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. 2021 Jan 28:1–2. [Article in German] doi: 10.1159/000514423

Besondere Hygienemaßnahmen in der ophthalmologischen Praxis

Klaus Rohrschneider 1,*
PMCID: PMC7900447

Abstract

This review focuses on best practices and recommendations for hygiene and disinfection to limit exposure and transmission of infection in outpatient glaucoma clinics during the current CO­VID-19 pandemic.

Keywords: Coronavirus, Disinfection, Hygiene, Glaucoma, Tonometry, Visual field testing, Optical coherence tomography, Lenses


Abstract aus Shabto JM, De Moraes CG, Cioffi GA, Liebmann JM: Review of hygiene and disinfection recommendations for outpatient glaucoma care: a COVID era update. J Glaucoma 2020;29:409–416. DOI: 10.1097/IJG.0000000000001540

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Transfer in die Praxis von Prof. Dr. Klaus Rohrschneider (Heidelberg)

Hintergrund

SARS-CoV-2 hat nicht nur das Leben dieses Jahres beherrscht, auch und besonders in der Medizin ist dies ein neues und zunehmend diskutiertes Thema. Im Wesentlichen stellt sich für den Arbeitsplatz die Frage des Risikos einer Übertragung: Hier unterscheidet man die Übertragung vom Patienten auf den Augenarzt oder die Mitarbeiter bzw. umgekehrt und eine Infektion zwischen den Mitarbeitern. Letzteres stellt die Hauptgruppe vor allem im Krankenhaus dar [1].

Obwohl das Risiko einer okulären Übertragung im Tränenfilm sehr gering ist [2], besteht in der Augenheilkunde mit einem sehr hohen Patientendurchsatz aufgrund des engen Patientenkontakts mit Spaltlampenuntersuchung und Perimetrie sowie bildgebenden Untersuchungsgeräten und direktem Kontakt z.B. bei Probiergläsern eine Gefahr auch der Übertragung von Patient zu Patient. Handlungsanweisungen und Organisationshinweise sind daher erforderlich.

Studienergebnisse

Der Artikel stellt die Hygiene- und Desinfektionsempfehlungen bei ambulanten Kontrollen von Glaukompatienten mit Stand April 2020 dar, die sich durchaus auch auf Patienten mit anderen Augenerkrankungen übertragen lassen, vor allem da hier Empfehlungen für die Reinigung und Desinfektion bei den wesentlichen kritischen Untersuchungen wie Druckmessung, Perimetrie, optische Kohärenztomografie (OCT) und bei Kontaktgläsern sowie Untersuchungslupen enthalten sind. Zusätzlich sollten nur wirklich dringlich erforderliche Untersuchungen erfolgen, die Patienten wenn möglich ohne Begleitperson die Praxis aufsuchen und neben einer wirksamen Atemschutzmaske (mindestens FFP2) gegebenenfalls auch eine persönliche Schutzausrüstung benutzen, wie bei möglicherweise infizierten Patienten.

Fazit für die Praxis

Glaukompatienten stellen eine wesentliche Gruppe des Patientenguts in der augenärztlichen Praxis dar. Bei diesen sind regelmäßige Kontrollen auch ohne akute Beschwerden für eine ausreichende Beurteilung der Behandlung wichtig, sodass diese Patienten auch bei reduziertem Patientendurchsatz den Augenarzt aufsuchen. Gleichzeitig sind die klassischen Untersuchungen bei diesen Patienten teilweise mit engem Kontakt zu Geräten oder dem Untersucher verbunden. Da für eine Desinfektion der Tonometerköpfe bei der Applanationstonometrie keine ausreichenden Vorgaben existieren, sind Einmalartikel hier vorzuziehen; als Screeningmaßnahme bietet sich eine berührungslose Messung an, auch wenn diese außerhalb des Normbereichs fehlerhaft sein kann. Bezüglich der Perimetrie gibt es ebenfalls Probleme, da neben der Kinnstütze die gesamte Perimeterkugel potenziell viral kontaminiert sein kann. Aufgrund eines direkten Kontakts sollte die Okklusion am besten mit Okklusionspflastern erfolgen. Als wesentlicher Schutz ist an der Spaltlampe eine Infektionsprävention durchzuführen. Hier gibt es für die handelsüblichen Spaltlampen bereits passend erhältliche Plexiglasscheiben bzw. Herstellungsanleitungen [3].

Aus aktuellen Zahlen ist bekannt, dass medizinisches Personal ein deutlich erhöhtes Risiko hat, sich zu infizieren und dabei einen schwereren Krankheitsverlauf zu erleben [4]. Handlungsanweisungen zu Hygiene und Desinfektion sind daher gerade in der augenblicklichen Situation wesentlich und können auch bei den anderen ophthalmologischen Patienten zur Anwendung kommen. Bisher gibt es hierzu durchaus Unterschiede [5]. So sollte der Kontakt möglichst auf die Patienten selbst beschränkt werden und Aufenthaltszeiten sollten so kurz wie möglich gehalten werden [6].

Daneben sollte vor allem auch im Umgang mit den Mitarbeitern auf die Beachtung der Schutzmaßnahmen geachtet werden, da gerade hier ein hohes Infektionsrisiko besteht. Es ist nicht absehbar, ob die im Ausland bereits beginnenden Impfungen schnell zu einer Änderung der aktuell hohen Infektionszahlen führen werden. Wahrscheinlich werden wir noch lange mit dieser Herausforderung leben müssen.

Disclosure Statement

Hiermit erkläre ich, dass keine Interessenskonflikte in Bezug auf den vorliegenden Kommentar bestehen.

Literatur

  • 1.Osterloh F. Krankenhäuser. Alle Patienten weiter versorgen. Dtsch Arztebl. 2020;117:A2395–A2396. [Google Scholar]
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  • 3.Heiduschka P, Lauermann JL, Bosche FD, Eter N. Ein Schutz gegen die Tröpfcheninfektion an der Spaltlampe. Sicherheit für die Augenärzte UND die Patienten. Ophthalmologe. 2020;117:296–297. doi: 10.1007/s00347-020-01095-5. [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
  • 4.Mutambudzi M, Niedwiedz C, Macdonald EB, et al. Occupation and risk of severe COVID-19: prospective cohort study of 120 075 UK Biobank participants. Occup Environ Med. 2020 doi: 10.1136/oemed-2020-106731. in press DOI: 10.1136/oemed-2020–106731. [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
  • 5.Olivia Li JP, Shantha J, Wong TY, Wong EY, Mehta J, Lin H, et al. Preparedness among ophthalmologists: during and beyond the COVID-19 pandemic. Ophthalmology. 2020;127((5)):569–72. doi: 10.1016/j.ophtha.2020.03.037. [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]
  • 6.Wacker K., Reinhard T. Spezielle ophthalmologische Schutzmaßnahmen in der COVID19Pandemie. Ophthalmologe. 2020;117((7)):638–41. doi: 10.1007/s00347-020-01142-1. [DOI] [PMC free article] [PubMed] [Google Scholar]

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