Der Gebrauch von Desinfektionsmitteln zuhause hat in der Coronapandemie stark zugenommen. Ärzte warnen nun vor möglichen Folgen.
Seit Pandemiebeginn desinfizieren die Menschen zuhause mehr, mit möglichen Folgen für Asthmapatienten. Denn Reinigungs- und Desinfektionsmittel können über Entzündungsprozesse und ein Remodeling der Atemwege als Asthmatrigger wirken. Dass dies in der Pandemie eine reale Gefahr ist, darauf deutet eine Umfrage an 795 Asthmapatienten hin, die Kamal Eldeirawi, Chicago, mit Kollegen durchgeführt hat. Verglichen mit der Zeit vor der Pandemie hatte der Anteil der Haushalte, in denen mindestens fünfmal pro Woche Wischtücher, Sprays und/oder Flüssigkeiten zur Desinfektion zum Einsatz kamen, drastisch zugenommen, je nach Mittel von 17-20% auf 37-42%. Asthmapatienten, die in diesen Haushalten lebten, hatten häufiger als Patienten in weniger aggressiv gereinigten Heimen ein unkontrolliertes Asthma. Nach Abgleich anderer Risikofaktoren war der Zusammenhang aber nur noch für Wischtücher und Flüssigkeiten signifikant. Das RKI rät explizit von der regelmäßigen Verwendung von Desinfektionsmitteln ab: "Eine routinemäßige Flächendesinfektion in häuslichen und öffentlichen Bereichen, auch der häufigen Kontaktflächen, wird auch in der jetzigen COVID-Pandemie nicht empfohlen. Hier ist die angemessene Reinigung das Verfahren der Wahl."
doi: 10.1016/j.jaip.2020.12.038
