Skip to main content
Springer Nature - PMC COVID-19 Collection logoLink to Springer Nature - PMC COVID-19 Collection
. 2020 Apr 16;42(4):4–7. [Article in German] doi: 10.1007/s35139-020-0174-1

Branche

Christian Kemper 1,, Stefanie Hüthig 1,
PMCID: PMC7159986

Corona-Krise.

Virus trifft alle hart

Das global um sich greifende Corona-Virus hat die Welt in einen Krisenmodus gezwungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Pandemie in einer Fernsehansprache als die größte Herausforderung für die deutsche Gesellschaft seit dem Zweiten Weltkrieg. Ein paar Tage später, nachdem einige Bundesländer bereits Regeln erlassen hatten, traten für ganz Deutschland weitreichende Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, zunächst mindestens bis in den April, in Kraft.

Neben vielen Industriesektoren und Wirtschaftsbranchen müssen sich auch Geldhäuser und Handelsplätze auf unsichere Zeiten einstellen. Allein zum "Schwarzen Montag" am 9. März verloren Aktienkurse und Anleiherenditen ebenso wie Rohstoffpreise deutlich. Im frühen Handel an der New Yorker Wall Street brachen die Leitindizes Dow Jones und S&P 500 jeweils um sieben Prozent ein, woraufhin eine kurzzeitige automatische Unterbrechung erfolgte. Deutschlands Aktienindex Dax fiel an dem Tag bis zum Handelsschluss um rund acht Prozent. Der zugehörige Volatilitätsindikator VDax New sprang zwischenzeitlich um 57 Prozent auf rund 63 Prozentpunkte, der größte Anstieg seiner Geschichte und ein Wert so hoch wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent legte überdies infolge von Exportstreitigkeiten zwischen Russland und Saudi-Arabien mit einem Minus von 31,5 Prozent den größten Tagesverlust seit 1991 hin.

Die Deutsche Bundesregierung sagte den von der Corona-Virus-Krise betroffenen Unternehmen unbegrenzte Kredithilfen zu. "Das ist die Bazooka, mit der wir das Notwendige jetzt tun", erklärte Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Dabei gehe es um Kreditgarantien durch die staatliche Förderbank KfW sowie um steuerliche Hilfen. Am 23. März ging dann das neue KfW-Sonderprogramm 2020 für Unternehmen jeglicher Größenordnung an den Start. Die Mittel dafür sind unbegrenzt. Große Teile der Kreditwirtschaft, zum Beispiel der Sparkassen- und Genossenschaftssektor, betonten, ihren Unternehmenskunden und Selbstständigen zur Seite zu stehen.

Die Notenbanken pumpen derweil Liquidität in den Markt. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) geschieht dies mit einem mehrere Hundert Milliarden Euro schweren Anleihe-Notkaufprogramm. Um Finanzinstituten Luft zu verschaffen, beschloss die EZB außerdem im Rahmen des einheitlichen Aufsichtsmechanismus SSM operationelle Entlastungen für die unmittelbar beaufsichtigten Häuser. Deutschlands Finanzaufsicht BaFin will die Entlastungen auch für die weniger bedeutenden Institute anwenden.

graphic file with name 35139_2020_174_Fig1_HTML.jpg

Die Kreditinstitute entschieden sich infolge der Corona-Krise zu temporären Filialschließungen, etwa die Commerzbank, Hypovereinsbank und Sparkassen, meist zunächst eines Teils ihrer Niederlassungen. Die Deutsche Bank schloss vorübergehend 200 Standorte. Kunden können auf 300 andere Filialen, telefonische und elektronische Beratungsformen ausweichen. Auch die Bargeldversorgung sei sichergestellt, teilte das Geldhaus mit, denn die Selbstbedienungsbereiche sollen überall zugänglich bleiben. ck, sth

Mehr aktuelle Meldungen finden Sie auch online unter springerprofessional.de/link/6635424.

Agile Methoden.

Mit richtiger Arbeitsweise die Effizienz steigern

Agile Arbeitsweisen können die Effizienz eines Geldhauses um bis zu zwölf Prozent steigern. Doch häufig werden die Methoden in den Kreditinstituten nicht konsequent genug umgesetzt. Das geht aus einer Studie von Horváth & Partners hervor, für die von Mai bis Oktober 2019 rund 50 Experten aus der Finanzbranche in Deutschland und Österreich befragt wurden. Lediglich zwölf Prozent der Kreditinstitute nutzten agile Ansätze bereits umfassend. Die Institute hierzulande schöpfen nicht das gesamte Potenzial aus, warnt Marcus Dahmen, Leiter des Bereichs Banking Transformation bei Horváth & Partners. "Bei vollständiger Implementierung können Institute bis zu acht Prozent mehr Kosten sparen und bis zu sechs Prozent mehr Ertrag erwirtschaften." ck

Finanzportale.

Verbraucher vergleichen wenig

Grundlegende Bankservices vor einem Neuabschluss online miteinander zu vergleichen, ist für viele Bundesbürger mittlerweile selbstverständlich. Laut einer Analyse des Ipsos Finanzmarktpanels nutzen relativ konstant zwischen 15 und 17 Prozent der Deutschen Vergleichsportale wie Check 24, Verivox und Co. Doch es gebe große Unterschiede, insbesondere bei erklärungsbedürftigen Finanzdienstleistungen. So würden bei den vergleichsweise einfachen Tages- und Festgeldkonten 25 bis 30 Prozent vergleichen. Bei Raten- und Hypothekendarlehen seien es 24 beziehungsweise 21 Prozent. Zum Abschluss eines neuen Girokontos stelle jedoch nur jeder zehnte Befragte die damit verbundenen Konditionen gegenüber. Und aufgrund ihrer hohen Komplexität würden bei Bausparverträgen noch seltener Vergleiche durchgeführt. Hier seien es lediglich vier Prozent aller Neuabschlüsse.

graphic file with name 35139_2020_174_Fig4_HTML.jpg

Laut Robert Kraus, verantwortlicher Manager bei Ipsos, ziehen Privatkunden vor allem bei komplexeren Bank- und Versicherungsprodukten nach wie vor eher Vergleichsportale als Informationsquellen heran. "Der Abschluss erfolgt meist anderweitig", meint er. "Damit bestätigt sich das primäre Geschäftsmodell der Vergleichsportale, in erster Linie durch die gezielte Platzierung von Anbieterinformationen Kontakte für ihre Geschäftskunden zu generieren." ck

In eigener Sache.

Ausbildungsaward erneut gestartet

Die Bankfachklasse, das Bankmagazin und die Bad Homburger Unternehmensberatung SWK suchen auch 2020 innovative Ausbildungskonzepte von Banken und Sparkassen. Einsendeschluss für die Bewerbung zum "Hans-Perczynski-Preis - Innovative Ausbildung" ist der 21. September 2020. Mit der Auszeichnung wollen die Initiatoren Institute belohnen, die mit ihren Nachwuchskräften neue Wege gehen.

Interessenten müssen unter swk-team.de/ausbildung- konzepte-award lediglich den Namen ihres Hauses, ihre Kontaktdaten und eine Kurzbeschreibung eintragen sowie eine ausführliche Beschreibung ihres Ausbildungskonzepts als PDF hochladen. Eine Jury wird die Einsendungen auf sechs Kriterien überprüfen und den Abstufungen Bronze, Silber und Gold zuordnen: Innovationsgrad, Kompetenz, Reifegrad, Unternehmenswert/Wirtschaftlichkeit, Zielgruppenorientierung und Nachhaltigkeit. Geldhäuser können sich sowohl mit Voll- als auch Teilkonzepten bewerben. Bei erfolgreicher Teilnahme lässt sich zur werblichen Nutzung der Auszeichnung ein Siegel erwerben. Fragen beantwortet SWK telefonisch unter 06172 304985 oder per E-Mail an info@swk-team.de. bfk

Springer Professional, eMagazin, eLearning und Online-Archiv Bankfachklasse.

Unser Wissensportal Springer Professional

springerprofessional.de

bündelt die Fachgebiete in Wirtschaft und Technik.

Im Channel "Finance + Banking" finden Sie aktuelle Informationen und Literatur zur Finanzbranche. Dort ist auch das Archiv der Bankfachklasse hinterlegt, das im Zeitschriften-Abonnement automatisch enthalten ist, ebenso wie das eMagazin unter http://emag.springerprofessional.de/bankfachklasse.

Zudem haben Abonnenten unter elearning.bankfachklasse.de Zugriff auf eLearning-Kurse der Bankfachklasse.

Lesetipps auf den Nachrichtenseiten im Heft führen zu frei zugänglichen Beiträgen auf Springer Professional.

Kurzanleitung zur Registrierung für den Zugriff auf alle Beiträge der Bankfachklasse in digitaler Fassung im Online-Archiv, auf das eMagazin und das eLearning:

  1. springerprofessional.de/register

  2. Eingabe der persönlichen Kontaktdaten

  3. Passwort festlegen

  4. Registrierung absenden

  5. Nach erfolgreicher Prüfung werden Sie für Springer Professional freigeschaltet.

Nach der Registrierung loggen Sie sich unter springerprofessional.de/ login ein. Bei Problemen wenden Sie sich bitte an support@springer professional.de. Zum Voll-Abonnement von Springer Professional geht es unter springerprofessional.de/bestellung.

Bezahlvorlieben.

Kontaktlos legt zu, Bargeld ist trotzdem nicht out

Neue Bezahlverfahren werden immer häufiger genutzt, trotzdem bleibt das Bargeld erhalten. Zu diesem Ergebnis kommt der Cash-Lösungsanbieter Glory, der mit Statista mehrere Studien zum Thema ausgewertet und eine Infografik dazu erstellt hat. Demnach gilt noch immer: Je kleiner der Betrag, umso häufiger wird bar bezahlt. Allerdings stellt sich die Frage, wie lange noch, und zwar nicht nur aufgrund der Corona-Pandemie, wegen der zunehmend die Karte genutzt wird. Denn der durchschnittliche Bezahlbetrag mit der Girocard sank 2019 weiter auf 46,86 Euro. Dies teilte die Euro Kartensysteme mit, als Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) zuständig für die Marke Girocard. Das Unternehmen bezieht sich auf eine DK-Statistik, wonach das Girocard-System im vergangenen Jahr mit einem Plus von rund 19 Prozent auf 4,5 Milliarden Transaktionen einen weiteren Rekord zu verzeichnen hatte. Grund für das vermehrte Zücken der Karte auch bei kleineren Beträgen ist das kontaktlose Bezahlen. 2019 war mehr als jede vierte Transaktion kontaktlos, Trend über das Jahr stark steigend. Mittlerweile sind 75 der 100 Millionen Girocards mit dieser Funktion ausgestattet. Und das bargeld- und kontaktlose Bezahlen macht auch vor der Kirche nicht halt. So brachte die Bank im Bistum Essen (BIB) im Februar einen digitalen Klingelbeutel auf den Markt. Vorteile sind nach Angaben des Instituts etwa der Spendennachweis für das Finanzamt über den Kontoauszug und der Diebstahlschutz für die Kirche.

graphic file with name 35139_2020_174_Fig8_HTML.jpg

Digitales und kontaktloses Bezahlen ist laut einer repräsentativen Studie des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) eine Frage des Alters und des Bildungsstands. Je jünger beziehungsweise je höher der Abschluss, desto häufiger kommen digitale Zahlungswege zum Einsatz. Während laut BdB die Hälfte aller Deutschen Onlinebanking nutzt, kommt Star Finanz, IT-Unternehmen aus dem Sparkassensektor, auf einen Anteil von 70 Prozent. Basis ist hier eine repräsentative Befragung des Hightech-Verbands Bitkom. Wie Star Finanz weiter ausführt, erledigten im vergangenen Jahr 52 Prozent und damit erstmals mehr als die Hälfte der Bundesbürger ihre Bankgeschäfte über das Smartphone. sth

Zur Infografik von Glory-Statista geht es unter dem Link tinyurl.com/Glory-Statista.

Genossenschafts-IT.

Konsolidierung abgeschlossen, neue Lösung vorgestellt

Die Fiducia & GAD IT, Dienstleisterin der Genossenschaftsbanken, hat Mitte Februar den Abschluss der Serienmigration bei den Ortsinstituten auf das Kernbanksystem Agree 21 gemeldet, ausgenommen sechs Spezialinstitute. Über drei Jahre hinweg hat das IT-Unternehmen 341 Volks- und Raiffeisenbanken, Marktkunden und Servicegesellschaften auf die gemeinsame Anwendung gehoben. Vorstandssprecher Martin Beyer erklärt: "Die Vereinheitlichung des IT-Verfahrens führt nicht nur zu einer nachhaltigen Kostenoptimierung, sondern schafft auch die Voraussetzung für eine zukünftige IT-Strategie, die den Herausforderungen des Marktes und der Digitalisierung gerecht wird." Die Kosteneinsparungen belaufen sich laut Fiducia & GAD im Vergleich zur Situation vor Projektstart auf einen dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr.

Die genossenschaftliche VR Payment stellte gemeinsam mit BMS Consulting Mitte Februar mit Payfree ein vollständig automatisiertes Bezahlsystem am Point of Sale (POS) vor. Der Verbraucher autorisiert dabei in einer Smartphone-App sein Einkaufsbudget vor. Beim Verlassen des Ladens werden beim Durchschreiten einer speziellen Zone die Waren mittels der Radio Frequency Identification (RFID)-Technologie automatisch gescannt und der Bezahlprozess ausgelöst. sth

Contributor Information

Christian Kemper, Email: bankfachklasse@springernature.com.

Stefanie Hüthig, Email: bankfachklasse@springernature.com.


Articles from Bankfachklasse are provided here courtesy of Nature Publishing Group

RESOURCES