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editorial
. 2021 Jan 29;69(1):3. [Article in German] doi: 10.1007/s15011-020-4467-0

Es gibt Hoffnung

Jan Ter-Nedden 1,
PMCID: PMC7818692

Wir sind ins neue Jahr mit einem harten Lockdown gestartet, der zum Erscheinungstermin dieses Heftes bereits verlängert werden musste.

Zu Beginn der Pandemie wussten wir noch nichts über SARS-CoV-2, seinen medizinischen Verlauf und die Auswirkungen auf unsere Praxen und das Gesundheitssystem. Jetzt, im Januar 2021, wissen wir mehr. Wir haben Hygienekonzepte, welche vielerorts bereits die Härtetests im Verlauf der Pandemie als wirksam überstanden haben. Wir haben positiv getestete Patienten oder Mitarbeiter in den Praxen gehabt, welche glücklicherweise nicht zu katastrophalen Kettenreaktionen geführt haben. Schutzausrüstungen sind vielerorts ebenfalls wieder besser verfügbar. Der Ausfall von Mitarbeitern durch notwendige Quarantäneanordnungen führt noch immer zu einer aufgezwungenen Flexibilität im Praxismanagement. In vielen Bundesländern haben sich die Rettungsschirme der KVen bewährt und wurden verlängert. Die nun wieder erzwungene Schließung der Kosmetik-Sparten im Praxis- betrieb bleibt ein bitterer Wermutstropfen.

Und der wohl größte Unterschied zum ersten Lockdown: Jetzt gibt es ein Ziel, eine Hoffnung, dass der schwer vorhersehbare Verlauf der Pandemie kanalisiert werden könnte. Die möglichen Impfungen versprechen viel - wir hoffen, dass diese Versprechen zu möglichst großen Teilen auch erfüllt werden können. Wir möchten in unseren Praxen wieder "zurück zum Alltag". Eine Planung sollte verlässlich möglich sein, eine Führung möglichst durch proaktives, vorausschauendes Agieren erfolgen und nicht, wie in den letzten Monaten, eher durch Reagieren und Vermeiden größerer Katastrophen geprägt sein.

Mit Spannung sehen wir auch auf die anderen wichtigen Entwicklungen dieses neuen Jahres: Neben weltpolitischen Themen wie dem Brexit mit allen Konsequenzen und der Amtseinführung eines neuen amerikanischen Präsidenten haben wir auch in Deutschland wichtige Wahlen: Am 26. September sind Bundestagswahlen! Diese sind in Betracht auf die weiteren Entwicklungen im deutschen Gesundheitswesen wichtig. Die "neue GOÄ" ist ein Thema, welches seit Jahren bearbeitet wird, im Moment im System festhängt und sicher erst nach den Wahlen wieder diskutiert werden wird. Auch die Frage der Kostensteigerung im Gesundheitssystem und seiner Finanzierung wird uns treffen; diese Diskussion wird vermutlich bereits vor der anstehenden Wahl beginnen. Und die Frage, welche über allem steht: Wer soll den gesamten Flurschaden bezahlen? Neue Steuern? Ein Generationenvertrag? Inflation zur Entwertung aufgenommener Schulden? Viele denkbare und undenkbare Vorschläge werden hier von Seiten der Politik diskutiert werden müssen.

Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, wünsche ich im Namen des Vorstands des BVDD einen guten Start in das neue, hoffentlich planbarere Jahr 2021.

Ihr

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Dr. Jan Ter-Nedden.

Kooptiertes Mitglied des BVDD-Vorstandes


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