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. 2020 Sep 25;22(9):26. [Article in German] doi: 10.1007/s15005-020-1459-2

Schlechte Prognose bei Schlaganfall

Hans-Christoph Diener 1,
PMCID: PMC7501758

Fragestellung: Gibt es einen Zusammenhang zwischen der COVID-19-Erkrankung und Schlaganfällen?

Hintergrund: COVID-19 führt primär zu einer schweren interstitiellen Pneumonie. Teilweise kommt es auch zu neurologischen Manifestationen, unter anderem zu Schlaganfällen.

Patienten und Methodik: Die Autoren identifizierten Patienten mit COVID-19 und Schlaganfall. Verglichen wurden unter anderem Patienten, die eine zerebrale Ischämie erlitten hatten und Patienten mit zerebraler Blutung.

Ergebnisse: In dem spanischen Krankenhaus wurden im März und April 2020 insgesamt 1.683 an COVID-19 erkrankte Patienten stationär behandelt. Davon hatten 23 (1,4 %) einen Schlaganfall erlitten. 17 Patienten hatten eine zerebrale Ischämie (73,9 %), davon zwei mit arterieller Dissektion). Fünf Patienten erlitten eine intrazerebrale Blutung (21,7 %) und ein Patient eine Leukenzephalopathie. Auffällig war eine Häufung von ischämischen Schlaganfällen im vertebrobasilären Versorgungsgebiet (6/17; 35,3 %). Bei den Patienten mit Blutungen fanden sich eine Subarachnoidalblutung, mehrere Mikroblutungen und fokale Hämatome. Es wurden zwei Biopsien untersucht. Beide zeigten Anzeichen einer thrombotischen Mikroangiopathie und einer endothelialen Schädigung ohne Hinweise auf eine Vaskulitis oder nekrotisierende Enzephalitis. Die Prognose war bei 74 % der Patienten ungünstig. Das Alter der Patienten war der wichtigste Prädiktor für eine schlechte Prognose.

Schlussfolgerung: Diese Daten zeigen bei Patienten mit COVID-19 eine Inzidenz zerebrovaskulärer Erkrankungen von 1,4 %. Es besteht eine hohe Morbidität und Mortalität.

Hernandez-Fernandez F, Valencia HS, Barbella-Aponte RA et al. Cerebrovascular disease in patients with COVID-19: neuroimaging, histological and clinical description. Brain 2020 [Online ahead of print]

Kommentar von Hans-Christoph Diener, Essen.

Hohe Morbidität und Mortalität

Diese Studie aus Spanien zeigt eine Prävalenz von Schlaganfällen bei Patienten mit COVID-19 Infektion von 1,4 %. Dies steht in Übereinstimmung mit anderen Daten aus der Literatur, die eine Prävalenz von Schlaganfällen zwischen 1 % und 3 % beschreiben. Wie in den anderen Fallserien sind ischämische Insulte häufiger als zerebrale Blutungen. Die Autoren waren in der Lage, bei zwei Patienten eine Biopsie zu gewinnen. Dort zeigten sich eine thrombotische Mikroangiopathie und eine Endothelschädigung. Diese Befunde stimmen mit denen überein, die in der Lunge von Patienten mit einer SARS-CoV-2-Infektion gefunden wurden [1].

Insgesamt ist die Prognose von Patienten, die im Rahmen einer COVID-19-Erkrankung einen Schlaganfall erleiden, schlecht. In dieser Studie verstarben 30 % der Patienten mit Schlaganfall bei einer der SARS-CoV-2-Infektion. Im selben Zeitraum waren 66 Patienten mit einem Schlaganfall aufgenommen worden, die nicht an COVID-19 erkrankt waren. Bei dieser Patientengruppe lag die Sterblichkeit bei 13,5 %.

Referenz


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