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. 2020 May 15;17(5):6–8. [Article in German] doi: 10.1007/s11298-020-7943-7

Medizin

Redaktion Api 1,
PMCID: PMC7203716  PMID: 32390788

COVID-19 Spätfolgen.

Bei COVID-19 ist es aus Expertensicht noch zu früh für gesicherte Aussagen über Spätfolgen. Bei heftigen Verläufen seien aber durchaus Restsymptome wie ein vermindertes Lungenvolumen zu erwarten, sagte Prof. Gläser, Neukölln. Bei Patienten mit leichteren Lungenentzündungen seien hingegen keine relevanten Folgen zu befürchten. Die möglichen Folgen bei schweren Verläufen müssen nicht allein auf das Virus zurückgehen, wie Gläser erklärte. Auch die maschinelle Beatmung sei ein potenziell schädlicher Reiz für das Lungengewebe. Hinzu kämen teils Komplikationen wie bakterielle Infektionen während der relativ langen Zeit, in der COVID-19-Patienten auf der Intensivstation liegen.

Deutsche Presse-Agentur

Studie zu Schlaganfall und Embolie.

Was bedeuten Symptome bei Vorhofflimmern?

Symptome eines Vorhofflimmerns sind kein Indikator für ein erhöhtes Schlaganfallrisiko.

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Durch Vorhofflimmern ausgelöste Beschwerden taugen nicht als Marker für die Schwere der Rhythmusstörung, wie Forscher aus der Schweiz und Kanada in einer Studie aufgedeckt haben. Die 3.836 Studienteilnehmer waren jährlich zu Vorhofflimmern-assoziierten Symptomen befragt worden. Das durchschnittliche Follow-up lag bei 3,7 Jahren; in dieser Zeit erlitten 140 Patienten einen Schlaganfall oder eine systemische Embolie. Die Inzidenz mit bzw. ohne Vorhofflimmernsymptome lag bei 1,05 bzw. 1,02 pro 100 Personenjahren. Der Unterschied war nicht signifikant. Ebenso irrelevant war das Vorhandensein von Symptomen im Hinblick auf Krankenhausaufnahmen wegen Herzinsuffizienz, Herzinfarkte, kardiovaskuläres und Sterberisiko insgesamt. Dass die Symptomatik weder mit Schlaganfällen noch mit anderen kardiovaskulären Ereignissen assoziiert war, steht laut den Autoren um Philipp Krisai, Basel, im Einklang mit der bisherigen Datenlage. Sie spreche dafür, präventive Maßnahmen, insbesondere die orale Antikoagulation, nicht von der An- oder Anwesenheit von Symptomen abhängig zu machen. Anders ausgedrückt: "Ein zufällig entdecktes Vorhofflimmern sollte genauso behandelt werden wie ein symptomatisches." bs

Krisai P et al. Associations of symptoms and quality of life with outcomes in patients with atrial fibrillation. Heart 2020; doi.org/10.1136/heartjnl-2019-316314

Sport bei Brustkrebs.

Die Sterblichkeit aktiver Brustkrebspatientinnen war in der Studie MARIE nur rund halb so hoch wie die Inaktiver. Zwischen 2002 und 2005 wurden 2.042 Betroffene rekrutiert. Bis 2015 waren 206 Frauen gestorben, 115 davon an Brustkrebs. Von den Frauen, die in den ersten Jahren nach Diagnose ausreichend aktiv waren starben nur 5,8%, von den Frauen, die kaum oder keinen Sport trieben, 12,5%. Wurden Begleitfaktoren wie Alter berücksichtigt, halbierte sich die Sterberate bei Frauen, wenn sie nach der Diagnose genug Sport trieben. Die Brustkrebsmortalität sank um 46%.

Jung AY et al. Pre- to postdiagnosis leisure-time physical activity and prognosis in postmenopausal breast cancer survivors. Breast Cancer Res. 2019;21(1):117.

Medizinklimaindex.

Jeder 2. Hausarzt erwartet wirtschaftlich nichts Gutes

Hausärzte bewerteten ihre wirtschaftliche Situation so schlecht wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Bis das Corona-Virus in den Praxen andere Themen überlagerte, waren Ärzte mit ihrer wirtschaftlichen Situation zwar relativ zufrieden, erwarteten aber eine schlechtere wirtschaftliche Lage. Dies zeigt der Medizinklimaindex (MKI) der Hamburger Stiftung Gesundheit, der vom 17. Februar bis 02. März erhoben wurde. Mit einem Wert von minus 2,3 liegt der MKI deutlich unter dem von vor sechs Monaten (minus 0,5). Für den MKI werden Haus- und Fachärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten befragt. 38% schätzen die aktuelle Lage als gut, 50% als befriedigend und 12% als schlecht ein. Eine günstigere Entwicklung erwarten nur 9,5%, 40% dagegen rechnen mit einer Verschlechterung. Allerdings gibt es zwischen den Berufsgruppen große Unterschiede. Hausärzte sind aktuell sehr pessimistisch und kommen auf einen MKI von minus 9,1. Das ist der niedrigste Wert der vergangenen fünf Jahre - insbesondere hervorgerufen durch eine pessimistische Zukunftserwartung: 44% der Hausärzte erwarten eine Verschlechterung ihrer derzeitigen wirtschaftlichen Situation. Bis vor einem Jahr hatten die Hausärzte fast durchgängig optimistisch in die Zukunft geblickt. Die Ursachen für die Bewertung der eigenen wirtschaftlichen Situation werden in der Abfrage nicht erhoben. ds

Auf Warnzeichen achten!

Harnleiter-Riss durch Sicherheitsgurt

Bei einem Autounfall mit multiplen inneren Verletzungen wird eine ureteropelvine Dissektion leicht übersehen. Wiederholte CT-Aufnahmen können hier von Vorteil sein.

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Ein Sicherheitsgurt rettet zwar Leben, kann bei einem schweren Autounfall aber auch Wirbelsäulenfrakturen (Chance-Frakturen) und erhebliche innere Verletzungen hervorrufen. Ein Ureterriss am Harnleiterabgang ist zwar eine recht seltene Folge der Kräfte, mit denen der Sicherheitsgurt bei einem Aufprall auf den Körper drückt, er wird aber oft erst zu spät erkannt und kann dann zum Verlust der Nieren führen, geben Urologen um Dr. Katagiri vom Krankenhaus in Jōetsu in Japan zu bedenken. Sie fanden bei einer 19-jährigen Frau eine Dissektion erst am Tag nach dem Unfall bei einem Kontrastmittel-CT zur Nierenuntersuchung.

Die Frau wurde mit einer leichten Epigastralgie und Paraplegie sowie stabiler Hämodynamik in die Klinik aufgenommen. Die erste Kontrastmittel-CT offenbarte multiple Verletzungen, darunter eine Chance-Fraktur mit Dislokation des ersten Lumbalwirbels. Außerdem hatte sie sich mehrere Rippen gebrochen, zeigte rechts einen Hämatothorax sowie eine rechtsseitige Nierenlazeration mit perirenaler Füssigkeitsansammlung, welche als Hämatom interpretiert wurde. Zudem erkannten die Ärzte Zeichen eines partiellen Niereninfarkts und vermuteten eine Dissektion renaler Arterien.

Perirenale Extravasation als Warnzeichen

Die Ärzte versorgten primär die Wirbelfraktur und legten eine Thoraxdrainage. Am nächsten Tag veranlassten sie erneut ein CT, um sich die Nierenverletzungen genauer anzuschauen. Sie entdeckten rechts eine perirenale Extravasation des Kontrastmittels ohne Trübung des Ureters. Per retrograder Urografie und Ureteroskopie bestätigten sie einen kompletten Riss des Ureters an der ureteropelvinen Verbindung. Sie veranlassten eine ureteropelvine Reanastomose mit Stent noch am selben Tag. Eine Ureterdissektion aufgrund eines stumpfen Traumas ist relativ selten. In die Literatur seien nur wenige Fälle einer ureteropelvinen Abtrennung infolge eines Sicherheitsgurtsyndroms beschrieben, oft in Kombination mit Chance-Frakturen, welche auf erhebliche Beschleunigungskräfte deuten, schreiben die Forscher.

Kompression der Ureter als Folge der Bremsbeschleunigung

Als Ursache sehen sie eine starke Überdehnung und/oder Kompression der Ureter als Folge der Bremsbeschleunigung. Der ureteropelvine Übergang fungiere dann oft als Sollbruchstelle, wenn die Niere wie ein Pendel am Harnleiter hin- und herschwinge. Die Urologen verweisen auf Berichte, wonach rund die Hälfte der Dissektionen erst 24 Stunden nach der Aufnahme erkannt werde, häufig deshalb, weil zunächst die Versorgung bedrohlicher Verletzungen im Vordergrund stehe. Der Ausfluss von Kontrastmittel bei der ersten CT werde zudem oft als Hämatom fehlinterpretiert. Ärzte sollten daher auch auf die Trübung der Harnleiter achten - und gegebenenfalls zeitnah erneut eine CT veranlassen.

Thomas Müller

Katagiri A et al. Ureteropelvic junction disruption associated with Chance fracture dislocation: A case of seat belt injury. Urol Case Rep 2020; doi.org/10.1016/j.eucr.2020.101188

91 Millionen dicke Kinder bis 2025.

Erhöhtes Sterberisiko bei adipösen Kindern

In der Kindheit adipöse Personen haben im frühen Erwachsenenalter ein dreifach höheres Sterberisiko.

Schätzungen zufolge werden 2025 weltweit 91 Millionen Kinder adipös sein - mit fatalen Folgen: Eine Adipositas im Kindesalter erhöht im mittleren Alter das Sterberisiko. Ob dieses schon früher ansteigt, haben Louise Lindberg, Stockholm, und Kollegen untersucht. 7.049 Personen in der Kindheit Adipöse wurden eingeschlossen und insgesamt 34.310 Personen der Allgemeinbevölkerung gegenübergestellt. Innerhalb von 190.752 Personenjahren wurden 104 Todesfälle registriert. Zum Todeszeitpunkt waren die Patienten im Schnitt 22 Jahre alt. In beiden Gruppen waren Suizide und Selbstverletzungen die Haupttodesursache. Diese Ereignisse traten nach kindlicher Adipositas allerdings doppelt so häufig auf. Bei mehr als einem Viertel derer, die in der Kindheit an Adipositas litten, war die Adipositas selbst der primäre Grund oder zumindest ein beteiligter Faktor für den Tod. Das Studiendesign lässt jedoch keinen Rückschluss auf einen kausalen Zusammenhang. Die Autoren wollen weiter prüfen, ob eine erfolgreiche Adipositastherapie das frühe Sterberisiko senken kann. st

Lindberg L et al. PLoS Med 17(3): e1003078,2020


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