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. 2020 Dec 7;64(12):8–11. [Article in German] doi: 10.1007/s12614-020-9473-9

In Kürze

PMCID: PMC7686815  PMID: 33250553

Positive Bilanz trotz hoher Fehleranfälligkeit.

PraxisBarometer Digitalisierung 2020-- Digitalisierung ist im Praxisalltag nicht mehr wegzudenken. So ist die Zahl von Praxen, die Videosprechstunden im Jahr 2020 anbieten, auf fast 40 Prozent (rund 40.000) angestiegen. Die Erfahrungen mit diesem Kommunikationsweg sind überwiegend positiv. Anders sieht es mit dem Rollout der Telematikinfrastruktur (TI) und der Anwendung der Technik aus. Rund zehn Prozent der Praxen haben täglich technische Probleme, berichtete KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel bei der Vorstellung des PraxisBarometers Digitalisierung 2020.

Ein großes Hemmnis der Digitalisierung ist die Fehleranfälligkeit der EDV-Programme, sagten über 80 Prozent der Befragten. "Einer der größten Störfaktoren ist die Störanfälligkeit des Systems. Die hohe Fehleranfälligkeit der TI führt zu Skepsis vor der Einführung weiterer digitaler Anwendungen", sagte Kriedel. Er forderte: Die Reihenfolge müsse geändert werden. Erst sollten Produkte sicher entwickelt und die Finanzierung geklärt werden, und erst dann sollte es gesetzliche Vorgaben und Fristen für die Praxen geben.

Zum PraxisBarometer 2020: Das IGES Institut hat die Erhebung im Auftrag der KBV durchgeführt. 2.193 Ärzte und Psychotherapeuten nahmen an der Online-Befragung teil. Das PraxisBarometer stellt damit die bislang umfassendste repräsentative, wissenschaftlich begleitete Befragung von Ärzten und Psychotherapeuten zum Stand der Digitalisierung dar.

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dr. dirk heinrich wiedergewählt.

HNO-Ärzte-- Dr. Dirk Heinrich bleibt für eine weitere Amtsperiode Präsident des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. Der 61-Jährige wurde Ende Oktober in Berlin im Amt bestätigt. Zur Vizepräsidentin wurde Dr. Kerstin Zeise (52) aus Berlin gewählt. Vizepräsident bleibt Stefan Drumm (55) aus dem niedersächsischen Adendorf.

Bei seinem Bericht zur Lage am Vortag der Wahlveranstaltung betonte Heinrich, dass sich die berufliche Situation für ambulant tätige HNO-Ärztinnen und -Ärzte in den vergangenen zehn Jahren deutlich verbessert habe. Durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vollziehe die Politik eine entscheidende Kehrtwende: "Die Politik hat endlich erkannt, dass Budgetierung im GKV-Bereich keine Probleme löst, sondern vielmehr Ursache von Wartezeiten, Ärztemangel und Investitionsstau in den Facharztpraxen ist", sagte der Hamburger HNO-Arzt. Insbesondere grundversorgende Fachgruppen, wie Augenärzte, Orthopäden und HNO-Ärzte, profitierten vom TSVG.

Spahn kooperiert mit Google.

Gesundheitsinformationen-- Immer mehr Menschen informieren sich über Gesundheitsthemen im Internet. Die Corona-Pandemie hat diesen Trend noch verstärkt. Um die Webrecherche leichter zu machen, kooperiert das Bundesgesundheitsministerium (BMG) Medienberichten zufolge neuerdings mit Google. Über die Suchmaschine sollen verlässliche Infos schnell zu finden sein. Das BMG hat sich mit dem Internetkonzern zusammengetan, um seine Informationsseite "gesund.bund.de" prominenter in den Suchergebnissen zu platzieren.

Das Portal des BMG war im Herbst an den Start gegangen und bereitet Informationen rund um das Thema Gesundheit auf, die auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen fußen. Und so funktioniert die Kooperation: Bei der Googlesuche nach bislang 160 Krankheiten und gesundheitsrelevanten Themen tauchen große, farblich hinterlegte Kästen mit Infos von der Seite "gesund.bund.de" zu Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten auf. Außerdem wird mit einem Link auf die Seite des BMG verwiesen.

Aber: "Einen Arztbesuch können auch diese Ergebnisse natürlich nicht ersetzen", gab Google-Vizepräsident für Zentraleuropa, Philipp Justus, zu bedenken.

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Nährstoffe gegen Alzheimer.

Studie-- Spezielle Nahrungsergänzungsmittel können möglicherweise die Entwicklung einer Demenz verlangsamen. Darauf deutet die europäische Studie LipiDiDiet hin, die im Journal "Alzheimer's & Dementia" veröffentlicht wurde. Bei der breit angelegten Langzeitstudie erhielten 311 Patienten in elf Kliniken einen speziellen Nährstoffmix, eine Kontrollgruppe bekam ein Placebo. "Bei den Patienten mit dem Nährstoffcocktail schrumpften die Gehirne der von Alzheimer betroffenen Teilnehmer um 20 Prozent weniger als bei der Vergleichsgruppe, der Veränderungsprozess im Gehirn konnte also deutlich verlangsamt werden", erläutert Studienleiter Tobias Harmann, Professor für Demenzprävention an der Universität des Saarlandes. "Noch wichtiger war, dass die Hirnleistung während der drei Jahre zwischen 40 und 70 Prozent weniger nachließ als bei den nichtbehandelnden Probanden."

Die positiven Effekte hätten sich besonders deutlich bei Teilnehmern in einem sehr frühen Stadium der Krankheit gezeigt. "Zudem konnten wir, was uns selbst überraschte, feststellen, dass die Wirkungen im Laufe der Behandlungszeit zunahmen und sich nicht nur in Bezug auf das Gedächtnis, sondern auch auf andere kognitive Bereiche ausweiteten, je länger die Behandlung andauerte."

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Das in der Studie eingesetzte Nährstoffgemisch "Fortasyn Connect" enthält eine spezielle Kombination aus essenziellen Fettsäuren, Vitaminen und anderen Nährstoffen. Dazu zählen Docosahexaensäure, Eicosapentaensäure, Uridinmonophosphat, Cholin, die Vitamine B12, B6, C, E und Folsäure sowie Phospholipide und Selen. Frühere präklinische Forschungen des LipiDiDiet-Konsortiums und anderer Laboratorien, etwa des Massachusetts Institute of Technology (MIT), haben gezeigt, dass diese Nährstoffe eine Reihe von für Alzheimer typische Hirnveränderungen reduzieren. Derzeit leiden etwa 47 Millionen Menschen weltweit an Alzheimer oder einer ähnlichen Demenz, für die es keine Heilung gibt. Binnen der kommenden 20 Jahre soll sich diese Zahl verdoppeln.

HNO-Klinik sucht geheilte Corona-Patienten.

Riechvermögen-- Für eine Studie zur Auswirkung des Corona-Virus auf das Riechvermögen suchen Wissenschaftler des Universitätsklinikums Jena Menschen, die COVID-19 überstanden haben. Der zumindest vorübergehende Verlust des Geruchs- und Geschmackssinnes gehört zu den typischen Symptomen der Erkrankung. Die Schmeckstörung sei jedoch "meist auf das fehlende Feinaroma von Nahrungsmitteln zurückzuführen, das über den Riechsinn wahrgenommen wird", betont PD Dr. Thomas Bitter von der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Jena. "Uns interessiert vor allem die Dynamik: Wie läuft die Wiedererlangung des Riechvermögens ab, wie groß ist die Besserungsrate, und lassen sich Anzeichen für Risikogruppen erkennen?" Der standardisierte Test dauert eine gute halbe Stunde. Termine können unter Tel. 03641/9329393 vereinbart werden.

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Articles from Der Freie Zahnarzt are provided here courtesy of Nature Publishing Group

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