Im Vergleich zu den vergangenen Jahren starben in der ersten Phase des Corona-Ausbruchs mehr Menschen zu Hause oder im Pflegeheim und seltener im Krankenhaus.
Zu Beginn der Corona-Pandemie gab es in England und Wales 2.085 zusätzliche kardiovaskuläre Todesfälle. Vor allem stieg der Anteil der Menschen, die zu Hause an kardiovaskulären Ereignissen starben, die Todesrate in Krankenhäusern sank. Auch in Deutschland wurden weniger Menschen wegen akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen hospitalisiert. Für die Analyse wurden Daten aus Sterbeurkunden ausgewertet. In den ersten vier Monaten der Pandemie ereigneten sich fast 29.000 kardiovaskuläre Todesfälle, mit Höhepunkt Anfang April. Zu dieser Zeit lautete die Botschaft: "Zu Hause bleiben, das Gesundheitssystem schützen, Leben retten". Das könnte dazu geführt haben, dass weniger Menschen ärztliche Hilfe in Anspruch nahmen. "Während sich das Gesundheitssystem auf eine zweite COVID-19-Welle vorbereitet, muss sichergestellt werden, dass die Menschen verstehen, dass die Krankenhäuser verfügbar sind", resümieren die Forscher um Dr. Jianhua Wu, Leeds. Menschen, die ärztliche Hilfe brauchen, sollten sich diese auch holen, ergänzen sie.
