Skip to main content
Springer Nature - PMC COVID-19 Collection logoLink to Springer Nature - PMC COVID-19 Collection
. 2020 Apr 26;17(4):32–33. [Article in German] doi: 10.1007/s11298-020-7938-4

"Gut eingestellte Diabetiker haben kein erhöhtes Infektionsrisiko"

Redaktion API 1,
PMCID: PMC7148428  PMID: 32300284

Bei optimaler Diabeteseinstellung ist das Infektionsrisiko mit dem neuen Coronavirus im Vergleich zur Normalbevölkerung nicht erhöht, betont die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). Auch die Antidiabetika-Versorgung sei durch die Situation in China nicht bedroht.

Menschen mit gut eingestelltem Diabetes und ohne weitere Krankheiten haben im Vergleich zur Normalbevölkerung kein erhöhtes Risiko für Infektionen mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2. Auch sei das Risiko für schwere Krankheitsverläufe durch das Virus nicht erhöht, betont die DDG. Nach ihren Angaben reduziert bei Diabetes, außer der empfohlenen Hygiene, auch eine Optimierung der Blutzuckereinstellung das Infektionsrisiko.

Die DDG sieht bei Infektionen mit SARS-CoV-2 eine ähnliche Gefahr wie bei Influenzaviren. "Da die neue Viruserkrankung in den meisten Fällen mild verläuft, sehen wir bislang auch für Menschen mit Diabetes nicht mehr Gefahr, als bei einem herkömmlichen Grippevirus", wird DDG-Präsidentin Prof. Monika Kellerer zitiert. Eine gute Blutzuckereinstellung ist dabei hilfreich, betont die DDG.

"Gefahr ähnlich wie bei Influenza"

"Auch im Falle einer Infektion mit dem bislang noch wenig erforschten Coronavirus SARS-CoV-2 gehen wir - analog zur Influenza - davon aus, dass man mit einem ausgeglichenen Stoffwechsel das Risiko für Komplikationen reduzieren kann", betont DDG-Sprecher Prof. Baptist Gallwitz in der Mitteilung.

Diabetespatienten mit Begleit- und Folgeerkrankungen wie Herzkreislaufprobleme oder Organschäden sollten allerdings besonders achtsam sein, warnt Gallwitz. Durch ihr geschwächtes Immunsystem haben sie mit SARS-CoV-2 ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und sollten sich momentan vor großen Menschenmengen, öffentlichen Verkehrsmitteln und aus Gebieten mit bekannten Infektionsfällen fernhalten.

"Antidiabetika werden in Europa oder in den USA hergestellt"

Lieferengpässe bei Antidiabetika müssen Patienten nicht befürchten, betont die DDG. "Diabetesmedikamente wie Insulin werden vorwiegend in Deutschland, USA, Dänemark, Frankreich, Großbritannien - nicht jedoch in China - hergestellt", berichtet Kellerer. Von einer Medikamentenknappheit für Diabetespatienten sei daher auch künftig nicht auszugehen. Die Diabetologin rät davon ab, große Vorräte an Medikamenten und Diabetesutensilien, die über die Versorgung von einem Quartal hinausgehen, für sich selbst zu bevorraten.

Unter "besondere Hinweise" im Ausweis vermerkt.

Auch Diabetiker kommen als Organspender infrage

Diabetiker können unter bestimmten Voraussetzungen Blut und Organe spenden. Die Krankheit sollte aber im Spenderausweis vermerkt werden.

Auch Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes können Organe und Gewebe spenden, betont "diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe" in einer Mitteilung zur aktuellen Organspende-Diskussion.

graphic file with name 11298_2020_7938_Fig3_HTML.jpg

Individuelle Entscheidung gefragt

Bei chronischen Erkrankungen würden Ärzte aber individuell anhand des Zustands der Organe über ihre Eignung entscheiden. Spendenwillige sollten die Stoffwechselkrankheit im Organspendeausweis unter "Platz für Anmerkungen/Besondere Hinweise" vermerken.

Diabetiker mit Insulintherapie kommen als Blutspender allerdings nicht infrage, berichtet die Organisation. Und von einer Stammzellenspende sind Menschen mit Diabetes wegen der erhöhten Risiken für Spender generell ausgeschlossen.

Menschen mit Diabetes können auch selbst damit konfrontiert werden, ein Spenderorgan zu benötigen. Das gilt zum Beispiel bei chronischem Nierenversagen aufgrund einer Nephropathie.

"Prinzipiell schließen nur wenige Erkrankungen eine Organ- und Gewebespende grundsätzlich aus", wird Prof. Thomas Haak vom Vorstand der Organisation in der Mitteilung zitiert. Das gelte zum Beispiel bei einer akuten Krebserkrankung oder bei positiv auf HIV getesteten Personen, so der Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim.


Articles from CME (Berlin, Germany) are provided here courtesy of Nature Publishing Group

RESOURCES