Aufgrund der COVID-19-Epidemie wurde die DGP-Tagung im Jahr 2020 als Onlineveranstaltung durchgeführt. Hierbei hatte die Arbeitsgemeinschaft Gastroenteropathologie neben 50 on-demand-Beiträgen eine virtuelle Sitzung am 4. Juni 2020, in der jeweils ein Beitrag zur Pathologie des oberen und unteren Gastrointestinaltrakts, der Leber und des pankreatikobiliären Systems vorgestellt und diskutiert wurde. Die Beiträge wurden aus den eingesandten und benoteten Abstracts für eine 15-minütige Präsentation mit anschließender Diskussion ausgewählt. An der Session nahmen neben den Vortragenden und Vorsitzenden konstant über 80 Personen (insgesamt 121 Anmeldungen in der Sitzung) teil. Die Diskussion war rege und die Kommunikation dank der technischen Voraussetzungen gut.
Als Gastredner stellte Herr Dr. Hüneburg (Nationales Zentrum für erbliche Tumorsyndrome [NZET], Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum Bonn) die Vorgehensweise des Gastroenterologen bei der Diagnostik und Therapie von erblichen Tumorerkrankungen des Gastrointestinaltrakts vor. Hierbei wies Herr Hüneburg von klinischer Seite auf die Bedeutung der histologischen und molekularen Diagnostik für die Eingrenzung syndromatischer Erkrankung hin und stellte auch die Befunde seltener genetischer Ursachen von Polyposis-Erkrankungen vor. Der Vortrag verdeutlichte, wie wichtig die Möglichkeit einer Mitbetreuung von Patienten mit erblichen Tumorprädispositionserkrankungen durch ein spezialisiertes Zentrum ist und welche Bedeutung die histopathologische Befundung für die Diagnostik und die Surveillance der Patienten hat.
Thematisch wurde in dem virtuellen Sitzungsprogramm und in den On-demand-Beiträgen die gesamte Bandbreite der diagnostischen und wissenschaftlichen Gastroenteropathologie abgedeckt: von Fallberichten über molekularpathologische Studien bis hin zu experimentellen Arbeiten. Beiträge aus dem Bereich der Immunpathologie des gastrointestinalen und hepatobiliären System wurden dieses Mal wegen des speziellen Tagungsschwerpunktes zum Teil im Rahmen des Hauptprogrammes vorgestellt.
Schwerpunkte der Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft Gastroenteropathologie
Im Rahmen der in 2020 virtuell stattfindenden Mitgliederversammlung anlässlich der Jahrestagung wurde von Herrn Professor Bläker kurz über die Aktivitäten und Schwerpunktsetzungen des vergangenen Jahres berichtet.
Es wurde ein hohes Maß an interdisziplinärer Aktivität verzeichnet. Nahezu alle viszeralonkologischen Fachtagungen wurden von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft durch Vorträge und Präsentationen unterstützt. Hier ist insbesondere die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankung in 2019 (DGVS), der Deutschen Gesellschaft für Abdominal- und Viszeralchirurgie 2019 (DGAV) sowie der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin 2019 (DGIM) und der Deutsche Krebskongress 2020 (DKK) zu nennen.
Die für Frühjahr und Herbst 2020 vorgesehen Kongresse sind aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt (DGVS/DGAV; DGIM), sodass die Teilnahme der Pathologie an diesen Veranstaltungen voraussichtlich erst wieder im Jahr 2021 relevant werden wird.
Die aktuellen Leitlinienaktivitäten wurden im Rahmen der Mitgliederversammlung kurz besprochen. Es waren zum Zeitpunkt der DGP-Tagung 11 Leitlinien aus dem Bereich der gastrointestinalen und hepatobiliären Erkrankungen unter Mitarbeit der Pathologen in Bearbeitung.
Ein Treffen der Arbeitsgemeinschaft fand noch vor Einführungen der COVID-19-bedingten Beschränkungen im Februar 2020 in Berlin statt und ist auf positive Resonanz gestoßen. Thema war die neue WHO-Klassifikation von Tumoren des Verdauungstraktes sowie ein Austausch der Weiterbildungsstrukturen in den einzelnen Instituten. Es wurde in der Mitgliederversammlung vereinbart, die Treffen regelmäßig stattfinden zu lassen, wobei vor dem Hintergrund der positiven Erfahrungen mit der virtuellen Sitzung bei der DGP-Tagung auch eine virtuelles Treffen der AG in Betracht gezogen wird.
Einhaltung ethischer Richtlinien
Interessenkonflikt
H. Bläker gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden vom Autor keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
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