem bei der ersten Gabe, hinweisen; bei ambulanten Patienten die vorgesehene Therapiedauer angeben und evtl. empfehlen, eine Zwischenverpflegung mitzubringen

Romiplostim (S)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Nplate Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 250 μg (mit 50 % Entnehmbarkeitszuschlag) und 500 μg (mit 25 % Entnehmbarkeitszuschlag) – jeweils ohne oder mit Lösungsmittel und Rekonstitutionskit
CH: Nplate Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 250 μg (mit 50 % Entnehmbarkeitszuschlag) und 500 μg (mit 25 % Entnehmbarkeitszuschlag) – jeweils mit Lösungsmittel und Rekonstitutionskit
A: Nplate Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 250 μg (mit 50 % Entnehmbarkeitszuschlag) und 500 μg (mit 25 % Entnehmbarkeitszuschlag) – jeweils mit Lösungsmittel und Rekonstitutionskit

Substanzgruppe

Thrombopoetin-Rezeptoragonist

Wirkungsmechanismen

Steigert die Bildung von Thrombozyten durch Bindung an den Thrombopoetin-Rezeptor.

Dosisbereich

  • Initialdosis: 1 μg/kg Körpergewicht einmal wöchentlich

  • Maximale Dosis:10 μg/kg Körpergewicht einmal wöchentlich

Auflösung

  • Für die Auflösung nur Spritzen mit einer kleinen (0,01 ml) Skalierung verwenden
    • 250 μg in 0,72 ml des mitgelieferten Lösungsmittels resp. Aqua pro inject. (1 ml der Lösung enthält 500 μg Wirkstoff)
    • 500 μg in 1,2 ml des mitgelieferten Lösungsmittels resp. Aqua pro inject. (1 ml der Lösung enthält 500 μg Wirkstoff)
  • Vorsichtig schwenken, nicht schütteln

  • Die vollständige Auflösung des Pulvers kann 2 Minuten dauern

Spezielle Hinweise

  • Zur Zubereitung und Verabreichung von Romiplostim mit Lösungsmittel und Rekonstitutionskit findet sich eine ausführliche Beschreibung in der Packungsbeilage.

  • Alle Ampullen enthalten einen Entnehmbarkeitszuschlag.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden

  • Für die Rekonstitution der Trockensubstanz nur mitgeliefertes Lösungsmittel oder Aqua pro inject. verwenden

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • Trockensubstanz: im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur vor Licht geschützt oder im Kühlschrank (in Originalampulle)

Applikation

  • Wege
    • s.c.
  • Verabreichung
    • s.c.-Injektion

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Arthralgie
    • Schwindel
    • Kopfschmerzen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Nach Absetzen der Therapie können die Thrombozyten wieder auf den Ausgangswert abfallen. Es besteht dann evtl. erneut eine erhöhte Blutungsneigung.
    • Die subkutane Injektion kann nach Instruktion auch durch den Patienten oder durch Angehörige vorgenommen werden: Information über die Anwendung des Rekonstitutionskits und die korrekte Entsorgung des Materials!

Ruxolitinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Jakavi Tabletten zu 5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg
CH: Jakavi Tabletten zu 5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg
A: Jakavi Tabletten zu 5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Kinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Das Enzym JAK (Janus Kinase) spielt eine Rolle bei der Signalübermittlung von Wachstumsfaktoren. Mutationen von JAK, z. B. in Vorläuferzellen der Blutbildung, können zu gesteigerter Zellteilung führen. Ruxolitinb hemmt die Aktivität von JAK.

Dosisbereich

30–50 mg pro Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • nach dem ersten Öffnen
    • einen Monat haltbar

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Tagesdosis auf zwei Einzeldosen aufgeteilt einnehmen (morgens und abends), immer etwa zur gleichen Uhrzeit
      • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Ruxolitinib wird durch Inhaltsstoffe des Johanniskrauts und der Grapefruit beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression, vor allem Anämie und Thrombozytopenie
    • Hautblutungen
    • Durchfall
    • Kopfschmerzen
    • Schwindel

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Starke Kopfschmerzen oder Schwindel melden!
    • Während der Behandlung keine Grapefruit- und Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Wenn die Einnahme des Medikaments vergessen wurde:
      • Die vergessenen Tabletten dürfen nicht nachträglich eingenommen werden. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit in der gewohnten Dosis einnehmen.

Siltuximab (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Sylvant Durchstechflasche – Konzentrat zu 100 mg und 400 mg
CH: Sylvant Durchstechflasche – Konzentrat zu 100 mg und 400 mg
A: Sylvant Durchstechflasche – Konzentrat zu 100 mg und 400 mg

Substanzgruppe

Monoklonaler Antikörper, Interleukin-Inhibitor

Wirkungsmechanismen

Bindet an Interleukin-6 und verhindert so die Bindung von Interleukin-6 an seinen Rezeptor. Dadurch wird die Auslösung einer Entzündungsreaktion verhindert.

Dosisbereich

11 mg/kg alle 3 Wochen

Auflösung

  • Durchstechflaschen vor Auflösung 30 Minuten lang auf Raumtemperatur aufwärmen.

  • 100 mg Vial mit 5.2 ml Aqua ad inject. auflösen: Endkonzentration: 20 mg/ml.

  • 400 mg Vial mit 20.0 ml Aqua ad inject. auflösen: Endkonzentration: 20 mg/ml.

  • Rekonstituierte Durchstechflaschen vorsichtig schwenken; nicht schütteln oder mixen oder stark verwirbeln.

  • Den Inhalt nicht herausnehmen, bis das Lyophilisat vollständig aufgelöst ist; das Lyophilisat sollte sich in weniger als 60 Minuten auflösen.

  • Nach vollständiger Auflösung unverzüglich weiterverdünnen!

  • Nicht verwenden, wenn die Lösung trüb ist oder Fremdpartikel und/oder Verfärbungen aufweist.

Verdünnung

Einem 250 ml Infusionsbeutel mit Glukose 5 % so viel Flüssigkeit entnehmen, wie anschließend Siltuximab zugefügt wird, sodass ein Endvolumen von 250 ml entsteht.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des gelösten Lyophilats
    • maximal 2 Stunden bei Raumtemperatur. Nicht im Kühlschrank lagern!
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • nicht länger als 6 Stunden bei Raumtemperatur. Nicht im Kühlschrank lagern!

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v. Infusion über 1 Stunde
    • Inline-Filter verwenden (Porengröße 0,2 μm, z. B. PES-Membran)
    • Nicht als Bolus injizieren!

Spezielle Hinweise

  • Siltuximab kann Symptome einer akuten Entzündung maskieren, sowie unter anderem Fieber und den Anstieg von Akutphase-Proteinen (wie z. B. CRP) unterdrücken.

  • Patienten sollten engmaschig überwacht werden, um schwere Infektionen frühzeitig zu erkennen.

  • Bei einer schweren Infektion sollte die Therapie unterbrochen werden.

  • Selten treten bei der Verabreichung akute, infusionbedingte Reaktionen auf (7»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«).
    • Blutdruck vor und nach Verabreichung kontrollieren
    • Bei infusionsbedingter Reaktion:
      • Infusion sofort stoppen
      • Behandlung nach ärztlicher Verordnung
      • Wiederaufnahme der Siltuximab-Infusion nach ärztlicher Verordnung, in der Regel mit der Hälfte der vor der Reaktion erreichten Infusionsrate.
      • Nach einer infusionsbedingten Reaktion: Bei folgenden Verabreichungen Prämedikation mit Antihistaminikum, Paracetamol und ev. Dexamethason
    • Nach einer schweren Infusionsreaktion oder einer Anaphylaxie sollte die Therapie abgebrochen werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Es liegen keine Informationen zu Extravasationen vor. Eine Gewebeschädigung ist allerdings nicht zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden)
    • Infusionsreaktionen und Überempfindlichkeit (Anaphylaxie) (selten)
      • Fieber, Schüttelfrost
      • Blutdruckabfall
      • Nausea
      • Rash (Hautrötung), Kopfschmerzen
      • Rhinitis, Bronchospasmen und Dyspnoe
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Infektionen der oberen Atemwege, Pneumonie
    • Sepsis
    • Hautreaktionen
      • Juckreiz
      • Makulopapulöses Exanthem
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Erhöhtes Risiko für gastrointestinale Perforation

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Fieber oder Verschlechterung des Allgemeinzustandes dem Behandlungsteam melden.
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«

Sonidegib

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Odomzo Kapsel zu 200 mg
CH: Odomzo Kapsel zu 200 mg
A: Odomzo Kapsel zu 200 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Hemmstoff des Hedgehog-Signalwegs

Wirkungsmechanismen

Der Hedgehog-Signalweg spielt im Zellstoffwechsel eine wichtige Rolle für die Regulation des normalen Wachstums und der embryonalen Entwicklung. Bei zahlreichen bösartigen Tumoren ist die Signalübermittlung im Hedgehog-Signalweg überaktiviert. Sonidegib hemmt diese Überaktivierung.

Dosisbereich

200 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung

  • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege

  • p.o.

  • Verabreichung

  • Einmal täglich zwei Stunden nach oder mindestens eine Stunde vor einer Mahlzeit, immer etwa zur selben Uhrzeit

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Sonedigib wird durch Inhaltsstoffe des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit/Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Verminderter Appetit
    • Gewichtsverlust
    • Fatigue
    • Dysgeusie
    • Kopfschmerzen
    • Diarrhö
    • Alopezie (meist wenig ausgeprägt, bei etwa 10% der Pat. deutlich sichtbar)
    • Pruritus
    • Muskelkrämpfe, Myalgie, Muskelschwäche
    • Amenorrhö (selten)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Kapseln: bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weiteren Kapseln einnehmen.
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn der Zeitpunkt der vergessenen Einnahme weniger als 6 Stunden zurückliegt: Kapseln einnehmen, sobald der Patient sich daran erinnert. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit einnehmen.
      • Wenn der Zeitpunkt der vergessenen Dosis mehr als 6 Stunden zurückliegt: Die vergessenen Kapseln auslassen. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!
    • Während der Behandlung keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Sonidegib ist mit einem hohen teratogenen Risiko verbunden:
      • Die Behandlung von Frauen im gebärfähigen Alter darf deshalb nur erfolgen, wenn eine konsequente Kontrazeption während und bis 20 Monate nach Absetzen der Behandlung durchgeführt wird.
      • Bei Männern, die mit Sonidegib behandelt werden, kann das Medikament in die Samenflüssigkeit übergehen. Männer müssen deshalb während und bis 6 Monate nach Absetzen der Behandlung konsequent ein Kodom benutzen, auch wenn sie vasektomiert sind.

Sorafenib (T)

Andere Bezeichnungen

BAY 43-9006

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Nexavar Filmtabletten zu 200 mg
CH: Nexavar Filmtabletten zu 200 mg
A: Nexavar Filmtabletten zu 200 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Multikinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Blockiert das Enzym Tyrosinkinase an Rezeptoren verschiedener Wachstumsfaktoren sowie andere Enzyme der intrazellulären Signalübermittlung. Hemmt dadurch die Übermittlung von Signalen in den Zellkern.

Dosisbereich

800 mg täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme zweimal täglich, 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach dem Essen oder zusammen mit einer leichten, fettarmen Mahlzeit

Spezielle Hinweise

  • Der Abbau von Sorafenib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

  • In Hinblick auf möglichen Hautausschlag:
    • Der Zustand der Haut sollte vor Therapiebeginn erfasst werden.
  • In Hinblick auf mögliches Hand-Fuß-syndrom:
    • Haut untersuchen, besonders an Stellen, an denen sich eine Hyperkeratose (Hornhaut, Hühneraugen) bilden kann.
    • Ausgeprägte, bestehende Hornhaut an Händen und Füßen evtl. von einer Fachperson entfernen lassen.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen (gering)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hautausschlag: Rötung und Schuppung im Gesicht und auf der behaarten Kopfhaut, ev. mit Blasenbildung, oft begleitet von Missempfindungen im Bereich der Kopfhaut
    • Hand-Fuß-Syndrom:
      • Leicht: Taubheitsgefühl, Kribbeln, schmerzlose Schwellung und/oder Rötung an Händen und Füßen (vor allem Handinnenflächen und Fußsohlen)
      • Mittelschwer: Schmerzhafte Rötung und Schwellung mit Behinderung beim Gebrauch der Hände und Füße
      • Schwer: Blasenbildung, evtl. mit Ulzeration, mit starken Schmerzen an Händen und/oder Füßen
    • Hypertonie
    • Angina pectoris, Herzinfarkt
    • Diarrhö
    • Müdigkeit
    • Haarausfall (partiell)
    • Nagelveränderungen (Splitterblutungen)
    • Erhöhte Blutungsneigung (gefäßbedingt)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Patienten über die Möglichkeit der Prophylaxe des Hand-Fuß-Syndroms informieren: Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen.
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Wenn die Einnahme des Medikaments vergessen wurde:
      • Die vergessenen Tabletten dürfen nicht nachträglich eingenommen werden. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit in der gewohnten Dosis einnehmen.

Sunitinib (T)

Andere Bezeichnungen

SU11248

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Sutent Kapseln zu 12,5 mg, 25 mg, 50 mg
CH: Sutent Kapseln zu 12,5 mg, 25 mg, 50 mg
A: Sutent Kapseln zu 12,5 mg, 25 mg, 50 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Multikinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Blockiert das Enzym Tyrosinkinase an Rezeptoren verschiedener Wachstumsfaktoren und hemmt dadurch die Übermittlung von Signalen in den Zellkern.

Dosisbereich

37,5–50 mg täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.: Einnahme einmal täglich: Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Spezielle Hinweise

  • Der Abbau von Sunitinib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

  • In Hinblick auf mögliches Hand-Fuß-Syndrom:
    • Haut untersuchen, besonders an Stellen, an denen sich eine Hyperkeratose (Hornhaut, Hühneraugen) bilden kann.
    • Ausgeprägte, bestehende Hornhaut an Händen und Füßen evtl. von einer Fachperson entfernen lassen.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen (gering)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hautveränderungen:
      • Ausschlag
      • Hauttrockenheit
      • Gelbe Verfärbung der Haut, reversibel (kein Ikterus: gelbe Eigenfarbe des Medikaments)
    • Hand-Fuß-Syndrom:
      • Leicht: Taubheitsgefühl, Kribbeln, schmerzlose Schwellung und/oder Rötung an Händen und Füßen (vor allem Handinnenflächen und Fußsohlen)
      • Mittelschwer: Schmerzhafte Rötung und Schwellung mit Behinderung beim Gebrauch der Hände und Füße
      • Schwer: Blasenbildung, evtl. mit Ulzeration, mit starken Schmerzen an Händen und/oder Füßen
    • Depigmentierung der Haare (Grauverfärbung), reversibel
    • Nagelveränderungen (Splitterblutungen unter den Fingernägeln)
    • Knochenmarksuppression (vor allem Thrombopenie und Neutropenie)
    • Diarrhö
    • Orale Mukositis
    • Geschmacksstörungen
    • Oedem
    • Hypertonie
    • Kardiotoxizität
    • Müdigkeit und Asthenie
    • Myalgie und Arthralgie
    • Dysgeusie

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Die gelbe, durch die Eigenfarbe des Medikaments bedingte Verfärbung der Haut und des Urins ist harmlos und reversibel.
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Patienten über die Möglichkeit der Prophylaxe des Hand-Fuß-Syndroms informieren: Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Wenn die Einnahme des Medikaments vergessen wurde: Die vergessenen Kapseln dürfen nicht nachträglich eingenommen werden. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit in der gewohnten Dosis einnehmen.

Talimogen laherparepvec (T)

Andere Bezeichnungen

T-VEC

Abkürzungen

T-VEC

Handelsnamen und Handelsformen

D: Imlygic

Durchstechflasche – Lösung zu 106

(1 Million) und 108 (100 Millionen) PFU (plaque forming units)

CH: Imlygic

Durchstechflasche – Lösung zu 106

(1 Million) und 108 (100 Millionen) PFU (plaque forming units)

A: Imlygic

Durchstechflasche – Lösung zu 106

(1 Million) und 108 (100 Millionen) PFU (plaque forming units)

Substanzgruppe

Immunstimulans; gentechnisch verändertes Virus

Wirkungsmechanismen

Talimogen laherparepvec ist ein abgeschwächtes Herpes simplex-Virus Typ 1 (HSV-1). Es ist gentechnisch so verändert, dass es den humanen Granulozyten-Makrophagen-koloniestimulierenden Faktor (GM-CSF) produziert. Das in den Tumor injizierte Virus führt zum Absterben von Tumorzellen. Die dabei freigesetzten Tumorantigene lösen – unterstützt durch das vom Virus produzierte GM-CSF – eine gegen den Tumor gerichtete Immunantwort aus.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament enthält abgeschwächte, aber noch immer infektiöse Herpes simplex Viren (HSV-1).

  • Während der Vorbereitung und der Anwendung sind deshalb – entsprechend den lokalen Vorschriften für den Umgang mit infektiösen Materialien – Schutzmaßnahmen zu treffen und die Patienten zu instruieren (unten: »Informationen für den Patienten«).

  • Im Fall einer unbeabsichtigten berufsbedingten Exposition während der Vorbereitung oder Anwendung (z. B. durch Spritzen in die Augen oder auf Schleimhäute) mindestens 15 Minuten mit klarem Wasser spülen. Im Falle einer Exposition verletzter Haut oder eines Nadelstichs die betroffene Stelle gründlich mit Seife und Wasser und/oder Desinfektionsmittel reinigen.

  • Verschüttetes Medikament mit einem viruziden Mittel (z. B. 1% Javelwasser) und saugstarkem Material aufnehmen.

Dosisbereich

  • Bei der ersten Anwendung maximal 4 ml zu 106 PFU (plaque forming units), bei den weiteren Anwendungen maximal 4 ml zu 108 PFU.

  • Nach der ersten Anwendung drei Wochen warten, dann alle zwei Wochen.

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

nicht verdünnen!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung

  • bei -90°C bis -70°C (!)

  • des aufgetauten Medikaments

Maximale Aufbewahrungszeit für das aufgetaute Medikament in einer Spritze
10 6 (1 Million) PFU/ml 10 8 (100 Millionen) PFU/ml
Im Kühlschrank (2 °C bis 8 °C) 8 Stunden 16 Stunden
Raumtemperatur (bis zu 25 °C) 2,5 Stunden 4 Stunden
Maximale kumulative Aufbewahrungszeit (Aufbewahrungszeit in der Durchstechflasche zuzüglich der Aufbewahrungszeit in der Spritze) für das aufgetaute Medikament
10 6 (1 Million) PFU/ml 10 8 (100 Millionen) PFU/ml
Im Kühlschrank (2 °C bis 8 °C) 31 Stunden 6 Wochen (42 Tage)
Raumtemperatur (bis zu 25 °C) 17 Stunden 85 Stunden

Spezielle Hinweise zum Auftauen und zur Lagerung

  • Gefrorene Imlygic-Durchstechflaschen vor der Anwendung bei Raumtemperatur (20 °C bis 25 °C) auftauen, bis das Medikament flüssig ist (ca. 30 Minuten). Behutsam schwenken. Nicht schütteln!

  • Durchstechflaschen in der Originalpackung auftauen und anschließend lagern, um den Inhalt so vor Licht zu schützen.

  • Das Medikament darf, nachdem es einmal aufgetaut wurde, nicht wieder eingefroren werden.

Applikation

  • Wege
    • Intraläsional
  • Verabreichung
    • als intraläsionale Injektion in kutane, subkutane und/oder nodale Tumorläsionen, die sichtbar, tastbar oder per Ultraschallkontrolle nachweisbar sind

Spezielle Hinweise zur intraläsionalen Verabreichung

Vor der Injektion

  • Die Injektionsstelle kann mit einem Lokalanästhetikum behandelt werden. Injizierbare Anästhetika dürfen in die Umgebung der Läsion, nicht aber direkt in die Läsion injiziert werden.

  • Die Läsion und die umgebenden Bereiche mit einem Alkoholtupfer reinigen und trocknen lassen.

Injektion

  • Pro Läsion von einer einzigen Einstichstelle aus das Medikament fächerförmig injizieren, um eine gleichmäßige und vollständige Verteilung innerhalb der Läsion zu erreichen.

  • Details siehe Fachinformation

Nach der Injektion

  • Mit sterilem Verbandstoff für mindestens 30 Sekunden Druck auf die Injektionsstelle ausüben.

  • Die Injektionsstelle und ihre Umgebung mit Alkohol abwischen.

  • Handschuhe wechseln.

  • Die injizierte Läsion mit einer saugfähigen Kompresse und einem trockenen, nach Möglichkeit luft- und wasserdichten Okklusivverband abdecken.

  • Alle Materialien, die mit dem Medikament in Kontakt gekommen sind (z. B. Durchstechflasche, Spritze, Nadel, Watte, Verbandstoff) entsprechend den lokalen Vorschriften entsorgen.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Grippe-ähnliche Symptome:
      • Fieber, Schüttelfrost
      • Kopfschmerzen
      • Fatigue
      • Myalgien und Arthralgien
      • Übelkeit und Erbrechen
    • Die Symptome können einzeln oder kombiniert auftreten.
    • Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Entzündung)
    • Durchfall
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Gewichtsabnahme
    • Zellulitis an der Injektionsstelle (nach Ulzeration von Tumorgewebe)
    • Herpes-Infektionen (selten): Herpes labialis, Stomatitis, Keratitis
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Immunvermittelte Reaktionen (v. a. Vitiligo)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Information darüber, dass es sich bei dem Medikament um ein abgeschwächtes, aber noch immer infektiöses Herpes-Virus handelt.
    • Um das Risiko einer viralen Übertragung zu minimieren, sollten Patienten die Injektionsstelle für mindestens 8 Tage nach der letzten Behandlung oder, falls die Injektionsstelle nässt, für längere Zeit abdecken.
    • Instruktion der Patienten oder ihrer Betreuer über das korrekte Anlegen der Verbände.
    • Benutzte Verbände und Reinigungsmaterial sollen zu Hause in einem verschließbaren Plastikbeutel mit dem Haushaltsabfall entsorgt werden.

Tamoxifen (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

TAM

Handelsnamen und Handelsformen

D: Tamoxifen Tabletten zu 20 mg
CH: Nolvadex, Tamec, Tamoxifen Tabletten zu 10 mg und 20 mg
A: Nolvadex, Tamoxifen, Ebefen Tabletten zu 20–40 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, nicht-steroidales Anti-Östrogen

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Bindung von Östrogen an Östrogenrezeptoren und unterdrückt damit das östrogenabhängige Tumorwachstum.

Dosisbereich

20–40 mg/Tag (in der Regel 20 mg/Tag)

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hitzewallungen
    • Wasserretention, Ödeme
    • Arthralgien
    • Thrombosen, Embolien
    • Hyperkalzämie (zu Beginn der Behandlung bei Patientinnen mit Knochenmetastasen)
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Fluor
    • Vaginale Blutungen
    • Thrombopenie
    • Veränderungen des Endometriums inkl. Endometriumkarzinom

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Bei Therapiebeginn können Skelettmetastasen vorübergehend vermehrt Schmerzen verursachen
    • Abnorme vaginale Blutungen melden
    • Medikamente gegen Hitzewallungen sollten ärztlich verordnet werden; sie können die gewünschte Wirkung desTamoxifens vermindern

Tegafur/Gimeracil/Oteracil (T)

Andere Bezeichnungen

S-1

Abkürzungen

S-1

Handelsnamen und Handelsformen

D: Teysuno

Kapseln. Jede enthält 15 mg Tegafur; 4,35 mg Gimeracil und 11,8 mg Oteracil

Kapseln. Jede enthält 20 mg Tegafur; 5,8 mg Gimeracil und 15,8 mg Oteracil

CH: nicht registriert
A: Teysuno

Kapseln: Jede enthält 15 mg Tegafur; 4,35 mg Gimeracil und 11,8 mg Oteracil

Kapseln: Jede enthält 20 mg Tegafur; 5,8 mg Gimeracil und 15,8 mg Oteracil

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Pyrimidin-Analog)

Wirkungsmechanismen

Tegafur ist zytostatisch inaktiv. Es wird erst im Körper enzymatisch zum Zytostatikum 5-Fluorouracil umgewandelt. 5-Fluorouracil hemmt die Synthese von DNS und RNS. Teysuno enthält als weitere aktive Substanzen die Enzymhemmer Gimeracil und Oteracil. Gimeracil hemmt den Abbau von 5-Fluorouracil und verlängert dadurch dessen Wirkung. Oteracil vermindert die Wirkung von 5-Fluorouracil in der Schleimhaut von Magen und Darm und reduziert dadurch die Schleimhaut-Toxizität in diesen Organen.

Dosisbereich

25 mg/m2 (angegeben als Tegafur-Gehalt) morgens und abends während 3 Wochen

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme zweimal täglich nüchtern (morgens und abends), mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach dem Essen

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Diarrhö
    • Knochenmarksuppression
    • Anorexie
    • Augen: vermehrter Tränenfluss, trockene Bindehaut
    • Hautveränderungen: Hyperpigmentation, Photosensitivität, Hand-Fuß-Syndrom (selten)
    • Orale Mukositis
    • Geschmackveränderungen
    • Asthenie
    • Spät (Wochen bis Monate)
  • Augen: Stenose des Tränenkanals

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:

  • Vor starker Sonnenexposition schützen (Photosensitivität)

  • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen

Temozolomid (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

TMZ

Handelsnamen und Handelsformen

D:

Temodal,

Temozolomid, Temomedac

Kapseln zu 5 mg, 20 mg, 100 mg, 140 mg, 180 mg 250 mg

Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100 mg

CH:

Temodal,

Temozolomid

Kapseln zu 5 mg, 20 mg, 100 mg, 140 mg, 180 mg 250 mg

Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100 mg

A:

Temodal,

Temozolomid

Kapseln zu 5 mg, 20 mg, 100 mg, 140 mg, 180 mg 250 mg

Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Alkylans

Wirkungsmechanismen

  • Temozolomid ist eine inaktive Pro-Drug und wird erst im Körper zu Metozolomid, einem zytostatisch aktiven Stoffwechselprodukt, umgewandelt.

  • Hemmt die DNS-Synthese.

Dosisbereich

  • 150–200 mg/m2 täglich während 5 Tagen, alle 4 Wochen

  • 75 mg/m2 täglich, gleichzeitig mit Radiotherapie

Die Dosis sollte auf die nächsten 5 mg auf- oder abgerundet werden.

Auflösung

  • In 41 ml Aqua pro inject.

  • Schwenken, nicht schütteln

  • Die hergestellte Lösung enthält 2,5 mg/ml Temozolomid

  • Die verordnete Gesamtdosis entnehmen und in einen leeren 250 ml PVC-Infusionsbeutel transferieren

  • Keine weitere Verdünnung

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • Kapseln: Bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank
  • Durchstechflaschen: im Kühlschrank

  • des aufgelösten Medikaments
    • bei Raumtemperatur: 14 Stunden (einschließlich der Infusionsdauer)
    • im Kühlschrank: 24 Stunden

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Applikation

  • Wege
    • p.o., i.v.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Nüchtern (ca. 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit) mit einem Glas Wasser einnehmen
      • Tagesdosis auf einmal einnehmen
      • Bei starker Übelkeit oder Erbrechen das Medikament abends vor dem Schlafengehen einnehmen
    • i.v.-Infusion:
      • Die aufgelöste, nicht weiter verdünnte Substanz wird während 90 Minuten infundiert

Spezielle Hinweise

  • Die verordnete Dosis sollte mit der geringst möglichen Menge an Kapseln verabreicht werden.

  • Die Kapseln sollten wegen lokaler Haut- und Schleimhautreizungen nicht geöffnet werden.

  • Eine prophylaktische Antiemetikagabe ist notwendig.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist mit einer Gewebereizung zu rechnen.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Müdigkeit
    • Kopfschmerzen
    • Obstipation

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Kapseln:
      • Bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weiteren Kapseln einnehmen

Temsirolimus (T)

Andere Bezeichnungen

CCI-779

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Torisel Durchstechflaschen – Konzentrat zu 30 mg
CH: Torisel Durchstechflaschen – Konzentrat zu 30 mg
A: Torisel Durchstechflaschen – Konzentrat zu 30 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Kinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Hemmt ein intrazelluläres Enzym (die Kinase mTOR) und dadurch die Zellteilung und die Angiogenese.

Dosisbereich

25 mg einmal wöchentlich

Auflösung

  • Das mitgelieferte Verdünnungsmittel (1,8 ml) wird zuerst in die Durchstechflasche mit dem Torisel-Konzentrat (1,2 ml) injiziert; es wird dadurch ein Gesamtvolumen von 3 ml mit 30 mg Torisel erreicht

  • Die Ampulle schwenken (nicht schütteln!); stehen lassen, bis die Luftbläschen verschwinden

  • Endkonzentration: 10 mg/ml

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden

  • Darf nur mit NaCl 0,9 % weiter verdünnt werden

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur und lichtgeschützt
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • die gebrauchsfertige Lösung muss innerhalb von 6 Stunden nach der Verdünnung mit NaCl 0,9 % verwendet werden. Aufbewahrung unter Lichtschutz

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In 250 ml NaCl 0,9 % über 30–60 min mittels Infusor

Spezielle Hinweise

  • Prämedikation mit einem Antihistamin vor jeder Infusion ist zu empfehlen.

  • Verdünnte Lösung vor starkem Licht schützen! Ein spezieller Lichtschutz ist in Räumen mit Licht aus Fluoresenz-Röhren nicht nötig.

  • Torisel enthält nach der Verdünnung Polysorbat 80. Dieses löst den Weichmacher DEHP aus bestimmten Kunststoffen, z. B. PVC. Keine Infusionsbeutel oder -schläuche aus PVC benutzen!

  • Ein Inlinefilter (PES) mit einer Porengröße von 0.2 µm wird empfohlen.

  • Infusionsbeutel vor Beginn der Infusion schwenken. Nicht schütteln. Schaumbildung vermeiden.

  • Der Abbau von Temsirolimus wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

  • In Hinblick auf möglichen Hautausschlag:
    • Der Zustand der Haut sollte vor Therapiebeginn erfasst werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Hypersensitivitätsreaktion: Anaphylaxie
      • Bronchospasmen und Dyspnoe
      • Angio-Ödem: Gesichtsschwellung, Zungenschwellung
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Übelkeit/Erbrechen
    • Hautveränderungen: Ausschlag, Akne, Pruritus
    • Nagelveränderungen
    • Knochenmarksuppression
    • Müdigkeit
    • Orale Mukositis
    • Störungen der Wundheilung
    • Hyperlipidämie
    • Hyperglykämie
  • Spät (Monate bis Jahre)
    • Interstitielle Lungenkrankheit (selten)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer Hypersensitivitätsreaktion sofort melden!
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«

Thalidomid (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

Thal

Handelsnamen und Handelsformen

D: Thalidomide Celgene Kapseln zu 50 mg
CH: nicht registriert
A: Thalidomide Celgene Kapseln zu 50 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, immunmodulatorische Substanz

Wirkungsmechanismen

Bindet an ein Zelleiweiß (Cereblon). Beeinflusst so die Bildung von Zytokinen und hemmt die Proliferation von lymphatischen Zellen.

Dosisbereich

50–400 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit, einmal täglich vor dem Schlafen

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Müdigkeit
    • Periphere Neuropathie
    • Obstipation
    • Teratogen
    • Orthostatische Hypotension
    • Schwindel
    • Hautveränderungen:
    • Trockene Haut, Hautausschlag
    • Erhöhtes Risiko für venöse Thrombosen und Embolien, insbesondere in Kombination mit Dexamethason oder Chemotherapie

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Wegen des teratogenen Effekts: aufwändiges Risikominimierungsprogramm des Herstellers
      • Alle Frauen im gebärfähigen Alter müssen vor Therapiebeginn und während der Therapie alle 4 Wochen einen negativen Schwangerschaftstest vorweisen; sie müssen gleichzeitig zwei wirksame Methoden zur Empfängnisverhütung anwenden.
      • Männer dürfen während der Thalidomid-Einnahme keine Kinder zeugen.
    • Akut aufgetretene Beinschwellung oder akute Dyspnoe und Thoraxschmerzen sofort dem Arzt melden (tiefe Beinvenenthrombose und Lungenembolie).
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in 12 Stunden oder später einzunehmen ist: Die vergessenen Kapseln einnehmen, sobald der Patient sich daran erinnert. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit einnehmen.
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in weniger als 12 Stunden einzunehmen ist: Die vergessenen Kapseln auslassen. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!

Thioguanin (T)

Andere Bezeichnungen

6-Thioguanin, Tioguanin

Abkürzungen

6-TG

Handelsnamen und Handelsformen

D: Thioguanin Tabletten zu 40 mg
CH: Lanvis Tabletten zu 40 mg
A: Thioguanin Tabletten zu 40 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Purin-Analog)

Wirkungsmechanismen

Wird als falscher Purinbaustein in die DNS eingebaut und hemmt dadurch die DNS-Synthese.

Dosisbereich

  • 60–200 mg/m2/Tag

  • In speziellen Situationen können höhere Dosen verabreicht werden

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Auf leeren Magen einnehmen
      • Verabreichung als Einzeldosis oder aufgeteilt auf mehrere Tagesdosen

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Leichte Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Orale Mukositis
    • Diarrhö

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Keine

Thiotepa (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

TSPA, TESPA

Handelsnamen und Handelsformen

D: Tepadina Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 15 mg, 100 mg
CH: Tepadina Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 15 mg, 100 mg
A: Tepadina Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 15 mg, 100 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Alkylans

Wirkungsmechanismen

  • Alkylierung und Quervernetzung (cross-linking) von DNS

  • Hemmt die DNS-Synthese und -Funktion

Dosisbereich

  • i.v.: Verschiedene Schemata, z. B. zwischen 125 mg/m2 und 300 mg/m2

  • In speziellen Situationen können höhere Dosen verabreicht werden, z. B. vor Stammzell-Transplantation

  • intrathekal: 0,15–0,25 mg/kg (meist 10 mg)

  • i.m.: 0,3–0,4 mg/kg

  • intraperitoneal: 0,8–1,0 mg/kg

  • intravesikal: bis zu 60 mg in 60 ml Aqua pro inject.

Auflösung

  • 15 mg: 1,5 ml Aqua pro inject.

  • 100 mg: 10 ml Aqua pro inject.

Verdünnung

  • Weitere Verdünnung mit NaCl 0,9 %

  • Für intrathekale Anwendung muss in NaCl 0,9 % ohne Konservierungsmittel auf eine Konzentration von 2 mg/ml verdünnt werden!

  • Nur klare Lösungen verwenden!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments
    • 8 Stunden im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank,
    • 4 Stunden bei Raumtemperatur, unter Lichtschutz

Applikation

  • Wege
    • i.v., i.m., intrathekal, intraperitoneal, intravesikal u. a.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • Es wird empfohlen, die Infusion über einen zentralen Zugang und mit einem 0,2-µm-Inlinefilter durchzuführen
      • Dosen ≤ 500 mg: in 500 ml NaCl 0,9 % während 2–4 Stunden
      • Dosen > 500 mg: in 1000 ml NaCl 0,9 %

Spezielle Hinweise

Thiotepa darf nicht gleichzeitig mit Cyclophosphamid verabreicht werden, sondern muss nach Abschluss der Cyclophosphamid-Infusion verabreicht werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Selten: Allergische Reaktionen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Orale Mukositis (nach Hochdosistherapie)
    • Haarausfall
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Hautveränderungen:
    • Hyperpigmentation, Erythem, Desquamation (nach Hochdosistherapie)
    • Amenorrhö, Infertilität
    • Zweitmalignome

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Keine

Topotecan (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Hycamtin, Topotecan

Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 1 mg, 4 mg

Kapseln zu 0,25 mg, 1 mg

CH: Hycamtin

Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 1 mg, 4 mg

Kapseln zu 0,25 mg, 1 mg

A: Hycamtin, Topotecan

Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 1 mg, 4 mg

Kapseln zu 0,25 mg, 1 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Camptothecin

Wirkungsmechanismen

Stabilisiert den Topoisomerase-DNS-Komplex und führt so zu doppelsträngigen DNS-Brüchen.

Dosisbereich

  • i.v.: 0,75-1,5 mg/m2 an 3–5 aufeinander folgenden Tagen alle 3 Wochen

  • p.o.: 2,3 mg/m2 /Tag an 5 aufeinander folgenden Tagen alle 3 Wochen

Auflösung

  • 4 mg: In 4 ml Aqua pro inject.

  • 1 mg: In 1,1 ml Aqua pro inject.

Verdünnung

Mit 100 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • Durchstechflaschen: bei Raumtemperatur
    • Kapseln: Im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments
    • im Kühlschrank bis 24 Stunden*
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • im Kühlschrank bis 24 Stunden*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In100 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % während 30 min
    • p.o.:
      • Einnahme mit oder ohne Mahlzeit

Spezielle Hinweise

Der Abbau von Topotecan wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist möglicherweise eine Gewebeschädigung zu erwarten. Die Angaben in der Literatur sind kontrovers.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Haarausfall
    • Knochenmarksuppression
    • Müdigkeit (Fatigue)
    • Kopfschmerzen
    • Arthralgien, Myalgien
    • Hautausschlag
    • Fieber
    • Diarrhö, Bauchschmerzen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen

Toremifen (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Fareston Tabletten zu 60 mg
CH: außer Handel
A: außer Handel

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, nicht-steroidales Anti-Östrogen

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Bindung von Östrogen an Östrogenrezeptoren und unterdrückt damit das östrogenabhängige Tumorwachstum.

Dosisbereich

60 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • 1 Tablette, mit oder ohne Mahlzeit

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hitzewallungen
    • Wasserretention, Ödeme
    • Arthralgien
    • Thrombosen, Embolien
    • Hyperkalzämie (zu Beginn der Behandlung bei Patientinnen mit Knochenmetastasen)
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Fluor
    • Vaginale Blutungen
    • Thrombopenie
    • Veränderungen des Endometriums inkl. Endometriumkarzinom
    • Selten: Katarakt

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Bei Therapiebeginn können Skelettmetastasen vorübergehend vermehrt Schmerzen verursachen.
    • Abnorme vaginale Blutungen melden.
    • Medikamente gegen Hitzewallungen sollten ärztlich verordnet werden; sie können die gewünschte Wirkung von Toremifen vermindern.

Trabectedin (T)

Andere Bezeichnungen

Ecteinascidin 743, ET-743

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Yondelis Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 0,25 mg, 1 mg
CH: Yondelis Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 0,25 mg, 1 mg
A: Yondelis Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 0,25 mg, 1 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Alkaloid, ursprünglich aus einem kleinen Meerestier (Manteltierchen) gewonnen.

Wirkungsmechanismen

  • Bindet an DNS.

  • Hemmt Zellteilung, DNS-Funktion und DNS-Reparaturmechanismen.

Dosisbereich

1,1–1,5 mg/m2 alle 3 Wochen

Auflösung

In Aqua pro inject.:

  • In die 0,25 mg Durchstechflasche 5 ml Aqua pro inject. injizieren

  • In die 1 mg Durchstechflasche 20 ml Aqua pro inject. injizieren

  • Schütteln bis zur vollständigen Lösung der Trockensubstanz

  • Die Lösung enthält pro ml 0,05 mg Trabectedin; sie muss weiter verdünnt werden

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %
    • Bei zentral-venöser Verabreichung: Verdünnung in mindestens 50 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %, sodass die Endkonzentration ≤0,03mg/ml beträgt
    • Bei peripher-venöser Verabreichung (nicht empfohlen): Verdünnung in 1000 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %
  • Ein direkter Transfer in die Trägerlösung mittels Transferset ist nicht möglich

  • Nach der Verdünnung soll die Infusion möglichst unverzüglich erfolgen

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank*
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 30 Stunden bei Raumtemperatur**

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

** Gilt nur für Verdünnung unter Reinraumbedingungen. Andernfalls ist die verdünnte Lösung unverzüglich zu infundieren.

Applikation

  • Wege
    • i.v. über zentral-venösen Zugang
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %, in der Regel über 24 Stunden

Spezielle Hinweise

  • Immer zentral-venösen Zugang benutzen: Bei peripher-venöser Verabreichung besteht das Risiko von starken Venenreizungen.

  • 30 min vor Beginn der Infusion: nach Verordnung 20 mg Dexamethason verabreichen (Antiemese und Leberschutz); falls nötig, zusätzlich Antiemetika.

  • Der Abbau von Trabectedin wird durch Inhaltsstoffe des Johanniskrauts, der Grapefruit und der Bitterorange beeinflusst.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebereizung zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Appetitlosigkeit
    • Phlebitis im Bereich der Injektionsstelle (nur bei peripher-venöser Verabreichung)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Müdigkeit
    • Kopfschmerzen
    • Leberschädigung (reversibel)
    • Rhabdomyolyse (selten)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Ungewöhnliche Muskelschmerzen sofort melden (Rhabdomyolyse)
    • Während der Behandlung kein Alkoholkonsum (Hepatotoxizität)
    • Während der Behandlung keine Johanniskrautpräparate, Grapefruit oder Bitterorangen einnehmen

Trametinib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Mekinist Filmtabletten zu 0,5 mg und 2 mg
CH: Mekinist Filmtabletten zu 0,5 mg und 2 mg
A: Mekinist Filmtabletten zu 0,5 mg und 2 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Proteinkinase-Inhibitor

Wirkungsmechanismen

Blockiert das Enzym MEK innerhalb des MAP-Kinase-Signalwegs, der die Zellteilung stimuliert.

Dosisbereich

2 mg /Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank. Nach dem Öffnen kann die Flasche 30 Tage bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Trocknungsmittel in der Flasche belassen!

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.
      • einmal täglich mit einem Glas Wasser, immer etwa zur gleichen Uhrzeit
      • entweder 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit einnehmen

Spezielle Hinweise

In Hinblick auf möglichen Hautausschlag:

  • Der Zustand der Haut sollte vor Therapiebeginn erfasst werden.

  • Präventiv und therapeutisch können Antibiotika, z. B. Minocyclin, verordnet werden. Der Hautausschlag wird dadurch nicht verhindert, wird aber möglicherweise abgeschwächt.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Hautreaktionen:
      • Ausschlag (Rash), akneiforme Dermatitis
      • Paronychie (Nagelbett-Entzündung)
    • Haarausfall (leicht), Veränderungen der Haarfarbe (grau)
    • Diarrhö
    • Übelkeit und Erbrechen (gering)
    • Ödeme
    • Fatigue
    • Kopfschmerzen
    • Arthralgien
    • Herzinsuffizienz
    • Venenthrombose, Lungenembolie
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Hypertonie

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Hautausschlag: WICHTIG Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen.
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn die nächstfolgende Dosis erst in 12 Stunden oder später einzunehmen ist: die vergessenen Tabletten einnehmen, sobald der Patient sich daran erinnert. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit einnehmen.
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in weniger als 12 Stunden einzunehmen ist: die vergessenen Tabletten auslassen. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!

Trastuzumab (T)

Andere Bezeichnungen

rhuMAb HER 2

Abkürzungen

HER

Handelsnamen und Handelsformen

D: Herceptin i.v. Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 150 mg
Herceptin SC Durchstechflasche –Lösung zu 600 mg
CH: Herceptin Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 150 mg, 440 mg
Herceptin subkutan Durchstechflasche –Lösung zu 600 mg
A: Herceptin i.v. Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 150 mg
Herceptin SC Durchstechflasche –Lösung zu 600 mg

Substanzgruppe

Zytostatisch wirkender monoklonaler Antikörper

Wirkungsmechanismen

Antikörper gegen den Rezeptor des epidermalen Wachstumsfaktors HER2 (erb2). Dieser Rezeptor ist auf der Zelloberfläche von ca. 25 % der Mammakarzinome in erhöhter Konzentration vorhanden. Durch die spezifische Bindung des Antikörpers an den Rezeptor wird über verschiedene Mechanismen gezielt die Zerstörung der Tumorzellen ausgelöst.

Dosisbereich

  • i.v.:
    • Bei wöchentlicher Verabreichung:
      • Erste Dosis: 4 mg/kg
      • Folgedosis: 2 mg/kg
    • Bei Verabreichung alle 3 Wochen:
      • Erste Dosis: 8 mg/kg
      • Folgedosis: 6 mg/kg
  • s.c.:
    • 600 mg alle drei Wochen

Auflösung

  • Trockensubstanz für i.v. Infusion:
    • 150 mg in 7,2 ml Aqua pro inject. (1 ml der Lösung enthält 21 mg Wirkstoff)
    • 440 mg in 20 ml des beigelegten (bakteriostatischen) Lösungsmittels (1 ml der Lösung enthält 21 mg Wirkstoff)
    • Nicht schütteln, nur vorsichtig schwenken! Übermäßige Schaumbildung vermeiden. Eine leichte Schaumbildung während des Lösungsvorgangs ist nicht ungewöhnlich
    • Das Ampullenfläschchen nach der Rekonstitution ungefähr 5 min lang stehen lassen
  • Lösung für s.c. Injektion
    • gelöst

Verdünnung

  • Rekonstituierte Lösung für i.v. Infusion
    • Mit NaCl 0,9 %
    • Keine Glukose 5 % verwenden!
    • In bestimmten Konzentrationen kompatibel mit Pertuzumab in NaCl 0,9 %. Klinische Daten zu dieser Anwendung liegen noch nicht vor.
  • Lösung für s.c. Injektion
    • nicht verdünnen!

Lagerung und Haltbarkeit der i.v. Darreichungsform

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
  • des aufgelösten Medikaments
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
    • Ampullen mit 150 mg: 24 Stunden
    • Ampullen mit 440 mg: 28 Tage (das mitgelieferte Lösungsmittel wirkt bakteriostatisch)**
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank*

Lagerung und Haltbarkeit der subkutanen Darreichungsform

  • der Originalpackung

  • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen

  • nach Aufziehen aus der Durchstechflasche

  • Nach Aufziehen in die Spritze ist das Arzneimittel 48 Stunden im Kühlschrank und danach 6 Stunden bei Zimmertemperatur (max. 30 °C) und diffusem Tageslicht stabil.

  • Aus mikrobiologischer Sicht sollte das aufgezogene Medikament sofort verwendet werden.*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen** sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

** Bei Hestellung unter aseptischen Bedingungen sollte auf die Verwendung des mitgelieferten Benzylalkohol-haltigen Lösungsmittels verzichtet und nur mit Aqua pro inject. gelöst werden.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
    • s.c.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion:
      • In 250 ml NaCl 0,9 %
      • Infusionsdauer (bei wöchentlicher und bei drei-wöchentlicher Applikation):
        Erste Infusion: 90 min.
        Weitere Infusionen bei guter Verträglichkeit der ersten Infusion: 30 min.

Spezielle Hinweise zur intravenösen Verabreichung

  • Etikette der Durchstechflasche überprüfen, um sicherzustellen, dass die korrekte Darreichungsform (nicht subkutan) gemäß Verschreibung verabreicht wird.

  • Bei Kombinationen mit Zytostatika, z. B. Paclitaxel, muss Herceptin zuerst verabreicht werden.

  • Infusionsleitung mit NaCl 0,9 % vor- und nachspülen!

  • Infusionsbedingte Reaktionen:
    • Bei etwa 40–50 % der Patientinnen treten während oder kurz nach der ersten Infusion infusionsbedingte Reaktionen auf (7»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«).
    • Die Reaktionen sind in der Regel mild und meist mit Paracetamol und/oder Antihistaminika zu beherrschen.
    • Falls eine Reaktion aufgetreten ist, kann die Infusion in der Regel nach Abklingen der Symptome fortgesetzt werden.
    • Wegen dieser Reaktionen sind die Patientinnen auch nach den Infusionen zu beobachten:
      • Nach der ersten Infusion: Beobachtung während 6 Stunden nach Beginn der Infusion.
      • Nach weiteren Infusionen: Beobachtung während zwei Stunden nach Beginn der Infusion.
      • In der Schweiz erlaubt die Fachinformation wesentlich kürzere Beobachtungszeiten (60 Minuten nach der ersten, 30 Minuten nach der zweiten Infusion).
      • Sind drei Infusionen ohne Reaktionen erfolgt, ist nach den Infusionen keine Beobachtung mehr nötig.

Spezielle Hinweise zur subkutanen Verabreichung

  • Etikette der Durchstechflasche überprüfen, um sicherzustellen, dass die korrekte Darreichungsform (nicht intravenös) gemäß Verschreibung verabreicht wird.

  • Über einen Zeitraum von 2–5 Minuteninjizieren

  • Zwischen dem linken und dem rechten Oberschenkel abwechseln.

  • Neue Injektionen mit einem Mindestabstand von 2,5 cm neben eine alte Injektionsstelle setzen.

  • Keine Injektion an Stellen, an denen die Haut gerötet, verletzt, empfindlich oder verhärtet ist.

  • Andere Arzneimittel zur subkutanen Anwendung an anderen Stellen injizieren.

  • Injektionsbedingte Reaktionen:
    • Während oder nach der ersten Injektion können injektionsbedingte Reaktionen auftreten (7»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«).
    • Die Reaktionen sind in der Regel mild und meist mit Paracetamol und/oder Antihistaminika zu beherrschen.
    • Wegen möglicher Reaktionen sollten die Patientinnen nach der ersten Injektion während sechs Stunden und nach Folgeinjektionen während zwei Stunden auf Anzeichen injektionsbedingter Reaktionen überwacht werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusions- resp. injektionsbedingte Reaktionen:
      • Fieber, Schüttelfrost
      • Blutdruckabfall
      • Nausea
      • Kopfschmerzen
      • Müdigkeit
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Übelkeit
    • Diarrhö
    • Verstärkter Tränenfluss
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Herzinsuffizienz

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer Infusions- resp. Injektionsreaktion sofort melden!

Trastuzumab Emtansin (T)

Andere Bezeichnungen

Trastuzumab-DM1, Ado-Trastuzumab Emtansin

Abkürzungen

T-DM1

Handelsnamen und Handelsformen

D: Kadcyla Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100 mg und 160 mg
CH: Kadcyla Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100 mg und160 mg
A: Kadcyla Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 100 mg und 160 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, gebunden an einen monoklonalen Antikörper (Antikörper-Wirkstoff-Konjugat)

Wirkungsmechanismen

Das Medikament ist ein Konjugat (Verbindung) des monoklonalen Antikörpers Trastuzumab mit dem Zytostatikum Emtansin. Der Antikörper bindet an die Rezeptoren des epithelialen Wachstumsfaktors HER2. Das Konjugat wird in die Zelle aufgenommen und der Wirkstoff Emtansin freigesetzt. Dieser hemmt die Bildung der für die Zellteilung wichtigen Mikrotubuli und führt damit zum Zelltod.

Dosisbereich

3,6 mg/kg alle 3 Wochen

Auflösung

  • 100 mg Ampulle mit 5 ml Aqua pro inject.; 160 mg Ampulle mit 8 ml Aqua pro inject. (1 ml der Lösung enthält 20 mg Wirkstoff)

  • Nicht schütteln, nur vorsichtig schwenken bis das Produkt vollständig gelöst ist

Verdünnung

  • Mit 250 ml NaCl 0,9 %

  • Keine Glukose 5 % verwenden!

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden

  • Inkompatibel mit Glukose 5 %

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank: nicht gefrieren lassen
  • des aufgelösten Medikaments
    • 4 Stunden im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 4 Stunden im Kühlschrank

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion
      • In 250 ml NaCl 0,9 %
      • Mit Inlinefilter (PES-Membran, Porengröße 0,22 µm, wird nicht mitgeliefert)
      • Infusionsdauer:
      • Erste Infusion: 90 min.
      • Weitere Infusionen: 30 min. (bei guter Verträglichkeit der ersten Infusion)

Spezielle Hinweise

  • Infusionsleitung mit NaCl 0,9 % vor- und nachspülen.

  • Akute infusionsbedingte Reaktionen:
    • Selten treten während oder nach der ersten Infusion infusionsbedingte Reaktionen auf. (7»Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen«).
    • Die Reaktionen sind in der Regel mild und meist mit Paracetamol und/oder Antihistaminika zu beherrschen.
    • Falls eine Reaktion aufgetreten ist, kann die Infusion in der Regel nach Abklingen der Symptome fortgesetzt werden.
    • Wegen dieser Reaktionen sind die Patientinnen während und nach den ersten Infusionen zu beobachten:
      • Nach der ersten Infusion während 90 min.
    • Nach weiteren Infusionen während 30 min.
    • Sind drei Infusionen ohne Reaktionen erfolgt, ist nach den Infusionen keine Beobachtung mehr nötig.
  • Der Abbau von Trastuzumab Emtansin wird durch Inhaltsstoffe des Johanniskrauts, der Grapefruit und der Bitterorange beeinflusst.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebereizung zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Infusionsbedingte Reaktionen
    • Symptome können einzeln oder kombiniert und in unterschiedlichem Schweregrad auftreten:
      • Fieber, Schüttelfrost
      • Blutdruckabfall
      • Nausea
      • Urtikaria
      • Bronchospasmen, Dyspnoe
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Müdigkeit
    • Übelkeit
    • Thrombozytopenie
    • Anämie
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Periphere Neuropathie
    • Pneumopathie
    • Herzinsuffizienz

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Symptome einer Infusionsreaktion sofort melden.
    • Während der Behandlung keine Johanniskrautpräparate und keine Grapefruit- oder Bitterorangeprodukte einnehmen.

Treosulfan (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

TREO

Handelsnamen und Handelsformen

D: Ovastat

Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 1000 mg, 5000 mg

Kapseln zu 250 mg

CH: nicht registriert
A: nicht registriert

Substanzgruppe

Zytostatikum, Alkylans

Wirkungsmechanismen

  • Treosulfan ist eine inaktive Prodrug und wird erst im Gewebe in eine zytostatisch aktive Substanz umgewandelt.

  • Alkylierung und Quervernetzung (cross-linking) von DNS.

  • Hemmt die DNS-Synthese und -Funktion.

Dosisbereich

  • p.o.: 750–1000 mg täglich bis zu 1 Monat

  • i.v.:
    • Als Monotherapie 3–8 g/m2 alle 3–4 Wochen
    • Als Kombinationstherapie 5 g/m2 am Tag 1 des Zyklus

Auflösung

  • 1 g bzw. 5 g Trockensubstanz werden in 20 ml bzw. 100 ml Aqua pro inject. gelöst

  • Wichtig: Vor der Zugabe des Lösungsmittels (Raumtemperatur) die Trockensubstanz von der Ampullenwand abklopfen; nachher leicht schütteln

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur *
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., p.o.
  • Verabreichung
    • i.v.:
      • In 250 ml NaCl 0,9 % während 15–30 min.
    • p.o.:
      • Tagesdosis unterteilt in 4 Einzeldosen mit den Mahlzeiten einnehmen

Spezielle Hinweise

Magen-Darm-Beschwerden bei p.o.-Gabe können durch gleichzeitige Einnahme von Nahrung oder Milch gelindert werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebereizung zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Kälte applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Hämorrhagische Zystitis
    • Alopezie (leicht)
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Hyperpigmentierung der Haut
    • Störung der Gonadefunktion: Amenorrhö, Infertilität
    • Zweitmalignome

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Brennen, Jucken, Schmerzen während der Injektion/Infusion sofort melden!
    • In den 24 Stunden nach der Infusion oder während der Dauer der p.o.-Behandlung ist auf eine reichliche Flüssigkeitsaufnahme zu achten.
    • Kapseln nicht zerkauen; falls der Inhalt der Kapseln mit der Mundschleimhaut in Kontakt kommt, kann sich eine orale Mukositis entwickeln.

Trifluridin/Tipiracil (T)

Andere Bezeichnungen

TAS-102

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Lonsurf

Filmtabletten 15 mg/6,14 mg: Jede Filmtablette enthält 15 mg Trifluridin und 6,14 mg Tipiracil

Filmtabletten 20 mg/8,19 mg: Jede Filmtablette enthält 20 mg Trifluridin und 8,19 mg Tipiracil

CH: nicht registriert
A: Lonsurf

Filmtabletten 15 mg/6,14 mg: Jede Filmtablette enthält 15 mg Trifluridin und 6,14 mg Tipiracil

Filmtabletten 20 mg/8,19 mg: Jede Filmtablette enthält 20 mg Trifluridin und 8,19 mg Tipiracil

Substanzgruppe

Zytostatikum, Antimetabolit (Pyrimidin-Analog)

Wirkungsmechanismen

Trifluridin hemmt – ähnlich wie 5-Fluorouracil – die Thymidin-Synthese und damit den Aufbau von DNS. Tipiracil hemmt den Abbau von Trifluridin und verlängert dadurch dessen Wirkung.

Dosisbereich

35 mg/m2 (angegeben als Trifluridin-Gehalt) zweimal täglich an Tag 1–5 und Tag 8–12 von jedem 28-Tagezyklus

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme mit einem Glas Wasser, innerhalb einer Stunde nach dem Essen am Morgen und am Abend

Spezielle Hinweise

Die Dosierung darf 80 mg/Dosis nicht überschreiten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Diarrhö
    • Fatigue
    • Appetitlosigkeit

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
    • Wenn eine Dosis vergessen wurde, darf die vergessene Dosis nicht nachgeholt werden.
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen.

Triptorelin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Decapeptyl N, Pamorelin LA Fertigspritze – Trockensubstanz mit Suspensionsmittel, 3,75 mg, 11,25 mg, 22,5 mg
CH: Decapeptyl retard, Pamorelin LA Fertigspritze – Trockensubstanz mit Suspensionsmittel, 3,75 mg, 11,25 mg, 22,5 mg
A: Decapeptyl Depot, Pamorelin LA Fertigspritze – Trockensubstanz mit Suspensionsmittel 3,75 mg, 11,25 mg, 22,5 mg

Substanzgruppe

Hormonell wirkende Substanz, LHRH-Analog

Wirkungsmechanismen

  • Triptorelin ist ein synthetisches Analog des natürlichen Gonadotropin freisetzenden Hormons (»gonadotropin-releasing hormone«; abgekürzt: GnRH oder LHRH)

  • Triptorelin bewirkt zuerst eine kurzdauernde Freisetzung der Hypophysenhormone LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (follikelstimulierendes Hormon), dann eine lang dauernde Hemmung der natürlichen Produktion von LH und FSH in der Hypophyse; das Fehlen von LH und FSH hemmt die Hormonproduktion in Ovarien und Hoden (chemische Kastration)

Dosisbereich

  • 3,75 mg alle 28 Tage

  • 11,25 mg alle 3 Monate

  • 22,5 mg alle 6 Monate

Auflösung

Siehe Angaben des Herstellers

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • abhängig vom gewählten Produkt im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur
  • des suspendierten Medikamentes
    • die gebrauchsfertige Suspension ist zur sofortigen Injektion bestimmt

Applikation

  • Wege
    • i.m., s.c.

Spezielle Hinweise

  • Nach s.c.-Injektion werden häufig Lokalreaktionen an der Einstichstelle beobachtet.

  • Nach der ersten Injektion kommt es vorübergehend zu einer vermehrten Ausschüttung von Geschlechtshormonen (7»Wirkungsmechanismen«). Dies kann zu einer vorübergehenden Stimulation des Tumorwachstums mit beispielsweise Zunahme von Skelettschmerzen führen (»Flare«). Zur Verhütung dieser Symptome wird bei Männern vor der ersten Injektion in der Regel zusätzlich ein Antiandrogen, z. B. Bicalutamid oder Cyproteron, verordnet.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Hitzewallungen
    • Schmerzen an Injektionsstelle
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Libidoverlust
    • Impotenz
    • Kopfschmerzen
    • Stimmungsschwankungen
    • Selten: allergische Hautreaktionen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«

Trofosfamid (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Ixoten Tabletten zu 50 mg
CH: nicht registriert
A: nicht registriert

Substanzgruppe

Zytostatikum, Alkylans

Wirkungsmechanismen

  • Alkylierung und Quervernetzung (cross-linking) von DNS

  • Hemmt die DNS-Synthese und -Funktion

Dosisbereich

  • Initialdosis: 150–200 mg/m2/Tag

  • Erhaltungsdosis: 25–100 mg/m2/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
    • Die ganze Tagesdosis morgens, mit oder ohne Mahlzeit einnehmen

Spezielle Hinweise

  • Wegen der toxischen Wirkung der Ausscheidungsprodukte auf die Blasenschleimhaut ist auf eine genügende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Blasenentleerung zu achten.

  • Der Stoffwechsel von Trofosfamid wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Hämorrhagische Zystitis
    • Haarausfall
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Störung der Gonadefunktion: Amenorrhö, Infertilität
    • Zweitmalignome

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und häufiges Wasserlösen (»Spezielle Hinweise«)
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen

Vandetanib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Caprelsa Filmtabletten zu 100 mg und 300 mg
CH: Caprelsa Filmtabletten zu 100 mg und 300 mg
A: Caprelsa Filmtabletten zu 100 mg und 300 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Multikinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Blockiert das Enzym Tyrosinkinase an den Rezeptoren verschiedener Wachstumsfaktoren (VEGFR, EGFR, RET) und hemmt dadurch die Übermittlung von Signalen in den Zellkern.

Dosisbereich

300 mg täglich

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einmal täglich, mit oder ohne Mahlzeit, immer zu ungefähr derselben Tageszeit
      • Filmtabletten können aufgelöst werden (»Spezielle Hinweise«)

Spezielle Hinweise

  • Bei Patienten mit Schluckbeschwerden können die Caprelsa-Tabletten aufgelöst werden:
    • Filmtablette unzerdrückt in ein halbes Glas (50 ml) kohlensäurefreies Trinkwasser geben. Keine anderen Flüssigkeiten verwenden.
    • Tablette nicht zerstoßen, durch ca. 10-minütiges Rühren auflösen.
    • Suspension dann sofort trinken, das Glas zur Hälfte nochmals mit frischem Wasser füllen und austrinken.
    • Die Suspension kann auch über eine Magensonde verabreicht werden.
  • Der Abbau von Vandetinib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Nausea, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Diarrhö
    • Magenbrennen
    • Appetitlosigkeit
    • Hautveränderungen:
      • Ausschlag, z. T. akneiform
      • Phototoxizität
    • Sehstörungen (reversible Hornhauttrübung)
    • Kopfschmerzen
    • Asthenie, Müdigkeit
    • Herzrythmusstörungen
    • Hypertonie
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Herzinsuffizienz

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen
    • Vor Sonnenexposition schützen (während der Behandlung und bis 4 Monaten danach): Sonnencreme (mindestens Faktor 30), Kopfbedeckung und schützende Kleider
    • Bei anhaltender Diarrhö melden oder verordnete Medikamente einnehmen
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in 12 Stunden oder später einzunehmen ist: die vergessenen Tabletten einnehmen, sobald der Patient sich daran erinnert. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit einnehmen.
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in weniger als 12 Stunden einzunehmen ist: die vergessenen Tabletten auslassen. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!

Vemurafenib (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Zelboraf Filmtabletten zu 240 mg
CH: Zelboraf Filmtabletten zu 240 mg
A: Zelboraf Filmtabletten zu 240 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Serin-Threonin-Kinasehemmer

Wirkungsmechanismen

Blockiert das Enzym BRAF (eine Serin-Threonin-Kinase) innerhalb des MAP-Kinase-Signalwegs, der die Zellteilung stimuliert. In vielen Tumoren findet sich eine Mutation von BRAF (BRAF-V600).

Dosisbereich

1920 mg/Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • zweimal täglich je vier Tabletten, morgens und abends, mit oder ohne Mahlzeit

Spezielle Hinweise

  • Vemurafenib kann den Abbau von Koffein beeinträchtigen.

  • Der Abbau von Vemurafenib wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschlag, Fieber, Schüttelfrost, Blutdruckabfall) bis Anaphylaxie (selten)
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Gelenk- und Muskelschmerzen
    • Müdigkeit
    • Kopfschmerzen
    • Schwindel
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Durchfall und Verstopfung
    • Geschmackstörungen, verminderter Appetit, Gewichtsverlust
    • Hautausschlag
    • Photosensitivitätsreaktionen
    • Alopezie
    • Pruritus
    • Husten
    • Hyperkeratose, aktinische Keratose
    • Hand-Fuß-Syndrom
    • Ödeme
    • Fieber
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Gut- und bösartige Hautveränderungen: Plattenepithelkarzinome, Papillome, seborrhoische Keratosen

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Vor Therapiebeginn, während der Therapie und bis sechs Monate nach Therapieende regelmäßige Untersuchung der Haut (kutane Plattenepithelkarzinome).
    • Neu aufgetretene Hautveränderungen dem Behandlungsteam melden.
    • Während der Behandlung mit Vemurafenib Sonnenexposition meiden, lichtschützende Kleidung tragen, Breitspektrum-UVA/UVB-Sonnencreme und Lippenstift (Sonnenschutzfaktor ≥ 30) anwenden.
    • Kaffee, Tee und Schokolade sollten während der Vemurafenib-Einnahme mit Vorsicht konsumiert werden. Sie enthalten alle Koffein, dessen Abbau durch Vemurafenib gehemmt wird.
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Tabletten:
      • Bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weiteren Kapseln einnehmen.
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn die nächstfolgende Dosis erst in vier Stunden oder später einzunehmen ist: die vergessenen Tabletten einnehmen, sobald der Patient sich daran erinnert. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit einnehmen.
      • Wenn die nächstfolgende Dosis in weniger als 4 Stunden einzunehmen ist: die vergessenen Tabletten auslassen. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!

Venetoclax (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Venclyxto Tabletten zu 10 mg, 50 mg und 100 mg
CH: Nicht registriert
A: Venclyxto Tabletten zu 10 mg, 50 mg und 100 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, BCL-2-Hemmer

Wirkungsmechanismen

Bindet an das anti-apoptotische Protein BCL-2 und kann so den Prozess der Apoptose (den programmierten Zelltod) auslösen.

Dosisbereich

20 bis 400 mg pro Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung

  • Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
      • Tabletten einmal täglich mit einer Mahlzeit und Wasser einnehmen, immer etwa zur gleichen Uhrzeit. Nicht zerkauen.

Spezielle Hinweise

  • Kann ein Tumorlyse-Syndrom auslösen (7»Informationen für den Patienten/Spezielle Punkte«).

  • Der Abbau von Venetoclax wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Tumorlyse-Syndrom
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Neutropenie
    • Anämie
    • Thrombozytopenie
    • Diarrhö
    • Infektionen der oberen Atemwege
    • Fatigue
    • Übelkeit
  • Spät (Monate bis Jahre)
    • Störung der Spermatogenese (Infertilität)

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Über die Bedeutung einer genügenden Hydratation zur Verhütung eines Tumorlyse-Syndroms informieren:
      • Tägliche Trinkmenge 6 bis 8 Glas Wasser, beginnend zwei Tage vor Therpiebeginn und am Tag der ersten Dosis sowie jedesmal bei Dosis-Erhöhung
    • Bei Anzeichen für ein Tumorlyse-Syndrom wie Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit und Erbrechen, Verwirrtheit, Atemnot, Krampfanfällen, dunkler Urin, außergewöhnlicher Müdigkeit, Muskel- oder Gelenkschmerzen unverzüglich beim Arzt oder Behandlungsteam melden
    • Während der Behandlung keine Produkte von Grapefruit und keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
    • Die Einnahme des Medikaments wurde vergessen:
      • Wenn weniger als 8 Stunden seit der vorgesehenen Einnahmezeit vergangen sind: die vergessenen Tabletten einnehmen, sobald der Patient sich daran erinnert. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit einnehmen.
      • Wenn mehr als 8 Stunden vergangen sind: die vergessenen Tabletten auslassen. Die nächsten Tabletten dann zur gewohnten Zeit in der üblichen Dosis einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen!
    • Bei Erbrechen nach Einnahme der Tabletten:
      • Bis zur nächsten geplanten Einnahme keine weiteren Tabletten einnehmen.

Vinblastin (T)

Andere Bezeichnungen

Vinblastinsulfat

Abkürzungen

V, VLB

Handelsnamen und Handelsformen

D: Vinblastinsulfat Durchstechflasche – Lösung zu 10 mg
CH: Velbe Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 10 mg
A: Velbe Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 10 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Vinca Alkaloid

Wirkungsmechanismen

  • Mitosehemmer: Hemmt die Tubulin-Synthese und damit den für die Zellteilung wichtigen Spindelapparat.

  • Störung der DNS- und RNS-Synthese.

Dosisbereich

3,0–6,0 mg/m2

Auflösung

In 10 ml NaCl 0,9 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Direkt in die Vene oder gleichzeitig mit schnell laufender NaCl 0,9 % Infusion über z. B. 3-Wege-Hahn über 1–2 min.

Spezielle Hinweise

  • Keine intrathekale Applikation! Niemals!

  • Der Abbau von Vinblastin wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebeschädigung zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Wärme applizieren

  • Arzt informieren

  • Eventuell s.c.-Hyaluronidase nach ärztlicher Verordnung

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Kieferschmerzen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (vor allem Leukopenie)
    • Neurotoxizität (geringer ausgeprägt als bei Vincristin/Vindesin):
    • Periphere und autonome Neuropathie:
      • Parästhesien
      • Verlust der Sehnenreflexe
      • Obstipation (bis Ileus)
      • Eventuell Harnverhaltung
    • Neuropathie der Hirnnerven:
      • Heiserkeit (Stimmbandlähmung)
      • Doppelbilder
      • Fazialisparese
    • Orale Mukositis
    • Phlebitis
    • Haarausfall
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Neuropathien
    • Infertilität

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Brennen, Jucken, Schmerzen während der Injektion sofort melden!
    • Symptome der Neuropathie melden
    • Auf mögliche Obstipation und prophylaktische Maßnahmen hinweisen (z. B. ballaststoffarme Diät)
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen

Vincristin (T)

Andere Bezeichnungen

VCR

Abkürzungen

O

Handelsnamen und Handelsformen

D: Vincristinsulfat Durchstechflasche – Lösung zu 1 mg, 2 mg,
CH: Oncovin-Liquid, Vincristin, Vincristine Durchstechflasche – Lösung zu 1 mg, 2 mg
A: Oncovin, Vincristin Durchstechflasche – Lösung zu 1 mg, 2 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Vinca Alkaloid

Wirkungsmechanismen

  • Mitosehemmer: hemmt die Tubulin-Synthese und damit den für die Zellteilung wichtigen Spindelapparat

  • Störung der DNS- und RNS-Synthese

Dosisbereich

  • 0,5–1,4 mg/m2 (in einigen Schemata: maximale Einzeldosis 2 mg)

  • 0,4–0,5 mg/Tag als kontinuierliche Infusion über 2–4 Tage

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank *

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Direkt in die Vene oder gleichzeitig mit schnell laufender NaCl 0,9 % Infusion über z. B. 3-Wege-Hahn über ca. 1–2 min.
    • i.v.-Infusion:
      • kontinuierliche Infusion über 24 Stunden; nur über sicheren venösen Zugang (zentraler Venenkathether oder implantiertes System)

Spezielle Hinweise

  • Keine intrathekale Applikation! Niemals!

  • Der Abbau von Vincristin wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebeschädigung zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen, Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Wärme applizieren

  • Arzt informieren

  • Eventuell s.c.-Hyaluronidase nach ärztlicher Verordnung

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Kieferschmerzen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (vor allem Leukopenie)
    • Neurotoxizität (in der Regel zumindest teilweise reversibel):
    • Periphere und autonome Neuropathie
      • Parästhesien
      • Verlust der Sehnenreflexe
      • Obstipation (bis Ileus)
      • Eventuell Harnverhaltung
    • Neuropathie der Hirnnerven
      • Heiserkeit (Stimmbandlähmung)
      • Doppelbilder
      • Fazialisparese
    • ZNS-Toxizität
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
      • Selten: Krampfanfall
      • SIADH (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion)
    • Orale Mukositis
    • Phlebitis
    • Haarausfall
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Neuropathien (oft nach Monaten reversibel)
    • Infertilität

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Brennen, Jucken, Schmerzen während der Injektion sofort melden!
    • Auf Obstipation und Bedeutung von prophylaktischen Maßnahmen hinweisen: Laxanzien und/oder Diätänderungen (z. B. ballaststoffarme Diät)
    • Symptome der Neuropathie melden
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen

Vindesin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

V, Vi

Handelsnamen und Handelsformen

D: außer Handel
CH: Eldisine Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 5 mg
A: Eldisine Durchstechflasche – Trockensubstanz zu 5 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Vinca Alkaloid

Wirkungsmechanismen

  • Mitosehemmer: Hemmt die Tubulin-Synthese und damit den für die Zellteilung wichtigen Spindelapparat

  • Störung der DNS- und RNS-Synthese

Dosisbereich

3 mg/m2

Auflösung

Mit 5 ml Aqua pro inject. oder mit 5 ml NaCl 0,9 %

Verdünnung

Mit NaCl 0,9 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Sollte nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des aufgelösten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank*
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Unverdünnt direkt in die Vene, verdünnt bis 20 ml NaCl 0,9 % oder gleichzeitig mit schnell laufender NaCl 0,9 % Infusion über z. B. 3-Wege-Hahn; über 1–3 min

Spezielle Hinweise

Keine intrathekale Applikation! Niemals!

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebeschädigung zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Wärme applizieren

  • Arzt informieren

  • Eventuell s.c.-Hyaluronidase nach ärztlicher Verordnung

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Kieferschmerzen
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Bronchospasmus oder akute Atemnot (kann auftreten in Kombination mit Mitomycin C)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression (vor allem Leukopenie)
    • Neurotoxizität (geringer ausgeprägt als bei Vincristin)
    • Periphere und autonome Neuropathie
      • Parästhesien
      • Verlust der Sehnenreflexe
      • Obstipation (bis Ileus)
      • Eventuell Harnverhaltung
    • Neuropathie der Hirnnerven
      • Heiserkeit (Stimmbandlähmung)
      • Doppelbilder
      • Fazialisparese
    • Orale Mukositis
    • Phlebitis
    • Haarausfall
  • Spät (Wochen bis Jahre)
    • Neurotoxizität (geringer ausgeprägt als bei Vincristin)
    • Infertilität

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Brennen, Jucken, Schmerzen während der Injektion sofort melden!
    • Symptome der Neuropathie melden
    • Auf mögliche Obstipation und prophylaktische Maßnahmen hinweisen (z. B. ballaststoffarme Diät)

Vinflunin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Javlor Durchstechflasche – Lösung zu 50 mg, 100 mg und 250 mg
CH: nicht registriert
A: Javlor Durchstechflasche – Lösung zu 100 mg und 250 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Vinca Alkaloid

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Tubulin-Synthese und damit den für die Zellteilung wichtigen Spindelapparat.

Dosisbereich

320 mg/m2 alle 3 Wochen

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

In 100 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 %; bis zur Verabreichung vor Licht schützen. Lichtschutz während der Infusion ist nicht nötig.

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 1 Stunde bei Raumtemperatur ohne Lichtschutz
    • 24 Stunden bei Raumtemperatur unter Lichtschutz
    • 24 Stunden im Kühlschrank*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion: in 100 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über 20 min. wie folgt:
      • Venen des Unterarms oder zentralvenösen Zugang benutzen
      • Venösen Zugang mit einem 500 ml-Beutel mit NaCl 0,9 %- oder Glukose 5 %-Lösung anlegen
      • Die intravenöse Infusion beginnen mit der Hälfte der 500 ml NaCl 0,9 %- oder Glukose 5 %-Lösung, d. h. mit 250 ml; dabei die Vene mit frei eingestellter Infusionsgeschwindigkeit spülen
      • Die 100 ml Javlor-Infusionslösung möglichst nahe der NaCl 0,9 %- oder Glukose 5 %-Lösung im Seitschluss bspw. über 3-Wege-Hahn an das Infusionssystem anschließen, damit Javlor während des Infusionsvorgangs weiter verdünnt wird
      • Die Javlor-Infusionslösung über einen Zeitraum von 20 min. infundieren
      • Nach Beendigung der Javlor-Infusion mit den restlichen 250 ml der NaCl 0,9 %- oder Glukose 5 %-Lösung mit einer Infusionsgeschwindigkeit von 300 ml/h nachspülen

Spezielle Hinweise

  • Keine Bolus-Injektion

  • Wegen starker Gewebeschädigung bei Extravasation:
    • Keine Venen des Handrückens und keine Venen in Gelenknähe benutzen!
    • Bei schlechten Venenverhältnissen muss die Verabreichung über einen zentralvenösen Zugang in Betracht gezogen werden.
  • Der Abbau von Vinflunin wird durch Inhaltsstoffe der Grapefruit und des Johanniskrauts beeinflusst.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebeschädigung zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion stoppen

  • Infusionsleitung durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Wärme applizieren

  • Arzt informieren

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Übelkeit, Erbrechen
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Obstipation (reversibel und nicht kumulativ) bis Ileus
    • Durchfall
    • Bauchschmerzen
    • Orale Mukositis
    • Haarausfall
    • Periphere Neuropathie
    • Myalgien
    • Phlebitis
    • Fatigue

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Brennen, Jucken, Schmerzen an der Infusionsstelle während der Infusion sofort melden!
    • Auf Obstipation und Bedeutung von prophylaktischen Maßnahmen hinweisen:
      • Genügend Flüssigkeit
      • Laxanzien (z. B. Macrogol) ab Tag 1–5 (oder 7) in jedem Zyklus und diätetische Maßnahmen (z. B. ballaststoffarme Diät)
    • Symptome der Neuropathie melden
    • Während der Behandlung keine Grapefruitprodukte und keine Johanniskrautpräparate einnehmen

Vinorelbin (T)

Andere Bezeichnungen

-

Abkürzungen

VRL, VNL, NVB

Handelsnamen und Handelsformen

D:

Navelbine, Navirel, Vinorelbin,

Bendarelbin

Durchstechflasche – Lösung

zu 10 mg, 50 mg

Kapseln zu 20 mg, 30 mg, 80 mg

CH:

Navelbine,

Vinorelbin

Durchstechflasche – Lösung

zu 10 mg, 50 mg

Kapseln zu 20 mg, 30 mg

A:

Navelbine,

Vinorelbin

Durchstechflasche – Lösung

zu 10–50 mg

Kapseln zu 20, 30 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Vinca Alkaloid

Wirkungsmechanismen

  • Mitosehemmer: hemmt die Tubulin-Synthese und damit den für die Zellteilung wichtigen Spindelapparat.

  • Störung der DNS- und RNS-Synthese.

Dosisbereich

  • i.v.: 25–30 mg/m2

  • p.o.: 60 mg/m2, Gesamtdosis maximal 160 mg/Woche

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

  • Mit NaCl 0,9 %, Glukose 5 %

  • Für i.v.-Injektion: auf Endkonzentration von 1,5–3 mg/ml

  • Für i.v.-Kurzinfusion: auf Endkonzentration von 0,5–2,0 mg/ml; üblicherweise in 50 ml NaCl 0,9 %

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • im Kühlschrank
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • 24 Stunden im Kühlschrank*

* Bei Zubereitung resp. Lösung unter Reinraumbedingungen sind längere Lagerungszeiten möglich, Erläuterungen zu »Lagerung und Haltbarkeit« Kap. 1.

Applikation

  • Wege
    • i.v., p.o.
  • Verabreichung
    • i.v.-Bolus:
      • Über einen kleinkalibrigen Kurzkatheter verabreichen
      • Kurz vorspülen mit einem Teil einer schnell laufenden 250 ml NaCl 0,9 % Infusion
      • Vinorelbin gleichzeitig mit der schnell laufenden NaCl 0,9 % Infusion über z. B. 3-Wege-Hahn während 5 min. bis maximal 10 min. injizieren
      • Anschließend mit dem Rest der NaCl 0,9 % Infusion weiterspülen
    • i.v.-Infusion:
      • Dosis in 100 ml NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % verdünnen; während 6–10 min. (max. 30 min.) infundieren
      • Gründlich nachspülen mit einer schnell laufenden Infusion von 250 ml NaCl 0,9 % über 15–30 min.
    • p.o.:
      • Es wird empfohlen, unmittelbar vor oder nach der Einnahme etwas Nahrung einzunehmen
      • Weichkapseln nicht kauen oder öffnen; falls der Patient versehentlich eine Kapsel zerkaut hat, den Mund gründlich mit Wasser oder NaCl 0,9 % ausspülen

Spezielle Hinweise

  • Dünne Venen sollten nicht verwendet werden; bei schlechten Venenverhältnissen muss die Verabreichung über einen zentralvenösen Zugang in Betracht gezogen werden.

  • Längere Injektions- bzw. Infusionsdauer ist bei peripherer Verabreichung wegen Phlebitisgefahr nicht zu empfehlen.

  • Vinorelbin kann auch ohne Extravasation Venenentzündungen, u. a. mit Bläschenbildung proximal und distal der Stichstelle, verursachen.

  • Kapseln nicht öffnen; der flüssige Inhalt der Kapseln ist ein Reizmittel, geöffnete oder beschädigte Kapseln können daher durch Kontakt des Inhaltes mit Haut, Schleimhaut oder Augen Läsionen verursachen; gründlich mit Wasser oder NaCl 0,9 % ausspülen.

  • Beschädigte Kapseln dürfen nicht geschluckt werden, sondern sollen zum Arzt oder Apotheker für die fachgerechte Entsorgung zurückgebracht werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist eine Gewebeschädigung zu erwarten.

Wichtigste Sofortmaßnahmen

  • Infusion/Injektion stoppen

  • Infusionsleitung bzw. Injektionsspritze durch eine leere Spritze ersetzen; Kanüle vorerst belassen

  • Paravasat nach Möglichkeit aspirieren, dabei keinen Druck auf Paravasationsstelle ausüben!

  • Kanüle unter Aspiration entfernen

  • Betroffene Extremität hoch lagern und ruhig stellen

  • Lokal trockene Wärme applizieren

  • Arzt informieren

  • Eventuell s.c.-Hyaluronidase nach ärztlicher Verordnung

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Phlebitis (bei ca. einem Drittel der Patienten, besonders bei zu langer Infusionszeit und ungenügendem Nachspülen)
    • Fieber
    • Übelkeit, Erbrechen (vor allem bei p.o. Verabreichung)
    • Schmerzen im Tumorgebiet (vor allem nach erster Vinorelbin-Therapie)
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Knochenmarksuppression
    • Neuropathie (deutlich weniger als mit Vincristin):
      • Obstipation
      • Parästhesien
      • Verlust der Sehnenreflexe
    • Haarausfall (meist nur Verdünnung)
    • Orale Mukositis

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Brennen, Jucken, Schmerzen während der Injektion/Infusion sofort melden!
    • Bei Zeichen einer Phlebitis frühzeitig melden
    • Symptome der Neuropathie melden
    • Bei Kontakt von Haut, Schleimhaut oder Augen mit ausgetretenem flüssigem Kapselinhalt sofort mit Wasser oder NaCl 0,9 % spülen und beim Arzt melden
    • Auf mögliche Obstipation und prophylaktische Maßnahmen hinweisen (z. B. ballaststoffarme Diät)
    • Bei Erbrechen wenige Stunden nach Einnahme der Kapseln: keine weiteren Kapseln (keine Ersatzdosis) in der gleichen Woche einnehmen.

Vismodegib (T)

Andere Bezeichnungen

GDC-0449

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Erivedge Kapseln zu 150 mg
CH: Erivedge Kapseln zu 150 mg
A: Erivedge Kapseln zu 150 mg

Substanzgruppe

Zytostatikum, Hemmstoff des Hedgehog-Signalwegs

Wirkungsmechanismen

Der Hedgehog-Signalweg spielt im Zellstoffwechsel eine wichtige Rolle für die Regulation des normalen Wachstums und der embryonalen Entwicklung. Bei zahlreichen bösartigen Tumoren ist die Signalübermittlung im Hedgehog-Signalweg überaktiviert. Vismodegib hemmt diese Überaktivierung.

Dosisbereich

150 mg pro Tag

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur

Applikation

  • Wege
    • p.o.
  • Verabreichung
    • p.o.:
      • Einnahme einmal täglich, mit oder ohne Mahlzeit

Spezielle Hinweise

Antazida, Säureblocker oder frei verkäufliche Mittel, welche die Magensäure neutralisieren, reduzieren die Wirkung von Vismodegib. (7»Informationen für den Patienten«)

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Muskelspasmen
    • Müdigkeit
    • Geschmackveränderung
    • Arthralgien
    • Diarrhö
    • Obstipation
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Haarausfall (meist unvollständig)
    • Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme
    • Dysgeusie

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Auf Dysgeusie hinweisen; evtl. Ernährungsberatung anbieten.
    • Antazida, Säureblocker oder frei verkäufliche Mittel, welche die Magensäure neutralisieren, reduzieren die Wirkung von Vismodegib. Die gleichzeitige Einnahme dieser Mittel mit Vismodegib ist deshalb kontraindiziert. Der Gebrauch solcher Mittel ist dem Arzt mitzuteilen. Evtl. Säureblocker am Morgen und Vismodegib vor dem Schlafengehen einnehmen.
    • Bei Muskelspasmen können leichte Bewegung oder trockene Wärme hilfreich sein.
    • Wenn die Einnahme des Medikaments vergessen wurde, sollen die vergessenen Kapseln nicht nachträglich eingenommen werden. Die nächsten Kapseln dann zur gewohnten Zeit in der gewohnten Dosis einnehmen.

Zoledronsäure (S)

Andere Bezeichnungen

Zoledronat

Abkürzungen

-

Handelsnamen und Handelsformen

D: Zometa, Steozol, Zoledronsäure, Ribometa

Durchstechflaschen –Infusionskonzentrat zu 4 mg/5 ml

Infusionslösung zu 4 mg/100 ml

CH:

Zometa,

Zoledronat,

Zoledronsäure

Durchstechflaschen – Infusionskonzentrat zu 4 mg/5 ml

Infusionslösung zu 4 mg/100 ml

A:

Zometa,

Zerlinda

Zoledronsäure

Durchstechflaschen – Infusionskonzentrat zu 4 mg/5 ml

Infusionslösung zu 4 mg/100 ml

Substanzgruppe

Bisphosphonat

Wirkungsmechanismen

Hemmt die Funktion der Osteoklasten (knochenabbauende Zellen). Hemmt dadurch den Abbau von Knochensubstanz und normalisiert eine Hyperkalzämie.

Dosisbereich

4 mg alle 3–4 Wochen

Auflösung

Gelöst

Verdünnung

  • Infusionskonzentrat: mit 100 ml NaCl 0,9 % oder 5 % Glukose
    • Es dürfen keine kalziumhaltigen Verdünnungslösungen (z. B. Ringer-Lösung) verwendet werden
  • Infusionslösungen: keine weitere Verdünnnung

Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten

  • Inkompatibel mit kalziumhaltigen Lösungen

  • Darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden

Lagerung und Haltbarkeit

  • der Originalpackung
    • bei Raumtemperatur
  • des weiter verdünnten Medikaments
    • im Kühlschrank max. 24 Stunden

Applikation

  • Wege
    • i.v.
  • Verabreichung
    • i.v.-Infusion in NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % über mindestens 15 min.!

Spezielle Hinweise

  • Infusionsleitung mit NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % vor- und nachspülen!

  • Bei Hämodialyse-Patienten sollte das Bisphosphonat unmittelbar nach dem Dialysevorgang verabreicht werden.

Maßnahmen bei Extravasation

Bei Extravasation ist keine Gewebeschädigung zu erwarten.

Häufige und wichtige unerwünschte Wirkungen

  • Unmittelbar (Stunden bis Tage)
    • Lokale Reizung an Infusionsstelle
    • Knochen- und Gelenkschmerzen
    • Grippeähnliches Syndrom:
      • Fieber, Muskelschmerzen, Kopfweh
      • Tritt meist nur nach erster Zoledronat-Verabreichung auf
  • Früh (Tage bis Wochen)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Fatigue
  • Spät (Monate bis Jahre)
    • Nekrosen des Kieferknochens (seltene Komplikation aller Bisphosphonate)
      • Symptome:
      • Zahnfleisch-Entzündung
      • Lockerung von Zähnen
      • Schmerzen beim Kauen
      • Freiliegen von Kieferknochen
      • Risikofaktoren für das Auftreten:
      • Hohe kumulierte Dosis, v.a. bei i.v.-Verabreichung
      • Schlechte Mundhygiene
      • Schlecht-sitzende Zahnprothesen mit Druckstellen
      • Zahnextraktionen und andere kieferchirurgische Eingriffe während der Bisphosphonat-Behandlung

Informationen für den Patienten

  • Allgemeine Punkte:
    • Kap. 1 »Informationen für den Patienten/Allgemeine Punkte«
  • Spezielle Punkte:
    • Grippeähnliches Syndrom und Knochen- und Glenkschmerzen sind vorübergehend und sprechen gut auf Paracetamol an
    • Prophylaxe von Nekrosen des Kieferknochens:
      • Sorgfältige Zahn- und Mundhygiene
      • Korrekter Sitz von Zahnprothesen
      • Vor Beginn der Bisphophonat-Therapie eine zahnärztliche Untersuchung veranlassen, den Zahnarzt dabei über die vorgesehene Behandlung informieren
      • Keine Zahnextraktionen oder Implantationen während der Bisphosphonat-Therapie (Füllungen, Wurzel- und Kronenbehandlungen sind problemlos möglich)
    • Zahn-oder Kieferschmerzen sofort melden

Contributor Information

Thomas Kroner, Email: t.kroner@bluewin.ch.

Anita Margulies, Email: anita.margulies@bluewin.ch.

Christian Taverna, Email: christian.taverna@stgag.ch.

Cristina Studer, Email: cristina.studer@lindenhofgruppe.ch.

Ursula Schmid, Email: ursula.schmid@ksa.ch.

Simone Widmer, Email: simone.widmer@kaw.zh.ch.


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