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. 2021 Mar 29;37(2):11–13. [Article in German] doi: 10.1007/s15012-021-6613-0

Corona-Schutzmaßnahmen: Kontakturtikaria durch Desinfektionsgel

Sebastian Lux 1,
PMCID: PMC7970746

Chlorhexidin wird aufgrund seines sehr breiten antimikrobiellen Spektrums vielen Antiseptika und Desinfektionsmitteln beigemengt. Unmittelbare allergische Reaktionen auf Chlorhexidin treten dabei eher selten auf. Ein Fallbericht aus Tuniesien berichtet nun über eine Kontakturtikaria nach Applikation eines Chlorhexidin-haltigen Desinfektionsgels [Lahouel I et al. Contact Dermatitis. 2020; https://doi.org/10.1111/cod.13735].

Ein 20-jähriger Mann hatte zum Schutz vor dem Coronavirus ein Desinfektionsgel verwendet und binnen fünf bis zehn Minuten Urtikarialäsionen mit ringförmigen erythematösen Quaddeln an Rumpf und beiden Armen entwickelt - ohne Angioödem und respiratorische Symptome. Der Patient hatte zuvor noch nie Produkte verwendet, die Chlorhexidin enthielten; in der Vergangenheit hatte er keine allergischen Reaktionen. Eine Behandlung mit Cetirizin führte zu einem raschen Abklingen der Symptome.

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Ein Hautpricktest mit 0,1 % Chlorhexidin-Digluconat in wässriger Lösung war negativ, ein Intradermaltest mit demselben Agens löste dann nach zehn Minuten eine deutliche Quaddel aus, womit der Auslöser bestätigt war. Der Patient konnte in der Folge ein Chlorhexidin-freies, alkoholbasiertes Desinfektionsgel problemlos vertragen.

Da aufgrund der Schutzmaßnahmen gegen SARS-CoV-2 derzeit wesentlich mehr Menschen Desinfektionsmittel verwenden als noch vor einem Jahr, sollten Ärzte das allergene Potenzial von Chlorhexidin bei der Diagnosefindung berücksichtigen - zumal sich eine Kontakturtikaria zu einer generalisierten Urtikaria entwickeln und Anaphylaxien auslösen kann.


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