Kein Abwärtstrend trotz SARS-CoV-2: Bereits im Sommer 2020 hatte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) vermeldet, dass die Zahl der Organspender trotz der Corona-Pandemie gestiegen ist. Bis Ende Juni registrierte die Stiftung 487 postmortale Spender, Stand Ende Oktober sind es 793. Das ist eine leichte Steigerung von 2,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, hieß es Anfang November auf dem DSO-Jahreskongress.

Der Blick in die europäischen Nachbarländer zeigt aber, dass dieses kleine Plus mehr wiegt als in den Jahren zuvor. In Spanien etwa seien im Frühjahr die Organspenderzahlen auf fast ein Viertel der früheren Aktivität zurückgegangen. Spanien gilt als besonders schwer betroffen von der Pandemie.
Die DSO schreibt das Plus vor allem dem Engagement in den Kliniken zu, trotz des Fokus auf Corona an die Organspende zu denken. So hätten die organspendebezogenen Kontakte zur DSO als Koordinierungsstelle ebenfalls zugenommen, um 4,1 % auf 2.626 Kontakte.
Dennoch müsse mehr und vor allem früher über das Thema Organspende gesprochen werden, mahnten Mediziner auf der Tagung. "Wir müssen wissen, was der Patient möchte", so Prof. Klaus Hahnenkamp von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.
