Vor dem Hintergrund, dass anfangs mit einer begrenzten VerfÜgbarkeit eines COVID-Impfstoffs gerechnet werden muss, erarbeiteten Forscher der UMIT TIROL, TU Wien und dwh GmbH Ziel im Forschungsprojekt TAV-COVID eine evidenzbasierte Entscheidungsgrundlage, welche Personengruppen mit einem COVID-Impfstoff prioritÄr behandelt werden sollen, um den Gesamtnutzen fÜr die BevÖlkerung zu maximieren. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes „Gezielte Impfstrategien fÜr COVID-19: Eine Computersimulationsstudie zur Bewertung von Impfszenarien unter BerÜcksichtigung begrenzter ImpfkapazitÄten (TAV-COVID)“ wurden kÜrzlich im Rahmen eines virtuellen COVID-19 Symposiums an der Johns Hopkins University vorgestellt und mit internationalen Wissenschaftlern diskutiert.
In der ersten Stufe einer Vielzahl von mÖglichen Szenarien wurde von einer VerfÜgbarkeit des Impfstoffes fÜr zunÄchst 200.000 Personen ausgegangen. In einer weiteren Stufe wurde eine ImpfstoffverfÜgbarkeit fÜr etwa zwei Millionen Personen zugrunde gelegt und jeweils die Auswirkung der Impfung unterschiedlicher Zielgruppen auf verschiedene Endpunkte simuliert.
„Wenn zunÄchst erst wenig Impfstoff zur VerfÜgung steht und man das Ziel verfolgt, Hospitalisierungen bzw. TodesfÄlle so gering wie mÖglich zu halten, gelingt dies am besten, wenn man beim Impfen die Personengruppe, die Älter als 65 Jahre ist, priorisiert,“ erklÄrt die Projektleiterin Priv.-Doz. Dr. Beate Jahn von der UMIT Tirol. „Danach folgt die Personengruppe, die im Ansteckungsfall ein erhÖhtes Risiko fÜr einen schweren Krankheitsverlauf hat. Andere Kriterien sprechen fÜr die Priorisierung des Gesundheitspersonals. Hierzu gehÖren der Systemerhalt und die SchutzwÜrdigkeit beruflich besonders stark exponierter Personen.“
Am effizientesten: Totale ImmunitÄt
Ist ein nicht sterilisierender Impfstoff fÜr ca. 2,5 Millionen Personen verfÜgbar, vermeidet das Impfen der Älteren gefolgt von vulnerablen Personen etwa ein Drittel der Hospitalisierungen und TodesfÄlle im Vergleich zu keiner Impfung, wie Simulationsforscher Niki Popper erklÄrt. Ein vorrangiges Impfen des Gesundheitspersonals fÜhrt in dieser Stufe zu vergleichbaren Ergebnissen. Eine sterilisierende Impfung, also eine Impfung, die eine totale ImmunitÄt erzielt, fÜhrt, so Jahn, zu einer effektiveren und nachhaltigeren Reduktion der Hospitalisierungen und TodesfÄlle von mehr als 60 Prozent und insbesondere zu einer grÖßeren Reduktion der Infektionen.
Quelle
- Medieninformation Tiroler PrivatuniversitÄt UMIT TIROL
