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. 2020 Oct 9;24(10):8. [Article in German] doi: 10.1007/s00092-020-4226-2

Corona legte Sexleben von Paaren lahm

Elke Oberhofer 1,
PMCID: PMC7537367

Dass Menschen in Krisenzeiten mehr Sex haben, ist ein beliebtes Narrativ. Die aktuelle Corona-Pandemie scheint das häusliche Sexleben jedoch eher lahmgelegt zu haben, wie eine Online-Umfrage aus Italien zeigt [Cito G et al. Urology. 2020; https://doi.org/d9ds]. Von 1.576 Befragten im Alter zwischen 31 und 46 Jahren lebten fast alle in einer stabilen Beziehung, jeweils etwa 20 % hatte ein beziehungsweise zwei Kinder, knapp 60 % waren kinderlos.

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Die Mehrzahl der Teilnehmer berichtete, der Lockdown hätte sich negativ auf die wöchentliche Sex-Frequenz mit ihren Partnern ausgewirkt: Während des Lockdowns sei der Anteil der Studienteilnehmer, die mindestens zweimal pro Woche Sex hatten, von 54 % auf 37 % zurückgegangen, berichten die Forscher. Fehlende Lust auf Sex war nicht das Problem: Bei 71 % war die Libido im Lockdown gleich geblieben - und zwar bei beiden Geschlechtern. Doch 43 % der Befragten gaben an, in dieser Zeit "zu wenig Privatsphäre" gehabt zu haben, 41 % berichteten über "mangelnde psychologische Anreize".

Wenn sich die komplette Familie den ganzen Tag unter einem Dach aufhalte, leide das Intimleben erheblich, resümieren die Autoren der Studie. Die Umfrage habe auch gezeigt, dass die sexuellen Aktivitäten seltener wurden, je mehr Kinder sich im Haushalt tummelten. Hinzu kämen möglicherweise Ängste um die wirtschaftliche Existenz sowie die Sorge, den Partner bei engem Kontakt möglicherweise mit dem Coronavirus zu infizieren. Aber auch das äußere Erscheinungsbild des Partners - viele kamen während des Lockdowns gar nicht mehr aus dem Pyjama heraus - könne die sexuelle Abstinenz gefördert haben.

Knapp 40 % der Befragten gaben zudem an, ihre Selbstbefriedigung wegen Corona reduziert zu haben. Als Hauptgrund wurden auch hier wieder fehlende Rückzugsmöglichkeiten genannt. Harte Fakten wrd aber erst die Geburtenstatistik für den kommende Winter liefern.


Articles from Uro-News are provided here courtesy of Nature Publishing Group

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