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. 2020 Aug 13;68(8):604. [Article in German] doi: 10.1007/s15011-020-3252-4

Haut kann Hinweis auf Verlauf liefern

Joachim Pfitzer 1,
PMCID: PMC7399028

Eine aktuelle Studie fasst zusammen, welche Schäden SARS-CoV-2 außerhalb der Lunge auslösen kann. Treten Hautmanifestationen auf, liefern diese unter Umständen einen Hinweis auf die Schwere des Krankheitsverlaufs.

Über dermatologische Manifestationen von COVID-19 wurde erstmals in einer ita- lienischen Beobachtungsstudie berichtet. Die Hautveränderungen traten dort mit einer Häufigkeit von 20 % bei Krankenhaus- patienten ohne Arzneimittelexposition in der Vorgeschichte der letzten zwei Wochen auf. Rund 44 % der Patienten hatten zu Beginn ihrer Erkrankung Hautbefunde, die übrigen Patienten entwickelten diese im Verlauf. Zu den kutanen Manifestationen gehörten erythematöser Ausschlag, Urtikaria und Wind- pocken-ähnliche Vesikel. In dieser kleinen Studie wurde keine Korrelation zur Schwere der Erkrankung festgestellt.

Eine vorläufige systematische Überprüfung von 46 Studien (einschließlich Fallberichten und -serien) ergab, dass chilblainähnliche Läsionen die am häufigsten gemeldeten Hautmanifestation darstellten. Andere kutane Befunde waren makulopapuläre Eruptionen sowie vesikuläre, livedoartige und nekrotische Läsionen. Es zeigte sich auch, dass chil- blainähnliche Läsionen mit einem leichteren Verlauf von COVID-19 assoziiert waren, während bei schwererem Verlauf livedoide und nekrotische Läsionen beobachtet wurden. Fallberichte haben außerdem exanthematische Hautausschläge und Petechien unter COVID-19 beschrieben.

Pathophysiologie

Die Exposition gegenüber Arzneimitteln, auch solchen zur COVID-19-Therapie wie Hydroxychloroquin, Remdesivir, Tocilizumab oder anderen experimentellen Medikamenten, gilt es zu berücksichtigen, bevor Hautläsionen auf die Virusinfektion zurückgeführt werden. Mögliche Mechanismen für COVID-19-bedingte kutane Manifestationen umfassen eine Immunüberempfind- lichkeitsreaktion auf SARS-CoV-2-RNA, Zytokinfreisetzungssyndrom, Ablagerung von Mikrothromben und Vasku- litis.

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Oberflächliche perivaskuläre Dermatitis und dyskeratotische Keratinozyten wurden am häufigsten aus der histopathologischen Untersuchung von Hautausschlägen COVID-19-Betroffener beschrieben. Die Biopsie von chilblainähnlichen Läsionen zeigte diffuse und dichte lymphoide Infiltrate sowie Anzeichen einer endothelialen Entzündung. Gelegentlich wurden kleine Thromben in Gefäßen der Dermis gesehen.

Überlegungen zum Krankheitsmanagement

Die meisten kutanen Manifestationen von COVID-19 waren vorübergehender Natur. Derzeit ist nicht klar, ob Patienten mit dermatologischen Erkrankungen, die eine biologische Therapie erhalten, ein erhöhtes Risiko für Kompli- kationen durch COVID-19 haben. In ihren vorläufigen Leitlinien empfiehlt die American Academy of Dermatology, die biologische Therapie bei COVID-19-positiven Patienten abzubrechen, ähnlich der Empfehlung für Patienten mit anderen aktiven Infektionen. Bei Risikopatienten kann im Einzelfall die fortgesetzte Verabreichung dieser Medikamente erwogen werden.

Literatur

Gupta A et al. Extrapulmonary manifestations of COVID-19. Nat Med 2020; 26: 1017-32


Articles from Der Deutsche Dermatologe are provided here courtesy of Nature Publishing Group

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